Eine verdammt bittere Niederlage

ZSC – HC Davos 2:3 (0:0, 0:2, 2:0, 0:1) n.P.

Sie schmerzte noch lange, die 5:2 Niederlage vom Samstag, insbesondere weil sie doch klar war und der ZSC ab dem zweiten Teil des Mitteldrittels kaum mehr Chance auf eine Wende hatte. Im Playoff ist vieles im Konjunktiv, so auch heute. Sollte der ZSC die Niederlage richtig verarbeitet haben, die richtige Taktik wieder gefunden haben und heute ein Sieg landen, dann wären sie dem grossen Ziel einen wichtigen Schritt näher. Dass das Potenzial zweifellos vorhanden ist, zeigten sie ja zum Auftakt nur zu gut. Trotz der Niederlage verzichtete Crawford auf grössere Änderungen beim Team, er wollte diesem Team die Chance zur Revanche geben gegen den HC Davos.

Ein gehässiger Start
Wie wichtig dieses Spiel war, sah man ab den ersten Szenen. Beide Teams fuhren fast jeden Check zu Ende und phasenweise am Limit ihrer Möglichkeiten. Über seinem Limit lief Wiegand, der Schiedsrichter, der bereits den Cup-Halbfinal Bern – ZSC verpfiffen hatte, war auch heute nicht Herr der Sache. Davos wurde hier für einmal wieder bevorteilt, obwohl diese oftmals unfair und über der erlaubten Grenze spielten. Dennoch war der ZSC die bessere Mannschaft, aber selbst nach einem Lattenknaller von Künzle blieb es beim 0:0. Stark spielte Genoni, der viele Pucks hielt, aber es war auch zu viel Ungenauigkeit im Zürcher Spiel.

Im zweiten Drittel verstärkte sich dann die Tendenz aus dem ersten Drittel noch. Beim ZSC verzwiflete man zusehends. Wieganflg und Co. waren mehr mit Ambühl und del Curto am diskutieren, dies gab dem HCD zusätzliche Verschnaufpause. Nunja, wie gesagt, am Ende muss man die Tore selber schiessen. Dies taten nur die Davoser in diesem Drittel, Ambühl lief durch und dabei sahen Tallinder und zwei weitere Zürcher uralt aus. Doch es war noch nicht das Ende der Fanenstange. Nach einem klaren Hacken gegen den ZSC gab es keine Strafe und keine Minute später fand sich der Z mit einem 0:2 Rückstand wieder. Die Pause wurde dann noch erzittert und erhofft, nur kein weiterer Gegentreffer. Der Wunsch wurde erhört. Keine weiteren Tore für Davos.

Die Wende im letzten Drittel
Was durfte man noch erwarten vom letzten Drittel? Gab es noch eine Rückkehr? Ja sie kam und eigentlich aus dem Nichts und zwar in der 46. und 48. Minute. Zuerst war es Shannon, der dort stand wo er muss. Direkt vor dem Tor nahm er den Abpraller von Genoni ab und haute ihn in die Maschen. Dies löste beim ZSC neue Hoffnung aus und zwei Minuten später war es Geering, der den Puck in die Maschen beförderte. Davos nun angezählt, aber trotzdem fielen sie nicht. Alle Chancen halfen dem Team von Crawford nichts, es musste eine Verlängerung her. In dieser wurde dann ersichtlich, wie viel mehr Power im ZSC war. Davos war angeschlagen, das Spiel war fast ausschliesslich vor Genoni postiert. Dennoch, auch dieses Drittel ging torlos aus und so musste das Penaltyschiessen entscheiden.

Zu dem gibts dann nichts mehr zu sagen, der ZSC verliert ein Spiel, dass er eigentlich nie verlieren dürfte. Derart Dominant zu sein, aber dennoch zu verlieren, ist irgendwie schwierig zu verarbeiten. Ich jedenfalls brauche meine Zeit, zum Glück gibt es nun drei Tage Pause: Zeit die Gedanken zu ordnen, Zeit das Spiel zu verarbeiten und Zeit sie neu zu fokussieren.

