Der NHL-Lockout und seine Gefahren

Spezza, Nash, Thornton und wie sie alle heissen. Sie sind Leistungsträger in der bekanntesten und besten Eishockeyliga der Welt. Aufgrund von Differenzen zwischen Spielergewerkschaften und den Teams wird die Saison 2012/13 verspätet, oder gar nicht durchgeführt. Entsprechend suchen die Spieler aus der NHL einen Ort zum Verbleib bis zum Saisonstart oder sogar bis zur nächsten Spielzeit. Die Stars aus Übersee bringen der Liga und den Clubs zwar Ruhm und zeitlich begrenzt auch etwas mehr Zuschauer, aber sie bringen auch Gefahren mit sich.

Nur dann eine Verstärkung, wenn richtig eingesetzt
Wer es in der NHL zum Star geschafft hat, wie zum Beispiel Mark Streit, der hat neben einem gewissen Grundtalent Hockey zu spielen, auch einen grossen Durchhaltewillen. Beide Eigenschaften machen den Lockout Spieler auch in der Schweiz zu einem Kandidaten für eine Führungsrolle. Nicht jeder NHL Spieler ist aber dort eine Führungspersönlichkeit und somit auch in der Schweiz nicht zwingen dafür geeignet.

Jener Trainer welcher also im Lockout-Spieler die Lösung für seine Krise sucht, der wird sich meistens irren. Beste Beispiel hierfür sind der HC Ambri-Piotta und der HC Davos. Beide Teams verstärkten sich nach Bekanntgabe des Lockouts mit einem, bzw. zwei NHL Spielern. Beide kamen auch im Anschluss nicht in Form und belegen die Ränge 12 (Ambri-Piotta) und 10 (Davos). Ein weiteres Beispiel aus dieser Zunft ist der EV Zug. Mit Damien Brunner und Raphael Diaz haben die Innerschweizer zwei starke Schweizer Hockeypsieler verpflichtet. Die beiden liegen in der internen Skorerliste auf Rang 1 und 3 – der Erfolg aber bleibt mit Rang 9 dennoch aus.

Es gibt aber auch die positiven Beispiele, wie zum Beispiel bei Genf-Servette. Dort wird Yannick Weber, ähnlich wie in der NHL, in der Verteidigung eingesetzt und absolut nicht übermässig forciert. Natürlich ist Weber auch kein NHL Star und dennoch hat ihn Genf-Servette wohl genau am richtigen Ort eingesetzt. So das er zu einer Verstärkung wurde.

Alles auf die NHL Stars ausgerichtet
Zurück zum EV Zug, bei welchem noch ein weiteres Problem dazu kommt. Der Fokus und die Verantwortung liegen auf viel zu wenig Schultern. Erhalten die NHL Spieler zu viel Eiszeit und Verantwortung, dann schalten die übrigen Spieler ab und lassen mit ihren Leistungen nach. Unter Umständen kann dies währen der Anwesenheit der Lockout-Spieler noch kompensiert werden, doch spätestens, wenn die NHL Saison wieder beginnt, dann haben diese Teams ein Problem.

In dieser Kategorie steht der EV Zug und die Rapperswil-Jona Lakers auf den obersten Tabellenrängen. Jason Spezza und die vorher erwähnten Brunner und Diaz haben das Potenzial grosse Lücken in ihren Vereinen zu hinterlassen und so möglicherweise auch nachhaltigen Schaden an der Leistungskultur des jeweiligen Vereins zu betreiben.

Fribourg-Gotteron und der ZSC ohne Verstärkungen
Auf dem Schweizer Markt haben bisher nur Gotteron und die Zürcher auf einen Zuzug aus der NHL verzichtet. Sie liegen auf Rang 2 und 4 und füllen damit, gemeinsam mit dem positiven Beispiel Genf-Servette – und Rapperswil-Jona, die ersten vier Ränge auf. Klar, diese Situation ist nur eine Momentaufnahme und sollten einige NHL Spieler sich noch besser integrieren und ihre Klasse ausspielen können, dann werden die entsprechenden Teams auch noch einen Schritt nach vorne machen.

Fakt ist aber auch, dass die NHL Spieler weder Heilsbringer noch Übermenschen sind. Sie sind, wenn sie am richtigen Ort eingesetzt werden und nicht übermässig forciert werden, Verstärkungen und können ein Team weiter bringen. Aber sie bringen auch relativ grosse Gefahren mit sich und sollte der Lockout vor Ende Saison beendet sein, dann dürfen wir gespannt sein, wie sich die Leistungen der jeweiligen Teams entwickeln.

Was meint ihr, braucht der ZSC noch einen NHL Star? Macht mit bei unserer Umfrage.

Verpflichtung von Gilbert Brulé

Kurz nach der Rückkehr aus Ingolstadt gab der ZSC die Verpflichtung eines dritten Ausländers bekannt. Es ist Gilbert Brulé, welcher zuletzt bei den Phoenix Coyotes unter Vertrag stand. Der 25-jährige Stürmer unterschrieb bei den Zürchern einen 1-Jahres Vertrag.

Brulé absolvierte bisher 308 NHL Spiele und verbuchte dabei 45 Tore und 53 Assists. Begonnen hat er seine Karriere in der NHL bei Columbus. Insgesamt absolvierte der 1. Runden Pick (Nr. 6) von Columbus bereits 6 Saison in der NHL.

