Das wichtigste Spiel in Lausanne

Vier Tage lagen zwischen der 1:4 Niederlage und dem 3:1 Sieg. Doch grösster hätte die Differenz der beiden Leistungen kaum sein können. Zum einen die nervöse, fehlerhafte Leistung am vergangenen Dienstag, bei welchem dem ZSC wohl die gute Qualifikation etwas zum Stolperstein wurde. Zu viel Fehler, zu wenige Checks und im Endeffekt auch zu wenige Tore führten zum Fehlstart. Auf der anderen Seite die souveräne, knallharte und gewillte Leistung vom Samstag, mit welcher das Team von Jan Alston deutlich mehr Mühe bekundete. Auch wenn Lausanne auch im zweiten Spiel im Hallenstadion die Räume vor Huet beeindruckend eng machte, so waren sie eben doch von der Zürcher Klasse überfordert. Es war das Spiel, wie man es vor der Serie erwartet hätte, wie es aber zum ersten Mal stattgefunden hat.

Gefestigt und jetzt mit den Chancen zum grossen Schlag
Die Stimmung in den Katakomben war dann, nach dem ersten Heimsieg in den diesjährigen Playoffs, auch deutlich gelöster als noch Tage zuvor. Bei der Mannschaft um Captain Mathias Seger war eine gewisse Erlösung anzusehen, aber sie waren sich auch bewusst, dass die beste Leistung wohl noch folgen muss. Lausanne steht nämlich nun da, wo man sie erwartet hat, mit einem Rückstand in der Serie und wird versuchen, diese Serie noch einmal um mindestens ein Spiel zu verlängern. Wo besser könnten sie dies tun, als vor ihrem frenetischen Anhang in Lausanne. Die Stimmung am vergangenen Donnerstag war phasenweise beeindruckend und dies gaben auch die Zürcher Akteure zu Protokoll – sie zeigten sich beeindruckend ab dem Hexenkessel.

Das Spiel von morgen Abend dürfte also wegweisenden Charakter erhalten, vor allem für die Lausanner. Dass die Playoffneulinge einen 3:1 Rückstand in der Serie, gegen den Qualifikationssieger, wenden können, scheint doch eher unrealistisch. Der Weg für diesen Sieg würde am einfachsten über eines oder zwei schnelle Tore führen, sodass die Stimmung im Lausanner Hexenkessel gar nicht aufkommen kann. Für Spieler und Anhänger des ZSC bleibt zu hoffen, dass die zweite Partie in Lausanne einen Tick weniger nervenaufreibend wird – und hoffentlich gibt es dann am Donnerstag bereits die Chance in den Halbfinal einzuziehen.

Chancen und Gefahren des HC Lausanne

Auf dem Papier, gewertet durch den achten Rang des HC Lausanne, hat der ZSC das vermeintlich einfachste Los gezogen, aber Achtung, der Aufsteiger ist nicht ohne Grund in den Playoffs. Die ab morgen beginnende Serie birgt nicht nur Vorteile, sondern hat auch seine Risiken.

Defensiv stark und mit einem „heissen“ Publikum
Der Aufsteiger mochte vor allem durch seine Defensive Leistung zu überzeugen, er steht mit den 115 erhaltenen Gegentoren an dritter Stelle der Liga. Davor befindet sich nur noch der Z und der HC Lugano. Sucht man Gründe für die äusserst erfolgreiche Defensivarbeit der Lausanner, dann muss man als erstes Christobal Huet erwähnen. Der ehemalige NHL-Torhüter parierte 92.86% aller auf ihn abgegebenen Schüsse und ist damit ziemlich genau gleich gut wie Lukas Flüeler. Vor Huet sind einige Verteidiger platziert, die zwar nie zur Spitze der NLA gehört haben, die aber doch einiges an Erfahrung in der obersten Spielklasse mitbrachten. Darunter befinden sich Namen wie Gobbi, Reist, Seydoux – die teilweise auch beim ZSC ihre Erfahrungen sammeln konnten.

Offensiv dagegen gibt es vom Team von John Fust und Heinz Ehlers weniger positives zu berichten. Mit den 2.08 erzielten Toren pro Partie liegen sie deutlich am Ende der Tabelle. Dabei liegt die Last vor allem auf den beiden ausländischen Stürmern Bang (Swe) und Hytönen (Fin), die 30 aller 104 Tore erzielt haben. Über diese beide Spieler wird der offensive Erfolg im Viertelfinal laufen, die beiden Ausländer werden entsprechend lange Eiszeiten erhalten.

