Der Fansektor und das kommende Wochenende

ZSC-Wien 2Bevor wir auf das kommende Wochenende vorausblicken, erst noch ein kurzer Schwenk retour. Lange wurde viel diskutiert um eine mögliche Stehplatzkurve im Zürcher Hallenstadion, lange tat sich wenig, aber nun gab es ein Lichtblick, beziehungsweise zwei. In den beiden, im Hallenstadion ausgetragenen, Heimspielen in der Champions Hockey League – gegen Färjestad und Wien – konnten die Zürcher Fans einen eigenen Sektor in den Sektoren X/Y geniessen.

Im Rückblick darf dieser Versuch als positiv gewertet werden. Natürlich braucht es immer Erfahrungswerte bei einem solchen Pilotprojekt, aber diese sind erkannt worden und würden bei einem nächsten Versuch sicherlich realisiert werden. Klar ist auch, durch einen Wechsel des Sektors werden einige Fans, die in entsprechendem Sektor langjährige Saisonkartenbesitzer sind, enttäuscht. Hier ist aber sicherlich die Kommunikation und die Kooperation wichtig, denn im Sinne für unseren ZSC ist ein solcher Fansektor längst überfällig.

Was macht eigentlich Bern?
Es sollte alles besser werden auf diese Saison hin beim SC Bern. Die verpassten Playoffs schmerzten und allen in der Hauptstadt war klar, so darf es nicht weitergehen. Nach fünf gespielten Partien können die Berner einen gelungenen Start vermelden. Sie haben bereits zehn Punkte auf ihrem Konto und liegen nach Verlustpunkten auf dem dritten Rang – hinter Genf und Davos. Dass aber noch lange nicht alles so ist, wie es sein soll, zeigt zumindest der Umstand, dass alle Siege bisher nur mit einem Tor unterschied zu Stande kamen.

Die erste lange Fahrt in dieser Meisterschaft
In den letzten Playoff gab es für die Zürcher Fans einige Reisemeilen zu gewinnen, zuerst Lausanne und dann Genf waren die Playoffgegner bis in den Final. Nun gibt es also die erste Reise in die Ferne in dieser neuen NLA-Saison. Das Team von Chris McSorley ist gut in der neuen Saison angekommen und insbesondere Daniel Rubin besticht durch seine Frühform. Er sammelte bereits neun Punkte (4 Tore / 5 Assists) in den ersten Spielen. Eine klare Schwäche gibt es aber bei Genf – die Torhüterfrage. Nach dem man Nyffeler von Zürich abgekauft hatte, nun aber schon wieder an Fribourg abgeben hat und sich die Stammkraft Mayer verletzte, steht nun Christophe Bays im Mittelpunkt. Seine Fangquote liegt mit einem Wert knapp unter 90% aber noch lange nicht auf NLA-Spitzenniveau. Gut möglich, dass dies am Wochenende den Unterschied ausmachen könnte…

De ZSC isch Schwizermeischter!

50 Qualifikationsspiele, 7 Viertelfinalspiele, 7 Halbfinalspiele und 4 Finalspiele mussten sich Fans, Mannschaft, Umfeld und alle Beteiligten gedulden, ehe es endlich soweit war; Mark Bastl durfte als erster den Pokal für den besten Schweizer Eishockeyclub in die Höhe stemmen. Ein Gefühl voller Freude, Entspannung und Überwältigung; wie gross musste der Druck sein, als die Zürcher nach 50 Qualifikationsspielen klarer Sieger der Vorrunde wurden und für Medien und Journalisten der Meister eigentlich schon fest stand. Es kam die Serie gegen Lausanne, die Zürcher waren in Spiel zwei unmittelbar davor, mit 2:0 in Rückstand zu geraten. Doch Nilsson machte den Treffer zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit – der entscheidende Moment in dieser Serie und sicherlich auch für die gesamte Playoffkampagne.

Nun legte der ZSC mit 3:1 in der Serie vor, liess den HC Lausanne aber noch einmal auf 3:3 herankommen, ehe Marc-Andre Bergeron – der sonst nur für seine defensiven Patzer kritisiert wurde – die Zürcher Halbfinalpläne endgültig fixierte.

Auch gegen Genf in die Belle
Als Anhänger des ZSC durfte man hoffen, dass die Halbfinalserie etwas entspannter und lockerer von der Hand gehen würde. Doch weit gefehlt, auch hier bestätigte sich einmal mehr, dass es eben Playoffs sind und die Qualifikations nicht mal mehr als Randnotiz stand halten mag! Es war ein ständiges Auf- und Ab, diese Halbfinalserie gegen McSorley und sein Team; auf einen desolaten Heimauftritt zu Beginn folgte die Reaktion in Genf und als die Zürcher im sechsten Spiel, erneut in Genf, zum Finalpuck ansetzten, folgte wieder eine schlechte, ja fast unterirdische Leistung. Genf glich abermals aus und für den ZSC bedeutete diese Niederlage, dass sie erneut über sieben Spiele zu gehen hatten.

Aber so schnell wie sich das Ganze nach unten drehen kann, geht es eben auch wieder nach oben, so gesehen in Spiel 7 der Halbfinalserie. Gerade mit 4:0 fegte das Team von Crawford die Jungs McSorley vom Eis – nach diesem Sieg waren keine Fragen mehr vorhanden, wer sich den Playofffinal von diesen beiden Teams mehr verdient hatte.

Der erste Derbyfinal seit Playoffbeginn
Lohn für den starken Auftritt in Spiel sieben war der Derbyfinal, denn sich wohl viele Zürcher seit Jahren herbeigewünscht hatten und der nun wahrlich eintraf. Auch hier durfte man eine harte, umkämpfte Serie erwarten und die ersten beiden Spiele gaben diesen Stimmen Recht. Doch der ZSC erzwang in beiden Partien das Glück auf seine Seite, im ersten Spiel war es Bärtschi, der den entscheidenden Schuss ansetzte und drei Tage später durfte sich Keller als Matchwinner feiern lassen. Mit 1:0 und 2:1 waren die Resultate derart knapp, dass selbst nach diesem 2:0 in der Serie noch niemand von einer Vorentscheidung spracht.

Doch es kam anders, vielleicht gerade aufgrund der zwei knappen Resultate mochte sich Kloten nicht genügend steigern und verlor das zweite Spiel im Hallenstadion klar und deutlich mit 5:2. Es war ein Genickbruch, gepaart mit den vielen verletzten und angeschlagenen Spielern bei Kloten, von dem sich die Flieger nicht mehr erholten. Der heutige Sieg im Schluefweg bestätigte nur noch, was sich in den drei Spielen zuvor entweder klar oder knapp zeigte, der ZSC ist und war die über alle Bereiche gesehen deutlich stärkere Mannschaft.

Steigen wir als ein in die Meisternacht, veranstalten wir eine riesen Feier! Als gäbs keis Morn! Uf gahts Züri…