Spielerbeurteilungen Teil 8: Bärtschi, Kenins und Lashoff

Zum Abschluss unserer 8-teiligen Serie möchten wir Euch noch die Spieler Bärtschi, Kenins und Lashoff näher bringen. Morgen geht es ja dann bereits weiter mit den ersten Spielen in der Eishockeysaison 2012/13. Wir hoffen Euch hat die Serie mit den Spielerbeurteilungen etwas unterhalten.

Bisherige Beurteilungen:
25.12.2012 Blindenbacher und Geering
26.12.2012 Monnet und Cunti
27.12.2012 Seger und Shannon
28.12.2012 Schäppi und Wick
29.12.2012 Flüeler und Brown
30.12.2012 Bastl und Baltisberger
31.12.2012 Ambühl, Maurer und Trachsler

#29 Matt Lashoff
Statistik:
Saison 12/13: 33 Spiele, 1 Tore, 5 Assists, 6 Strafminuten, -5 Bilanz

Bewertung: ungenügend

Begründung:
Wie Brule und Shannon ist Lashoff von Übersee gekommen und sollte den Wegzug von McCarthy kompensieren. Aber Lashoff sorgt in diesen bisherigen 33 Partien mehr für Aktion in der Defensive, denn für Ruhe und Ordnung. Viele Abspielfehler, auch im Powerplay an der blauen Linie unsicher und vorne ebenfalls nicht in irgendeiner Art überragend. Lashoff ist aktuell seine Ausländerlizenz, welche er besetzt, schlicht nicht wert. Mit 188cm und 94kg könnte er ebenfalls durch ein physisches Spiel auftrumpfen, doch selbst da ist der Amerikaner nur Durchschnitt.

#71 Patrik Bärtschi
Statistik:
Saison 12/13: 34 Spiele, 6 Tore, 5 Assists, 4 Strafminuten, -5 Bilanz
Total NLA: 449 Spiele, 178 Tore, 180 Assists, 256 Strafminuten, -7 Bilanz

Bewertung: ungenügend – genügend

Begründung:
Bärtschi ist eigentlich der klassische Scorer, welcher durchaus in einer Saison 20 Tore und mehr erzielen kann. Gemessen daran, ist die Leistung des 28-jährigen nicht genügend. Mit 86 Torabschlüssen hätte Bärtschi eigentlich die Chancen, welche er für seine Tore benötigt, doch er ihm fehlt zurzeit die Kaltblütigkeit und Coolness vor dem gegnerischen Tor. Auch ansonsten kann Bärtschi mit der laufenden Saison kaum zufrieden sein, wird es wohl auch statistisch seine schlechteste Saison, in welcher er nicht von Verletzungen geplagt war.

#91 Ronalds Kenins
Statistik:
Saison 12/13: 29 Spiele, 2 Tore, 6 Assists, 2 Strafminuten, +1 Bilanz
Total NLA: 91 Spiele, 8 Tore, 22 Assists, 56 Strafminuten, +10 Bilanz

Bewertung: gut

Begründung:
Leidet aktuell unter wenig Einsatzzeit von Marc Craworfd. Eigentlich hätte der Lette genügend Talent um auch beim ZSC eine wichtige Rolle einzunehmen, setzte er sich doch in der letzten Saison – es war im übrigen seine erste komplette Saison in der NLA – gleich richtig durch. Nun aber wurde der Aufwärtstrend von Kenins deutlich gestoppt. Dennoch zeigt der Lettische Nationalmannschaftsspieler immer viel Herzblut und Leidenschaft. Er ist immer der erste, wenn es um die Verteidigung seiner Teamkameraden geht. Bestes Beispiel dafür war Blasers Check an Ambühl, welchen Kenins unmittelbar bestrafte. Trotz wenig Eiszeit und damit verbunden auch weniger offensiver Produktivität eigentlich eine gute Saison.

Saisonplanung 2013/14 – Wer bleibt, wer geht?

Mit dem verkündeten Abgang von Thibaut Monnet, der Vertragsverlängerung von Severin Blindenbacher und dem Rätselraten um Andres Ambühl hat die Planung der Saison 2013/14 auch in der Öffentlichkeit begonnen. Insbesondere die frühzeitig verkündeten Transfers sind hier in der Schweiz ein Ärgernis, welches einen faden Nachgeschmack hinterlässt. Die Abgänge und Verpflichtungen sollen nach Abschluss der Saison publik gemacht werden um so den Spielbetrieb im Fokus zu halten.

Da hier aber vorderhand keine Änderung zu erwarten ist, werfen auch wir einen Blick auf die auslaufenden Verträge und den Chancen für eine Vertragsverlängerung:

1. Andres Ambühl:
Natürlich liegt das öffentliche Hauptaugenmerk auf Andres Ambühl, welcher sich nach eigener Aussage noch vor Weihnachten entscheiden möchte, ob der hier bleibt oder zurück nach Davos geht. 144 Spiele absolvierte Ambühl in den letzten drei Saison für den ZSC und gehörte oftmals zu den auffälligsten Akteure auf dem Eisfeld. Sein Speed und sein Kampfgeist sind zwei wichtige Mosaiksteine im Zürcher Kader.

