Ohne Matthews, dafür in der neuen Kurve gegen den SCB

Es war ein hektischer Sommer in Zürich Oerlikon, in der Schaltzentrale des ZSC in Zürich Oerlikon liefen gleichzeitige mehrere Projekte zusammen. Angefangen vom Dauerbrenner, dem neuen Stadion, welches nun hoffentlich nächsten Sommer vor das Zürcher Stimmvolk kommt. Weiter über die neue ZSC Fankurve, die aus langer Hand geplant war, dann aber doch zu einigen Diskussionen führte. Zum Schluss noch der vermeintliche Super-Transfer rund um den als Nr. 1 Draft gehandelten Auston Mattthews. Neben der Schaltzentrale, nämlich in der Kebo konzentrierte man sich dafür mehrheitlich auf die Vorbereitung der neuen Saison. Nach einem intensiven Sommertraining ging es ins Trainingslager nach Scuol und mit dieser Basis sicherte der ZSC sich sogleich vier Siege in den ersten vier Ernstkämpfen dieser Saison.

Fast all dies wird aber morgen Abend, wenn um 19:45 der Puckeinwurf erfolgt ist, nicht mehr von Relevanz sein. Weder wird der ZSC im neuen Hallenstadion spielen, noch wird Matthews im Kader der Zürcher sein. Erst am Freitag, 18. September 2015 gegen Fribourg Gotteron wird er 18-jährig sein und sein erstes Profi-Spiel in der Schweiz bestreiten dürfen. Nur die Fankurve wird morgen eingeweiht, ein extrem wichtiger Schritt für den Zürcher Anhang, der in den letzten Jahren immer mehr unter der Atmosphäre in der Halle zu kämpfen hatte. 350 Personen passen in den neuen Sektor – zu hoffen ist, dass er bereits morgen Abend gut gefüllt ist. Es wäre ein wichtiges und gutes Zeichen für dieses Projekt, welches es nicht immer einfach hatte.

Abrunden würde die morgige Premiere ein Sieg von Baltisberger, Nilsson und Co. gegen den SC Bern. Bei den Berner müsste in den nächsten Jahren ein Umbruch geschehen, weg Plüss, Bührer, Reichert, Jobin, Gerger und so weiter, hin zu neuen, jungen Spielern wie Kreis, Schwendener, Hischier oder wie sie dann alle heissen. Ob Guy Boucher aber bereits den Mut besitzt, diesen Schritt zu tun, wird sich frühestens im Laufe dieser Saison zeigen. Klar ist aber, dass der SCB mit einem Durchschnittsalter von fast 29 Jahren (Vergleich zum ZSC mit 25.75 Jahren) im oberen Bereich der Liga liegt. Dies aber soll egal sein, wenn morgen Abend endlich wieder die langersehnte Eishockeysaison startet…

ZSC suscht gar nüt!

Mir händ de Titel Züri!

Woooow, wir haben es geschafft! Der ZSC ist Schweizermeister und dies knapper denn je – 2,5 Sekunden vor Schluss war es Steve McCarthy, welcher die Zürcher und deren Anhang  erlöste! Die letzten zehn Minuten lagen sich die Zürcher Fans in den Armen und bangten, hofften und leiteten sich zum zweiten Treffer.

Der SC Bern mit leichten Vorteilen in den ersten beiden Drittel
Es ging um alles oder nichts! Dies war auch auf dem Feld zu spüren und so erstaunte es nicht, dass die ersten Minuten eher ein Abwarten und Abtasten waren. Doch Bern wollte schnell zeigen, dass die zwei Niederlagen in Serie nicht am Selbstvertrauen gekratzt hatten. Ganz vermochte dies aber nicht zu gelingen, denn die Zürcher waren zwar die leicht unterlegene Mannschaft, aber sie waren immer gut für einen Konter.

Erstes Tor durch Mark Bastl
Trotzdem waren es die Zürcher, welche zum ersten Torerfolg kamen. In der 20. Minuten verwandelte Bastl eine freiliegende Scheibe vor dem leeren Tor. Ein Vorsprung zum ersten Pausentee konnte nur die Fans etwas beruhigen, denn die Spieler auf dem Eis kassierten nur zwei Minuten später bereits den Ausgleich. Rüthemann war es, der nach 22. Minuten Lukas Flüeler zum ersten Mal bezwang – aber auch zum einzigen Mal!

Die letzten Minuten für die Ewigkeit
Es war der Auftakt zum grossen Angriff der Berner, zum letzten Angriff der Berner. In den letzten Minuten spielte nur noch eine Mannschaft und dies war der ZSC. Er schnürte die Berner phasenweise im eigenen Drittel ein und verdiente sich so den letzten Treffer – und das 2,5 Sekunden vor Schluss! Und dann waren in der Zürcher Fankurve alle Arm in Arm und bangten um den Sieg. Ein letztes Mal mussten die Zürcher aber noch um den Meistertitel zittern, als der Schiedsrichter noch einmal das Video der Szene zum Siegtreffer betrachtete und anschliessend dann doch auf Tor entschied…

Mehr Worte braucht es gar nicht! MIIIIIIIR SIND MEISCHTER – ZÜRI!!!!

 

Stellungsnahme/Diskussionsbeitrag der Sektion Uruguay 2002 zur aktuellen Situation bei den Auswärtsspielen in Zug

Hier noch eine Stellungsnahme der Sektion Uruguay 2002 zur aktuellen Situation bei den Auswärtsspielen in Zug

Wir haben uns aus zwei verschiedenen Gründen dazu entschieden, dieses ausführliche Statement zu verfassen. Erstens, weil wir von verschiedenen Seiten auf unser Verhalten angesprochen wurden. Zweitens – und das erscheint uns längerfristig noch wichtiger – weil wir damit eine Diskussion beleben möchten, die es sich zu führen lohnt.

