Spielerbeurteilungen Teil 5: Flüeler und Brown

Schlag auf Schlag geht es weiter mit den nächsten Spielern. Heute stehen Lukas Flüeler und Dustin Brown im Programm zur Beurteilung.

Bisherige Beurteilungen:
25.12.2012 Blindenbacher und Geering
26.12.2012 Monnet und Cunti
27.12.2012 Seger und Shannon
28.12.2012 Schäppi und Wick

#30 Lukas Flüeler
Statistik:
Saison 12/13: 31 Spiele, 2.66 Gegentore pro Spiel, 91.3% Fangquote

Bewertung: gut – sehr gut

Begründung:
Die Saison 2012/13 ist die erste Saison, in welcher Lukas Flüeler die alleinige Nummer 1 im Zürcher Tor ist. Der grosse Schatten „Ari Sulander“ gehört der Vergangenheit an. Trotz, oder gerade aufgrund dieses etwas verringerten Druckes auf Flüeler, zeigt dieser eine gute Saison. Grosse Patzer sind beim 24-jährigen Torhüter kaum mehr welche auszumachen. In einigen Spielen war es dieses Jahr sogar Lukas Flüeler alleine zu verdanken, dass die Zürcher nicht verloren. Bestes Beispiel dafür das letzte Derby, in welchem er 37 der 38 Schüsse abwehrte und damit den 2:1 Derbysieg überhaupt ermöglichte.

#32 Dustin Brown
Statistik:
Saison 12/13: 13 Spiele, 6 Tore, 4 Assists, 24 Strafminuten, +0 Bilanz

Bewertung: gut

Begründung:
Lange lies sich Edgar Salis Zeit mit dem Entscheid einen NHL-Spieler zu verpflichten. Mit Dustin Brown kam dann kein Techniker, sondern eigentlich eher einer für die physischen Geschichten. Brown wurde ziemlich schnell für sein physisches Spiel zurückgepfiffen. Viel Zeit der ersten beiden Spiele verbrachte der Amerikaner in der Kühlbox. Mehr und mehr aber gewöhnte er sich Brown an das Spiel in der Schweiz. Damit verbunden aber passte er sich auch dem Niveau an. Seine Klasse deutet der Captain der LA Kings immer wieder an, doch mit so 100% scheint der Lockout-Spieler doch nicht bei der Sache zu sein. Gerade einmal – im siegreichen Spiel gegen den HC Lugano – war Brown überragend und sammelte insgesamt 4 Punkte.

Der NHL-Hype ist auch in Zürich angekommen

Eine halbe Stunde vor dem ersten Puckeinwurf steht jeweils die obligatorische Medienkonferenz auf dem Programm. An ihr informieren Exponenten der beiden Clubs über die Aufstellung der beiden Teams. Bei normalen Qualifikationen hören sich diese Worte nur wenige Journalisten an, anders gestern. Der Hype um Dustin Brown hatte schon eine Woche zuvor, mit seiner Ankunft in Zürich, begonnen. Und er setzte sich soweit fort, dass der Captain der LA Kings, ein grosses Interview nach Spielende gab, da er beim Nachkommen aller Wünsche nicht zum Schlaf gekommen wäre.

Zuerst auffällig, dann unscheinbar
Der Start war vielversprechend und gut möglich, dass der frische Wind von Brown die Mannschaft in den ersten Minuten pushte. Allerdings geht im Zuge um den Brown-Hype vergessen, dass der Z in den ersten vier Minuten mit allen Linien, bei fünf gegen fünf, quasi Powerplay spielte.

Auch, dass die Linie um Trachsler, Monnet und Bastl stark aufspielte und für zwei der drei Zürcher Tore verantwortlich war, geht in der allgemeinen Berichtersattung um die neue Nummer 32 unter. Genau gleich wie die Tatsache, dass Cunti bei seinem Comeback bereits wieder grossartige Angriffe lancierte und ihm die Scheibe beinahe am Stock klebte.

Als sich die ganze Mannschaft von Zug den Schneid abkaufen lies, da schraubte auch Brown einen Gang zurück. Auch wenn er ab und zu, selbstverständlich zur Freude der Zuschauer im Hallenstadion, noch einen kernigen Check platzierte, so konnte auch er an der Niederlage nichts mehr ändern.

Ein Vorteil hatte dann das grosse Medieninteresse an Brown noch, mindestens für die restlichen Spieler, sie konnten sich den Medienmarathon ersparen, denn für sie interessierte sich heute kaum jemand.

Fazit: Dustin Brown ist eine Verstärkung und sobald der Alltag einkehrt, der erste grosse Hype durch ist, dann dürften wir noch viel Freude an ihm haben. Ein Übermensch und Sieggarant ist aber auch er nicht, falls dies je jemand glaubte…

Den grossen Zusammenschluss verhindern

Selten war die Tabelle so ausgeglichen wie in dieser Spielzeit. Zwischen Rang 3 (Fribourg-Gotteron) und dem 10. Rang (Rapperswil-Jona) liegen nur gerade vier Punkte Differenz. Dazwischen, aktuell auf Rang 6, liegt der EV Zug, jedoch mit einem Spiel weniger. Theoretisch könnten die Innerschweizer also morgen mit einem Sieg bis auf den zweiten Rang vorrücken.