Nur ein Sieg, aber ein starkes Zeichen

ZSC – HC Davos 3:0 (0:0, 2:0, 1:0)

Es kann losgehen, die Finalserie zwischen dem HCD und dem ZSC liegt bereit. Maximal über sieben Spiele wird der neue Schweizer Eishockeymeister erkoren und es dürfte eine schnelle, rasante und emotionale Angelegenheit werden. Beim Z kehrte heute Baltisberger zurück in die Mannschaft, er hatte beim letzten Halbfinalspiel gefehlt. Bei Davos musste man insbesondere auf Paulsson und Axelsson Acht geben.

Ein rasanter Start
Viele erwarteten ein Abtasten zu Beginn dieser Serie, zwei, drei Minuten war dies dann auch so, doch danach schlugen beide Teams ein unfassbares Tempo an. Davos ging beinahe noch etwas mehr und dennoch war es der ZSC, der die ersten guten Chancen hatte. Egal ob Malgin oder Wick, sie alle waren dem HCD gegenüber spielerisch im Vorteil. Auch physisch wirkte der ZSC frischer und teilte einige Checks mehr aus als sein Gegner. So war es dann unter dem Strich ein verdientes Resultat, dieses 0:0 zur ersten Pause.

Auch im zweiten Drittel sah es dann ähnlich aus, die Zürcher drückten und der HCD versuchte mit Tempo dagegen zu halten. Doch je länger dieses Drittel seinen Lauf nahm, desto klarer wurden die Verhältnisse. Ein Geniestreich von Nilsson dann ermöglichte das 1:0, gespielt waren 27. Minuten. Der Schwede erhielt den Puck im Slot, wurde bedrängt, spielte aber nicht hastig ab, sondern wartete und fand Shannon, der hatte dann die Ruhe um aus kürszester Distanz zu treffen. Del Curto nahm umgehend sein Time-Out, welches aber ohne Konsequenzen blieb, der Z drückte sogleich weiter aufs Gas und das 2:0 lag in der Luft. Es war beeindruckend, wie der Z den HCD an die Wand spielte. Doch nach dieser Druckphase rappelte sich Davos auf, das Spiel wurde chaotisch. Der HCD profitierte davon, doch er machte nichts aus seinen Chancen, zu solid standen Smith und Co in diesem Drittel. Im Gegenteil, der Z machte eine Minute vor dem Drittelsende das 2:0. Trachsler flippte vor das Tor, nach dem Davos in den Angriff umschalten wollte, und Schäppi brachte die Scheibe volley ins Tor. Das Hallenstadion noch etwas mehr da, nach dem es bereits den ganzen Abend gut mitmachte. Es brauchte also noch ein Drittel um den ersten Punkt einzufahren.

Keine Schwäche im letzten Drittel
Der letzte Abschnitt bot dann keine Gefahr mehr, der HCD am heutigen Abend der Klasse des ZSC nicht gewachsen. Entsprechend gut war die Stimmung in der Halle, ein erstes Mal war die Stimmung playoffwürdig. Es wurden sogar die alten Lieder aus der Kiste geholt und gerade als es durch die Kurve hallte „ein Hund kam in den Keller…“, da lief Keller durch, überlief den Verteidiger und traf zum 3:0. Die Sache war nun gegessen und selbst eine drei gegen fünf Situation half dem HCD wenig, der Z zu souverän. Am Ende waren die Zürcher Spieler bemüht, den Erfolg zu schmälern und die Tatsache, dass es nur 1:0 steht in dieser Serie. Aber auch sie wissen, dass dies ein ziemlich beeindruckender Sieg war.

