Aus dem Gleichgewicht gekommen

Was wurde vor dem gestrigen Spiel geschrieben, analysiert und debattiert; der HC Lausanne sei ein defensiv extrem gefährlicher Gegner, aber einer, der dem ZSC eigentlich nicht gefährlich werden sollte. Alle die nun die Story schon geschrieben hatten und dem HCL zwar sportlichen Respekt zollten, aber innerlich an ein schnelles Duell glaubten, wurden nach 18 Sekunden ein erstes Mal kalt geduscht. Nach zehn Minuten – und dem dritten Lausanner Treffer – war dann der erhoffte Spielverlauf der meisten Fans und Journalisten gegessen. Der ZSC, der eigentlich gar keine Gegner kennen sollte – ausser vielleicht sich selber, hatte seine erste Aufgabe im Playoff gefasst.

Zu wenig Härte und Tempo
Eine Aufgabe, bei der er sich je länger die Partie dauerte langsam aber kontinuierlich steigerte. Leider aber zu wenig schnell um innerhalb der reglementarisch festgehaltenen Zeit diesen Rückstand noch drehen zu können. Nach dem 3:1 durch Patrik Bärtschi, dessen Schuss im Powerplay abgefälscht ins Tor kullerte, sah es je länger je besser aus und als der Z kurz vor Ende des zweiten Drittels noch eine fünf gegen drei Situation genoss, da schien eine Wende absolut realistisch.

Doch Lausanne zeigte in dieser Phase, wie eigentlich über die gesamten 60 Minuten am gestrigen Abend, ihre Stabilität in der Defensive. Gegen vorne war da ganz wenig zu sehen in den ersten beiden Dritteln, eigentlich abgesehen von den drei Torschüssen gar nichts. Beim Z mangelte es aber eben in dieser Startphase an der nötigen Härte und dem letzten Willen, diese Schüsse blocken oder die Verteidiger am Abschluss hindern zu wollen. Fortan fehlte ihnen dann in der Offensive auch noch das Tempo, welches es gestern gebraucht hätte um die euphorisierten Gäste wieder in die Schranken zu weisen. Aber es war auch eine Portion Unglück gegen Ende der Partie mit im Spiel – so scheiterte der ZSC im Schlussabschnitt nicht weniger als 3! Mal am Torgehäuse.

Reaktion geht über Führungsspieler
So feierte Jan Alston mit seinem Team den ersten und gleichzeitig einen extrem wichtigen Sieg gegen den ZSC. Die Statistikfreaks unter den Journalisten werden jetzt bereits wieder die Zahlen aus dem Handgepäck suchen, wie oft ein Qualifikationssieger im Viertelfinal das erste Spiel verloren hat und wie oft er dann auch ausgeschieden ist oder eben nicht – und am Schluss wird er das Fazit ziehen: „Für den ZSC ist noch nichts verloren“.

Passiert ist nichts und wenn man die gestrige Partie gesehen hat, dann darf man zwei Rückschlüsse ziehen: 1. Der Z hat den HC Lausanne, auch wenn dies vor der Kamera niemand zugeben will, wohl doch im Innersten etwas auf die zu leichte Schulter genommen, der Aufgabe etwas zu wenig Respekt entgegengebracht. 2. Der HC Lausanne hat äusserst bescheidene offensive Mittel und wenn er das erste Gegentor kassiert und seinerseits etwas unternehmen muss und sich nicht auf das Kontern beschränken kann, dann ist er beinahe chancenlos.

Es wird also an den Führungsspielern sein; die Vorgaben des Trainers – die da lauten dürften, dem HC Lausanne kein schnelles Tor zugestehen, die Defensive halten und selber mit etwas mehr Ruhe die Offensive aufbauen – umzusetzen und auch wieder die Balance zwischen Härte und Lockerheit zu finden. Die Routiniers sind es, die in solchen Spielen gefordert sind und als Vorbild voranschreiten müssen, denn der HCL ist zu schlagen, aber nicht so wie es der ZSC gestern versuchte…