Ein blindes Huhn findet auch einmal ein Korn!

Das sechste und somit letzte Derby in dieser Qualifikation stand heute auf dem Programm. Der Meister aus Zürich kehrte also wieder einmal an die Spielstätte zurück, wo er im vergangenen Jahr den Titel feierte. Kloten konnte in dieser Saison gegen den Z bisher noch keine Punkte einfahren und verlor die letzten 11 Direktbegegnungen allesamt. Beim Gast aus Zürich wurde diese Woche noch die Vertragsverlängerung des Assistenzcaptain Ryan Shannon um zwei Jahre (bis 2017) bekannt.

Effizienter ZSC zeigt dem Heimteam den Meister
Kloten startete etwas besser in dieses Derby, waren sie doch sehr auf die Punkte angewiesen. Die Tabellenlage sieht momentan für den Kantonsrivalen nicht sehr gut aus. Boltshauser hütete heute das Zürcher Tor und erledigte seinen Job sehr gut. In der 5. Spielminute konnte Bergeron mit einem Distanzschuss die Führung der Gäste erzielen. Die mitgereisten Fans des ZSC konnten bereits sehr früh jubeln. Nach dem Gegentreffer versuchten die „Tiefflieger“ zu reagieren, kamen aber weiterhin nicht am sehr starken Boltshauser vorbei. Knapp sechs Minuten nach dem Führungstreffer doppelte Baltisberger auf Pass von Siegenthaler zum 2:0 nach. Die Klotener Fankurve ab diesem Zeitpunkt sehr ruhig, hatte der ZSC diese Parte doch klar im Griff. Trachsler kassierte nach einer kleinen Prüglerei die erste Strafe doch Kloten konnte davon nicht profitieren. Die Kollegen vor Boltshauser schirmten das Tor gut ab und brachten den 2-Torevorsprung in die Pause.

Zürich hat alles im Griff
Der Meister startete besser in den zweiten Abschnitt und hatte zu Beginn eine kleine Druckphase. Schwendener im Tor des Heimteams wurde einige Male geprüft und konnte sich entsprechend auszeichnen.
Nach 25 Minuten konnte Nilsson von der Mittellinie alleine aufs Tor ziehen und brachte den ZSC mit seiner coolness mit 3:0 in Führung. Den 3-Torevorsprung konnte der Z aber nicht lange halten. Es vergingen nur etwa 15 Sekunden da erzielte auch Kloten den ersten Treffer. Das Spiel ab diesem Zeitpunkt sehr ausgelichen, der ZSC hatte aber etwas die gefährlicheren Chancen. Baltisberger, Shannon und Co scheiterten aber immer wieder an Schwendener.
Die Heimkurve wurde vom gut gefüllten Zürcher-Sektor übertönt, es war lediglich die dämliche Trommel zu hören.

Den Vorsprung verspielt
Den Vorsprung verwaltete der ZSC während dem ganzen Drittel gekonnt. Viele Torchancen hatten die Klotener nicht. Einzig im Powerplay waren sie gefährlich und konnten dann auch auf 2:3 verkürzen. Zu spielen waren noch 9 Minuten, meistens spielte sich das Geschehen aber vor dem Tor der Heimmannschaft ab. 36 Sekunden vor Schluss und ohne Torhüter konnte das Team von Simpson das Resultat zum 3:3 ausgleichen. Die Trommel in der Klotener Kurve feierte den Treffer wie ein Meistertitel. Für Kloten war es ja auch der erste Punkt gegen den ZSC seit sehr langer Zeit.
Die Teams konnten bis zur Sirene nichts mehr bewegen und so kam es zur ersten Verlängerung der beiden Mannschaften in dieser Saison.

Nicht einmal eine Minute…
Die Verlängerung dauerte nicht einmal eine Minute, da gelang dem Rivalen aus Kloten das Siegestor. Nach 11 Derbysiegen des ZSC in Serie gewann erstmals wieder der Gegner. Die Fankurve feierte den Sieg wie ein Meistertitel. Nur, so ein Titel ist momentan für dieses Team sehr weit entfernt.

