Es ist Playoffs und wir machen noch eins

EHC Biel – ZSC 3:1 (0:0, 1:0, 2:1)

Dass es das letzte Zürcher Gastspiel im alten Bieler Stadion sein wird, war schon vor dem ersten Puckeinwurf. Ob es allerdings auch das letzte Meisterschaftsspiel im altehrwürdigen Stadion war, konnte noch nicht abschliessend gesagt werden. Sicher war aber auch, dass der ZSC sich mit dem 3:0 Heimsieg am vergangenen Dienstag in eine deutlich bessere Ausgangslage manövriert hatte und es nun noch eine konzentrierte Leistung benötigte, bis der Halbfinaleinzfug Tatsache war. Zurück auf dem Eisfeld war Mark Bastl, der nach einigem Verletzungspech nun wieder aktiv mit in den Playoffkampf eingreifen kann. Diesmal reisten gut 150 Fans nach Biel um hoffentlich den Einzug in die Halbfinals zu feiern.

Ein guter, aber torloser Start
Das Spiel dann begann so, wie man es erwarten konnte, der Z im Vorteil. Biel oftmals überfordert beim Forechecking des ZSC, aber entweder spielten es die Gäste zu kompliziert oder Rytz hielt stark. Der Torhüter von Biel darf als die Konstante in dieser Serie herausgestrichen. Bis auf wenige Ausnahmen spielte er auf einem klasse Niveau, dass den ZSC beinahe zum Verzweifeln brachte. Doch bereits heute merkte man, dass die Zürcher Spieler den Respekt vor dem Bieler Torhüter etwas ablegten, frecher agierten und auch ab und zu etwas wagten. Dass es am Ende des Drittels dennoch 0:0 stand, war unter der Bedeutung dieses Spiels wenig erstaunlich.

Zürich besser, Biel in Front
Auch im zweiten Drittel bot sich ein ähnliches Bild: der ZSC die stärkere Mannschaft, aber nur besser sein reicht nicht und so kam es, wie niemand hoffte, aber eben viele wohl befürchtete, der EHCB ging in Führung. Ein wunderbarer Spielzug von Biel, der diesen Treffer besiegelte. Er musste sich selber an der Nase nehmen, der Z, hatte er es doch schon lange in der eigenen Hand gehabt. Ja, für Biel kam es noch besser, während vier Minuten hatte er die Chancen nachzulegen. Doch ausgerechnet in dieser Zeit hatte der ZSC die besten Chance. Shannon hatte Rytz schom ausgelassen, versiebte aber. Der nächste Konter dann fuhr Keller, aber diesmal hielt Rytz genial. Er war es, der den EHCB im Spiel hielt und so ging es mit diesem Resultat in die Pause.

Irgendwie die Belle erzwungen
Das letzte Drittel war dann eines, welches ich lieber vergessen würde. Zürich nicht mutig, Biel eben mit dem nötigen Kämpferglück und so stand es am Schluss verdient 3:1 für den EHCB – trotz des Ausgleiches von Geering in der 45. Minute von Geering. Respekt an Biel, wir sehen uns am Samstag zu eurer letzten Partie in dieser Saison. Geniesst es, ihr habt es verdient!

Am Donnerstag in Biel hat er den ersten Matchpuck

ZSC – EHC Biel 3:0 (1:0, 0:0, 2:0)

Seit dem Samstag ist alles wieder auf Null – Künzle sei Dank! Mit einem Sieg in höchster Not konnte das Team von Crawford die Serie wieder ausgleichen und so den Druck wieder etwas von sich nehmen, ansonsten wäre dies heute, bereits die letzte Chance gewesen und der Sommer schon bedrohlich nahe. Nach diesem Sieg sprachen viele bereits von einem Wendepunkt in dieser Serie, dies allerdings glaubte man auch schon nach dem Ausgleich zum 1:1. Nun, dass sollten sich auch alle Fans und Spieler bewusst sein, dass schwierigste Spiel ist immer das nächste und auch wenn es eine alte, ausgelaugte Hockeyweisheit ist, so dürfte sie wohl selten so passen wie an diesem Dienstagabend. Was war die Taktik, seit dem dritten Drittel in Biel checkten die Zürcher mit zwei Spielern vor, eine Taktik die sich auszahlte.