Die Sensation blieb aus, der Z weiter

ZSC – EHC Biel 5:2 (2:1, 2:0, 1:1)

Die Serie zwischen dem EHC Biel und dem ZSC begann mit einem Paukenschlag, dem 5:0 der Seeländer und der Hollywood-Geschichte rund um die zwei Trainer. Nun sechs Spiele später, nimmt sie ein ähnlich dramatisches Ende, sie wird in der Belle entschieden und es steht nichts anderes als die grösste Eishockey-Sensation der Neuzeit auf dem Eis. Vielleicht wäre ein Sieg der Bieler, mit dem Jahre 1992 zu vergleichen zu gewesen; als der heutige Favorit, den damaligen Favoriten, das Grande-Lugano, eliminierte. Soweit war es aber noch nicht, zuerst lagen noch 60. Minuten vor den beiden Mannschaften – mit prominenter Rückkehr beim ZSC. Mathias Seger streifte sich wieder einmal das Eishockeydress und nicht den Anzug über. Für den Z, selbst wenn der Captain noch nicht bei 100% ist, ein wichtiges Zeichen. Die Nervosität war unaushaltbar, von Minute zu Minute wurde es schlimmer, es war also Zeit, dass die Geschichte endlich geschrieben werden konnte.

Wick und Künzle mit je einem genialen Drittel
Ob es an Segers Rückkehr lag, an der Tatsache des siebten Spiel oder an unserer Kolumne spielt gar keine Rolle, jedenfalls wirkte der Z von Beginn an hellwach und überfuhr die Bieler regelrecht, in den ersten Minuten. Dann nach sieben Minuten wiederspiegelte sich dies auch in Toren, Geering lief einen Konter, passte zu Bärtschi und dieser fand mit seinem Ablenker die Lücke bei Rytz. Der Treffer setzte neue Energien frei, weiterhin gab es fast nur eine Richtung, die es in dieser Partie zu bestaunen gab. Das Heimteam in der Offensive, Biel wehrte sich nach Kräften konnte den zweiten Treffer aber nur bis zur 15. Minute verhindern. Bergeron hatte den scharfen Pass im Powerplay gespielt und Wick hatte den Stock dort, wo ihn ein Stürmer haben muss. Tor, die Halle eskalierte kurzzeitig. Doch das der EHC Biel vielleicht angenockt, aber sicherlich noch nicht am Ende war, zeigte sich in der 19. Minute, da konnte Biel verkürzen.

Es war aber nicht mehr als ein erneuter Weckruf für das Team von Crawford. Es spielte auch im zweiten Drittel fast nur ein Team. Dennoch dauerte es neun Minuten, ehe sich Künzle durchtankte und seine wunderbare Einzelaktion auch noch abschloss. Das 3:1 gab wieder Ruhe und Vertrauen in die Mannschaft und der EHCB nun wahrlich im roten Bereich, selten waren die Angriffe der Bieler geworden, da erstaunte es wenig, dass sich Trachsler nach 31. Minuten auch noch in die Torschützenliste eintragen durfte. Zuvor hatte sich Künzle hinter dem Tor klasse durchgesetzt und auch noch den perfekten Pass angebracht. Was Wick im ersten Drittel war, zeigte die Nummer 73 im zweiten Abschnitt. Das 4:1 zur Pause beruhigte, aber es war natürlich noch nicht durch, diese Serie.

Biel nur noch mit einem kleinen Aufstand
Im letzten Drittel dann versuchte Biel nochmal viel, aber es klappte halt wenig, der Kräfteverschleiss war den Seeländern anzumerken. Das 4:2 in der 48. Minute war nur noch Resultatkosmetik, es änderte wenig am Sieg. Der erlösende Schuss ins leere Tor von Shannon folgte dann aber erst in der 60. Minute. Somit geht es am Dienstag weiter im Halbfinal, zum Glück!

