Eine Strafe zu viel in der Verlängerung

EHC Biel – ZSC 3:2 (0:2, 1:0, 1:0, 0:0) n.V

Zum dritten Mal in Serie konnte Lukas Flüeler heute nicht das Tor der Zürcher verteidigen. Auch heute war es Boltshauser, der den Kasten des ZSC hüten durfte. Trotzdem war der ZSC natürlich in Biel in der Favoritenrolle und alles andere als ein Sieg wäre dann doch eine Überraschung gewesen. Ein Ziel des ZSC musste sicherlich sein, die Strafen, welche sie in den letzten Spielen zu oft gefasst hatten, zu vermeiden.


Bereits nach wenigen Sekunden pfefferte Smith zum ersten Mal aus bester Lage auf das Gehäuse von Rytz. Doch dieser blieb in diesem Duell Sieger. Biel brauchte einige Minuten um in diese Partie zu finden. Erst nach fünf, sechs Minuten konnten sich dann auch die Seeländer einmal im Bereich vor Boltshauser festsetzen. Unterstützt wurden sie dann durch zwei Strafen des ZSC, was ihnen etwa 80 Sekunden eine doppelte Überzahl ermöglichte. Aber die beste Chance durch Rossi konnte Boltshauser vereiteln in letzter Sekunde. Danach folgte eine kurze Druckphase der Zürcher, die die Bieler nur mit einer Strafe unterbinden konnten. Doch keine 20 Sekunden der Überzahl war durch, da gesellte sich auch ein ZSC Spieler auf die Strafbank. Das Powerplay vorbei, nicht aber die beste Chance des ZSC, denn Roman Wick wurde in der 14. Minute von zwei Gegner angegriffen, passte zu Smith, der hatte dadurch ausreichend Platz und sein Schuss musste Rytz durch die Beine passieren lassen. Es ging gleich in ähnlichem Stil weiter, der ZSC kombinierte sich nun phasenweise sehenswert durch. Zum zweiten Mal erfolgreich dann in der 18. Minute als Smith (mit seinem zweiten Skorerpunkt) Nilsson im Slot sah und dieser völlig freistehend an Rytz einschob. Es war eine nicht zwingend disziplinierte, aber durchaus engagierte Leistung der Zürcher im Startdrittel.

Biel kommt und scheitert immer wieder
Mit diesem zwei Tore-Vorsprung liessen die Zürcher den EHC Biel zu Beginn des zweiten erst einmal etwas kommen. Die Seeländer nahmen diese Freiheiten nun mehr und mehr an, aber auch der ZSC blieb immer wieder gefährlich. Doch vorerst blieb wirklich die Heimmannschaft am Drücker – allerdings fanden sie mehr als nur einmal an Boltshauser hängen. Der junge Zürcher Torhüter zeigte auch heute wieder eine starke Partie. Irgendwann war aber dann auch er geschlagen, nämlich nach 32. Minuten und einem Gewühl vor dem Zürcher Tor. Die Reaktion darauf blieb allerdings nicht aus, Sekunden danach wurde Seger bei einem Konter wunderbar von Keller freigespielt, aber der Captain verzog. Es ging nun hin und her, der ZSC verlor zu diesem Zeitpunkt die Kontrolle über das Spiel, weil er hinten zu viel Zugeständnisse machte. Es war nicht so, dass Biel in der Verteidigung kompakter war, aber die Zürcher nutzten in dieser Phase seine Chancen schlicht und ergreifend nicht. Auch auf das Nervenkostüm der Zürcher hatte diese Situation Einfluss, so zettelte Baltisberger eine Keilerei vor dem Tor von Rytz an. Es wurde noch deutlicher emotionaler auf dem Eis, so kassierte Biel dann auch noch die erste Strafe dieses Mitteldrittels. Das dritt-schlechteste Powerplay der Liga sah dann nicht schlecht aus, war aber ineffizient wie oftmals zuvor in dieser Saison. So ging es mit der verkürzten Führung für den ZSC in die zweite Pause.

