Wenn sich drei gefunden haben…

Hockeytechnisch war es kein Leckerbissen, dieses Sonntagsnachmittagspiel im Zürcher Hallenstadion gestern. Im Gegenteil, die Gäste aus Langnau waren technisch und taktisch zu sehr eingeschränkt, als dass sie dem ZSC ernsthaft zur Gefahr hätten werden können. Einmal, nach dem Ausgleich zum 2:2 in der 23. Minute durch Clark, musste man sich für einen kurzen Moment Gedanken machen, doch diese waren spätestens nach dem 4:2 von Foucault in der 43. Minute weg. Das 6:3 ins leere Tor von Trachsler war dann noch der Schlusspunkt dieses Sonntags.

Mehr als der Sieg gaben aber einige Personalien zu diskutieren, so war es gestern der erste Punkt von Roman Wick in der laufenden Saison. Der 29-jährige tut sich schwer in die Saison zu kommen, mittlerweile ist es auch bei ihm das zehnte Spiel. Dass es seine Tore gar nicht braucht, dafür sorgen andere. Zum Beispiel Pius Suter, welcher gestern mit seinem herrlichen Backhand-Treffer den Torreigen eröffnet hat. Das 19-jährige Eigengewächs, welches für zwei Jahre in den Kanadischen Junioren-Ligen sein Glück suchte, steht damit in dieser Saison bereits bei vier Toren und fünf Assists. Aber auch seine Präsenz und sein Einsatzwille vermögen zu überzeugen.

Nilsson, Matthews und Herzog
Daneben überstrahlen aber Matthews, Nilsson und Herzog die Zürcher Mannschaft. Wenn dieses Trio das Eis betritt, dann werden wohl viele Torhüter schon etwas nervös. Hier Nilsson, mit seinen genialen Pässen, seiner Übersicht die wohl sonst kaum einer in der NLA hat, da Matthews, der zukünftige Super-Star der NHL, der zwar am Stock beim Dribbling beeindruckt, der aber bisher durch seine Kaltblütigkeit auffiel. Zum Schluss noch Herzog, der dritte Spieler im Bunde, trotz seiner Grösse und seiner physischen Präsenz ist er eben doch nicht nur da, um die Gegner zu checken. Auch er hat stocktechnisch einiges zu bieten. Zusammen waren die drei Stürmer an 18 Toren beteiligt – eine ziemlich beeindruckende Marke nach ebenso vielen Spielen.

Durchaus auch zum Erfolg beigetragen hat Niklas Schlegl, der die Chance des Ausfalls von Lukas Flüeler optimal nutzte. Mit einer Fangquote von knapp über 93% liegt er sogar noch vor Lukas Flüeler in der nationalen Rangliste. Nur Tobias Stephan kann in dieser Statistik eine bessere Quote aufweisen. Doch wie lange Schlegl noch beim ZSC bleibt ist unklar, gemäss der NZZ ist Davos daran interessiert, den 21-jährigen als Nachfolger von Leonardo Genoni aufzubauen. Bis Luks Flüeler zurückkehrt, wird aber Niklas Schlegl noch das Tor der Zürcher hüten.

Spielerbeurteilungen Teil 3: Nilsson, Cunti und Baltisberger

Nach Weihnachten ist vor Neujahr, die Serie der Spielerbeurteilungen geht weiter, diesmal starten wir mit den Stürmern: Robert Nilsson, Luca Cunti und Chris Baltisberger

#9 Robert Nilsson
Statistik:
Saison 13/14: 19 Spiele, 7 Tore, 16 Assists, 10 Strafminuten, +6 Bilanz
Total NLA: 30 Spiele, 9 Tore, 19 Assists, 14 Strafminuten, +10 Bilanz