Eine unfassbare Wende in letzter Sekunde geschafft

Zugegeben, als nach 40. Minuten die zweite Pause anstand, der ZSC 0:2 im Rückstand war und alle für Biel sprach, glaubten nicht mehr viele an eine Wende. Eine Mischung aus Hoffnung, Resignation und Ungläubigkeit war im Zürcher Fansektor auszumachen. Sollte es dies wirklich schon sein? Sollte der ZSC tatsächlich 1:3 in dieser Serie in den Rückstand geraten und am Dienstag schon ein Spiel der letzten Chance anstehen? Solche und andere Gedanken gingen wohl den meisten, au wenn sie dies kaum zugeben mochten, durch den Kopf. Rund 300 Fans waren über den Verlauf des Spiels enttäuscht.

Eine Taktikänderung bringt die Wende
Es war nicht das Resultat alleine, es war viel mehr die Art und Weise, wie sich der ZSC vorführen lies vom EHC Biel – wohlgemerkt vom achtplatzierten der Qualifikation. Marc Crawford dürfte mit seinem Latein schon fast am Ende gewesen sein, als er sich entschied, das Forechecking zu forcieren. Eine, wie sich später herausstellen sollte, clevere und absolut richtige Entscheidung. Neu also mit zwei Spielern attackierten die Zürcher den Spielaufbau des EHC Biel und die Seeländer liessen sich durch diese Massnahme aus der Ruhe bringen. Dem 2:1 von Cunti in der 43. Minute aber folgte viel zu lange keine weitere gute Aktion der Zürcher mehr, im Gegenteil sie behinderten sich selber und nahmen gleich drei Mal eine Strafe für zu viele Spieler auf dem Eis. Eine Tatsache, die keinen Trainer erfreuen dürfte.

Als dann die dritte solche Strafe gegen den ZSC ausgesprochen wurde, beim Stand von 2:1 und zwei Minuten vor Ende, musste man schon ein grosser Optimist sein um noch an einen Sieg zu glauben. Die Mannschaft tat es und als Flüeler das Tor verliess, stürmten die vier Zürcher noch einmal nach vorne, Roman Wick schoss, Rytz lies abprallen und Keller stand dort, wo er zu stehen hat und schoss ein. Es war jener Keller, der letztes Jahr so für seine Playoffqualitäten gelobt wurde und dieses Jahr noch so gar nicht auf Touren kam. Dass er es ausgerechnet war, der den so wichtigen Treffer erzielte, war mehr als verdient, es war der erste Punkt des 31-jährigen Stürmers in dieser Serie.

Der grosse Auftritt von Künzle
Trotzdem war mit diesem Erreichen der Verlängerung natürlich noch nichts geschafft, im Gegenteil, hätte der ZSC in der Verlängerung verloren, der Mentale Knick wäre noch grösser gewesen, als wenn er nach 60. Minuten untergegangen wäre. Biel wirkte auch in dieser Verlängerung gewillter etwas mehr aufzumachen und etwas zu riskieren, dass aber in den ersten zehn Minuten nur gerade sechs Torschüsse abgegeben wurde, zeigt wie fest die Defensive im Vordergrund stand.
Einer dieser sechs Schüsse war es dann auch, der die Entscheidung herbeibrachte. Künzle lief durch die Verteidigung durch, schloss ab, Simon Rytz liess den Schuss nach vorne abprallen. Es war dann wieder Künzle der dort stand und im Stile eines Baseball-Champs die Hartgummischeibe im Netz versenkte. Die Fans und Spieler eskalierten, feierten sich und die ganze Welt!
Doch ganz vorbei war es noch nicht, die Bieler setzten sich provokativ wieder auf die Bank, während der ZSC bereits auf der blauen Linie bereit stand. Warum? Das Schiedsrichter-Quartett wollte sich das Video noch einmal anschauen, aber egal wie oft sie das Video ansahen, der Stock war deutlich unter der Querlatte und somit galt das Tor.