Der Z deutlich stärker, aber mit wenig Ertrag

Bully mit Ryan Shannon und Pär Arlbrandt

Bully mit Ryan Shannon und Pär Arlbrandt

Von Beginn am drückte der ZSC diese Taktik mit zwei forcheckenden Spielern durch. Biel dadurch zumeisz nahe an der Überforderung, kaum Chancen für den EHC Biel. Besonders Wick und Malgin fielen in diesen ersten Minuten auf, Wick durch seine ungemeine Präsenz, Malgin durch seine schnelle, wendige Art. Der EHCB oftmals nur auf Augenhöhe mit Strafen und so kam der ZSC zu einigen Powerplays. Doch ausgerechnet im Überzahlspiel wirkte das Team von Crawford wenig stillsicher – fast so, wie in der Qualifikation. Dennoch, es gab wenig Zweifel darüber, wer die bessere Mannschaft war und nach 17. Minute zahlte sich dies dann auch aus. Cunti tankte sich durch, passte zur Mitte und dort brachte Bärtschi seinen Stock backhand an die Scheibe. Der Hartgummi landete wunderbar im Torengel.

Der Treffer mehr als überfällig und daher auch diskussionslos. Was machte das Team von Schläpfer? Eine Reaktion blieb aber aus, ob im ersten oder zweiten Drittel und so powerte der Z weiter. Manchmal schien es fast so, als würde er das nach Belieben tun. Die dritte Linie der Zürcher erstickte die beiden Bieler Linien sogar, dass einzige was fehlte, waren die weiteren Tore und so war eben doch jede noch so kleine Aktion der Seeländer gefährlich. Zum Glück aber war auch Flüeler und seine Verteidigung in den Playoffs angekommen und so gab es keine Tore bis zur zweiten Pause.

Mit zwei Toren alles klar gemacht

Emanuel Peter gegen Patrick Geering

Emanuel Peter gegen Patrick Geering

Schnell im dritten Drittel machte Keller alles klar, er zog in der 41. Minute von der Seite hinein, Biel machte zu wenig und am Ende versenkte Keller die Scheibe. Wie wichtig dieses Tor war, zeigte sich mit jeder weiteren Spielminute. Biel konnte nicht mehr zusetzen und so erstaunte es wenig, dass es Shannon am Ende ins leere Tor richtete. Es war nicht so, dass alles gut war beim ZSC, aber mit der nötigen Cleverness und den Kräfteverhältnissen war es am Ende eine klare Sache.

Aber sowohl Crawford, wie auch Schäppi waren sich einig, dass zwar vieles besser, aber noch lange nicht alles gut war. Es braucht noch eine sehr gute Leistung und dann darf der Z mòglicherweise feiern, es wäre eine grosse Erleichterung, aber noch ist es lange nicht so weit.

Weitere Bilder neu auf www.faszination-zsc.ch

Eine unfassbare Wende in letzter Sekunde geschafft

Zugegeben, als nach 40. Minuten die zweite Pause anstand, der ZSC 0:2 im Rückstand war und alle für Biel sprach, glaubten nicht mehr viele an eine Wende. Eine Mischung aus Hoffnung, Resignation und Ungläubigkeit war im Zürcher Fansektor auszumachen. Sollte es dies wirklich schon sein? Sollte der ZSC tatsächlich 1:3 in dieser Serie in den Rückstand geraten und am Dienstag schon ein Spiel der letzten Chance anstehen? Solche und andere Gedanken gingen wohl den meisten, au wenn sie dies kaum zugeben mochten, durch den Kopf. Rund 300 Fans waren über den Verlauf des Spiels enttäuscht.

Eine Taktikänderung bringt die Wende
Es war nicht das Resultat alleine, es war viel mehr die Art und Weise, wie sich der ZSC vorführen lies vom EHC Biel – wohlgemerkt vom achtplatzierten der Qualifikation. Marc Crawford dürfte mit seinem Latein schon fast am Ende gewesen sein, als er sich entschied, das Forechecking zu forcieren. Eine, wie sich später herausstellen sollte, clevere und absolut richtige Entscheidung. Neu also mit zwei Spielern attackierten die Zürcher den Spielaufbau des EHC Biel und die Seeländer liessen sich durch diese Massnahme aus der Ruhe bringen. Dem 2:1 von Cunti in der 43. Minute aber folgte viel zu lange keine weitere gute Aktion der Zürcher mehr, im Gegenteil sie behinderten sich selber und nahmen gleich drei Mal eine Strafe für zu viele Spieler auf dem Eis. Eine Tatsache, die keinen Trainer erfreuen dürfte.