Kein Willkommens-Apero für Dustin Brown
Damit ist auch klar, dass es im Spiel gegen den EV Zug kein Warmlaufen für den neuen Mann aus der NHL gibt. Zeit für Angewöhnung gibt es kaum, denn ohne Punkte gegen Zug ist man quasi mittendrin im grossen Strudel, welcher von Spitzenplatzierung bis zum Playoutkandidaten alles beinhaltet.

Dennoch dürfte mit Brown ein neuer und frischer Wind in die Angelegenheit kommen. Der Flügel aus den USA dürfte ein physisches Element in das Spiel der Zürcher bringen. Aber der Captain der LA Kings hat bereits angedeutet, dass er die Sache ruhig angehen möchte, denn einige Checks, welche in der NHL noch erlaubt sind, werden hier bereits geahndet. Für die Fans ist zu hoffen, dass diese Vorsicht nicht allzu Lange anhält.

Die Starlinie im Griff halten
Die Taktik, um den EV Zug zu bezwingen, ist kein Geheimnis und man muss auch kein ausgereifter Taktiker sein um zu realisieren, dass die Omark, Zetterberg und Brunner-Linie in den harten Griff genommen werden muss. Also quasi bereits die erste passende Aufgabe für Brown, der sich durchaus hier einmal auf ein Privatduell einlassen darf.

Vorne müssen dann eher Wick oder Shannon für die Treffer besorgt sein. Und die Defensive ist nicht die Stärke der Zuger, die 3.15 Tore pro Spiel, welche sie erhalten, wird in der Liga nur noch von Langnau, Ambri, Biel und Rapperswil übertroffen. Auch bezüglich Direktduell sieht es für den EV Zug nicht gut aus. Die beiden bisher gespielten Partien waren jeweils eine Beute der Zürcher. Und morgen abend muss ein Sieg das Ziel sein, denn eine Niederlage würde in die letzten Wochen vor Weihnachten noch unnötige Nervosität bringen.

Wir dürfen also auf das morgige Spiel gespannt sein und dies gleich aus mehreren Gründen.

Der ZSC verpflichtet Dustin Brown

Nun hat also auch der ZSC seinen Lockout Spieler verpflichtet. Es ist Dustin Brown, der aktuelle Captain der Los Angeles Kings und somit auch amtierender Stanley Cup Sieger.

Immer bei den LA Kings

Erstmals in Erscheinung trat Brown in der Saison 2001/02, als er in der OHL (Ontario Hockey League) mit 73 Punkten aus 63 Spielen drittbester Scorer wurde. Mit dieser Saison, sowie der darauffolgenden – wo er sogar am meisten Punkte sammelte in der OHL -, legte er sich den Grundstein für seinen Draft in die NHL. Dort wurde er von Los Angeles in der ersten Runde, an Stelle Nummer 13, gezogen.

Dustin Brown

Dustin Brown

In der Saison 03/04 machte er dann seine ersten Erfahrungen in der NHL, welche aber noch nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt waren. Nur gerade 31 Spiele durfte der damals 19-jährige Brown absolvieren. Erst nach dem NHL Lockout und einer Ehrenrunde in der AHL, welche er bei den Manchester Monarchs bestritt, konnte sich der Flügelspieler in der NHL etablieren. Während dieser Zeit machte sich Brown zum harten und gefürchteten Spieler. In der Lockout Saison schaffte er es neben dem zweiten Platz in der Torschützenliste auch noch auf Platz 9 der Strafenliste.

Diesem Ruf wurde er auch eine Saison später, seiner ersten Saison als Stammspieler in der NHL, gerecht. Mit 80 Strafminuten und 175 ausgeteilten Checks gehörte er zu den Top-15 in der NHL, in dieser Kategorie. Fortan war Brown immer Stammspieler bei den Kings und zeigte mehr und mehr auch seine Qualitäten vor dem Tor. In der Saison 07/08 erreichte er statistisch seine beste NHL Saison. In 78 Partien wurden ihm 33 Tore und 27 Assists gut geschrieben.

Die Beförderung zum Captain
Zwei Saisons später wurde Brown dann zum Captain der LA Kings auserwählt. Er übernahm damals von der NHL Legende Rob Blake die Verantwortung als Captain bei den Kings. Seither trägt der 1.83 Meter grosse und 95 Kilogramm schwere Brown das C auf der Brust und feierte damit in der vergangenen Saison den Titel in der NHL. Gleichzeitig wurde er als bester Torschütze und Scorer ausgezeichnet.

Mit Brown hat der ZSC einen starken Flügelspieler verpflichtet, welcher insbesondere in den entscheidenden Momenten den Unterschied ausmachen kann und nötigenfalls auch durch Härte seine Mannschaft zurück ins Spiel bringt. Hier noch einige Videoausschnitte der Neuverpflichtung:
Koptiar auf Brown und Tor!
Hattrick von Brown gegen Vancouver
Dustin Brown vs. Marc Staal