Eine Prognose über Ambühls Entscheidung ist eher schwierig. Es werden persönliche Faktoren den Ausschlag geben. Am Geld wird es am Ende weder beim ZSC noch beim HC Davos scheitern.

2. Daniel Schnyder:
Das „Urgestein“ der Zürcher. 2012/13 ist Daniel Schnyders neunte Saison beim ZSC – anderswo hat der Verteidiger noch nie gespielt. In dieser Zeit sammelten sich 334 NLA Partien zusammen. Zudem ist Schnyder mit 27 Jahren eigentlich im besten Hockeyalter. Der Verteidiger ist zwar wahrlich keine auffällige Persönlichkeit, doch seine solide defensive Arbeit enorm wichtig für einen erfolgreichen Club.

Der ZSC müsste an einer Vertragsverlängerung von Schnyder interessiert sein. Schnyder dagegen wird sich überlegen, ob er noch etwas anderes sehen möchte als Zürich, oder ob er sich voll und ganz dem ZSC verschreiben möchte.

3. Matt Lashoff:
Im letzten Sommer als Ersatz für Steve McCarthy gekommen, konnte aber bisher noch nicht überzeugen. Dass der Amerikaner aber Potenzial hat, zeigt alleine die Tatsache, dass er im Jahre 2005 als Nummer 22 in die NHL gedraftet wurde. Macht aber aktuell zu viele individuelle Fehler und vermag sein Potenzial nicht auf das Eis zu bringen.

Ein grosser sportlicher Verlust wäre Lashoff nicht, dennoch ist die Frage: Was kommt danach? Zudem wurde die gleiche Diskussion über McCarthy im letzten Jahr auch geführt und als er den Meistertreffer erzielte, da hätten ihm viele trotzdem noch einen Vertrag angeboten. Insgesamt ist aber die Chance relativ gross, dass der Verteidiger nächstes Jahr nicht mehr im Zürcher Dress aufläuft.

4. Andri Stoffel:
Wie Daniel Schnyder ist auch Andri Stoffel ein ZSC Akteur durch und durch. Aktuell steckt die Nummer 11 der Zürcher in seiner zehnten NLA Saison und lief dabei bereits 386 Mal für den ZSC auf. Auch er gehört nicht zu den auffälligen und überragenden Technikern auf dem Eisfeld, doch auch seine Arbeit ist solid und gewissenhaft.

Grundsätzlich ist von einer Verlängerung mit Stoffel auszugehen. Es gibt aber schon Argumente, welche für eine Trennung sprechen würde. So könnte zum Beispiel in der Defensive ein Umbruch erfolgen. Mit Phil Baltisberger und Cédric Hächler warten zwei ambitionierte Jungtalente auf ihre Chancen.

5. Cyrill Bühler:
Fällt aktuell zwischen Tisch und Bank. Der ehemalige Klotener kommt nur noch teilweise zum Einsatz und war nur gerade 20 Mal im Aufgebot. Blieb aber ohne Skorerpunkte und ist quasi abgemeldet. Weder Hartley noch Crawford schenken dem 29-jährigen das nötige Vertrauen.

Eine Vertragsverlängerung von Bühler ist kaum realistisch. Gut möglich, dass die fünfte Eiszeit bei den Zürchern auch seine letzte in der NLA sein wird. Schade eigentlich, war Bühler doch immer ein Kämpfer und Chrampfer.

6. Phil Baltisberger:
Der jüngere Bruder von Chris ist mit Jahrgang 1995 der jüngste Spieler im erweiterten Zürcher Kader. Hatte bisher in der laufenden Saison aber noch keine Einsätze in der ersten Mannschaft und macht seine Erfahrungen aktuell in der NLB. Dort war er bei 29 von bisher 30 gespielten Partien dabei.

Eine Vertragsverlängerung mit dem jüngeren Baltsiberger ist eigentlich Pflicht. Ihm muss allerdings eine sinnvolle Perspektive – mit Einsatzchancen in der NLA – präsentiert werden, damit der junge Verteidiger nicht zu einem anderen NLA Club abwandert.

Lashoff mit Vertrag / Brulé mit Verletzung

Der seit drei Wochen in Zürich verweilende Matt Lashoff hat beim ZSC einen 1-Jahres-Vertrag erhalten. Der in der USA geborene Verteidiger zeigte sich in den ersten Testspielen als solider Ersatz für Steve McCarthy.

Gilbert Brulé mit Verletzung am Arm
Eine schlechte Nachricht gibt es dafür aus der Krankenabteilung der Zürcher. Gilbert Brulé, welcher am vergangenen Freitag gegen HIFK sein erstes Spiel für den ZSC absolvierte und sogleich seinen ersten Treffer erzielte, fällt für mindestens zwei Wochen aus. Damit wird Brulé frühestens auf den Saisonstart gegen Langnau wieder zum Team stossen.