Es klingt nach einem lustigen Wortspiel, ist aber zurzeit die bittere Realität im Lager der Zürcher. Die Negativspirale konnte auch auf diese Saison hin, mit neuem Trainerstab und neuen Spielern, nicht unterbrochen werden und setzt sich nun schon seit mehreren Saisons fort. Einfache Lösungen sind kaum in Sicht.
“Drei Viertelfinalouts in Serie sind genug”, so das Motto für die neue Spielzeit in diesem Jahr, untermauert mit der klaren Ansage “Wir wollen wieder an der Spitze mitspielen”. Peter Zahner und Edgar Salis verpflichteten dazu mit Bob Hartley und Jacques Cloutier ein Trainerduo, welches bereits in der NHL Erfolge feierte und die Mannschaft zurück auf die Siegesstrasse lenken sollte. Aber ein erster Rückblick, nach doch schon 13 absolvierten Spielen, zeigt klar auf: Das Ziel wurde verfehlt und zwar nicht aufgrund der Qualität im Spiel, sondern vielmehr aufgrund der tiefen Verunsicherung, die im Team herrscht.
Letztes Jahr, als nach einem desaströsen Heimauftritt gegen Lugano (5:0 Niederlage) und tags darauf einer bitteren Pille in Ambri (3:2 Niederlage), die Mannschaft in Oerlikon abgepasst wurde, fand Adi Wichser die wohl noch heute gültigen Worte: “Wir haben verlernt Hockey zu spielen. Es ist nicht so, dass die Mannschaft nicht geht oder kämpft, aber es sind immer die falschen Entscheide die wir treffen und so sieht es für die Zuschauer immer blöd aus.”
In genau der gleichen Situation steckt die jetzige Mannschaft wieder, sie ist verunsichert und glaubt nicht an die eigenen Stärken. So zum Beispiel gestern in Davos. Nach dem 1:0 zeigte der Z schnelles Hockey mit einem guten Passspiel. Doch eine etwas dumme Strafe warf das Konzept wieder aus den Fugen. Bereits in der Unterzahlbox agierte die Mannschaft zu passiv und war nicht genügend präsent beim Gegner. (Siehe Bild) Und anstatt sich anschliessend wieder auf das eigene, eigentlich genügend vorhandene, Können zu konzentrieren, liess man Davos gewähren.
Gleiches Bild auch nach dem Ausgleichstreffer zum 3:3, der ZSC nun eigentlich erneut im mentalen Vorteil, wurde aber wieder zu passiv und zeigte sich nicht genügend Konsequent in seinen Aktionen. Den Rest der Geschichte kennen wir.
Was ist aber nun zu tun? Noch mehr Trainer und Spieler braucht es nicht, denn an der Qualität auf und neben der Bank mangelt es sicher nicht. Die sportliche Führung auswechseln? Edgar Salis durch einen erfahreneren Sportchef ersetzen, wie es in diversen Foren immer wieder gefordert wird? Machbar, ob dies allerdings tatsächlich die Wende bringt, ist zumindest anzuzweifeln. Peter Zahner ersetzen? Auch er schiesst die Tore nicht auf dem Feld und ein neuer CEO garantiert auch kein gesteigertes Selbstvertrauen in der Mannschaft.
Realistischere Lösungsansätze gibt es aber sehr wohl: Zum Beispiel die direkte und aktive Arbeit mit einem Mentaltrainer. Wird dies schon so praktiziert oder ist man noch der festen Überzeugung, ohne Hilfe aus der Krise zu finden?
Warum nicht eine definitive Entscheidung auf der Torhüterposition. Bei einem intakten Selbstvertrauen mag dieses ständige Wechseln verkraftbar sein. In schweren Situationen aber sollten möglichst viel Konstantes um ein Team aufgebaut werden, um zumindest die äusseren Einflüsse zu minimieren.
Vielleicht auch etwas unterschätzt wird der Faktor Jeff Tambellini. So kämpferisch und genial sein Spiel ist, so erhält er doch sehr viel Eiszeit und das Spiel ist klar auf ihn ausgerichtet. Sollte hier vielleicht nicht auch ein Umdenken stattfinden?
Was meint Ihr? Seht Ihr noch andere Probleme und Lösungsansätze?