Die Entscheidung fiel erst in der Verlängerung
Was sollte uns der dritte Abschnitt dieser Partie bringen? Vorerst einmal ein erneuter Powerplay-Versuch des ZSC, aber wie bereits beschrieben, es blieb beim Versuch und dies war noch freundlich ausgedrückt. Besonders beim Installieren in der gegnerischen Zone tun sich die Zürcher aktuell bei nummerischer Überzahl sehr schwer. Marc Crawford konnte die Entwicklung dieser Partie so gar nicht gefallen und dieses Gefühl wurde in der 45. Minute bestätigt. Steiner erzielte in Eigenregie den zweiten Treffer der Heimmannschaft und der ZSC somit endgültig unter Zugzwang – das Abwarten musste spätestens jetzt ein Ende finden. Aber der ZSC fand den Tritt nun nicht mehr, auch wenn er seine Chancen hatte, so verpasste er es eben doch, in der Angriffsauslösung die nötige Konsequenz und Zielstrebigkeit an den Tag zu legen. Zur besten Chance dabei kam Baltisberger, der sich an der Bande gegen zwei Bieler durchsetzte und dann aber den Puck über die Scheibe setzte. Die Seeländer ihrerseits kamen zu einer weiteren Überzahlsituation, die dann der ZSC wiederum souverän von der Zeit spielte. Langsam wurde die Zeit knapp für beide Teams und da auch eine weitere Strafe gegen den Z ergebnislos vorüber ging, musste die Verlängerung oder sogar das Penaltyschiessen eine Entscheidung bringen.

Sie brachte es dann auch relativ schnell, der ZSC kassierte noch einmal eine Strafe in dieser Verlängerung und in der vier gegen drei Situation haute Spylo die Hartgummischeibe in die Maschen. Für den ZSC erneut eine Enttäuschung, die er nun wiederum verarbeiten muss. Zwei Mal in Serie haben die Zürcher in dieser Spielzeit noch nie verloren, aber viel mehr als dies, dürfte sie stören, dass sie aktuell deutlich unter ihrem Wert geschlagen werden und das Selbstvertrauen durchaus angeknickt sein dürfte…

Zu knapp im Resultat gewonnen

Rapperswil-Jona – ZSC 4:6 (1:3, 2:2, 1:1)

Der Cupsieg am vergangenen Mittwoch mochte niemanden so richtig zu erstaunen, zu klar ist der Klassenunterschied zwischen den NLA und den unterklassigen Teams in der Schweiz. Die Auslosung der nächsten Runde hat ergeben, dass der ZSC und der EV Zug den Achtelfinal gegeneinander austragen. Es beginnt also bereits wieder mit den Duellen zwischen den NLA-Teams. Auch Rapperswil ist noch im Cup mitdabei, in der Liga allerdings sind sie bereits wieder unten angekommen, genauer gesagt auf dem 11. Platz. Bei den St. Gallern gibt es genau eine Linie, die auf gutem NLA-Niveau ist: Es ist jene um die Schweden Danielsson, Johansson und Persson – sie haben zusammengezählt bereits 13 Treffer erzielt.

Fast zu wenig Vorsprung herausgearbeitet
Gerade einmal zwei Minuten brauchten die Fans und Spieler zu warten, ehe sie zum ersten Mal jubeln durften. Im Powerplay wurde Shannon von Keller bedient und „Päng“ war Rapperswil bereits wieder hinten. Die St. Galler waren in allen Belangen unterlegen, es fehlte den Ostschweizer an allen Ecken und Ecken. Knapp nach Drittelshälfte war es dann schon wieder soweit, erneut im Powerplay, diesmal durch Bastl. Bergerons harter Slapshot war der Auslöser für diesen Treffer. Es gab aber auch Strafen gegen den Z, die zweite in diesem Drittel hatte dann Konsequenzen. Flüeler wurde zum ersten Mal bezwungen und es schien fast so, als würde dieser Treffer den ZSC um den Lohn im ersten Drittel bringen. Rapperswil kam nun vermehrt zu Möglichkeiten und doch setzte sich am Ende die Klasse durch – erneut zog Bergeron seinen harten Slapshot auf, erwischte diesmal die Schaufel von Trachsler. Es war wichtig dieses Tor 30 Sekunden vor der ersten Pause.

Es wurde so richtig emotional
Durcg war diese Partie aber noch lange nicht, zu viele Nachlässigkeiten gönnte sich der Z in Teilen des Spiels. Dazu aber später mehr. Vorerst gab es noch ein Arbeitstor des ZSC zu bejubeln, nach einem Durcheinander vor dem Tor von Rappi stocherte Bärtschi die Scheibe ins Tor. Nun aber hagelte es Strafen in rauen Mengen, besonders der ZSC musste tief unten durch beim vermeintlich Unparteischen. Höhepunkt war der Check gegen den Hinterkopf von Seger knapp nach Spielhälfte. Zuvorgegangen waren zwei Powerplaytore von Rapperswil, die die St. Galler bis zum 3:4 heranbrachten. Eines davon sogar in doppelter Unterzahl. Der Schiedsrichter avancierte zur Hassfigur der Zürcher Fans in dieser Phase. Erst nach dem fünften Treffer – auch diesmal war es ein Powerplaytor – der Zürcher. Diesmal war es Keller der den Stock zuletzt an der Scheibe hatte. Eine Erlösung für die Zürcher, so konnte man beruhigter die zweite Pause in Angriff nehmen.

