Die Champions Hockey League im Rückblick

Ja, es hätte keine Meisterleistung gebraucht am gestrigen Abend um die Wiener nach 60 Minuten zu bezwingen, aber etwas mehr Konzentration und Konsequenz dann eben schon. Drei Mal durfte der ZSC vorlegen, drei Mal verpasste es das Team von Crawford nachzulegen und die Führung auszubauen. Als Fraser dann die erstmalige Führung für Wien zu Stande brachte, war es in der 57. Minute bereits zu spät für eine Reaktion und so dürfen sich die Össtereicher – die fünf Siege aus sechs Spielen erreichten – als das Überraschungsteam dieser CHL-Qualifikation feiern. Sie waren am Ende das clevere und physisch auch präsentere Team an diesem Dienstagabend. Was die Zürcher in der Liga vorbildlich durchführen, die gegnerischen Spieler von Lukas Flüeler wegzuhalten und ihm den Weg freizuschaufelnd, klappte gestern so gar nicht. Seger und Co. verpassten es drei Mal, die Sicht für Flüeler freizuhalten und damit sind bereits drei Tore von gestern Abend zu begründen.

Welchen Stellenwert hat die neue Champions Hockey Legaue?
Gross angekündigt und auch ordentlich vermarktet; so zeigte sich die Champions Hockey League vor dieser ersten Austragung. Natürlich ist diese noch lange nicht vorbei, für den ZSC aber schon und damit auch die Gelgenheit ein erstes Fazit zu ziehen. Die Mehrheit der Zuschauer sind vom neuen Produkt noch kaum überzogen, dies zeigte sich dann auch in den Heimspielen der Zürcher. „Der Chreis“ in Dübendorf war noch gut gefüllt, doch für das Hallenstadion reicht das Interesse bei weitem nicht.

Es wird sicherlich zwei bis drei Jahre benötigen, ehe die CHL Fuss fassen dürfte und auch International zu einem angesehenen Wettbewerb avanciert. Unter diesen Umständen und mit der Tatsache, dass die KHL nicht mitmacht, werden viele Clubverantwortliche dieses Format als bessere Vorbereitung sehen. Um über diesen Stellenwert zu kommen, braucht es zudem noch einige organisatorischen Fortschritte. Lange Pausen, wie diese gegen Färjestad BK der Fall waren, dürfen nicht akzeptiert werden und müssen zum Spielabbruch führen. Für viele eher ein Detail am Rande, für die Fans aber ungemein ärgerlich und mühsam, sind die Powerbreaks die es gefühlte fünf Mal pro Drittel gibt. Ein Unding aus der NHL, welches man schnellstmöglich abschaffenn sollte.

Zusammengefasst aber kann durchaus ein positives Feedback gegeben werden. Lustige Reisen, gutes Niveau und viel Körperkontakt für diese Jahreszeit waren die positiven Nebeneffekte der neuen CHL.

Der ZSC ohne Ausreisser nach Oben
Peter Zahner hatte im Vorfeld des CHL-Wettbewerbs die Wichtigkeit dieses Formats für den ZSC unterstrichen. Er lief dann auch immer in Bestbesetzung auf und zumindest von der Aufstellung her, gab es nie Fragen über die Glaubwürdigkeit dieser Aussage. Dennoch konnten einige Spieler, die in der Liga ansonsten ganz anders auftretten, nicht verbergen, dass nicht alle dieser CHL denselben Stellenwert zuweisen. Insbesondere in den beiden Spielen gegen Färjestad BK wurde dies ersichtlich, beides Mal verloren die Zürcher in der Verlängerung und damit im Endeeffekt auch die Chance über Platz zwei weiterzukommen.