Als dann die dritte solche Strafe gegen den ZSC ausgesprochen wurde, beim Stand von 2:1 und zwei Minuten vor Ende, musste man schon ein grosser Optimist sein um noch an einen Sieg zu glauben. Die Mannschaft tat es und als Flüeler das Tor verliess, stürmten die vier Zürcher noch einmal nach vorne, Roman Wick schoss, Rytz lies abprallen und Keller stand dort, wo er zu stehen hat und schoss ein. Es war jener Keller, der letztes Jahr so für seine Playoffqualitäten gelobt wurde und dieses Jahr noch so gar nicht auf Touren kam. Dass er es ausgerechnet war, der den so wichtigen Treffer erzielte, war mehr als verdient, es war der erste Punkt des 31-jährigen Stürmers in dieser Serie.

Der grosse Auftritt von Künzle
Trotzdem war mit diesem Erreichen der Verlängerung natürlich noch nichts geschafft, im Gegenteil, hätte der ZSC in der Verlängerung verloren, der Mentale Knick wäre noch grösser gewesen, als wenn er nach 60. Minuten untergegangen wäre. Biel wirkte auch in dieser Verlängerung gewillter etwas mehr aufzumachen und etwas zu riskieren, dass aber in den ersten zehn Minuten nur gerade sechs Torschüsse abgegeben wurde, zeigt wie fest die Defensive im Vordergrund stand.
Einer dieser sechs Schüsse war es dann auch, der die Entscheidung herbeibrachte. Künzle lief durch die Verteidigung durch, schloss ab, Simon Rytz liess den Schuss nach vorne abprallen. Es war dann wieder Künzle der dort stand und im Stile eines Baseball-Champs die Hartgummischeibe im Netz versenkte. Die Fans und Spieler eskalierten, feierten sich und die ganze Welt!
Doch ganz vorbei war es noch nicht, die Bieler setzten sich provokativ wieder auf die Bank, während der ZSC bereits auf der blauen Linie bereit stand. Warum? Das Schiedsrichter-Quartett wollte sich das Video noch einmal anschauen, aber egal wie oft sie das Video ansahen, der Stock war deutlich unter der Querlatte und somit galt das Tor.

Der Serieausgleich ist von nicht beschreibbarer Bedeutung, ein 3:1 wäre dann wohl eine Niederlage zu viel gewesen, dagegen haben die Zürcher jetzt die Chance, diese Serie mit Würde und Anstand zu gewinnen. Keller und Künzle haben dem ZSC diese Chance ermöglicht, es liegt jetzt an allen, diese zu packen!

Eine nicht mehr geglaubte Wende geschafft!

EHC Biel – ZSC 2:3 (0:0, 2:0, 0:2, 0:1) n.V.

Einfach geht es nicht, zumindest nicht beim ZSC. Es scheint fast so als könne der ZSC, egal ob Favorit oder Aussenseiter, egal ob erster oder fünfter, nie einen Auftakt in die Playoffs klar gestalten. So verwundert es dann halt eben wenig, dass bereits heute wieder ein kleines Finalspiel – wohlgemerkt in der Partie vier – ansteht. Nunja, man ist es sich als ZSC Fan beinahe gewöhnt und so nahm man auch diese Herausforderung an.

Ein Abtasten und dann ein Rückschlag
Die Spieler nahmen sie an die Herausforderung, von Beginn an war das Kredo klar: die Defensive hat Priorität uns so hatte Biel dann zwar ein klares Torchancen plus, aber kaum sehr gute Möglichkeiten im ersten Drittel und jene die sie bekamen, machte Flüeler mehr oder weniger souverän zu Nichte. Der Z selber hatte einige gute Chancen, aber auch nicht viele Hochkaräter. So erstaunte es dann nicht, dass das Spiel mit 0:0 in die Pause ging.

Man hatte fast das Gefühl, dass der ZSC da einen Gameplan hatte, doch ziemlich schnell musste ich diese Meinung revidieren. Auch im vierten Spiel dieser Serie war der ZSC nicht bereit, der EHCB dagegen schon. Sie fighteten, machten die Räume eng und der Z war dann, wenn es darauf ankam nicht fähig für eine Reaktion. Ein erstes Mal war dies nach dem 1:0 für Biel in der 27. Minute. Aber statt das Spiel in die Hand zu nehmen, ging es weiter wie bis anhin. Fast lethargisch wirkte das Spiel der Zürcher, ja es war bitter für die rund 300 mitgereisten Z Fans. Besserung? Sie war noch lange nicht in Sicht, denn nach 33. Minuten gab es dann auch noch den zweiten Treffer des Heimteams zu bestaunen – tolle Sache! Der Capo der Bieler rief es aus: „dass isch de Playoff Viertelfinal, mir füehred 2:1 i de Serie und i dem Spiel mit 2:0“. Mehr Blamage ging zu diesem Zeitpunkt nicht, irgendwie war gerade alles wie am Ende.