Am Schluss nur noch wenig Gefahr
Im letzten Abschnitt war dann nur noch wenig Gefahr in Sicht. Zu gut der ZSC und zu bescheiden die Mittel von Rappi. Bereits nach 41. Minuten machte Künzle dann den Sack eigentlich zu. Er wurde wunderbar von Schäppi angsspielt, von hinter dem Tor. Den Schlusspunkt setzte dann Rapperswil in der 49. Minute und dem vierten Tor des Heimteams. Mehr ging eigentlich nicht mehr danach. Es hätte auch 1:6 ausgehen können, aber drei Punkte sind drei Punkte und so kann der ZSC entspannt den morgigen Match vorbereiten.

Der zweite lockere Sieg dieser Saison

ZSC – HC Ambri-Piotta 5:1 (1:1, 3:0, 1:0)

Null Punkte und ein Nackenschlag im Thema Angstgegner Fribourg resultierten aus der gestrigen Partie. So gut hatte es ausgesehen, bis fünf Minuten vor Ende dieser Partie, da wendete Sprunger die Partie mit zwei Toren im Powerplay. Über die Umstände wie es dazu führte, müssen wir am Tag danach nicht mehr diskutieren. In solch einem gedrängten Spielplan gibt es zum Glück bereits 24 Stunden später wieder die Chance eine Reaktion zu zeigen. Der HC Ambri-Piotta erlebte einen aufregenden Saisonstart. Ambri wähnte sich bereits mit einer 3:2 Führung Sekunden vor Ende als Sieger. Doch eine Sekunde vor Ende (ja, dies sind 1,5 Sekunden weniger als beim Titel 12/13 in Bern) erzielte der SCB dann doch noch den Ausgleich. Aber die Leventiner standen auf und gewannen am Ende im Penaltyschiessen. Beim ZSC fehlte heute neu auch noch Nilsson neben Stoffel Blindenbacher und Keller. Es fehlten dem Z also einige Stammkräfte für das heutige Spiel.

Der ZSC von Beginn weg
Mit dem Beginn dieser Partie übernahm der Z das Diktat dieses Spiels. Schnell war der Klassenunterschied zwischen den beiden Mannschaften auszumachen, aber er konnte dies im ersten Drittel noch nicht immer auf das Eis bringen. Bis zur 10. Minute und dem ersten Treffer in dieser Partie. Im Powerplay zog Seger ab und Cunti lenkte diesen Schuss unhaltbar ab. Nun war die Partie lanciert und auch Ambri gelangte zu ihren guten Chancen. Doch Flüeler und seine Vorderleute hatten alles, also fast alles im Griff. Selbst in Unterzahl, von denen es erneut einige gab. Ein defensiver Fehler ermöglichte den Leventinern in der 19. Minute den Ausgleich.

Eine klare Sache im Mitteldrittel
Das Mitteldrittel wirkte dann noch etwas klarer zu Gunsten des ZSC. Nach 26. Minuten war es dann die erneute Führung für den ZSC. Bewerkstelligt wurde der Treffer durch Baltisberger. Ursprung war ein Angriff über Wick, der zu Cunti passte und dieser lies wohl etwas unfreiwillig die Scheibe liegen, was Balti eiskalt nutzte. Sowieso wirkte die Linie um Wick, Cunti und Baltisberger als Aktivposten in dieser Partie. Für den dritten Treffer war dann Geering besorgt, der Verteidiger zog in der 35. Minute in den Slot und erwischte Ambris Torhüter durch den Pulk vor dem Tor. Von nun an war bei Ambri die Luft draussen. Nur eine Minute später war es Cuntis zweiter Treffer, der die Entscheidung herbeiführte. Wieder war es die Paradelinie, die für diesen Treffer verantwortlich war. Sie hatte dieses Spiel fest in den Händen und prägte den Ausgang massgeblich.

Keine Probleme mehr im Schlussdrittel
Im letzten Abschnitt sollte der Z dann keine Probleme mehr bekunden, diesen Sieg nach Hause zu fahren. Zu stark agierte e und zu schwach war Ambri an diesem Abend. So war dann dieses letzte Drittel mehr Kür als etwas Anderes. Erstaunt oder zumindest erfreut war man ab den jungen Spielern in den ersten drei Partien. Angefangen bei Siegenthaler – der gerade einmam 17 Jahre alt ist!!! -, über Künzle bis hin zu Baltisberger. Es beeindruckt absolut, wie kompakt dieses Kader ist. Den Schlusspunkt setzte Wick in der 59. Minute – auf Vorarbeit von Cunti und Baltisberger, wie sollte es auch anders sein. So ging dieser Samstagabend erfolgreich zu Ende und der ZSC zeigte in den ersten drei Partien ein starkes Gesicht. Wie dies gegen Zug und Kloten aussieht, muss sich noch beweisen. Aber wir dürfen diesen Spielen positiv entgegenschauen.