Die zwei Pflichtsiege gegen Oslo stellten keine Überraschung dar, aber im Auswärtsspiel wäre der ZSC beinahe um seine drei Punkte gebracht worden. Im Heimspiel gegen Wien hatte man es ebenfalls verpasst drei Punkte abzustauben, da brachte auch der Siegestreffer von Baltisberger wenig. Am Ende hatte man genügend Chancen – trotz der Niederlage von gestern – um weiterzukommen, man verpasste es aber stets die letzte Konsequenz hinter die Aktionen zu bringen und scheidet so wohl durchaus verdient aus dieser CHL-Kampagne 2014/15 aus.

Ein Zittersieg für den ZSC

Vålerenga Oslo – ZSC 2:3 (0:1, 1:0, 1:2)

Im zweiten Spiel im Norden wartete Valerenga Oslo. Die Eisarena von Oslo hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen, sowieso scheint der Hockeysport in Norwegen deutlich im Schatten von anderen Wintersportarten zu stehen. Trotzdem war das Spiel – im Bezug auf das Weiterkommen in der CHL – durchaus von Bedeutung. Wien reiht Sieg an Sieg und Färjestad ist dem ZSC bezüglich dem zweiten Platz auf den Fersen. Die Norweger also ein Gegner, gegen den nicht nur aufgrund der Stärken beider Mannschaften ein Sieg Pflicht war. Bei den Norweger herrschte trotz der alten Halle mehr Eventstimmung.

Es war noch früh und noch nicht alle bereit
Bereits um 14:30 wurde das Spiel begonnen. Man bemerkte nicht nur auf den Tribünen, dass alle etwas Zeit brauchten um in Schwung zu kommen. Die Verteidigung der Zürcher war gelinde gesagt unorganisiert und dies machte sich in diversen Strafen bemerkbar. Mehrmals mussten sich Leimbacher und seine Vorderleute in Unterzahl wehren – vorerst noch erfolgreich. Bestes Beispiel war in der achten Minute ein Vorfall mit dem gebrochenen Stock von Cunti. Kein Spieler auf der Bank machte Anzeichen für ihn einzuspringen und auch der Betreuerstab brauchte mehrerr Sekunden, bis es endlich einen, bzw. gerade zwei Ersatzstöcke gab – was Cunti noch einmal verwirrte. Danach aber gab es eine Minute später sogleich auch noch das spielerische Highlight zu bestaunen. Für einmal agierte Zürich im Powerplay und dort bediente Shannon Nilsson traumhaft durch die gesamte Box und ermöglichte so das erste Tor. Es blieb dann aber der einzige Treffer und das Beste was dieses Drittel zu bieten hatte.

Nur wenig Besserung im Mitteldrittel
Ein ähnliches Bild gab dann auch der zweite Abschnitt her. Man versuchte krampfhaft die spielerische Linie zu suchen, blieb aber fast in allen Fällen erfolglos. Bis zur 25. Minute hätte dies ja noch ausgereicht, doch dann folgte auch noch der Ausgleich von Oslo. Von da an reagierte der ZSC dann etwas, er kam zumindest wieder zu einigen guten Chancen. Aber es fehlte praktisch an allen Ecken und Enden. Es hätte nicht einmal verwundert, wenn Oslo auch noch die erstmalige Führung geglückt wäre. Nach dem zweiten Drittel blieb nicht nur die Entscheidung über den Ausgang offen, sondern auch was mehr verärgerte: das nachlässige Spiel der Zürcher oder die Unfähigkeit von Oslo.

Entschädigung im letzten Drittel
Noch so ein Drittel hätte man dann nicht mehr ausgehalten. Der ZSC nach 47. Minuten mit dem ersten Schritt zur Besserung. Blindenbacher verschaffte sich durch ein Dribbling Raum und verwertete anschliessend allein vor dem Tor. Dieser Treffer verschaffte dem Team von Crawford Aufwind und zwei Minuten später lag die Scheibe wieder im Tor, wieder jubelte der ZSC – diesmal dank Cunti. Wiederum hatte sich Nilsson als Vorarbeiter profiliert. Weitere hochkarätige Chanchen für Baltisberger und Shannon (per Penalty) konnten nicht genutzt werden. Man hätte es entscheiden können, doch durch den Anschlusstreffer in der 51. Minute folgte eine hektische Schlussphase.