Der Favoritenrolle gerecht werden
Marc Crawford und seine Truppe werden diese Ausgangslage nicht haben, dass sie unnötig früh ein oder zwei Blöcke forcieren müssen. Vier ausgeglichene Linie, starke Schweizer Führungsspieler und den vielleicht besten Torhüter der Liga sind ausreichend Argumente um den HC Lausanne schlagen zu können. Mehr denn je aber wird auch die Härte ausschlaggebend sein, die Zürcher waren in den letzten Runden der Meisterschaft selten bis gar nicht mehr gerfordert, da sie erstens qualifiziert und oftmfals auch zu dominant waren.

Was also braucht es, um den HC Lausanne mehr oder weniger souverän schlagen zu können?
Auf der einen Seite ist da sicher der Start morgen Dienstag, da müssen alle Spieler bereit sein und sich bewusst sein, dass alles was bisher erreicht wurde, nichts mehr zählt. Gleichzeitig braucht es aber auch das Wissen und die Ruhe, dass die Zürcher nichts ausergwöhnliches tun müssen um Lausanne zu schlagen. Es braucht eine solide Leistung, viel Laufarbeit ohne Scheibe und eine gute Portion Körpereinsatz und dann wird diese Serie zu Gunsten der Zürcher ausgehen…

Packen wir es, gemeinsam zum Sieg gegen Lausanne!

Lausanne und Ambri warten am Wochenende

149 Minuten und 22 Sekunden dauerte die torlose Zeit von Melvin Nyffeler, ehe sie am vergangenen Dienstag durch Martin Ness, ausgerechnet einen ehemaligen Mitspieler von Nyffeler, beendet wurde. Es war schon fast zum Mythos verkommen, diese Zeit, die der junge Torhüter bei seinen ersten Einsätzen in der NLA ohne Gegentor erlebte. Alle, insbesondere im Umfeld des Vereins, sprachen nur noch von dieser phantastischen Phase, aber irgendwann müssen auch diese zu Ende sein und wahrscheinlich war dies nicht einmal schlecht. 31 von 34 Schüssen zu halten ist übrigens, betrachtet man die Leistung von Nyffeler, eine ausgezeichnete Leistung.

Die Niederlage gegen Fribourg war unnötig und vor allem bitter, da nach dem Auftaktssieg gegen Fribourg nun wieder zwei Niederlagen gegen das Team von Hans Kossmann folgten und so der „Angstgegner“ wieder näher rückt.

Auswärts in Lausanne unbedingt Punkten
Der HC Lausanne sammelte in den letzten vier Spielen ordentlich Punkte, er nutzte die aktuelle Formschwäche von Rapperswil, Biel und Zug, welche aktuell die Ränge 10-12 belegen. Zuletzt setzte es aber eine Niederlage gegen den HC Lugano ab und somit endete die Siegesserie des Aufsteigers. Einen Bärenanteil am aktuell siebten Tabellenrang hat Christobal Huet, welcher in dieser Saison noch einmal seine ganze Klasse beweist, durch seine Leistungen hat Lausanne die zweitbeste Defensive der Liga mit nur 47 Gegentoren.

Es wird das erste Spiel in Lausanne für den ZSC seit Anfangs 2005 sein, damals stiegen die Lausanner ab und erst auf diese Saison wieder auf. Speziell beim Club aus dem Welschland ist, dass diese fast ohne Trikotwerbung auskommen, was eine Ausnahme im Schweizer Eishockey ist.

Der überraschende Co-Leader
Das der HC Ambri-Piotta an der Tabellenspitze liegt, hat es schon das eine oder andere Mal gegeben, allerdings immer zu Beginn der Saison, also in den ersten zwei, drei Spielen, doch das er dies nach 21 Spielen tut, mag zu erstaunen. Auch wenn es gegen Genf und Kloten in den letzten beiden Spielen jeweils eine Niederlage absetzte.

Was macht den HC Ambri-Piotta aber so stark? Diese Frage scheint auf den ersten Blick einfach zu sein, denn die Leventiner mussten bisher am wenigsten Tore (46) zulassen. Die Rochade um Nolan Schaefer und Sandro Zurkirchen funktioniert in dieser Saison ausgezeichnet, beide Torhüter gehören statistisch zu den besten ihrer Zunft.  Trotzdem spielt das Team von Serge Pelletier wohl doch über ihrem eigentlichen Leistungsniveau und dies wird sich, mit Fortdauer der Saison, wohl schon noch bemerkbar machen. Die Leventiner haben sich wahrlich in einen Rausch gespielt und profitieren nun davon, aber nur schon das Erreichen der Playoffs wäre für Ambri ein grosser Erfolg und da ist natürlich jeder Punkt nützlich. Bereits 41 haben sie davon gesammelt, mit 65 Punkten dürfte die Playoffqualifikation fix sein. Der HC Ambri-Piotta hat sich also eine gute Basis geschaffen um die ersten Playoffs seit der Spielzeit 2005/06 zu absolvieren…

