Die Ära Sulander geht zu Ende!

Mit dem Ende der laufenden Saison wird auch eine langjährige Ära beendet. – der Meistermacher, der Hockeygott, die Legende, der Hexer – tritt per Ende Saison von seiner Aktivkarriere zurück. Er wird vorderhand keinen Job bei den Zürcher erhalten und so wird Sulo in seine Heimat zurückkehren. Nicht aber, bevor er seine verdiente Ehrung erhalten hat:

Karrierestart in Finnland
In Helsinki geboren, im Jahre 1969, startete der ruhige und besonnene dort auch seine Karriere. Sein erstes Spiel für Helsinki absolvierte er in der Saison 1988/89. Von dort an stieg der Werdegang von Ari Sulander, der in den ersten Jahren noch hauptsächlich mit dem Platz auf der Bank vorlieb nehmen musste, stetig nach oben und mit der Berufung in die Nationalmannschaft erreichte der Finne einen weiteren Meilenstein. Mit dieser Auswahl holte er seinen ersten internationalen Titel. Er wurde Weltmeister im Jahre 1995.

Der Wechsel nach Zürich im Jahre 1998 und die ersten Erfolge
Als Ari Sulander im Jahre 1998 Finnland verliess und nach Zürich wechselte, da wurde er bereits vier Mal Meister mit Jokerit Helsinki. Und sein Palmarès wurde in Zürich unmittelbar erweitert, denn bereits im zweiten Jahr feierte der “Hexer” mit seiner Mannschaft die erste Meisterschaft. Es war der erste Meistertitel seit 39 Jahren und er trug einen Namen – Ari Sulander! Seine allerbeste Saison sollte aber noch Folgen, das Jahr 2000/01 wurde Statistisch das erfolgreichste Jahr für den Finnen in Zürich und dieses krönte er gleich mit dem zweiten Titel in Zürich und spätestens ab da war klar: Ari Sulander gehört zu Zürich!

Weitere starke Saisons folgten
Es folgten weitere gute Saisons, jedoch ohne einen nächsten Titel und dennoch war Ari Sulander eine der herausragenden Persönlichkeiten im Zürcher Team. Spieler und Trainer kamen und gingen – aber Sulander blieb eine Konstante beim ZSC. Obwohl der Finne wohl auch Angebote aus der NHL gehabt hätte, entschied er sich immer wieder für den Zürcher SC.

Meister 07/08, CHL-Titel und Victorias Cup
Im Nachgang betrachtet, kann gesagt werden, dass die drei Titel innert zwei Jahren das letzte grosse Highlight der grossartigen Karriere von Ari Sulander war. Zuerst führte er die Mannschaft nach einer durchzogenen Saison 07/08 zum Meistertitel gegen Genf- Servette und anschliessend machte er in der Champions Hockey League auch noch einmal International auf sich aufmerksam – ehe er sich im Jahre 2009 mit dem Sieg gegen die Chicago Blackhawks sein letztes grosses Denkmal setzte.

Lukas Flüeler mit Wachtablösung
Mit Leonardo Genoni und Reto Berra schafften es im Jahre 2006/07 zwei Nachwuchshoffnungen nicht an Ari Sulander vorbei. Dabei profitierte der Finne wohl auch von seinem Status als “Legende”. Zwei Jahre später schickte sich Lukas Flüeler an diese Ablösung durchzuführen und obwohl auch er lange im Schatten des Meisters stand, kam die Zeit, in welcher Sulander einem jüngeren Konkurrenten Platz machen musste.

Das Ende naht…
14 Saisons lang beeinflusste Ari Sulander die Ereignisse im Zürcher Hallenstadion und irgendwie ist ein Zürich ohne den Finnen kaum vorstellbar. Aber jetzt ist es fertig! Nach 615 Partien verlässt Ari Sulander Zürich. Eine würdige Abschlussfeier ist auf den Herbst 2012 geplant. Vorher aber kommt der Tag, an welchem Ari Sulander zum letzten Mal im Zürcher Hallenstadion einläuft und zum letzten Mal das Trikot der Zürcher überzieht:
Wir sagen Danke, ziehen den Hut, werden uns immer gern an die Zeit mit dem grossen Meister erinnern und wohl auch die eine oder andere Träne vergiessen! Ari Sulander für immer eine vo EUS!

Ein Derbysieg als Moralspritze

Die Meldung der beiden Abgänge beim ZSC – (endgültig zu Rapperswil) und (Rücktritt auf Saisonende) – liesen den unglaublich wichtigen Derbysieg am Sonntag fast erblassen. Sportlich aber war der Vollerfolg von grosser Bedeutung und er verhindert das noch tiefere Eintauchen in den Strichkampf – vorderhand zumindest.