Zuerst wurde Seger für ein Foul auf die Strafbank gestellt. Der Norweger blieb liegen und als er nach einigen Augenblicken wieder aufstand, packte er sich Smith und drücke diesen nieder. Doch Smith setzte zum „Hosenlupf“ an und stürtzte seinen Gegner inklusive Schiedsrichter auf den Rücken. Auch ein Loch im Eis galt es dann noch zu flicken, scheinbar sind noch nicht alle Länder bereit für den Winter. Oslo versuchte es bereits fast drei Minuten vor Ende mit einem zusätzlichen Feldspieler. Aber Leimbacher und seine Vorderleute retteten den knappen Vorsprung über die Distanz.

So gab es dann also doch noch den wichtigen Sieg zu bejubeln. Mit den positiven Eindrücken geht es jetzt also zurück in die Schweiz. Allen eine gute Heimreise.

 

Der erste Sieg in der CHL gesichert

ZSC – Velerenga Oslo 4:1 (1:1, 1:0, 2:0)

Auch wenn das Wort Titelverteidigung nach fünf Jahren etwas weit hergeholt ist, so trifft es auf den ZSC für die neue Champions Hockey League zu. Damals wurde Metallurg Magnitogorsk gleich mit 5:0 im Exil in Rapperswil bezwungen – nur zu gern erinnern sich Fans und Spieler an diesen denkwürdigen Abend zurück. Erneut so viel Begeisterung rund um diesen Wettbewerb auszulösen, dürfte schwierig werden in dieser Ausgabe, aber er bietet vor dem Saisonstart bereits einige Ernstkämpfe und damit verbunden auch eine willkommene Abwechslung zu herkömmlichen Testspielen. Somit war auch klar, dass der ZSC mehrheitlich mit der ersten Garde des Kaders auflaufen würde – selbst Smith kam heute zum Einsatz.

Oslo mit wenigen Chancen und einem Tor
Wer der Chef auf dem Eisfeld war, wurde schnell ersichtlich. Der ZSC drückte – trotz harter Vorbereitung auf dieses Spiel – aufs Tempo. Das Oslo über ein eingeschränktes Potential verfügte, konnten die Norweger nur selten verbergen. Nach drei Minuten resultierte daraus das erste Tor des Abends. Baltisberger lenkte im Powerplay, nach einem Schuss von Blindenbacher, zum 1:0 ein. Sowieso war es die Nummer 14, die in den ersten Minuten am auffälligsten agierte. Trotz einem klaren Chancenplus kam das Team von Crawford zu keinem weiteren Tor in diesem Drittel. Sogar der Ausgleich fiel noch, Oslo „wurschtelte“ die Scheibe kurz vor dem Ende des ersten Drittels.

Weniger Vorteile, aber dennoch in Führung
Mit dem Ausgleich wurde auch das Spiel ausgeglichener, von Zürichs Überlegenheit war vorerst nichts zu sehen – ausser der erneuten Führung. Keller verwerte einen Abpraller, nachdem Nilsson einen Schuss abgelenkt hatte. Nun aber war es wieder eine ausgeglichene Sache, zwar ohne sehr gefährliche Chancen für Oslo, aber eben auch ohne weitere Z Tore. Dies obwohl Wick kurz vor Ende dieses Drittels zwei Chancen vergab.

Alles klar zum Ende
In der 45. Minute gab es dann das Highlight des Abends zu sehen. Fritsche verteidigte den Puck hinter dem Tor, passte diese blind zu Bastl und der verwertete zum 3:1. Nun war die Partie eigentlich durch, Oslo kam nicht mehr zu gefährlichen. Zangger machte in der 52. Minute noch den Schlusspunkt klar. Im Powerplay wurde er von Trachsler bedient.
Mehr zu notieren gab es nicht mehr und der erste Sieg in der CHL war fixiert.