Wohin geht die Reise des ZSC im Playoff?

Die Playoffs stehen vor der Türe, für uns Grund genug, einen kurzen Rückblick auf die Qualifikation zu wagen und auch bereits einen ersten Ausblick, wohin die Reise diesmal gehen könnte.

50 Qualifikationsspiele sind Geschichte; was bleibt? Aus Zürcher Sicht ist sicherlich die erfreuliche Integration von Siegenthaler und Malgin zu erwähnen, die in diesem Jahr einen wichtigen Schritt in Richtung erste Mannschaft gemacht haben. Ob sie uns bereits im nächsten Jahr, mit der Ziehung der Drafts in die NHL wieder verlassen, bleibt abzuwarten. Allerdings war es eine erfrischende Sache, den jungen Talenten zuzusehen – insbesondere Siegenthaler überzeugte mit einer unfassbaren Gelassenheit. Aber auch ansonsten gefielen die jungen Spieler äusserst gut. Baltisberger war am Anfangs sicherlich die grosse positive Überraschung, auch wenn er in den letzten zwei, drei Wochen etwas abgebaut hat, so steht er immer noch auf Position vier der internen Skorerliste. Daneben konnten auch Künzle (12 Tore) und Reto Schäppi (21 Punkte) überzeugen.

Zu gefallen vermochte auch Wick, der sich auch in diesem Jahr wieder die Ehre des Topskorers abholte. Im defensiven Bereich ist sicherlich Blindenbacher sehr positiv zu erwähnen, er ist mit einer +21 Bilanz dann auch auf Rang 3 in dieser Statistik – über die gesamte Liga gesehen. Daneben hat auch Bergeron weniger Aussetzer als noch in der Saison zuvor, dennoch vertändelt er immer noch zu viele Scheiben an der blauen Linie. Die Enttäuschung der Saison, zumindest im zweiten Teil, ist klar Luca Cunti, zu Beginn noch durchaus voll dabei, gehörte er in den letzten Wochen, nach seiner Verletzung, zu den schwächsten Akteuren im Zürcher Kader. Bei den Torhütern gibt es wenig zu diskutieren, Lukas Flüeler ist landesweit der beste Torhüter und selbst wenn er einmal ausfällt, gibt es gute Alternativen im Zürcher Kader.

Physisch noch Steigerungspotenzial vorhanden
Spielerisch waren die Zürcher phasenweise der ganzen Liga überlegen, ihnen fehlte aber immer wieder die letzte Konzentration und auch die Konstanz. Einige der Niederlagen wären mit einer konzentrierten Leistung problemlos vermeidbar gewesen. Der Abgang von Kenins, der zwar spielerisch wenig ins Gewicht fiel, aber im physischen Bereich zu sehen war, konnte noch nicht kompensiert werden. Dort müssen Baltisberger, Künzle, Tallinder und Co. in den Playoffs noch einen grossen Schritt vorwärts machen, ansonsten könnte dies ein Knackpunkt werden.

Genau dort ist auch der entscheidende Faktor zu suchen, ob der ZSC erfolgreich ist gegen Biel und dann auch in einem möglichen Halbfinal. Ab jetzt wollen alle den Meister stoppen und sie wissen auch, dass sie es rein über die spielerische Klasse und die Taktik nicht hinkriegen – denn dort dürfte der ZSC allen einen Schritt voraus sein. Natürlich aber haben die anderen Trainer die Spiele der Zürcher auch analysiert und gesehen, dass wenn man ihnen auf den Füssen steht, sie manchmal ihre Mühe damit bekunden.

Die Geschichte ist also eigentlich einfach: Ist der ZSC nicht bereit physisch härter zu agieren und der Gegner seinerseits tut dies, dann wird der ZSC Mühe haben, seine spielerische Überlegenheit auszuspielen. Ansonsten aber dürfte einer langen Playoffkampagne nicht viel im Wege stehen…