Erfreulich waren besonders die Umstände, unter welchem der Sieg eingefahren werden konnte. Auf der einen Seite war da die starke Leistung von Flüeler bei einem engen Spielstand, wurden ihm doch genau diese Qualitäten in derartigen Situationen abgesprochen. Andererseits steht die Tatsache da, dass der Z ungemein effizient spielte und sich sogar von einem verloren gegebenen Vorsprung unbeeindruckt lies. Zugegeben, der Treffer war glücklich, aber wie oft ist diese Saison schon der umgekehrte Fall eingetroffen?

Und sowieso zählt aktuell nur die Zukunft und dort wartet erst einmal am Freitag Ambri. Anschliessend folgt mit der Länderspielpause auch der letzte Unterbruch vor den Playoffs. Somit gibt es auch die letzte Chance seine Form zu finden. Oder anders gesagt: Gegen die Gegner Lugano, Zug, Davos, Fribourg, Rapperswil und Genf müssen nicht nur die Punkte her, welche für die Qualifikation der Top 8 nötig sind, sondern so viele wie nur möglich – um so die Form zu finden und das Selbstvertrauen endlich auf ein vernünftiges Level zu bringen.

Also, auf in die letzten Spiele unter dem Motto “Gemeinsam zum Erfolg: Mir singed und schreied für eu. Ihr kämpfed und fightet für eus!”

Was denkt ihr dazu? Welche Platzierung erreicht der ZSC noch? Macht mit bei unserer Umfrage!

Welchen Rang belegt der ZSC am Ende der Qualifikation?

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Ein grosser Knopf im Kopf

Es klingt nach einem lustigen Wortspiel, ist aber zurzeit die bittere Realität im Lager der Zürcher. Die Negativspirale konnte auch auf diese Saison hin, mit neuem Trainerstab und neuen Spielern, nicht unterbrochen werden und setzt sich nun schon seit mehreren Saisons fort. Einfache Lösungen sind kaum in Sicht.

“Drei Viertelfinalouts in Serie sind genug”, so das Motto für die neue Spielzeit in diesem Jahr, untermauert mit der klaren Ansage “Wir wollen wieder an der Spitze mitspielen”. und Edgar Salis verpflichteten dazu mit und ein Trainerduo, welches bereits in der NHL Erfolge feierte und die Mannschaft zurück auf die Siegesstrasse lenken sollte. Aber ein erster Rückblick, nach doch schon 13 absolvierten Spielen, zeigt klar auf: Das Ziel wurde verfehlt und zwar nicht aufgrund der Qualität im Spiel, sondern vielmehr aufgrund der tiefen Verunsicherung, die im Team herrscht.

Letztes Jahr, als nach einem desaströsen Heimauftritt gegen Lugano (5:0 Niederlage) und tags darauf einer bitteren Pille in Ambri (3:2 Niederlage), die Mannschaft in Oerlikon abgepasst wurde, fand Adi Wichser die wohl noch heute gültigen Worte: “Wir haben verlernt Hockey zu spielen. Es ist nicht so, dass die Mannschaft nicht geht oder kämpft, aber es sind immer die falschen Entscheide die wir treffen und so sieht es für die Zuschauer immer blöd aus.”

In genau der gleichen Situation steckt die jetzige Mannschaft wieder, sie ist verunsichert und glaubt nicht an die eigenen Stärken. So zum Beispiel gestern in Davos. Nach dem 1:0 zeigte der Z schnelles Hockey mit einem guten Passspiel. Doch eine etwas dumme Strafe warf das Konzept wieder aus den Fugen. Bereits in der Unterzahlbox agierte die Mannschaft zu passiv und war nicht genügend präsent beim Gegner. (Siehe Bild) Und anstatt sich anschliessend wieder auf das eigene, eigentlich genügend vorhandene, Können zu konzentrieren, liess man Davos gewähren.

Boxplay Zürich (Quelle: Teleclub, www.bluewin.ch)

Gleiches Bild auch nach dem Ausgleichstreffer zum 3:3, der ZSC nun eigentlich erneut im mentalen Vorteil, wurde aber wieder zu passiv und zeigte sich nicht genügend Konsequent in seinen Aktionen. Den Rest der Geschichte kennen wir.

Was ist aber nun zu tun? Noch mehr Trainer und Spieler braucht es nicht, denn an der Qualität auf und neben der Bank mangelt es sicher nicht. Die sportliche Führung auswechseln? Edgar Salis durch einen erfahreneren Sportchef ersetzen, wie es in diversen Foren immer wieder gefordert wird? Machbar, ob dies allerdings tatsächlich die Wende bringt, ist zumindest anzuzweifeln. Peter Zahner ersetzen? Auch er schiesst die Tore nicht auf dem Feld und ein neuer CEO garantiert auch kein gesteigertes Selbstvertrauen in der Mannschaft.

