Genf und McSorley sind noch nicht in der Saison angekommen

Diesen Saisonstart hätte sich Chris McSorley sicher etwas anders vorgestellt. Sein Team liegt mit drei Punkten aus vier Spielen an letzter Stelle, darunter Niederlagen gegen Ambri und Kloten. Dabei hat sich Genf in der Sommerpause gleich mit drei Spielern aus Übersee verstärkt. Daugavins (Lettland), Lombardi (Kanada) und Petrell (Finnland) sind die drei Spieler, welche in der letzten Spielzeit noch in der NHL tätig waren. Allerdings waren die Abgänge, die dagegen gewichten, auch ordentlich. Mit Fritsche, Keller und Walker verlor McSorley nicht weniger als 32 Tore aus der letzten Saison. Die Neuen brauchen noch Zeit oder sind noch gar nicht angekommen. So könnte der Lette Daugavins morgen gegen Zürich seine Premiere feiern.

Genf-Servette ist im Umbruch und trotzdem möchte McSorley dem Publikum in Genf etwas bieten, was ihm in der letzten Saison – mit dem siebten Rang in der Qualifikation und dem Ausscheiden im Viertelfinal an Bern – sicherlich nicht gelungen ist. Da wird ihm dieser Saisonstart kaum gelegen kommen und er wird alles daran setzen, dass die Ergebnisse schnell wieder besser werden.

Nicht nur auf die Defensive zählen
Beim ZSC sieht die Welt nach dem 3:0 Erfolg über den HC Lugano dagegen nicht schlecht aus. Acht Punkte aus vier Spielen und bereits drei Spiele „Zu Null“: Da darf man durchaus zufrieden sein. Aber der Schein der besten Defensive mit nur vier aus dem Spiel erhaltenen Toren täuscht etwas darüber hinweg, dass das Team von Crawford vor dem gegnerischen Tor auch nur acht Tore erzielen konnte. Das bedeutet Rang 11 in dieser Tabelle. Solange der Erfolg bleibt, wird es darum still bleiben. Aber sobald eine oder zwei Niederlagen in die Statistik kommen, werden die Skeptiker sofort auf den Plan gerufen.

Der Z ist also gut beraten, wenn er sich offensiv noch etwas mehr versucht und sich nicht zu fest auf seine defensive Sicherheit verlässt. Denn ein oder zwei Tore können immer schnell fallen…

Die letzte Chance in Genf

Noch ein letztes Mal gibt es für den ZSC die Chance das Jahr, gemeinsam mit den Fans, versöhnlich abzuschliessen. Nach drei Niederlagen in Serie (gegen Ambri, Rapperswil und Fribourg) geht es aber auch um den direkten Kampf gegen die Plätze unter dem Strich. Aus einem komfortablen Vorsprung noch vor einigen Wochen, bleiben gerade noch einmal fünf Punkte auf den neunten Platz – den morgigen Gegner Genf Servette.

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ZSC – Genf-Servette 6:3 (0:1, 4:1, 2:1)

Peter JaksZu Ehren des verstorbenen Peter Jaks fand vor Spielbeginn eine Schweigeminute statt, welche mit einem Kerzenmeer und einem Transparent untermauert wurde.

Etwas paralysiert von diesem tragischen Verlust einer grossen Schweizer Eishockey-Persönlichkeit plätscherte das Spiel in den ersten Minuten dahin. Kaum Stimmung auf den Rängen und auch kaum Hockey auf dem Eis. Erst als Bezina in der 16. Minute den ersten Treffer erzielte, löste sich diese Verkrampfung im Spiel. Erste Versuche auf diesen abermaligen Rückstand zu reagieren scheiterten und so endete auch der erste Spielabschnitt mit einem 0:1.

Severin Blindenbacher sorgte für den ersten Aufschrei bei den 6200 Zuschauern. Er profitierte von einem missglückten Schuss von Schnyder und traf zum Ausgleichstreffer. Sehenswert dann der zweite Treffer für Zürich. Ambühl überlistete Stephan mit einem „Buebentrickli“ in die lange Ecke. Somit war der Glaube wieder zurück im Stadion, aber noch einmal gab es einen Dämpfer für den Z, denn Gerber erzielte den Ausgleich unmittelbar nach dem Führungstreffer. Danach aber waren es Bärtschi und Down, welche das Mitteldrittel zu Zürcher Gunsten drehen konnte. Noch ungläubig, aber deutlich zufriedener wurde damit die zweite Pause in Angriff genommen.

