Ein niemals gefährdeter Sieg

ZSC – HC Lausanne 2:0 (1:0, 1:0, 0:0)

Es war nicht so, dass man sich einen wirklich spannenden Match am gestrigen Abend erhoffte. Dennoch war es dann, zumindest im zweiten Drittel, eine durchaus unterhaltsame und emotionale Angelegenheit. Hürrlimann checkte Seger in den Hinterkopf und dies sorgte dann für ganz schön viele Emotionen. Am Ende setzte sich der ZSC dann aber mit 6:4 einigermassen souverän durch. Was weiterhin beeindruckte war das Vertrauen, welches Crawford in seine „Grünschnäbel“ Malgin und Siegenthaler offenbart. Beide spielen mittlerweile alle Partien durch und dies mit einer durchaus beachtlichen Eiszeit. Warum also dies vor dem Spiel gegen Lausanne ändern, dachte sich wohl auch Crawford und gewährte zumindest Malgin erneut die Chance in der obersten Spielklasse zu agieren. Zurück im Kader war auch Cunti nach seiner Verletzung. Trachsler und Bastl, seines Zeichen beide Torschützen am gestrigen Abend, waren in der vierten Linie. Es zeigt auf, wie stark der Z aufgestellt ist.

Überlegen, aber nur zwei Tore in zwei Dritteln und dann war es schon durch
Nunja, so viel schon einmal im Voraus: in die Geschichtsbücher dürfte dieses Spiel kaum eingehen. Emotionen wurden fast gänzlich vermisst, dies lag zum einen am Tempo und der Intensität des Spiels und auf der anderen Seite sicher auch an der spielerischen Überlegenheit der Zürcher, welche diese aber erst in der 20. Minute in ein Tor ummünzen konnte. Es war Keller, der nach Vorarbeit von Shannon, die Scheibe irgendwie über die Linie brachte.

Wie wenig los war in diesen ersten beiden Spielabschnitten zeigte auch die Tatsache, dass es nur gerade zwei kleine Strafen gab – eine davon wegen zu vielen Spielern auf dem Eis. Trotzdem gab es noch einmal ein Tor für den ZSC. In der 35. Minute war es Geering, dessen Schuss von der blauen Linie den Weg ins Tor fand.

Was soll ich diesen Bericht unnötig verlängern, wenn es nicht nötig ist? Selbst, dass Huet 2:43 vor Ende das Tor verliess, änderte gar nichts mehr am Zürcher Sieg. So knapp das Resultat scheint, so klar war es unter dem Strich. Zweifel am Sieg gab es nie und so konnte der ZSC sogar etwas Energie für das wichtige CHL Spiel am Dienstag sparen. Bis am Dienstag in Wien…

Die Perfektionierung der Nachwuchsförderung

Es ist kein Geheimnis, dass der ZSC im Bereich der Juniorenausbildung allen anderen NLA-Teams ein, wenn gar nicht zwei Schritte voraus ist. Bereits in den letzten Jahren zeigte sich die von Walter Frey aufgebaute Pyramide je länger je mehr. Nun aber, in der Spielzeit 2014/15 erreicht der Einbau der Junioren einen Stellenwert beim ZSC, der für die Zukunft einen massgebenden Charakter erhalten könnte. Marc Crawford und Edgar Salis schrecken selbst nicht davor zurück, zwei 17-jährige Junioren – die noch in der Elite A spielen könnten – während einer ganzen Partie in der ersten Reihe spielen zu lassen. So geschehen, gestern im Spiel gegen den vermeintlichen Angstgegner HC Fribourg-Gotteron.

Das unerschrockene Debut von Denis Malgin
Jonas Siegenthaler durfte bereits in der letzten Saison sechs Mal im Kader der Zürcher auflaufen. Damals noch Ergänzung hat er es in der neuen Saison auf Anhieb zu einem Stammplatz gebracht. Selbst Crawford äusserte sich erstaunt, wie solid und unaufgeregt der 17-jährige seinen Job in der Defensive erledigt. Kaum Fehler und fast immer Herr der Lage – so wirkt Jungverteidiger gar nicht wie ein Neuling, sondern fast schon wie ein abgebrühter Profi. Sein Weg in die NHL scheint geebnet, wer mit 17 Jahren in der obersten Schweizer Spielklasse so agiert, der wird den Weg nach Übersee machen.

Sein „Gspänli“ Denis Malgin durfte dann gestern zum ersten Mal im Fanionteam der Zürcher ran. Crawford setzte ihn gleich in die erste Linie um Wick und Baltisberger. Für Malgin kein Grund vor Erfurcht zu erstaren, im Gegenteil. Er zeigte, dass er vielleicht körperlich noch nicht auf dem Niveau von Siegenthalter ist, aber stocktechnisch und läuferisch eines Tages zu den besten gehören dürfte. In der 30. Minute war dann auch sogleich seine Punkte-Premiere durch – er durfte beim schönen Tor von Wick den letzten Pass beisteuern.

Künzle, Baltisberger und Co.
Malgin und Siegenthalter sind die jüngsten Ergebnisse der Nachwusförderung – sie werden sicherlich nicht die einzigen bleiben. Von hinten drücken von GCK her bereits Namen wie Diem, Bachofner oder Karrer nach, die sich in den nächsten zwei bis drei Jahren ebenfalls für einen Stammplatz beim ZSC bewerben dürften.

Doch die aktuelle Generation der Zürcher Spieler heisst noch etwas anders, zum Beispiel Mike Künzle, Reto Schäppi und Chris Baltisberger. Besonders Künzle und Baltisberger sind die zwei Entdeckungen der hiesigen Saison. Auch gestern war Künzle wieder an einem Tor beteiligt und mittlerweile hat der 20-jährige bereits drei Tore und vier Assists für seine Statistik eingeheimst.

Es macht definitiv Spass dieser Mannschaft beim Spielen zuzusehen, die Verantwortlichen haben es verstanden, das Potenzial der riesigen Nachwuchsabteilung auszunutzen und sie in Kombination mit arrivierten Spielern bewusst einzusetzen. Es scheint aktuell fast so, als könne der Z zu jederzeit des Spiels einen Gang hochschalten – egal ob mit den jungen oder erfahrenen Spielern – Fortsetzung folgt…