ZSC tauscht Kamber gegen Kostovic von Lugano

Noch vor wenigen Tagen stand er für den ZSCblog.ch zur Verfügung für ein Interview und war sich noch nichts von einem Wechsel bewusst. Heute nun wurde Kambers Vertrag per sofort aufgelöst und durch Dario Kostovic ersetzt. Der 193 cm grosse und 93 kg schwere Flügelspieler erzielte für Lugano diese Saison in 21 Spielen kein Tor und assistierte nur ein Tor. Der  bald 30 Jährige Hühne stammte aus der Juniorenabteilung von Kloten und erreichte dort mit den Elite Junioren im Jahre 1999 den Schweizermeistertitel, was gleichzeitig sein grösster Erfolg bedeutete.

ZSC – Genf Servette 6:4 (2:2, 1:2, 3:0)

Wahre Champions werden in der Niederlage erkannt, diese Aussage wird im Spitzensport häufig verwendet. Dass McSorley wohl nie zu diesen Champions gehören wird, stellte er heute erneut eindrücklich unter Beweis. Mit solchen Aktionen schadet er allerdings mehr seinem eigenen Team denn seinen Gegnern.

Doch alles von Anfang an: Die Zürcher starteten gut in die Partie. Allerdings war auch von der ersten Sekunde an klar, dass diese Partie keine einfache würde. Die Gäste waren aggressiv und stocherten mehr als einmal an der Grenze des Erlaubten vor dem Zürcher Torhüter Lukas Flüeler. Diese Aktionen endeten immer wieder in kleineren oder grösseren Keilereien vor den Toren, was immer wieder zu Strafen auf beiden Seiten führte.

Bereits nach 88 Sekunden war es Toms, der die Gäste in Führung brachte.  Gerade einmal weitere 81 Sekunden brauchte der ZSC nun um zu reagieren. Gespielt waren noch keine drei Minuten. Mit Kolnik war es ein alter Bekannter, der in der 7. Minute zum 2:1 für Genf scoren konnte. Mit diesem Treffer hatten die Zürcher ihre liebe Mühe. Die Reaktion folgte „erst“ in der 16. Minute mit einem schönen Abschluss von Gardner im Powerplay.

Damit war das erste Drittel beendet und die erhitzten Gemüter konnten sich etwas abkühlen. Das Spiel flachte ab und die Emotionen gingen zumindest kurzfristig nicht mehr derart hoch. Derungs war es in der 29. Minute, der diese kurze Zwischenflaute für die Zuschauer beendete und die Partie zu alter Klasse erweckte. Auch hier waren nur weitere zwei Minuten gespielt, als den Zürchern der erneute Ausgleich durch Thibaut Monnet gelang. Aber Mercier konnte noch vor der zweiten Pause zum 4:3 einschieben und so den Zwischenstand für die ersten 40. Minuten besiegeln.

Irgendwie waren die Zürcher nicht in der Lage in den ersten Minuten des Schlussabschnittes deutliche Akzente zu setzen. Die Zeit verging und das Ergebnis blieb beim 4:3. Erst als sich Alston in der 48. Minute auf der linken Seite herrlich durchsetzen konnte, und zum 4:4 verwerten konnte, war wieder Stimmung im Stadion. Dann folgte eben jener Auftritt von McSorley in der 56. Minute, der das Spiel wohl zu Gunsten der Zürcher entschieden hatte. Ein umstrittener Treffer durch Thibaut Monnet, der sich in der Wiederholung als regulärer Treffer erkennen lässt, bringt McSorley vollends aus der Fassung. Immer wieder bringt er zu wenige oder die Spieler zu spät aufs Eis und proviziert damit Fans, Schiedsrichter und Spieler.

Das 6:4 ins leere Tor wenige Sekunden vor Schluss war dann wohl zu viel des Guten für den heissblütigen Trainer von Genf. Er forderte die Spieler auf, ohne Shakehands vom Feld zu gehen. Einige der Genfer Akteure blieben aber stehen und mussten vom Trainer persönlich in die Kabine begleitet werden. Die Definition von Teamgeist und Einheit sehen ganz klar anders aus. Der Name des heutigen Verlierers heisst nicht Genf sondern Chris McSorley.

Hallo Oliver Kamber: Wie beurteilst du das heutige Spiel? Es war von vielen Gehässigkeiten geprägt und sehr kampfbetont?

Es war von der ersten Sekunde an ein gehässiges Spiel und die Genfer haben oft nachgeschlagen.

Mit diesem Spielstil kannst du kein technisches Spiel aufziehen. War das mit auch ein Grund, dass ihr so mühe hattet bis zum letzten Drittel?

Ich weiss nicht ob das ein Grund war. Wir haben einige blöde Tore bekommen, zum Glück aber konnten wir immer wieder reagieren.

Genf Servette verliess das Spielfeld ohne Handshakes. War das ein Thema in der Garderobe? Könnte das euch auch passieren?

Naja das interessiert uns eigentlich nicht. Wir haben gewonnen, das ist das Wichtigste. Vielleicht war es wegen der Schweingegrippe, da kann ich so etwas verstehen (lacht). Aber ich weiss nicht, ob uns das auch passieren könnte.

Mc Sorley hat aber ordentlich eingeheizt während dem Spiel. Das lag hauptsächlich an ihm. Die Mannschaft verliess das Spielfeld nicht einmal geschlossen?