Fast schon souverän wirkten die Jungs nun zum Start des Schlussabschnittes und nicht viele sprachen bereits vom ersten Heimsieg unter Bob Hartley. So einfach war es dann aber dennoch nicht, denn Walsky (52′) brachte die Scheibe hinter Sulander unter und somit auch das Spielkonzept wieder etwas aus den Bahnen. Es brauchte schon einen Scheibenverlust der Genfer, als Stephan bereits einem zusätzlichen Feldspieler Platz gemacht hatte, um die Siegsicherung zu bewerkstelligen. Davon aber nicht genug, denn dem 5:3 folgte auch noch der sechste Treffer. Diesmal war es Blindenbacher, welcher seine Torausbeute optimieren konnte.

Es war die Erlösung, als die letzte Sirene erklang und die ersten drei Punkte vor heimischem Publikum Tatsache waren. Noch nicht aktiv an diesem Sieg beteiligt war Michael Nylander. Der Neuzuzug aus der NHL erlitt beim Abschlusstraining einen „Hexenschuss“ und wird voraussichtlich erst am kommenden Dienstag sein erstes Spiel absolvieren. Dennoch war es ein gelungener Abend und die Stimmung dürfte bei allen Beteiligten schon um einiges besser sein.

Morgen geht’s darum, die Auswärts-Siegesserie fortzusetzten. Gegner ist erneut Genf, welches morgen wohl noch eine Spur motivierter sein wird.

Foto: Dominik Hew/zscblog.ch

Foto: Dominik Hew/zscblog.ch

Heimsieg mit oder ohne Michael Nylander

Laut diversen Medienberichten (u.a. 20min.ch) hat Michael Nylander einen Probevertrag bis zum 5. November unterschrieben!

Sie verbreitete sich in horrendem Tempo: Die Nachricht, dass Michael Nylander zum Probetraining beim ZSC erschienen war. Der 39jährige Center trainiert bis morgen Freitag auf der Kunsteisbahn in Oerlikon mit der ersten Mannschaft aus Zürich. Ob er allerdings wirklich fix engagiert wird ist noch offen. Noch viel fraglicher ist, ob er es ist, welcher den ZSC zum ersten Heimsieg führen kann. Über die Qualitäten und das Palmares des gebürtigen Schweden gibt es wohl nur wenig zu diskutieren. Die Tatsache aber, dass mit Owen Nolan letztes Jahr bereits einmal ein „NHL-Dinosaurier“ in Zürich sein Glück versuchte und nur wenig Veränderung nach oben herbeibrachte, lässt Zweifel offen.

Abgesehen von diesem möglichen Zuzug geht es morgen abermals um den ersten Sieg vor heimischem Publikum. Ein Punkt, am ersten Spieltag gegen Zug, ist die magere Ausbeute aus den ersten sechs Auftritten im Zürcher Hallenstadion. Positiv stimmt die Tatsache, dass Tambellini und Pittis am vergangenen Dienstag in Langnau ihre Torgefährlichkeit wieder gefunden haben. Ebenfalls für einen erfolgreichen Abend in Oerlikon spricht die späte Wende, welche dem angekratzten Selbstvertrauen von Hartleys Team sicher gut getan hat.

In der aktuellen Situation nicht zu beneiden ist Lukas Flüeler, welcher eigentlich eine gute Saison spielt, allerdings immer wieder von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wird. Auch Ari Sulander, welcher natürlich immer auf einen Einsatz pocht, stärkt die Position von Flüeler nicht wirklich. Nach der Auswechslung vom letzten Dienstag ist es also gut möglich, dass der Oldie wieder zurück im Tor ist.

Allen Theorien und Möglichkeiten zum Trotz gibt es aber morgen sowieso nur ein Ziel: erster Heimsieg. Die Qualität ist vorhanden und mit Genf steht, vorsichtig formuliert, auch nicht gerade ein Team in Meisterschaftsform auf dem Programm. Es muss doch nun also endlich klappen!
Auf gehts! ZSC!