Das Problem mit den immer kleineren Gästesektoren

 

... und der Gästesektor im Jahre 2013.
… und der Gästesektor im Jahre 2013.

Es sind leide Themen, jene ausserhalb des Eishockeystadions, dort wo Politik, übermässige wirtschaftliche Gedanken oder andere Dinge über dem eigentlichen Thema Eishockey steht. Präsentestes Beispiel ist das Konkordat, welches am 9. Juni vor das Zürcher Volk kommt. Es gibt aber noch einen zweiten Schauplatz, welcher in jeden Playoffs wieder zur Diskussion kommt. Es geht um die Grösse der Gästesektoren in den jeweiligen Stadien. Einige Teams der Liga haben die Verkleinerung des Gästesektores bereits durchgeführt, viele haben diese in Planung oder werden diese in den nächsten Jahren durchführen. Aber warum muss das sein und wo liegt die Schmerzgrenze? Wo muss die Fairness gegenüber den wirtschaftlichen Interessen der Clubs Vortritt haben?

Wirtschaftlicher Faktor als Ursache
Warum die Gästesektoren verkleinert werden, liegt auf der Hand. Während der Saison sind die Teilbereiche für den Gastclub, insbesondere bei weiten Distanzen, nur spärlich besetzt. Die anderen Teilbereiche der Stadien aber teilweise gut gefüllt, wenn sogar nicht ausverkauft. Vom wirtschaftlichen Aspekt also hat ein Heimclub nur selten das Interessen, den Gästefans Plätze zu reservieren. Es gibt übrigens auch keine Grundlage von seitens Verband, dass es eine Mindestgrösse für einen Sektor gibt. Die Clubs, welche das Kontingent für die Gäste verkleinern, sind also absolut im Recht.

Fribourg als negatives, der Rapperswil als positives Beispiel
Es gibt aber auch diesbezüglich gute und schlechte Beispiele. An oberster Stelle der negativen Rangliste liegt der letztjährige Qualifikationssieger HC Fribourg-Gotteron. Jämmerliche 250 Tickets, was 3.6% der Gesamtkapazität entspricht, werden den Gästefans zur Verfügung gestellt. Fribourg hat den Gästesektor bereits zweimal in den letzten Jahren verkleinert und ist jetzt an einer Grenze angelangt, die eigentlich nichts mehr mit Fairness zu tun hat. Unmittelbar danach kommt schon der boykottierte EV Zug mit 4.7% Anteil an Gästefans im Stadion. Der EV Zug und die Fribourg-Gotteron sind dann auch die negativen Beispiele der gesamten Liga.

Deutlich besser, ja am besten bezüglich Kapazität, sieht es in Rapperswil aus. 700 Gästefans lassen die St. Galler in ihr Stadion und dies entspricht einem Anteil von 11.7% der Gesamtkapazität. Gefolgt vom EHC Biel, welcher den Gästen 11.4% aller Karten zur Verfügung stellt. Ein stolzer Wert, betrachtet man das Mini-Kontingent in Fribourg. Zu denken sollte den beiden Teams (Zug und Fribourg) auch der Faktor geben, dass der drittletzte Platz an den HC Davos geht mit 7.1% an Gästeplätzen. Keine Zahlen haben wir von Lugano und Genf-Servette erhalten. Sie dürften aber eher im Bereich des HC Davos liegen, denn bei Fribourg und Zug.

Gibt es ein Mittel gegen diesen „Trend“?
Wir sprachen mit Peter Zahner über die vorliegende Problematik und der CEO der Zürcher wird dieses Thema an einer der nächsten Delegiertenversammlungen der Clubs aufgreifen. Ein schriftlich festgehaltenes Minimum wird kaum durchsetzbar sein, aber ein kleiner Schritt gegen diesen Trend könnte die Diskussion im entsprechendem Gremium durchaus sein. Es ist ja im Sinne fast aller, vielleicht wirtschaftlich nicht immer die beste Lösung, aber im Endeffekt geht es doch noch immer um Sport und da müssen gewisse wirtschaftlichen Interessen doch auch einmal in den Hintergrund rücken!

Stadionbewertung: Ambri und Lugano

Zum Abschluss noch einige Infos der beiden Tessiner NLA-Stadien mit jeweils zwei Umfragen. Uns interessiert auch Eure Meinung – Ihr habt die Möglichkeit einen Kommentar zu verfassen.