Bewertung: gut-sehr gut

Begründung:
Bereits in der Vorbereitung, anlässlich der European Trophy, wurde die geniale Stocktechnik von Robert Nilsson sichtbar. Leider erlitt der Flügel während eines Trainings eine Hirnerschütterung und musste lange pausieren, sehr lange. Ja, man musste schon fast befürchten, dass Nilsson ein Fehleinkauf war. Doch spätestens seit dem ersten Spiel, in dem er durchspielte, am 24. Oktober gegen den HC Lugano, haben sich all diese Meinungen verflüchtigt. Der gebürtige Schwede, welcher über eine Doppellizenz verfügt und so keine Ausländerlizenz belastet, gehört technisch zum besten, was die Zürcher Fans in den letzten Jahren im Hallenstadion je gesehen haben. Seine Pässse genial, seine Übersicht traumhaft und in Kombination mit Wick und Cunti wohl der absolut stärkste Sturm der Liga.

#12 Luca Cunti
Statistik:
Saison 13/14: 32 Spiele, 14 Tore, 21 Assists, 52 Strafminuten, +12 Bilanz
Total NLA: 150 Spiele, 39 Tore, 65 Assists, 104 Strafminuten, +41 Bilanz

Bewertung: gut-sehr gut

Begründung:
Luca Cunti, die Genialität in Person zu Beginn dieser Saison. Egal was der 24-jährige in die Hand nahm es klappte, egal wo und wie er die Scheibe auf dem Eis erhielt, er machte fast immer etwas sinnvolles daraus. Cuntis dritte Saison in der NLA dürfte mit Abstand seine erfolgreichste werden, rein statistisch hat er seine beste Saison – mit 30 Skorerpunkten – bereits übertroffen. Mit Nilsson und Wick harmoniert der Center derart gut, dass die gegnerischen Mannschaften reihenweise überfordert sind.

#14 Chris Baltisberger
Statistik:
Saison 13/14: 36 Spiele, 1 Tore, 7 Assists, 14 Strafminuten, +1 Bilanz
Total NLA: 120 Spiele, 3 Tore, 13 Assists, 42 Strafminuten, +4 Bilanz

Bewertung: genügend

Begründung:
Mit der neuen Nummer 14, die er bereits zu Juniorenzeiten trug und die aufgrund des Abgangs von Jeff Tambellini frei wurde, wollte Chris Baltisberger noch einmal einen Schritt nach Vorne tätigen. Doch der 22-jährige Flügel hat nicht ganz die gewünschten Fortschritte auf dem Eis gezeigt, obwohl er mit seinem Engagement und Einsatz in der vierten Linie sehr wichtig ist für die Mannschaft. Seine Linie um Sven Senteler und Mike Künzle vermochte zwar mehr als einmal zu erfreuen, aber von Baltisberger müsste noch etwas mehr kommen. Es fehlt etwas der Druck vor dem Tor und manchmal auch der Mut einfach den Schuss anzusetzen.

Robert Nilsson zum Z

Wie der Z heute bekannt gab, stösst auf nächste Saison hin Robert Nilsson zum Team. Der Schwedische Stürmer, welcher über eine Schweizer Lizenz verfügt, unterschrieb beim ZSC bis zum Sommer 2016 – mit einer Ausstiegsklausel für die NHL.

Nilsson war zuletzt in der KHL bei Torpedo Nischni Nowgorod, wo sein Vertrag aber im November 2012 aufgelöst wurde. Zurzeit kuriert der Flügelstürmer eine Hirnerschütterung aus. Der 27-jährige Flügel wurde im 2003 durch die Islanders an 15 Position gedraftet. Insgesamt absolvierte er 252 Partie in der NHL und verbuchte dabei 118 Punkte.

Auch in der NLA hatte Nilsson bereits ein kurzes Gastspiel. In der Saison 2004/05 verweilte er für 7 Spiele bei Fribourg-Gotteron. Durch die etwas spezielle Situation, dass Nilsson aktuell über keinen Vertrag verfügt, ist ein frühzeitiges Eintreffen nicht auszuschliessen. Etwas Praxis würde ihm wohl kaum schaden, denn das letzte Spiel bestritt er vor etwa zwei Monaten.