Guet Nacht Züri!

Der elfte Derbysieg ist da!

ZSC – EHC Kloten 3:2 (1:0, 1:1, 1:1)

Das zweite Derby innert drei Tagen stand, zumindest für den EHC Kloten, klar unter dem Zeichen der Revanche. Nach dem der ZSC am Sonntag innert drei Minuten das Spiel gekehrt hatte, war Simpson gar nicht zufrieden und wollte verständlicherweise heute eine Reaktion seiner Mannschaft sehen. Beim ZSC wurde dagegen Mathias Seger, der am Sonntag seine 1000 Partie in der NLA bestritt, geehrt. Er ist der letzte Verbliebene, der die Jahrtausendwende mit den beiden Titeln miterlebt hatte. Für einmal hatte Crawford nur ein Gitter-Junior dabei, damit war seit langem wieder einmal quasi ein routiniertes Team am Werk.

Ein guter Start
Das Spiel musste, aufgrund der Ehrung von Segi, etwas später angepfiffen werden. Doch das Team von Crawford lies sich dadurch aber nicht beunruhigen, im Gegenteil; er startere von Beginn an druckvoll und wollte keine aufkommende Euphorie bei Kloten, durch ein oder zwei gute Aktionen, zulassen. So erstaunte es dann wenig, dass der Z bereits nach acht Minuten jubel konnte. Schäppi behauptete hinter dem Tor die Scheibe, passte zu Künzle und der haute die Scheibe an Müller vorbei. Dieser war sichtlich bemüht, seine Fehlleistungen von vergangenem Sonntag zu kompensieren. Es gelang ihm, zumindest teilweise, aber an der Zürcher Überlegenheit in diesem Drittel.

Starkes zweites Drittel
Es wurde ruppiger im zweiten Drittel, Kloten versuchte mit seinem Körperspiel den ZSC zu beeindrucken. Vorerst aber machte Schelling den Ausgleichstreffer, ein Schuss aus dem Nichts, von der blauen Linie fand den Weg an Boltshauser vorbei. Nun aber hagelte es Checks, einige hart an der Grenze, einige sogar deutlich darüber hinaus; die Schiedsrichter allergdings hielten es nicht für nötig, den einen oder anderen Klotener vom Eis zu stellen. Doch nach dem Kaltstart für den ZSC, folgte sogleich die Reaktion. In Person von Senteler, der nach 23. Minuten, also nur drei Minuten nach dem Ausgleich, schon wieder für die Führung besorgt war. Kloten von der Rolle, unfähig zu reagieren, ja, das Team von Simpson wirkte lethargisch – gar orientierungslos. Ganz im Gegenteil zum ZSC, da lief jeder für jeden. Fast ausnahmslos wurdem die Checks zu Ende gefahren. Das Interesse des Teams stand über jenem des Einzelnen. Bestes Beispiel war, als Malgin von einem Klotener unfair angegangen wurdem sofort reagierten Tallinder und Trachsler und nahmen den Klotener in die Mangel – so geht das!
Lange ging es für den EHC noch auf, doch in der 38. Minute bereitete Blindenbacher magistral vor und Bärtschi brauchte nur noch einzuschieben.

Erst zu spät eine Reaktion
Das letzte Drittel wäre dann eigentlich eine klare Sache. Kloten hatte 17. Minuten lang keine Chance, der Z dafür sogar zwei Treffer ans Aluminium. Dass es dann doch noch eng wurde, hatte mit dem Nachlassen der Zürcher zu tun. Müller verliess über zwei Minuten vor Ende des Spiels das Gehäuse, der Z hatte mehr als eine Chance, lies diese alle aber kläglich aus. Somit avancierte der zweite Klotener Treffer nur noch zum Warnschuss! Aber diese Spielereien zum Ende hätten auch noch zur Wende führen können. Zum Glück ist Kloten zurzeit nicht in der Verfassung solche Dinge zu nutzen.

