Spielerbeurteilungen Teil 2: Monnet und Cunti

Während dem 2. Weihnachtsfeiertag möchten wir Thibaut Monnet und Luca Cunti in den Fokus rücken.  Für die Statistiken verwenden wir die Daten von eliteprospects.com. Natürlich könnt Ihr aber auch heute noch weiterhin im ersten Teil abstimmen.

Bisherige Beurteilungen:
25.12.2012 Blindenbacher und Geering

#7 Thibaut Monnet
Statistik:
Saison 12/13: 34 Spiele, 12 Tore, 15 Assists, 14 Strafminuten, -1 Bilanz
Total NLA: 580 Spiele, 181 Tore, 210 Assists, 443 Strafminuten, -11 Bilanz

Bewertung: gut – sehr gut

Begründung:
Die letzte Saison bei den Zürchern könnte auch Monnets beste Qualifikation werden. Aktuell trägt der in Martigny geborene Stürmer den Helm des eifrigsten Punktesammlers. Monnet scheint trotz vorzeitig verkündetem Abgang noch immer voller Tatendrang bei Zürich, eine Eigenschaft, welche sehr hoch zu werten ist. Die Qualitäten des Welschen liegen ganz klar im Bereich der Technik. Seine Flippässe sind vielleicht die besten der gesamten Liga. Emotionen gehörten dagegen noch nie zu seinem Spiel und diese fehlen ihm auch in diesem Jahr. Aber Monnet ist zweifelsohne eine Stütze und ein enorm wichtiger Bestandteil der Zürcher Mannschaft.

#12 Luca Cunti
Statistik:
Saison 12/13: 28 Spiele, 4 Tore, 11 Assists, 12 Strafminuten, +9 Bilanz
Total NLA: 75 Spiele, 16 Tore, 25 Assists, 34 Strafminuten, +16 Bilanz

Bewertung: gut

Begründung:
Im letzten Jahr von Bob Hartley entdeckt und auf Anhieb zum Stammspieler befördert worden. Luca Cunti ist ein grosses offensives Talent. Seine Puckkontrolle scheint beinahe grenzenlos zu sein. Wenn Cunti die Scheibe in die gegnerische Zone trägt, dann kann sich der ZSC fast immer dort festsetzen. Technisch zählt Cunti also bereits mit 23 Jahren zu den ganz Grossen. Dagegen erzielt er in der laufenden Saison kaum mehr Tore. Gerade einmal vier Tore konnte sich der Stürmer im aktuellen Wettbewerb gut schreiben lassen. Trotzdem zählt Luca Cunti zu den erfreulichen Entdeckungen der letzten beiden Jahre.

Ein Symphatieträger geht auf Abschiedstour

Trotz dem Derbysieg, welcher dem ZSC den dritten Vollerfolg aneinander bescherte, war der Abgang von Thibaut Monnet das Hauptthema. Der zurückhaltende und symphatische Stürmer, welcher am 2. Februar 1982 in Martigny geboren wurde, war gestern der Matchwinner und ist aktuell der beste Skorer in den Zürcher Reihen. Woher kommt Monnet und was sind seine Beweggründe für den Abgang nach sechs Jahren ZSC?

Der Werdegang des Thibaut Monnet
Seine ersten Schritte im professionellen Eishockeygeschäft machte Monnet im Jahre 1997 bei Martigny in der NLB. Schnell wurde er in den Kader der U-18 und U-20 Nationalmannschaft aufgenommen und zeigte auch dort bereits sein Können. Den Sprung in die NLA packte Monnet dann drei Jahre später, er war in La Chaux-de-Fonds unter Vertrag und schlug von Beginn an ein. 39 Spiele, 15 Tore und 8 Assists waren die eindrückliche Bilanz seiner ersten Saison in der obersten Spielklasse.

Damit wurden natürlich sofort andere Clubs auf den jungen Schweizer Stürmer aufmerksam. Gotteron machte das Rennen, aber nur für zwei Jahre, dann zog der Stürmer weiter ins Emmental. In Langnau konnte er sein Spiel noch einmal auf eine höhere Stufe entwickeln. Einem grossen Rückschritt in der Saison 2005/06 mit dem Wechsel nach Bern, folgte die Rückkehr nach Fribourg und dort zeigte er eine derart gute Saison, dass er in den Fokus vieler NLA Clubs geriet.