Eine verrückte Reise an einem Dienstagabend

Es hat den ZSC mit der Höchststrafe erwischt, die Zürcher müssen an einem Dienstagabend nach Genf reisen. Knapp 300 Autokilometer und ein Weg von rund drei Stunden – bei normaler Verkehrslage – trennen die beiden Clubs voneinander. Weniger gross ist die Differenz in der Tabelle, das Team von McSorley belegt aktuell Rang 6 mit 27 Punkten und liegt damit fünf Punkte hinter den Zürchern – mit einer Partie weniger. Für den ZSC geht es also morgen auch darum, sich weiter in den Reihen der Top 4 Teams zu halten und den Abstand auf die unteren Mittelfeldplätze zu halten.

Im letzten Duell besser gewesen, aber dennoch verloren
Die Affiche ZSC – Genf gab es diese Saison bereits einmal un der Z war eigentlich die deutlich bessere Mannschaft, verpasste es aber die entscheidenden Tore zu erzielen und verlor am Schluss – nach einem 2:0 Rückstand – im Penaltyschiessen mit 3:2. Bei den Genfern zeigte sich bisher Cody Allmond in guter Frühform, der Kanadier verbuchte bisher neun Tore und sieben Vorlagen.

Für Marc Crawford ging es nach dem 6:0, welches zweifellos sehr gefällig war, wohl mehr darum, die Mannschaft wieder vorzubereiten, als wirklich Verbesserungen einzubringen. Das Spiel der Zürcher war am Sonntag extrem variabel und alle Zürcher Spieler konnten auf den Gegner Druck ausüben und erarbeiteten sich Chancen. Natürlich aber stach die Linie um Nilsson, Wick und Cunti noch etwas aus dem Kollektiv heraus. Ein Sturm, der schon unglaublich viel spielerisches Talent beinhaltet und solange das technisch hochbegabte Trio auch Tore erzielt, wird dieser Sturm auch weiter für Furore sorgen – hoffentlich auch morgen Abend in Genf!

Zweites Heimspiel der Woche, es wartet Lugano

Enttäuschung und Glücksgefühle wechselten sich beim ZSC aktuell in regelmässigen Abständen ab. Zuerst die Vorfreude auf das Debut von Nilsson, dann die schnelle Ernüchterung, da der Schwede bereits zum zweiten Drittel nicht mehr auf dem Eis auftauchte und dann wieder die Freude über den Derbysieg in der regulären Spielzeit. Auch zu den positiven Elementen im Zürcher Spiel zählten die jungen, starken Akteure, wie Senteler, Zangger und Künzle, im Zürcher Team.

Der HC Lugano zuletzt in aufstrebender FormRang 11 – der aktuelle Tabellenplatz des HC Lugano – entspricht ganz sicher nicht deren Ansprüche. Trotzdem zeigten die Luganesi in den letzten drei Partien eine aufsteigende Tendenz, sie konnten zuerst in Biel einen Punkt ergattern und anschliessend sogar zwei Sieg aneinanderreihen. Rapperswil und Bern waren die beiden „Opfer“ der Tessiner, wobei beide Teams selber in einer mehr oder weniger grossen Krise stecken.

Fast die einzige positive Meldung aus den Reihen um Glen Metropolit ist der neue, junge Torhüter. Elvis Merzlikins stammt aus Lettland, ist gerade einmal 19-jährig und vermag mit einer Fangquote von fast 92% zu überraschen. Bei den letzten beiden Erfolgen aber sass das Torhütertalent auf der Bank.

An die erste Direktbegegnung anschliessenFür den ZSC müsste das Spiel morgen Abend eigentlich mit mindestens zwei Punkten enden. Erstens hat er den Erfolg aus der ersten Begegnung gegen Lugano im Rücken (3:0 am 24. September 2013) und zweitens ist er individuell sicherlich stärker besetzt. Trotz des erneuten Ausfalles von Robert Nilsson, dessen Einsatz morgen wohl eher auf der Kippe steht. Gut möglich, dass die Nummer 9 des ZSC schon morgen wieder nicht mehr auf dem Matchblatt erscheint. Und wenn die übrige Mannschaft so engagiert spielt, wie grösstenteils im Derby, dann dürfte der Sieg auch morgen absolut im Bereich des Möglichen liegen…