Der Serieausgleich ist von nicht beschreibbarer Bedeutung, ein 3:1 wäre dann wohl eine Niederlage zu viel gewesen, dagegen haben die Zürcher jetzt die Chance, diese Serie mit Würde und Anstand zu gewinnen. Keller und Künzle haben dem ZSC diese Chance ermöglicht, es liegt jetzt an allen, diese zu packen!

Schäppis Hattrick führte zum Sieg

ZSC – Rapperswil-Jona 4:2 (1:1, 2:0, 1:1)

Ja, bei den Rapperswil-Jona Lakers hat die Vorbereitungszeit auf die Auf- und Abstiegsrunde unlängst begonnen. Nur 31 Punkte aus 41 Spielen ist schlicht unterirdisch und verdient es beinahe nicht, in dieser Liga zu spielen. Es sind harte Worte, aber bereits letzte Saison erspielte sich Rapperswil nur gerade 39 Punkten während der Qualifikation. Elf Punkte weniger als der Tabellennachbar der EHC Biel. Auch heuer sind es schon wieder 13 Punkte Rückstand auf den EHC Kloten – gut möglich, dass es am Ende noch etwas mehr sein werden. Ein Charaktertest für den ZSC würde es aber dennoch werden, denn das Team von Crawford ist bekannt dafür, dass die Mannschaft phasenweise in solchen Spielen zu passiv agiert. Beim ZSC heute Niklas Schlegl im Tor, der Boltshauser ersetzte. Dafür war Roger Karrer, der 17-jährige Verteidiger, wieder einmal mit an Board.

Der verhaltene Start von beiden Teams
Wenn man gegen Rapperswil spielt, dann muss man keinen hochstehenden Match erwarten, dies war von Beginn an klar und das heutige Spiel bestätigte dies von Beginn an. Der ZSC versuchte, die St. Galler versuchten alles um einen frühen Gegentreffer zu verhindern. Bis zur 11. Minute funktionierte dies auch, dann aber war es Schäppi der zum 1:0 traf – bedient wurde er dabei von Fritsche. Das Hallenstadion, welches logischerweise schlecht besucht war, stand zum ersten Mal halbwegs. Doch statt einen Treffer nachzulegen, machte Rapperswil den Ausgleichstreffer klar. Der Treffer kam zwar aus dem Nichts, abe er war nicht unverdient. So stand nach 17. Minuten das Drittelsendresultat fest – 1:1.

Die bessere Mannschaft im Mitteldrittel
Im Mittelabschnitt ging es dann schnell, nach nur einer Minute zwickte Wick die Scheibe in die hohe Ecke. Es war der verdiente Lohn für den ZSC. Und es ging gleich weiter auf das Tor von Wolf. Zwei Minuten später war es erneut Schäppi, der jubeln durfte. Ein wunderschöner Handgelenkschuss führte zum 3:1 und zu einem zumindest gemütlichen Vorsprung. Es hätten auch noch mehr Tore folgen können, aber es blieb nach 40. Minuten bei diesem 3:1 für den ZSC. Viel brauchte es nicht mehr im Schlussabschnitt, aber ein Nachlassen könnte dennoch bestraft werden.

Schäppis Hattrick zum Ende
Tauchen wir ein ins letzte Drittel und da wollte der Z gleich die Entscheidung herbeiführen. Doch alle guten Chancen vergab der Z sogleich, die beste davon hatte Baltisberger, doch er scheiterte wie einige andere Z Spieler an Wolf oder an der eigenen Unfähigkeit. So kam es, wie es kommen musste; in der 47. Minute war es Rapperswil, die den Anschlusstreffer erzielten. Nun neutralisierten sich die beiden Teams, bis zum Hattrick von Schäppi. Er erzielte seinen dritten Treffer ins leere Tor und sicherte dem ZSC damit den Sieg.

Bereits morgen geht es weiter in Davos. Auf jetzt, alle nach Daffos!

Ein blindes Huhn findet auch einmal ein Korn!