Das ist klar, dass er hier dahinter steckt. Allerdings sehen wir das nicht so tragisch. Die Mannschaft musste mitziehen, da kannst du nicht draussen bleiben als Spieler.

Zu deiner persönlichen Situation. Die Medien haben geschrieben, dass du nächste Saison nicht mehr hier beim ZSC spielst? Spielst du nächste Saison bei Genf Servette?

Aha, ja, das habe ich auch gelesen, doch von dem habe ich nichts gewusst. Dass ich aber bei Genf spielen werde ist eher unrealistisch (lacht).

Damit können wir diese Aussage als Medienente abstempeln?

Ja das können wir. Ich habe noch nichts vom Club gehört, weder dass ich hier bleibe, noch dass ich gehen muss. Allerdings würde ich gerne noch einige Saisons beim Z spielen.

Danke Oliver und vielleicht bis zum nächsten Mal. Viel Glück!

Rückblick auf das zweite Halbjahr 2008

Der Saisonauftakt

Furios war der Start der Zürcher in die Saison 1 nach dem Titel nicht gerade. Aus den ersten möglichen 12 Punkten erreichte der Z gerade einmal deren 5. Der unnötige Penaltysieg zum Auftakt war ebenso vermeidbar wie die Niederlage gegen Davos im vierten Meisterschaftsspiel. Im zweiten Spiel der Qualifikation zeigte Bern bereits wieder wie stark es sein könnte. Der SCB besiegte den Z mit 5:2. Die drei Siege in Serie gegen Fribourg, Davos und Ambri gaben dem Team aber das Vertrauen, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Nach einer knappen Niederlage gegen Lugano bezwangen die Zürcher in Serie: Rapperswil, Bern, Biel (zweimal) und Langnau, ehe der Z wieder verlor, diesmal war es eine schmerzliche 3:4-Niederlage gegen den Erzrivalen aus dem Kanton.

In dieser Startphase zeigten auch die neuen Spieler meist eine gute Leistung. Bereits voll integriert war Oliver Kamber, der einige sehenswerte Tore vorbereitete, sowie Lukas Flüeler der bereits in zwei, drei Einsätzen seine Klasse zeigen durfte. Noch nicht in Fahrt waren Jean-Guy Trudel und Cyrill Bühler. Natürlich standen da die üblichen „Verdächtigen“ im Programm: Sejna, Gardner, Sulander und wie sie alle heissen. Sie zeigten keinen „Meisterkater“ und brachten den Z so bereits früh Richtung Tabellenspitze.

Der kurze Durchhänger mit darauf folgender Siegesserie

Nach der Niederlage im Derby musste der Z gegen den Finalgegner eine eher unfaire Niederlage einstecken. Nach dem Ausfall des Headschiedsrichters manipulierte er an den beiden unerfahrenen Linienrichtern und diese liessen sich zu einigen unnötige Strafen gegen den Z drängen. Die Reaktion liess nicht lange auf sich warten. Zug, Fribourg und Ambri wurden in Serie bezwungen. Danach folgte das wohl schlechteste Spiel der Saison, die empfindliche 7:2 Niederlage im Tessin gegen Lugano. Fast im Alleingang demontierten Thoresen und Nummelin die Zürcher.

Doch auch das ging scheinbar spurlos am Team vorbei. Weitere Siege gegen Rapperswil, Langnau (n.P.), Biel (n.P.), Fribourg (n.V.) und vor allem gegen Kloten liessen diese Schmach spurlos vergessen. Es folgte die Revanche gegen Genf und weitere Siege gegen Ambri, Bern (zweimal), Kloten, Zug, Fribourg, Langnau und zum Schluss noch einmal Ambri.

Der zweite Platz ist dem Z damit zu Weihnachten beschert worden. Es steht zwar noch ein Spiel in Genf an, aber die Zürcher sind auf gutem Weg diesen Platz zu verteidigen.

Die Champions Hockey League

Ohne grosse Kredite und sicher ohne Vertrauen stieg man in das „Abenteuer“ CHL. Mit dem 7:2-Auswärtssieg in Linköping vermochten die Zürcher aber einen langanhaltenden Gongschlag zu setzen. In der Schweiz war dieser Erfolg zwar noch als Eintagsfliege abgetan worden, doch spätestens nach der knappen Niederlage im Penaltyschiessen gegen Prag wussten vor allem die Gegner wie Ernst der Z zu nehmen ist. Während dessen erging es dem anderen Schweizer Vertreter, dem SCB um einiges schlechter. Er verlor drei seiner vier Vorrunden-Spiele und schied damit aus.

Der Z dagegen reagierte und gewann auch das Heimspiel gegen Linköping. Damit konnte er aus eigener Kraft in die Halbfinals vorstossen. Es musste also zum Schlagerspiel kommen um den Einzug. Zwar war Prag um einiges stärker als der Z, aber die Zürcher verteidigten sich äusserst geschickt und wurden am Schluss mit einem 5:1-Sieg und dem Halbfinal-Einzug belohnt.

Nun steht der Halbfinal an und die Zürcher haben sich im Heimspiel in Rapperswil eine gute Voraussetzung für das Rückspiel erarbeitet und 6:3 gewonnen.