Eine epische Wende im Mitteldrittel
Es sprach gar nicht viel für den ZSC, ja eigentlich wohl gar nix. Der Z hatte es verspielt, oder doch nicht? Ein leichter Hoffnungsschimmer gab es in der 43. Minute Cunti traf, eigentlich aus dem Nichts, und brachte die Hoffnung zurück. Doch der Z konnte seine Pace nicht halten, da der Schiedsrichter doch etwas kurios pfiff. Dennoch, beim Z ging ein Ruck durch die Mannschaft, sie hatten scheinbar begriffen um was es geht. Doch der Schiedsrichter war stets bemüht, dem Z ein Bein zu stellen, zwei Minuten vor Ende, es war die dritte Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis. Es schien alles verloren, doch es war eben noch nicht so, weil es Playoff ist. Flüeler ging vom Eis und Keller löste Orgasmen aus, ja es war eine totale Eskalation im Zürcher Sektor. Alle lagen sich in den Armen und es war geschafft, ein Shorthander führte zum späten Ausgleich. Eine unfassbare Wende!

In der Verlängerung über sich herausgewachsen
Auch in der Verlängerung war der EHC Biel eigentlich die bessere Mannschaft, aber eigentlich ist eben ein Wort, dass für gar nichts ist. Und so kam es, wie es sich die Bieler gar nicht zu gedenken vermochten. Künzle haute die Scheibe in Baseball-Manier zum 3:2 rein! Es war riesig, ein Treffer in die totale Euphorie, mehr brauchte es gar nicht! Wir haben gewonnen und sind zurück in der Serie. Danke für alles!

YES! Geschafft…

ZSC – HC Lausanne 1:0 (0:0, 1:0, 0:0)

Mehr geht nicht; mehr Nervenkitzel und mehr Spannung, die Zürcher standen vor diesem siebten Spiel, gegen den eigentlich klaren Aussenseiter HC Lausanne, mehr denn je unterruck. Wenn sie nicht ein überraschendes und vorzeitiges Saisonende erleben wollten, dann musste heute ein Sieg her – vor heimischem Publikum müsste dies doch eigentlich machbar sein. Aber bisher hatte der ZSC von drei Heimspielen nur gerade eines gewonnen, dies nach dem die Zürcher von 25 Heimspiel in der Qualifikation deren 20 gewonnen hatten. Unterstützung gab es heute von Seger, der genesene Captain gab heute sein Comeback und sollte der Mannschaft zusätzlichen Schub verleihen.

Alles nach vorne, aber weiterhin ohne Tore
Diesen Schub bemerkten die Zuschauer bereits in den Startminuten, die Zürcher waren agiler und wie fast immer in dieser Serie vor Huet anzufinden. Doch Tore wollten aus dieser Druckphase kein Tor erzielen, sie wirkten trotz Überlegenheit leicht ängstlich. Was machte Lausanne? Die spielten ihren gewohnten Spielplan durch: hinten souverän und in der Offensive mit den wenigen Torchancen gefährlich. Aber so war es ja in diesen Playoffs bisher immer.

Dann endlich ein Schritt vorwärts
Ähnliches war im Mitteldrittel im Zürcher Hallenstadion auszumachen. Doch mit jeder Sekunde der Partie fiel der Druck des Z etwas ab, da halfen die Strafen gegen Lausanne und solch eine nutzte Bergeron in der 29. Minute aus. Er, der nach den letzten Spielen noch so kritisiert wurde, hämmerte einen Slapshot in den Winkel, bezwang Huet und löste einen riesen Jubel aus. Dieses Tor löste einen riesen Euphorie aus, im Team und auch auf den Rängen. Aber daraus konnte das Team von Crawford keinen Profit ziehen, was den Nervenpegel beim Zürcher Anhang wieder nach oben schnellen lies. Fuck, man müsste diese Partie doch unlängst entschieden haben müssen. Aber soviel vorweg, der Z und seine Fans machten es sich nicht einfach.

Knapp JA!
Es waren also noch 20 Minuten zu gehen, die Heimmannschaft hatte vieles, aber nicht alles im Griff. Trotz schweren Beinen beim Aufsteiger waren diese immer wieder in der Lage Nadelstiche zu setzen und den Puls des ZSC zu erhöhen.

Doch es reichte aus, am Schluss feierte die richtige Mannschaft. Seger, Baltisberger und Nilsson brachten diese Partie durch. Die knapp über 10000 Zuschauer sahen Playoffhockey des Z; knapp, hart und erfolgreich. Wir gehen feiern bis am Donnerstag!

Playoff jetzt!