Nilsson und der goldige Meisterschuss

EHC Kloten – ZSC 1:2 (1:0, 0:1, 0:0, 0:0)

Den ersten Meisterschaftspuck durften die Klotener vor heimischen Publikum abwehren und so verhindern, dass die Zürcher in ihrem Stadion den Titel feiern würden. Ein Umstand der sicherlich mit dem Wort „Höchstbestrafung“ gleichgestellt werden dürfte. Beim ZSC musste man nach dem komfortablen 3:0 aufpassen, dass die Mannschaft und die Fans nicht vom Boden abhoben und bereits zu fest an den gelben, hässlichen Schirmständer dachen – sondern mehr an die noch bevorstehende, harte Aufgabe.

Marc Crawford musste keine weiteren Verletzungen hin nehmen, ja er hätte sogar Marc Andre-Bergeron wieder zurück in die Mannschaft nehmen können. Alle anderen Teammitglieder waren weiterhin fit, es stand einem harten und intensiven Playoffkampf also nichts im Weg!

Intensiv, hart und knapp
Genau ein solcher Playofffight traf dann auch wahrhaftig ein. Kloten hatte den Ernst der Lage verstanden und sie kämpften, wühlten und dreckelten, wohl so hart wie nie zuvor in dieser Serie. Die Zürcher hatten ihre liebe Mühe damit. In der Defensive hingegen wirkten beide Teams fehleranfällig und so kam es bereits früh zu einigen gefährlichen Aktionen vor Gerber und Flüeler. Auf den ersten Eindruck machte dabei Gerber die bessere Falle; er gewährte weniger Abpraller und strahlte mehr Sicherheit aus. Beim ersten Treffer, erzielt durch Kloten, war aber Flüeler chancenlos, er wurde von seiner Verteidigung regelrecht alleine gelassen. Gespielt zu diesem Zeitpunkt neun Minuten. Die Reaktion des ZSC fiel heftig aus, sie drückten auf Gerber zu, aber der hielt in diesem ersten Abschnitt alles. Selbst als Keller und Nilsson fast eine zwei gegen null-Situation fahren konnten. Gerber vernichtete jede Chance der Zürcher, mit viel Können und auch einer grossen Portion Glück.

Der soooo wichtige Ausgleich nach langem Würgen
Genau dasselbe spielte sich im Mitteldrittel ab, der Z drückte auf das Tor von Kloten, aber die Scheibe wollte und wollte nicht in die Maschen gehen. Selbst zwei Zürcher Überzahlsituationen für den ZSC brachten nichts zählbares ein. Kloten ihrerseits hatte da nichts mehr anzubringen und ein Tor lag mehr als nur in der Luft. Mehrere Icings waren die Folge des enormen Zürcher Drucks. Crawford zog erneut mit allen vier Liniem durch, was Hollenstein erneut Schmerzen zuführte. Die Schmerzen mochten sie aushalten, bis zur 39. Minute. Dann gewährte Kloten Baltisberger zu viel freien Raum, welchen er eiskalt ausnutzte und den Hartgummi in den Engel beförderte.

Wick fast mit dem Siegestreffer
Das dritte Drittel verkam zur Nervensache. Kloten erholte sich von der zwischenzeitlichen Druckphase gut und kam so selber zu einigen gefährlichen Chancen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, mit leichten Vorteilen für den Z. Kloten dürfte mit der Power wohl auf dem Zahnfleisch gelaufen sein, der Z dagegen rotierte noch immer regelmässig durch. Tore fielen keine mehr, aber Wick zwickte Sekunden vor Ende des dritten Abschnittes an das Lattenkreuz, während einer Powerplaysituation, die noch in die Verlängerung weiterlief.

In dieser Verlängerung nun wurden die Klotener müder und müder, der Z wieder fast ausschliesslich vor dem Tor von Martin Gerber. Einige Male war es eng, aber oftmals fehlte auch der letzte Wille in den Aktionen, auch der ZSC wusste, dass jeder Konter zum Ende dieser Partie führen hätte können. Die maximal mögliche Anspannung in dieser Verlängerung war auszumachen. Kloten mit einigen sehr gefährlichen Kontern, welche Flüeler mit Glück und grossem Einsatz verhinderte.

Es musste zum Penaltyschiessen und zur totalen Eskalation der Nerven kommen. Da hatte der Z einen Trumpf und der stach eiskalt, zweimal durfte er anlaufen und beides Mal sass das Ding, war es beim ersten Mal noch die Führung, die Lemm mit dem zweitletzten Penalty noch ausgleichen konnte, so war der zweite Streich gleichbedeutend mit dem Titel und jetzt war es geschafft…

Lasst uns feiern, wir haben es verdient…