Valascia, Ambri-Piotta
Das Stadion befindet sich in der Gemeinde Quinto, welche sich wenige Kilometer vom Gotthard entfernt befindet. In der Valascia ist die eine Seite des Stadiondaches offen und im Winter misst man auch tiefe Minustemperaturen.
Kapazität des Stadion: 7’000
Grösse des Gästesektor: 500 Stehplätze

 

Resega, Lugano
Die Halle in Lugano liegt ca. 50 Autominuten vom Gotthardtunnel entfernt. Die Resega besuchen die Gästefans entweder mit dem Auto oder dem Fancar.
Kapazität des Stadion: 7’800
Grösse des Gästesektor: unbekannt

Stadionbewertung: Genf und Fribourg

Die vorletzten beiden Stadien schauen wir in der Westschweiz an. Beide Vereine haben momentan dank dem sportlichen Erfolg immer ein gut besuchtes Stadion.

Les Vernets, Genf
Die Halle in Genf ist zwar weit weg von Zürich, kann jedoch ohne Probleme mit dem öffentlichen Verkehr bereist werden. Der letzte Zug nach Zürich fährt kurz vor 23 Uhr. Die Stehplatzkurve ist nicht so steil wie in anderen Schweizer Stadien.
Kapazität des Stadion: 7’200
Grösse des Gästesektor: unbekannt

 

BCF-Arena, Fribourg
Die Arena in Freiburg ist oft ausverkauft und die Tickets für den Gästesektor sollten frühzeitig gekauft werden. Im inneren des Stadions sind für die Gästefans keine sanitären Anlagen vorhanden. Neben der Raucherzone wurden Toi Toi WC aufgestellt.
Kapazität des Stadion: 6’800
Grösse des Gästesektor: ca. 300 Stehplätze

Stadionbewertung: Biel und Davos

Mit Biel und Davos stehen zwei völlig unterschiedliche Stadien nebeneinander. Sollte die Arena in Biel neugebaut werden, so steht in Davos optisch, das wohl schönste Eisstadion der Schweiz.

Eisstadion, Biel
Das Eisstadion in Biel wurde im Jahre 1973 offiziell eingeweiht und ist seither die Heimstätte des EHC Biel. Den Sicherheits- und Infrastrukturanforderungen mag das Stadion nicht mehr mithalten. So ist die Stadt Biel als Eigentümer gezwungen in der Zukunft ein neues Stadion zu bauen. Die Stimmbürger haben bereits im Jahre 2007 über einen Neubau von Sportstadien zugestimmt und so sollen in der nahen Zukunft drei neue Sportarenen für Hockey, Fussball und Curling entstehen.
Kapazität des Stadion: 7’000
Grösse des Gästesektor: 800 Stehplätze

 

Vaillant Arena, Davos
2005 wurde die Nordtribüne des Stadions mit einem Restaurant und VIP-Bereichen neu gebaut. In Davos sind die Heimspiele des HCD unter der Woche oft nicht sehr gut besucht. Eine Anreise ins Bündnerland lohnt sich mit dem Auto oder Car. Nach dem Match gibt es leider keinen Zug zurück nach Zürich.
Kapazität des Stadion: 7’080
Grösse des Gästesektor: 500 Stehplätze

Stadionbewertung: Bern und Langnau

Die Reise führt weiter nach Bern und ins Emmental. Für beide Auswärtsreisen wird normalerweise eine Carfahrt organisiert. Mit dem Zug ist auch die Rückreise nach Zürich unter der Woche kein Problem.

PostFinance Arena, Bern
Die Heimstätte des SC Bern ist das grösste Hockeystadion der Schweiz und zählt auch zu den grössten in Europa. Speziell ist die Stehplatzrampe mit einer Kapazität von über 10’000 Plätzen. In einem Eishockeystadion ist dies weltweit nirgends zu finden. Für die Eishockey-WM 2009 in der Schweiz wurde die Arena renoviert.
Kapazität des Stadion: 17’131
Grösse des Gästesektor: 1’500 Stehplätze

 

Ilfishalle, Langnau
Das Stadion Ilfis, welches nach dem Fluss benannt ist, wurde auf die aktuelle Saison 2012/13 umfassend renoviert. Sportlich sind die Langnauer momentan weniger erfolgreich, doch das Stadion ist oft gut besucht.
Kapazität des Stadion: 6’050
Grösse des Gästesektor: 500 Stehplätze