Fribourg und Ambri warten am Wochenende

Eine Meisterleistung war das 4:1 gegen Rapperswil-Jona noch lange nicht, aber es zeigte auf, wie viel Qualität in der Mannschaft steckt, auch wenn es vielleicht einmal nicht so läuft. Die St. Galler jedenfalls hatten, abgesehen von den ersten Minuten, kaum je eine realistische Chance auf den Sieg an diesem Mittwochabend. Trotzdem brauchte es bis über die Spielhälfte hinaus Zeit, ehe der ZSC zum ersten Mal die Führung übernehmen konnte. Ein erster Test gibt es dann im Spiel gegen den HC Fribourg-Gotteron, welches am Freitag auf dem Programm steht.

Fribourg-Gotteron; der Angstegegner
Auch in der vergangenen Spielzeit setzte es gegen Julien Sprunger und Co. in drei von vier Spielen eine Niederlage ab. Nur das Auftaktsspiel im September konnte der ZSC gewinnen, auch dieses Jahr trifft das Team von Crawford wieder früh auf seinen ungeliebtesten Konkurrenten in der Liga.

Woher also die Zuversicht schöpfen für eine Trendwende?
Viel gibt es eigentlich nicht, dass sich seit letzter Saison in diesem Duell verändert hat. Vielleicht aber bringt die Rückkehr von Jeff Tambellini in die Schweiz, oder eben genauer gesagt zu Gotteron, jenen emotionalen Kick, denn die Zürcher brauchen. Tambellini verliess den ZSC Hals über Kopf und mit ziemlich viel Wirbel vor zwei Jahren. Nach einem Abstecher nach Schweden kehrt der Flügel nun wieder in die Schweiz zurück. Es ist also der Moment gekommen für eine kleinere Abrechnung – selbstverständlich nur auf dem Eis – für diese unschöne Geschichte!

HC Ambri-Piotta; die neuen Ausländer
Beim Heimspiel gegen den HC Ambri-Piotta ist dann die Favoritenrolle wieder deutlich klarer verteilt. Trotz einer ordentlichen Rochade auf den Ausländerpositionen dürfte der HC Ambri-Piotta auch dieses Jahr maximal um den Trennstrich spielen. Die Vorbereitung der Leventiner war durchaus ansprechend, was dies aber in der Meisterschaft wert ist, wird sich erst noch zeigen müssen.

3, 2, 1… los geht’s!

Es ist also wieder soweit, die neue Saison steht nun wirklich unmittelbar bevor und als erster Gegner wartet Rapperswil-Jona. Ein Team, dass man vom Kader her kaum wiedererkennt aus der letzten Saison. Gegenüber neun Abgängen stehen elf Neuverpflichtungen – darunter die zwei ehemalige ZSC Spieler Tim Wolf (Torhüter) und Cedric Hächler (Verteidiger). Zwei Schweden sollen den St. Gallern sowohl in der Offensive, wie auch in der Defensive mehr Stabilität und Qualität verleihen. Den defensiven Part übernimmt dabei Johan Fransson – er ist der neuste Zuzug und wurde 2013 Weltmeister. In der Offensive soll Mikel Johansson mehr Power aus Schweden bringen. Damit ist die vierköpfige Schweden-Fraktion am unteren Ende des Zürichsees komplett.

Bei den St. Gallern hat zweifelsfrei eine verjüngung der Mannschaft stattgefunden. Nur noch vier Spieler haben einen Jahrgang 1983 und tiefer – als über 30 Jahre alt. Im letzten Jahr waren es noch deren 13 Stück! Wie schnell sich diese Umstrukturierung des Kaders ausbezahlen wird, ist noch nicht absehbar. Aber Rapperswil hat definitiv einen grossen Schritt nach Vorne gmeacht und könnte dieses Jahr endlich wieder einmal im Kampf um die Playoffs mittun.

Trotzdem sollte es im Bereich des Machbaren liegen, den morgigen Gegner zu bezwingen. Auf der einen Seite ist Zürich sicherlich bereits deutlich mehr im Spielrhythmus als der Gegner. Dies sieht man auch an den Vorbereitungsspielen von Rapperswil, die nur gerade dreimal siegen konnten – zweimal davon gegen einen NLB-Verein. Gegen die NLA Teams und einmal sogar gegen ein NLB-Team war man teilweise sogar chancenlos. Es scheint also, als brauche die neue Mannschaft in St. Gallen noch Zeit um sich zu entwickeln…