Am Schluss eine verdiente Niederlage

SC Bern – ZSC 4:3 (2:1, 2:1, 0:1)

Folgt heute der zwölfte Streich in Serie? Dies fast die einzige Frage vor dieser Partie, die dem ZSC Anhang wichtig war. Bern hatte da natürlich etwas dagegen, spielen die Mutzen, doch trotz acht Siegen in Serie, immer noch um den Trennstrich herum. Verstärkt wurde der Z heute mit Nilsson, welcher nach seiner Verletzungspause auf das Eis zurückkehrte.

Zu viel Selbstvertrauen?
Man brauchte das Spiel nicht lange zu beobachten, um zu seheb, dass der Z fast alles versuchte. Doch aus dem grossen Selbstvertrauen entstanden auch viele Fehlpässe, wohl aus dem Glauben, dass da fast alles klappen würde. Bei Wick ist das aktuell auch der Fall, nach sechs Minuten durchlief er die gesamte Verteidigung, aber schiterte an Bührer. Drei Minuten später machte es Bern besser, die durch einen harmlos wirkendwn Handgelenkschuss in Führung gingen. Eine Reaktion gefordert und der Z erbrachte diese, in Form eines Tores durch Schäppi. Anlässlich einer zwei gegen eins Situation entschied er sicg den Schuss zu nehnen und war damit erfolgreich. Der Ausgleich brachte dem Z deutlichen Auftrieb, ausnutzen aber konnten sie dies nicht. Im Gegenteil, eine Minute vor Ende kamen die Berner zur erneuten Führung.

Wenig Aufbauendes im Mitteldrittel
Das Mitteldrittel brachte dann vorerst nicht wirklich viel Gutes. Zwar konnte man meinen, die Zürcher seien das bessere Team, aber ihnen fehlte heute die letzte Konsequenz. Er hatte etwas überhebliches, dieser Auftritt vor Weihnachten. Bestraft wurde dies zum dritten Mal an diesen Abend in der 30. Minute. Es war eine knappe Angelegenheit, der Puck nur Milimeter hinter der Linie, aber wohl eben drin. Nach diesem erneuten Rückschlag gab es aber postwendend wieder eine Antwort des Z. Eine traumhafte Kombination wurde durch Cunti erfolgreich abgeschlossen. Hier spielte der Z die Berner Defensive schwindlig. Aber Bern vermochte nun selber wieder zuzulegen und den Gästen fehlte in diesen Momenten der Wille, aber auch die Ruhe. Zu allem Elend kamen jetzt auch noch viele Strafen und diese zahlten sich für Bern aus. In der 35. Minute stand es 4:2 und danit war das zweite Pausenresultat fixiert.

Zu viele Strafen, zu wenig Biss
Zum Start des Schlussabschnittes brauchte es eine schnelle Reaktion der Zürcher. Aber vor allem eine veränderte Einstellung der Mannschaft, die wieder mehr Härte beweisen musste. Doch der Hebel konnte nicht umgelegt werden, die schönen Angriffe waren sehenswert, aber der unbändige Wille diese Partie zu gewinnen, war oft nicht auszumachen. Heute reichte es nicht aus, sich auf die Selbstverständlichkeit des Siegens zu verlassen. Bern machte es allerdings auch äusserst clever, sie gewährten dem ZSC wenig Raum und Überzahlsituationen. Die Mutzen waren individuell nicht besser, aber sie hatten das Gesamtpaket um den ZSC zu schlagen. Sie hatten aber auch, so muss man im Nachgang sagen, einige Schiedsrichterentscheide auf ihrer Seite. Doch wie gross die Klasse der Zürcher ist, zeigte sich dann doch noch. In der 58. Minute erwischte Wick Bührer erneut und das 4:3 löste eine furiose Schlussphase aus. Der Z konnte sogar noch im Powerplay und mit sechs Feldspielern Druck aufziehen. Aber es reichte verdientermassen nicht mehr, doch sie Berner mussten noch einmal richtig zittern. Entsprechend gross der Jubel in Bern, denn diese Partie zu verlieren, wäre bitter geworden.

Damit endete das Jahr für den Z mit einer bitteren Niederlage. Wer solls den Jungs aber auch verdenken, nach dieser Siegesserie.

Ein Gedanke zu „Am Schluss eine verdiente Niederlage

  1. Als SCB-Fan spreche ich Dir ein Kompliment aus, Sven. Du hast das Spiel sehr zutreffend beschrieben, auch wenn ich von den Schiedsrichter-Entscheiden zu Gunsten Berns nichts bemerkt habe. Die Zebras haben m.E. gestern Abend eine wirklich tadellose Leistung abgegeben. Denn was ich teilweise von anderen Zebras gesehen habe, ging auf keine Kuhhaut. – Ich und muss neidlos gestehen, dass die mit Abstand besten Spieler auf dem Eis Wick und Cunti gewesen sind. Die Leichtigkeit, das Tempo und die Klasse am Stock lassen mich schwärmen und geben Hoffnung auf geniale Nati-Spiele. Was mir aber gestern nicht gefallen hat, sind die Abpraller von Flüeler. Alles gegen vorne! Ohne top Verteidigerleistung sind das alles brandgefährliche Situationen. – Im Gegensatz zu Eurer Klasse ist zu sagen, dass der SCB es gestern mit einer sehr starken Teamleistung geschafft hat, Euch zu schlagen. Die individuelle Klasse ist weit unter Eurer, aber das wurde mit dem Motto der Musketiere wettgemacht. – So oder so: Das war ein geiles Spiel gestern und die anschliessende Party in der Oldies Bar mit ein paar Fans auf Zürich war geil und ich hoffe, dass sie trotz wohl vielen Promillen gut nach Hause gekommen sind 😉

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