Realistischere Lösungsansätze gibt es aber sehr wohl: Zum Beispiel die direkte und aktive Arbeit mit einem Mentaltrainer. Wird dies schon so praktiziert oder ist man noch der festen Überzeugung, ohne Hilfe aus der Krise zu finden?
Warum nicht eine definitive Entscheidung auf der Torhüterposition. Bei einem intakten Selbstvertrauen mag dieses ständige Wechseln verkraftbar sein. In schweren Situationen aber sollten möglichst viel Konstantes um ein Team aufgebaut werden, um zumindest die äusseren Einflüsse zu minimieren.
Vielleicht auch etwas unterschätzt wird der Faktor Jeff Tambellini. So kämpferisch und genial sein Spiel ist, so erhält er doch sehr viel Eiszeit und das Spiel ist klar auf ihn ausgerichtet. Sollte hier vielleicht nicht auch ein Umdenken stattfinden?

Was meint Ihr? Seht Ihr noch andere Probleme und Lösungsansätze?

Peter Jaks – Würdigung eines grossen Eishockeyspielers

Geboren in Tschechien, gelebt in der Schweiz und gestorben wohl in Bari (eine Küstenstadt im südöstlichen Teil Italiens). Im Jahre 1966 wurde er in der damaligen Tschechoslowakei geboren und kurze Zeit später ist er nach Schaffhausen umgezogen, wo Jaks mit seinem jüngeren Bruder, Pauli, einen Weggefährten in seinem Hockeyleben erhalten sollte.

Nach einem erneuten Umzug, diesmal ins Tessin, lernte beim HC Ascona das Hockeyspiel und durchlief diverse Juniorenstufen, ehe er im Jahre 1983 zum HC Ambri-Piotta wechselte, der damals in der zweiten Stärkeklasse in der Schweiz spielte. Zwei Jahre später erlebt Peter den ersten Karrierehöhepunkt, er stieg mit Ambri in die Nationalliga A auf und startete dort gleich durch mit 34 Punkten aus 36 Spielen.

Nach einer weiteren Spielzeit in der Leventina kehrte der Flügelspieler Ambri den Rücken zu und wechselte zum Kantonsrivalen Lugano. Was natürlich in Ambri für viel Unverständnis sorgte, brachte den Stürmer einen weiteren Schritt nach vorne in seiner Karriere. In der ersten Saison mit dem HCL feierte der damals erst 21-jährige seine erste Meisterschaft und wurde sogleich Topskorer in der NLA.

Doch auf die Spielzeit 1989/90 besann sich Peter Jaks wieder auf seine Wurzeln und kehrte zu Ambri zurück. Wohl auch weil nun sein Bruder Pauli ebenfalls in der Leventina spielte. Während neun Saisons in Folge punktete er nun für Ambri-Piotta und erlebte in seiner vorerst letzten Saison (1997/98) ein kleines Highlight, denn Ambri sicherte sich mit Platz 4 das Heimrecht und besiegte im Viertelfinal gleich den SC Bern. In einer dramatischen Halbfinalserie gegen den scheiterten die Tessiner dann aber im siebten Spiel.

Seine letzte Station in der aktiven Karriere war der ZSC. Zwischen 1998 und 2003 stürmte er im Zürcher Hallenstadion und erlebte dabei seine erfolgreichste Zeit. Er wurde zweimal Schweizermeister (2000 und 2001) und gewann jeweils auch den Continental-Cup. Im Jahre 2003, Peter Jaks war damals 37, beendete er seine Karriere als aktiver Hockeyspieler mit dem Ausscheiden im Halbfinal gegen den HC Lugano.

Doch genug vom Hockey hatte er nicht. Er wurde direkt als Sportdirektor von Ambri-Piotta engagiert. Schlecht machte er seinen Job nicht, denn Ambri qualifizierte sich direkt nach seiner Einstellung dreimal für die Playoffs, was nicht unbedingt selbstverständlich ist. Doch es folgten drei magere Jahre und Peter Jaks geriet, wie das üblich ist als Teil der sportlichen Führung, unter Druck und musste 2009 seinen Job als Sportchef abgeben.

Es war der Anfang von Peter Jaks traurigem Ende. In der Folge musste er noch die Scheidung von seiner Frau hinnehmen, kombiniert mit dem Verlust seines Jobs in Ambri machte er eine schwere Zeit durch. Zwar wird er von seinen ehemaligen Bekannten als starke Person mit einer klaren Meinung beschrieben.

Doch wenn der negative Druck aus dem privaten Bereich, dem beruflichen Umfeld und möglicherweise noch aus anderen Faktoren zu gross wird, dann kann es auch die stärkste Persönlichkeit treffen.

Peter Jaks – “Du bisch immer eine vo Eus, en grosse Hockeyspieler wo immer positiv i eusne Erinnerige blibt”. Ruhe in Frieden…

Peter Jaks 1998-2003 beim ZSC (Quelle: www.zsclions.ch)

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