Gilbert Brulé war auch bereits in einige NHL-Fights verwickelt und sammelte so schon einige Strafminuten in Übersee.

Brulé im Kampf gegen Jannik Hannsen

Auch bezüglich Checks steckt Brulé selten zurück. Hier gegen Kris Letang

Entsprechend musste er auch schon einiges einstecken

Vergleich NLA und NHL

Zu Beginn dieses Jahres verbrachte ich (André Kyburz) eine Woche Ferien in New York. Vor der Reise kauften wir Karten für zwei Spiele der New Jersey Devils und eines der New York Rangers. Ich möchte hier an dieser Stelle etwas über die Stimmung und das Eishockey in der NHL berichten.

Prudential Center (New Jersey Devils)

Prudential Center (New Jersey Devils)

Das erste und dritte Spiel besuchten wir in New Jersey, gegen die Boston Bruins resp. die Florida Panthers. Das Stadion der New Jersey Devils erkannten wir zuerst auch nur dank dem Namen Prudential Center. Von der Strasse aus, sah es nicht wie eine typische Eishalle in der Schweiz aus – es war alles eine Dimension grösser. Der Madison Square Garden – das Heim der New York Rangers – ist dagegen den meisten Sportfans bestens bekannt. Die Rangers spielten an besagtem Abend gegen die Florida Panthers. Auch hier ist der Match auf einen Event ausgerichtet und Hockey ist dabei der rote Faden. Während den Unterbrüchen werden kleine Spiele mit den Zuschauern durchgeführt. Immer wieder wird auch „Get loud – Make some Noise“ auf der Grossleinwand projiziert.

Nach der Eingangskontrolle machten wir uns auf den Weg nach oben. Nicht wie für uns üblich über Treppen, sondern via Rolltreppen. Unsere Plätze, ähnlich wie im Hallenstadion im dritten Rang, fanden wir dann schnell. Zu Beginn der Partie erklang die Nationalhymne, wie wir dies aus dem Playoff-Final kennen.
Doch was mich wirklich interessierte, folgte erst – das Eishockeyspiel! Es waren erst zwei Minuten gespielt da prügelten sich bereits die ersten Spieler auf dem Eis. Auf die ersten Tore mussten wir ebenfalls nicht lange warten. Bei den Toren entstand so etwas wie Stimmung in der Halle. Die Zuschauer standen auf und applaudierten bei den Toren. Während dem Spiel werden meistens Rufe wie „Lets go Devils, lets go“ oder „Come on“ wahrgenommen. Ebenfalls auffallend ist die hohe Anzahl an Spielertrikots, welche getragen werden.

Das Spieltempo ist bekanntlich höher und auch die Ausnützung des Eisfeld während dem Powerplay wird um einiges besser gemacht. Dies hat sicher auch mit dem kleineren Eisfeld, im Verhältnis zu den Eisfeldern hierzulande, zu tun.

Madison Square Garden (New York Rangers)

Madison Square Garden (New York Rangers)

Nach dem Spiel hat die NHL wieder ihre eigenen „Regeln“. Es gibt beispielsweise kein Handshake wie bei uns, jedoch werden die drei besten Spieler der Partie ausgezeichnet. Die Fans und Spieler verschwinden anschliessend sehr schnell und das Stadion ist innert 10-15 Minuten leer.

Es war ein spannendes Erlebnis und zeigte mir eines: Eishockeyspiele sind nicht überall die selben Eishockeyspiele!

Hier noch ein kleines Video:

Jeff Tambelini vom Stanley Cup Finalist zum ZSC

Es darf als kleine Sensation gewertet werden, dass Tambelini nach Zürich gelockt werden konnte. Der Kanadier, welcher beim Stanley Cup Finalist Vancouver unter Vertrag stand, ist erst 27 Jahre alt und wurde im Jahr 2003 als Nummer 27 von den LA Kings gedraftet.

In der abgelaufenen Saison erzielte der Flügelstürmer in 62 Spielen 9 Tore und 8 Assists, ehe er in den Playoffs ins AHL Team degradiert wurde und dort in sieben Partien 5 Tore und 2 Assists verbuchte.

Nach seinem Vater Steve (im Jahre 1989) versucht nun auch Jeff sein Glück beim Z. Seinem Vater gelang dies sehr gut, er stieg mit dem Z damals auf. Und wie sein Sohn heute, so wechselte auch sein Vater von den Canacks zum Z.

Ambühl lässt Ausstiegsklausel verstreichen

Im unterschriebenen April-Kontrakt zwischen dem ZSC und Andres Ambühl (ehemals Davos) wurde eine bis zum 15. Juli geltende Ausstiegsklausel für die NHL vereinbart. Diese ist am heutigen Tage verstrichen und somit wird Ambühl nun als definitiver Zuzug vermeldet.

Neben Ambühl stossen auf die aktuelle Saison neu auch Camperchioli (GCK), Ryser (GCK), Murphy (Lowell Devils – AHL), Wescott (Dynamo Minsk – KHL), Paterlini (Rapperswil) und Ziegler (SCB) zum ZSC. Wir werden euch diese Neuverpflichtungen zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer vorstellen.

Euer ZSCblog