Das sechste und somit letzte Derby in dieser Qualifikation stand heute auf dem Programm. Der Meister aus Zürich kehrte also wieder einmal an die Spielstätte zurück, wo er im vergangenen Jahr den Titel feierte. Kloten konnte in dieser Saison gegen den Z bisher noch keine Punkte einfahren und verlor die letzten 11 Direktbegegnungen allesamt. Beim Gast aus Zürich wurde diese Woche noch die Vertragsverlängerung des Assistenzcaptain Ryan Shannon um zwei Jahre (bis 2017) bekannt.

Effizienter ZSC zeigt dem Heimteam den Meister
Kloten startete etwas besser in dieses Derby, waren sie doch sehr auf die Punkte angewiesen. Die Tabellenlage sieht momentan für den Kantonsrivalen nicht sehr gut aus. Boltshauser hütete heute das Zürcher Tor und erledigte seinen Job sehr gut. In der 5. Spielminute konnte Bergeron mit einem Distanzschuss die Führung der Gäste erzielen. Die mitgereisten Fans des ZSC konnten bereits sehr früh jubeln. Nach dem Gegentreffer versuchten die „Tiefflieger“ zu reagieren, kamen aber weiterhin nicht am sehr starken Boltshauser vorbei. Knapp sechs Minuten nach dem Führungstreffer doppelte Baltisberger auf Pass von Siegenthaler zum 2:0 nach. Die Klotener Fankurve ab diesem Zeitpunkt sehr ruhig, hatte der ZSC diese Parte doch klar im Griff. Trachsler kassierte nach einer kleinen Prüglerei die erste Strafe doch Kloten konnte davon nicht profitieren. Die Kollegen vor Boltshauser schirmten das Tor gut ab und brachten den 2-Torevorsprung in die Pause.

Zürich hat alles im Griff
Der Meister startete besser in den zweiten Abschnitt und hatte zu Beginn eine kleine Druckphase. Schwendener im Tor des Heimteams wurde einige Male geprüft und konnte sich entsprechend auszeichnen.
Nach 25 Minuten konnte Nilsson von der Mittellinie alleine aufs Tor ziehen und brachte den ZSC mit seiner coolness mit 3:0 in Führung. Den 3-Torevorsprung konnte der Z aber nicht lange halten. Es vergingen nur etwa 15 Sekunden da erzielte auch Kloten den ersten Treffer. Das Spiel ab diesem Zeitpunkt sehr ausgelichen, der ZSC hatte aber etwas die gefährlicheren Chancen. Baltisberger, Shannon und Co scheiterten aber immer wieder an Schwendener.
Die Heimkurve wurde vom gut gefüllten Zürcher-Sektor übertönt, es war lediglich die dämliche Trommel zu hören.

Den Vorsprung verspielt
Den Vorsprung verwaltete der ZSC während dem ganzen Drittel gekonnt. Viele Torchancen hatten die Klotener nicht. Einzig im Powerplay waren sie gefährlich und konnten dann auch auf 2:3 verkürzen. Zu spielen waren noch 9 Minuten, meistens spielte sich das Geschehen aber vor dem Tor der Heimmannschaft ab. 36 Sekunden vor Schluss und ohne Torhüter konnte das Team von Simpson das Resultat zum 3:3 ausgleichen. Die Trommel in der Klotener Kurve feierte den Treffer wie ein Meistertitel. Für Kloten war es ja auch der erste Punkt gegen den ZSC seit sehr langer Zeit.
Die Teams konnten bis zur Sirene nichts mehr bewegen und so kam es zur ersten Verlängerung der beiden Mannschaften in dieser Saison.

Nicht einmal eine Minute…
Die Verlängerung dauerte nicht einmal eine Minute, da gelang dem Rivalen aus Kloten das Siegestor. Nach 11 Derbysiegen des ZSC in Serie gewann erstmals wieder der Gegner. Die Fankurve feierte den Sieg wie ein Meistertitel. Nur, so ein Titel ist momentan für dieses Team sehr weit entfernt.