Eine verrückte Wende zum Schluss!

Kloten – ZSC 2:4 (1:0, 1:0, 0:4)

Das heutige Derby stand ganz unter dem Zeichen des 1000. NLA Spiel unseres Captains. Vom ZSC selber wird es dann am Dienstag eine Ehrung geben – eine stolze Leistung, auch wenn er nicht alle Partien im Dress der Zürcher absolvierte. Mit ihm wird dann, wenn er seine Karriere beendet, die letzte Ikone aus den Meisterjahren um die Jahrtausendwende verschwinden. Es ist eben schon lange her…
Aus Kanada zurückgekehrt waren Malgin und Siegenthaler, wobei ersterer auch bereits wieder im Aufgebot stand.

Auch im zweiten Drittel keine Tore des ZSC
Für den EHC ging es um mehr, dies kristallisierte sich schnell heraus. Kloten griff an, der ZSC primär in der Verteidigung engagiert. Auch wenn es zu Beginn nur wenige Chancen für das Heimteam gab, so war die Überlegenheit dennoch unübersehbar. Was auch immer sich der ZSC nach der Niederlage in Bern vorgenommen hatte, es konnte überhaupt nicht umgesetzt werden. Positiver Kontrast dazu, die Zürcher Fans, welche das erste Drittel fast durchgehend gute Stimmung erzeugten. Selbst dann noch, als von Gunten in der 14. Minute von einer defensiven Unachtsamkeit profitierte. Dabei blieb es auch, aber ein weiterer Kloter Treffer wäre auch nicht unverdient gewesen – zum Glück blieb es beim Konjuktiv, vorderhand.

Trotz deutlicher Überlegenheit hinten
Crawford hatte dann in der ersten Pause die richtigen Worte gefunden. Zumindest war das, was man da zu sehen bekam deutlich besser als im ersten Drittel. Er war nun deutlich besser, hatte mehr Spielanteile als Kloten. Dennoch war der Andrang von wenig, ja von gar keinem Erfolg geprägt. Das 1:1 war längst überfällig und doch fiel in der 29. Minute das 2:0 – aus dem Nichts. Nunja, Kloten effizient und der ZSC weiterhin besser, es folgten Chancen um Chancen für den ZSC. Erschwerend dazu kam, dass es keine Strafen gab, nicht so, dass es unfair war, aber eben, einige Strafe hätte man dennoch pfeiffen können. Zur zweiten Pause wäre ein ausgeglichener Spielstand gerecht gewesen, aber so musste der ZSC einen 2:0 Rückstand wettmachen.

Eine unfassbare Wende im letzten Drittel
Etwas die Hoffnung ging bei den Zürchern verloren nach diesen ersten beiden Dritteln – zu unrecht. Den was folgte, war etwas vom spektakulärsten, was es seit langem zu bestaunen gab. Aber alles von Beginn an: es sah nicht gut aus, Baltisberger musste nach 44. Minuten auf die Strafbank. Mein Nachbar meldete noch mit letzter Hoffnung, dass er nun ein Shorthander rieche. Er sollte Recht behalten, Fritsche haute die Scheibe Backhand unter die Latte. Das Blatt wendete sich, die Hoffnung bei allen auf den zehnten Derbysieg zurück. Keine 20 Sekunden später dann endültig alles ausser Rand und Band im Zürcher Sektor. Diesmal haute Trachsler die Scheibe, ebenfalls Backhand – in die Maschen! Wow… Explosion, die Zürcher Fans in totaler Euphorie, alles lief wie im besten Drehbuch.

Aber es kam noch besser, diesmal lief Wick durch und schlenzte die Scheibe zwischen Müllers Beinen hindurch ins Glück! Nun rannte Kloten einem Rückstand nach und damit wurde das Team von Simpson nicht fertig. Zwei Minuten vor Ende kassierten sie gar noch eine Strafe – Folge davon war Bärtschis Treffer zum entscheidenden 4:2. Nun war alles durch und der ZSC konnte sich voll auf das Feiern vorbereiten. Es war ein würdiges Spiel für den Leitwolf, für Segi!

