Die Faktoren zum Titelgewinn

Wer hätte nach Platz 7 in der Qualifikation auf einen Titel der Zürcher gewettet? Es wären wohl nicht Viele gewesen. Doch der Z wendete eine verpatzte Quali doch noch zum Guten. Zum Glück können wir diese Zeilen nun im Konjunktiv schreiben, denn der ZSC ist zum siebten Mal Schweizer Meister in seiner 82jährigen Geschichte. Gründe dafür gibt es natürlich einige, die Wichtigsten haben wir hier aufgelistet und begründet.

Die Ausgeglichenheit
Selbst in den letzten und entscheidenden Minuten der Finalissima stand Chris Baltisberger noch auf dem Eis. Sollte es noch einen Beweis für die Ausgeglichenheit dieser Mannschaft brauchen, dann ist es dieser. Baltisberger war während der Qualifikation gerade einmal zu 11 Einsätzen gekommen. In den Playoffs stand er in jeder Partie auf dem Matchblatt und kam je länger die Playoffs dauerten zu mehr Eiszeit. Und er war nicht der einzige junge Spieler, welcher sich in diesen Playoffs gewaltig steigerte: Cunti, Schäppi und Geering sind weitere davon.

Bob Hartley mit dem Grundstein
Zur Entwicklung der jungen Talente braucht es auch immer jemand, der ihnen dieses Vertrauen gibt, sowohl in guten wie auch in schlechten Partien. Und mit Bob Hartley ist genau dieser Typ von Trainer nach Zürich gestossen. Es entstand wieder eine Leistungskultur und statt sich mit dem vorhandenen Team zufrieden zu geben, suchte der Kanadier in der Nachwuchsabteilung nach Verstärkungen. Er wurde mit Cunti, Kenins und Baltisberger auch fündig.

Lukas Flüeler mit der Reifeprüfung
Noch vor der Saison hatten Viele an den Qualitäten des jungen Torhüters gezweifelt. Er verfüge nicht über die Fähigkeiten, sich in den wichtigsten Momenten zu steigern und so ein Team zum Titel zu tragen. Spätestens seit diesen Playoffs dürften auch hier die letzten Kritiker verstummt sein, denn Lukas Flüeler hat den eindrücklichen Gegenbeweis angetreten. Die eindrückliche Fangquote von 94.72% in den Playoffs, im Gegensatz zu den 91.63% in der Qualifikation, zeigt die Steigerungsfähigkeit von Lukas Flüeler klar auf.

In einen „Rausch“ gespielt
Es lief nicht nur auf dem Eis, sondern auch daneben etwas in den letzten 40 Tagen. Denn so lange hatte die diesjährige Playoffkampagne der Zürcher gedauert. In der Mannschaft entwickelte sich ein Teamspirit, der für jeden Titel innerhalb eines Teams nötig ist. Ausserhalb der Eisfläche rückten die drei Buchstaben – ZSC – ebenfalls immer mehr in den Hintergrund. Wurden die ersten Erfolge gegen den HC Davos noch als Zufallssiege abgetan, wurde spätestens im Halbfinal klar: Diese Mannschaft hat einen Steigerungsprozess durchlaufen. Und selbst vom Rückstand in der Finalserie schienen die Spieler nur wenig beeindruckt. Was nach Spiel 4 noch nach Durchhalteparolen klang, wurde wenige Tage später zur Realität. Die Mannschaft glaubte immer an den Titel und sie hat ihn sich verdient…