Thibaut Monnet beim ZSC
Mit der Saison 07/08 startete die Beziehung zwischen Monnet und dem ZSC. Es war eine, welche auf Anhieb funktionierte. Bereits in der ersten Saison konnte Monnet seinen ersten Titel feierte. Mit 4 Toren und 11 Assists in den Playoffs war Monnet ein wichtiger Bestandteil der Meistermannschaft. Es folgten weitere Erfolge für Monnet und den ZSC, welche gemeinsam die Champions Hockey League und den Victorias Cup gewannen. Monnet war jeweils immer ein ausschlaggebender Faktor für die Triumphe der Zürcher.

Aber es konnte nicht immer so weiter gehen. Drei Mal scheiterte er mit seinem Team bereits in den Viertelfinals der Playoffs und jedes Mal lag es eigentlich nicht an Monnet, denn der Stürmer zeigte jeweils eine konstante Leistung. Konnte aber die Mannschaft nicht aus dem Sumpf ziehen. Der Tiefpunkt folgte für Monnet in der Qualifikation der Saison 2011/12. Der neue Schleifer – Bob Hartley – war offensichtlich kein Fan von Thibaut und der doch eher feinfühlige Stürmer kam nicht auf Touren. Seine statistisch schlechteste NLA Saison seit dem Transfer zum SC Bern war die Folge davon. Doch als es plötzlich in die entscheidende Phase der Saison ging, da war er – wie auch seine meisten übrigen Mitspieler – auf der Höhe der Aufgabe. Monnet steuerte fünf Tore und acht Assists zum zweiten Meistertitel seiner Ära bei.

Ein Abgang mit dem Hintergrund seiner Zukunft
Eigentlich lief doch alles gut und Monnet ist aktuell auch wieder mit dem gelben Topscorer Helm auf dem Eis unterwegs. An der sportlichen Perspektive und den Leistungen lag es also nicht. Aber Monnet möchte mit dem erneuten Wechsel zum HC Fribourg-Gotteron einen Schritt in seine Zukunft tun. Monnet mag ein begnadeter Spieler sein und seine Flippässe sind wohl die besten, welche es in der NLA zu sehen gibt, aber mit der deutschen Sprache konnte er sich nie anfreunden. Noch heute bieten die Interviews mit ihm mehr Unterhaltung, als wirklich sachlichen Inhalt über das künftige oder vergangene Spiel.

Es ist also wohl weniger ein finanzieller oder sportlicher Entscheid. Viel mehr spielen Herkunft und Sprache bei seinen Überlegungen die entscheidende Rolle. Und trotzdem dürfte der Verlust von Monnet noch schmerzlich zu bemerken sein, denn ein Stürmer von seinem Format gibt es nicht an jeder Ecke zu haben.

Danke Thibaut für die Zeit in Zürich, für die zwei Meistertitel und hoffentlich noch für einen dritten! Merci Thibaut!

 

Die Meischternacht!!!

Meisterzigarre

Meisterzigarre

Als Steve McCarthy 2,5 Sekunden vor Schluss das entscheidende Tor schoss, explodierte die Gästekurve. Die Freude war grenzenlos, alle lagen sich in den Armen. Eine unvergessliche Meisternacht konnte beginnen. Die ersten Meisterzigarren wurden noch vor Spielende angezündet.

Mit dem Zürcher Partybus zum Bahnhof

Der Partybus Foto: Alain Schwald/zscblog.ch

Partybus zum Bahnhof Bern

Nach der ausgelassenen Feier im Zürcher Sektor ging es mit den Bussen zurück zum Berner Hauptbahnhof. Was für ein Partybus!!!!!! „Meischter Schwiiiizer Meischter“ halte es unaufhörlich durch den Bus. Meisterzigarren wanderten zahlreich durch den Bus. Der Ghettoblaster wurde bis an den Anschlag aufgedreht.