Mir gratuliered zum 10. Derbysieg in Serie und zum 1000 igste NLA Spiel…

9. Derbysieg in Serie

ZSC 2:0 EHC Kloten (2:0; 0:0; 0:0)

Zürcher Überlegenheit bleibt lange unbelohnt
Dort wo die Zürcher Gestern in Freiburg aufgehört hatten, machten sie heute weiter. Wieder war es die Linie um Wick, Shannon und Künzle, welche für die Akzente im Zürcher Spiel sorgten. Insbesondere Mike Künzle kam dem 1:0 in der Startphase zwei mal ganz Nahe, scheiterte jedoch mit beiden Abschlüssen an Jonas Müller, welcher heute bei den Klotenern für Martin Gerber im Tor stand. Der Zürcher Schwung wurde dann aber durch streng gepfiffe Strafen abgewürgt. Das Klotener Powerplay blieb aber mehr als harmlos. Jedoch wurde in der Folge klar, dass das hier nicht so einfach werden würde, wie der Match Tags zuvor in Freiburg. Von Kloten kam nichts bis gar nichts und dem ZSC gelang es nur selten die gegnerischen Verteidiger in Verlegenheit zu bringen. Kurz vor der ersten Drittelspause ging der ZSC dann doch noch in Führung. Schäppi hatte einen Schuss von Bergeron vor dem Tor unhaltbar abgelenkt. Und als kurz darauf ein Klotener auf die Strafbank musste, kam es für die Gäste knüppeldick: Shannon mit dem Querpass durch die Box und Robert Nilsson versenkte den Puck per One-timer zum 2:0 im Netz. So wurde der ZSC im diesem Drittel noch spät für die Feldüberlegenheit belohnt und gingen mit einer verdienten 2:0 Führung in die Pause.

Kloten weiterhin harmlos – Zürich im Style eines Spitzenteams
Auch im zweiten Drittel spielte mehr oder weniger nur eine Manmschaft. Vom EHC Kloten kam in der Offensive weiterhin gar nichts. Und wenn dann doch mal was kam, war Lukas Flüeler Herr der Lage. Auf der Gegenseite verpassten es die Zürcher mehrmals die Führung auszubauen und so blieb es weiterhin spannend – resultatmässig zumindest. Ernsthaft das Gefühl das Kloten diesen Match noch kehren würde, kam jedoch nicht auf, dafür agierten sie einfach zu harmlos. Hier fragt man sich schon, wie man mit so einem prominent besetzten Kader in einen Derby so harmlos und emotionslos sein kann. Und so blieb es auch bis zur 2. Pause beim 2:0.

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Im letzten Drittel agierten die Zürcher – wie am Abend zuvor in Freiburg – im Style einer Spitzenmannschaft und kontrollierten Gegner als auch Scheibe gekonnt. Sie verpassten es einzig eine Vorentscheidung herbei zuführen, die Chancen dazu wären da gewesen. Doch auch die Klotener hatten nun die eine oder andere Möglichkeit, jedoch zeigte Lukas Flüeler auch heute wieder seine Klasse und liess sich nie aus der Ruhe bringen. In den letzten Minuten kamen dann auf Klotener Seiten doch noch die Emotionen zum vorschein, jedoch im negativen Sinn. Romano Lemm kassierte 4 Strafminunten und nahm so seiner Mannschaft die letzte Chance und Hoffnung auf Punkte im Hallenstadion. Und so blieb die Strafe von Chris Baltisberger 1 Minute vor Schluss nur eine Randnotiz. Die Zürcher feierten so ihren 9. Derbysieg in Serie.

Fotos: ZSC – EHC Kloten

Bilder der Partie ZSC gegen den EHC Kloten im Hallenstadion, Zürich am 06.12.2014.