Guet Nacht Züri!

Der elfte Derbysieg ist da!

ZSC – EHC Kloten 3:2 (1:0, 1:1, 1:1)

Das zweite Derby innert drei Tagen stand, zumindest für den EHC Kloten, klar unter dem Zeichen der Revanche. Nach dem der ZSC am Sonntag innert drei Minuten das Spiel gekehrt hatte, war Simpson gar nicht zufrieden und wollte verständlicherweise heute eine Reaktion seiner Mannschaft sehen. Beim ZSC wurde dagegen Mathias Seger, der am Sonntag seine 1000 Partie in der NLA bestritt, geehrt. Er ist der letzte Verbliebene, der die Jahrtausendwende mit den beiden Titeln miterlebt hatte. Für einmal hatte Crawford nur ein Gitter-Junior dabei, damit war seit langem wieder einmal quasi ein routiniertes Team am Werk.

Ein guter Start
Das Spiel musste, aufgrund der Ehrung von Segi, etwas später angepfiffen werden. Doch das Team von Crawford lies sich dadurch aber nicht beunruhigen, im Gegenteil; er startere von Beginn an druckvoll und wollte keine aufkommende Euphorie bei Kloten, durch ein oder zwei gute Aktionen, zulassen. So erstaunte es dann wenig, dass der Z bereits nach acht Minuten jubel konnte. Schäppi behauptete hinter dem Tor die Scheibe, passte zu Künzle und der haute die Scheibe an Müller vorbei. Dieser war sichtlich bemüht, seine Fehlleistungen von vergangenem Sonntag zu kompensieren. Es gelang ihm, zumindest teilweise, aber an der Zürcher Überlegenheit in diesem Drittel.

Starkes zweites Drittel
Es wurde ruppiger im zweiten Drittel, Kloten versuchte mit seinem Körperspiel den ZSC zu beeindrucken. Vorerst aber machte Schelling den Ausgleichstreffer, ein Schuss aus dem Nichts, von der blauen Linie fand den Weg an Boltshauser vorbei. Nun aber hagelte es Checks, einige hart an der Grenze, einige sogar deutlich darüber hinaus; die Schiedsrichter allergdings hielten es nicht für nötig, den einen oder anderen Klotener vom Eis zu stellen. Doch nach dem Kaltstart für den ZSC, folgte sogleich die Reaktion. In Person von Senteler, der nach 23. Minuten, also nur drei Minuten nach dem Ausgleich, schon wieder für die Führung besorgt war. Kloten von der Rolle, unfähig zu reagieren, ja, das Team von Simpson wirkte lethargisch – gar orientierungslos. Ganz im Gegenteil zum ZSC, da lief jeder für jeden. Fast ausnahmslos wurdem die Checks zu Ende gefahren. Das Interesse des Teams stand über jenem des Einzelnen. Bestes Beispiel war, als Malgin von einem Klotener unfair angegangen wurdem sofort reagierten Tallinder und Trachsler und nahmen den Klotener in die Mangel – so geht das!
Lange ging es für den EHC noch auf, doch in der 38. Minute bereitete Blindenbacher magistral vor und Bärtschi brauchte nur noch einzuschieben.

Erst zu spät eine Reaktion
Das letzte Drittel wäre dann eigentlich eine klare Sache. Kloten hatte 17. Minuten lang keine Chance, der Z dafür sogar zwei Treffer ans Aluminium. Dass es dann doch noch eng wurde, hatte mit dem Nachlassen der Zürcher zu tun. Müller verliess über zwei Minuten vor Ende des Spiels das Gehäuse, der Z hatte mehr als eine Chance, lies diese alle aber kläglich aus. Somit avancierte der zweite Klotener Treffer nur noch zum Warnschuss! Aber diese Spielereien zum Ende hätten auch noch zur Wende führen können. Zum Glück ist Kloten zurzeit nicht in der Verfassung solche Dinge zu nutzen.