Zug nach Zürich – Die Ruhe vor dem Sturm
Im Zug nach Zürich herrschte eine gewisse Ruhe und Zufriedenheit, nur das zugeigene Mikrophon, welches von den Fans angezapft wurde, vermochte diese Ruhe zu durchbrechen. Die Suche nach Bier war das Problem, welches die Meisten beschäftigte. Bei einigen ging dies jedoch zu weit, so dass der SBB-Speisewagen nicht mehr zu gebrauchen war. In der Zwischenzeit wurden Zürichs Taxiunternehmen vorgewarnt: „Grüezi, min Name isch Hugetobler, mir bruched 100 Taxi am HB, mir sind 1000 Lüüüt, mir sind Meischter!!!!!“

Kurz nach 1 Uhr traf dann der Zug in Zürich ein. Der Run auf die wenigen Taxis, welche die Fans zur Messehalle 9 bringen sollten, konnte los gehen. Einige Fans hatten, in der Vorahnung einer Meisterfeier, in Schliessfächern des Hauptbahnhofs ein Bierlager angelegt, auf welches jetzt zurückgegriffen werden konnte.

Grandioser Empfang in der Messehalle 9

Seger beim Empfang in der Messehalle 9 Foto: Dominik Hew/zscblog.ch

Seger beim Empfang in der Messehalle 9

Die Fans aus Bern trafen nach und nach vor der Messehalle 9 ein. Um 1 Uhr 46 war es dann so weit, die Meistermannschaft traf ebenfalls in Zürich ein und wurde mit tosendem Applaus von etwa 2500 Fans empfangen. „We are the Champions“ wurde pflichtgemäss abgespielt und Pyros wurden angezündet. Der Jubel unter den Fans und Spieler kannte keine Grenzen. Ein Spieler nach dem andern wurde ans Mikrophon geholt und von den Fans frenetisch gefeiert. Nach einer halben Stunde kehrten die Spieler zu ihrem Bus zurück.

 

Jeff, der Pokal und das Polizeiauto

Bastl und der A.C.A.B Pokal

Bastl und der A.C.A.B Pokal

Nachdem die Spieler kurz einen Zwischenstopp im ZSC-Olymp einlegten, um ihre Sachen in der Garderobe zu verstauen, machten sich die Spieler nach und nach auf, sich in das Zürcher Nachtleben zu stürzen. Zwischenzeitlich wurde der Pokal mit dem Fankleber A.C.A.B verziert. Spieler und Fans machten sich auf den Weg für eine unvergessliche Nacht. Monnet und Bastl trugen den Pokal bei sich, bis ein Polizeiauto mit Jeff Tambelini an Board – nein, er wurde nicht verhaftet – neben ihnen stehen blieb. Der Pokal wurde eingeladen und die Polizisten drehten mit Jeff, Thibaut, Mark und dem Pokal eine Runde. Kurz vor der Cheyenne Bar, welche das Ziel der meisten Spieler und Fans war, wurden sie wieder „freigelassen“.

„Züri isch Meischter und Chlote isch Bankrott“

Jeff Tambelini im Cheyenne

Jeff Tambelini im Cheyenne

Das Cheyenne war bis zum Eingang gefüllt mit Spieler und Fans. Das Bier floss weiterhin in Strömen. Die Stimmung war ausgelassen. Es wurde gesungen und gejolt, was das Zeug hielt. Und plötzlich wurde ein neues Lied angestimmt: „Züri isch Meischter und Chlote isch Bankrott….“ Bis in den Morgengrauen hallte es immer wieder durch die Bar. Cyrill Bühler hatte grosse Freude daran, die Fans mit Bierduschen einzudecken. Und Severin Blindenbacher sorgte mit seinen Sprüchen auf „Berndüütsch“ für den einen oder anderen Lacher.

Der Pokal fährt Tram
Als es schon wieder hell wurde, kehrten die Fans und Spieler langsam nach Hause zurück, müde und erschöpft, aber überglücklich. Und Mathias Seger fuhr morgens um 8 Uhr samt Pokal mit dem 11er-Tram nach Hause…

Was für eh Nacht….was für eh Saison!!!! Danke Jungs!!!!!!!!!! Es hed super Spass gmacht!!!!!!

Und chömed all am 28. April a di offiziel Meischterfiiiiir und fiered nomal d’Mannschaft, sie heds verdient!!!!!!!!! Meh Infos folged nah.