Wir haben lange gezögert und diskutiert, wie wir mit der Situation in Zug umgehen möchten und wir haben dabei eine Entscheidung treffen müssen, wie sie wohl noch nie so schwierig war. Die Ausgangslage ist so komplex, dass es dabei kein objektives Richtig oder Falsch gibt. Wir bewegen uns nämlich zwischen verschiedenen Dimensionen, zu denen sich jeder einzelne mehr oder weniger hingezogen fühlt. Und so hat sich jeder für sich persönlich selbst entschieden, wie weit er gehen möchte, um ein Hockeyspiel zu sehen.

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Arbeitsgruppe im Projekt Nordkurve ZSC

Die Auswertung der Umfragen zeigt ein klares Resultat: Bei sämtlichen Abstimmungen, welche auf drz.ch, zscfans.ch und dem zscblog.ch stattfanden, sprach sich eine deutliche Mehrheit für einen Umzug der Fankurve aus.

Woher aber nun diese deutliche Befürwortung für einen Umzug? Das hat zum einen sicher mit der verkorksten Saison und der damit verbundenen, lauen bis inexistenten Stimmung auf den Rängen zu tun. Es darf aber durchaus als Zeichen, auch gegenüber der Mannschaft, für einen kommenden Umbruch oder eine Weiterenwicklung auf, wie auch neben dem Eis verstanden werden. Die Diskussion über das Hallenstadion und der allgemeinen Stimmungsprobleme dort ist nicht neu – sie erhält aber in sportlich mageren Zeiten zusätzlichen Auftrieb.

Auch die Aussagen von Segi über den wahren Stimmungszustand auf dem Eis, regte viele Fans zum Überdenken der eigenen, negativ eingestellten Meinung zum möglichen Standortwechsel an. Aber natürlich dürfen die Gegner dieses Vorschlages nicht vergessen werden. Ihre Hauptargumente liegen in der langen Tradition des 3.Rangs und dessen Kultstatus. Sie würden im Falle einer Realisierung des Umzuges die Leidtragenden sein. Ihnen würde nur die Auswahl zwischen Verbleib in einer verlassenen Traditionskurve und einem widerwilligen Wechsel übrig bleiben.

Und was macht eigentlich der Club? Oder anders gesagt, wie geht es jetzt mit dieser Umfrage und den Schlüssen daraus weiter? Klares Resultat hin oder her, noch immer ist es ein langer und harter Weg für einen Wechsel des Sektors. Dass aber etwas in Bewegung gesetzt wurde ist ebenso ersichtlich. Als erstes wird nun eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Expontenten des Hallenstadions und des Clubs, formiert. Diese prüft diverse Faktoren wie Sicherheit, Logistik und andere Aufwendungen auf ihre Machbarkeit.

Mathias Seger zur Stimmung im Hallenstadion

Kurz nach Mittag konnten wir heute mit Mathias Seger, unserem Captain, welcher in der Vorbereitung für die Weltmeisterschaft in der Slowakei steckt, sprechen.

Hallo Mathias: Zum zweiten Mal kommt die Idee eines Standortwechsels der Fankurve auf. Bereits 2009 wurde dieser Wunsch ein erstes Mal geäussert und es fand anschliessend ein Testlauf statt. Erinnerst Du dich noch und wie war die Stimmung dort?
Ja, das war das Spiel gegen Genf 2009 oder? Die Stimmung dort war sicher klar besser, dies lag wohl zum grössten Teil an der kleineren Distanz zwischen Euch und uns. Auch in den Playoffs hat man euch kaum gehört und nur wenn alle, d.h. auch der erste und zweite Rang mitgingen, entstand eine gute Atmosphäre auf dem Feld.

Wo steht das Hallenstadion bezüglich Stimmung in der Schweiz? Und welches sind die positiven Beispiele diesbezüglich?
Klar an letzter Stelle. Du hörst sogar meistens die gegnerischen Spieler auf der Bank miteinander sprechen. Anders sieht es zum Beispiel in Zug oder in Fribourg aus, dort herrscht zumeist eine gute und laute Stimmung. Aber das Hauptproblem ist eigentlich die Halle selber. Im alten Hallenstadion, als die Sitze und Bänke noch aus Holz waren, war die Akkustik bei Konzerten schlecht, dafür jene bei den Eishockeyspielen besser. Heute ist das genau umgekehrt, das Hallenstadion ist die perfekte Konzerthalle, defintiv aber kein Eishockeystadion mehr. Schau Dir nur die ganzen Sitze mit Polster an, sie absorbieren die grösste Stimmung bereits im Keim.

Du würdest also ein Wegzug aus dem dritten Rang, näher zum Spielfeld, in die Nordkurve begrüssen?
Grundsätzlich ja. Zwar bleiben die Grundprobleme bestehen, doch zumindest der Faktor Distanz würde mit diesem Umzug deutlich entschärft werden. Und das wäre natürlich auch für uns Spieler ein positives Signal. Aber wahrscheinlich wird es ein zu grosser Aufwand seitens Hallenstadion und Club geben oder?

Das Anliegen umzusetzen wird sicherlich nicht einfach, aber erste Gespräche fanden ja bereits vor zwei Jahren statt. Die Idee ist nicht ganz neu und wird nun mit einer Fanumfrage untermauert. Es besteht also durchaus Hoffnung.
Zum Schluss noch: Was machst Du zurzeit? Bist Du bereits in den Ferien?
Nein. Ich trainiere noch immer und bereite mich so auf die Weltmeisterschaft in gut einem Monat vor.

Besten Dank für das kurze Gespräch und viel Glück an der WM.