Der EHC Chur – fast in der Vergessenheit des Amateur-Sports

Seit der Jahrtausende-Wende blieb beim 1. Ligisten EHC Chur kein Stein mehr auf dem anderen. Finanzielle Probleme, Verkäufe, Auf- und Abstiege – nichts was zum Sport gehört (oder teilweise eben auch nicht) blieb dem EHC erspart. Als einziger Erfolg darf der Aufstieg 2003 in die NLB gewertet werden. Ja, sogar ein Rückschlag in die 2. Liga – also in die vierthöchste Spielklasse der Schweiz – gab es. Nun, seit dem Jahre 2011 ist immerhin dieser Rückschlag wieder ausgemerzt.

Dabei ist Chur eigentlich ein gutes Pflaster für Eishockey. Renato Tosio, Tobias Stephan, Nino Niederreiter, Pietro Cunti, Edgar Salis, Claudio Micheli oder auch Enzo Corvi haben einst beim EHC Chur gespielt oder wurden dort sogar zeitweise ausgebildet. Auch die Eishalle, genannt wie das Daheim der Zürcher Hallenstadion, ist zwar eine ältere Halle, fasst aber mit 6500 ein gutes Zuschauervolumen – für die jetztige Liga aber deutlich zu gross.

Die Chance, dass der EHC Chur heute Abend ein ernsthafter Gegner wird, ist klein. Manuel Holenstein, Dario Gartmann und Lukas Willi waren die letztjährigen Zugpferde, aber selbst sie bringen es nur auf wenig Erfahrungen in der NLA und NLB. Daniel Peer und Andreas John
sind die Oldies und jene, die schon seit jeher beim EHC Chur agieren. Mit Sarkis steht zudem ein Mann im Tor, der seine Ausbildung beim ZSC genoss und bis in die NLB zum Einsatz kam. Dennoch dürfte es heute Abend kaum für mehr, als ein ehrenhaftes Resultat reichen…

Ein erstes Fazit des neuen Swiss Ice Hockey Cups

Gross wurde er angekündigt, der Schweizer Cup; nun stehen die Halbfinals an. Was hat der neu aufgegleiste Schweizer Cup bisher gebracht? Ist es mehr Pflicht oder doch eine gute Sache? Welchen Stellenwert hat oder kann der Schweizer Cup erreichen? Fragen, die sich ein solch neu lanciertes Format natürlich gefallen lassen muss und die aber doch einigermassen deutlich zu beantworten sind.

Auf den Spuren von Genf-Servette
43 Jahre ist es her, seit dem der letzte Schweizer Cupsieger im Eishockey erkoren wurde; damals war es der HC Genf-Servette. Servette steht auch heuer im Cuphalbfinal – hat aber mit dem ZSC, Bern und Kloten noch drei Mitstreiter im Rennen um den Titel. Für den HC Genf-Servette ist dieser Halbfinal eine zusätzliche Mehrbelastung – neben dem Spengler Cup, der Meisterschaft und der Champions Hockey League.

Im Halbfinal trifft der ZSC auf den SC Bern und Genf-Servette auf den Kantonsrivalen Kloten. Es kam also, wie erwartet, seit Langnau und Visp im Viertelfinal ausgeschieden sind, sind die NLA-Vereine unter sich und machen – nicht ganz überraschend – den Titel unter sich aus. Spätestens jetzt also verkommen die Spiele zum Einheitsbrei der Meisterschaft. Bern gegen den ZSC, oder auch ein möglicher Cup-Final gegen Kloten sind nichts mehr als noch eine Partie mehr gegen denselben Gegner! Okay, es geht immerhin jetzt noch um einen Pokal mehr, aber einen, der kaum den Stellenwert wie im Fussball erreichen wird.

Die unnötige Einschränkung in der ersten Runde
Das Los hat den ZSC im Viertelfinal mit dem Highlight im Wallis entschädigt für das unnötige Auftaktsspiel gegen den kleinen Bruder GCK. Eine Klausel im Reglement schreibt vor, dass die Teams jeweils nach Region eingeteilt werden, ein überflüssiger Passus, da genau eine Auswärtsreise ins Tessin, ins Welschland oder sonst an ein anderes unbekanntes Ausflugsziel den Reiz eines Cups ausmacht. Gegen Winterthur oder Bülach zu spielen ist weitaus unattraktiver, als zum Beispiel auf Biasca, Münsingen oder Neuchatel zu fahren. Diese regionale Einteilung muss also zwingend auf nächste Saison abgeschafft werden, ansonsten droht ein weiteres überflüssiges Duell gegen GCK für die Zürcher.

Lange Rede, kurzer Sinn; morgen also stehen nun die Halbfinals an, der ZSC und einige Anhänger reisen nach Bern. Es ist aber stark anzuzweifeln, dass die Partie ähnlich viele Zuschauer zu Gast haben wird (17’131), wie beim letzten Aufeinandertreffen vor Weihnachten. Allein dieser Umstand zeigt also, dass der Cup schwierig zu etablieren sein wird – ja es vielleicht gar nie schaffen wird.

Quelle Titelbild: zsclions.ch

Ohne zu Glänzen eine Runde weiter

ZSC 4:1 EV Zug (0:0; 2:1; 2:0)

20 Minuten der Langweile
Wiedereinmal musste der ZSC ein wichtiges Spiel im „Exil“ bestreiten, da das Hallenstadion nicht zur Verfügung stand. Heute wurde der Deutweg in Winterthur zur Zürcher „Heimstätte“. Die Zürcher Fans bekundeten ihren Unmut darüber in den Startminuten mit einem Spruchband, welches die rhetorische Frage stellte, was nachdem dem Exil in Rapperswil, Dübendorf und dem Deutweg in Winterthur als nächstes folgen würde. Auch die Zürcher Mannschaft schien so seine Problem zu haben und begann wie sie gegen Fribourg aufgehört hatte: schlecht! Doch auch was die Zuger aufs Eis legten war nicht gerade das Gelbe vom Ei. Und so dauerte es bis in die 8 Minute, ehe endlich mal Action auf kam. Der ZSC konnte im Powerplay agieren und dass dies nicht gerade die Zürcher Stärke ist, bewies Reto Suri. Dieser machte sich auf und davon und konnte nur noch mit einem Foul gestoppt werden: Penalty für den EVZ! Doch zum Glück passte sich Suri der Qualität des Spiels an und setzte den Penalty neben das Tor. Auch in der Folge war von einem hochklassigen Eishockeyspiel weit und breit nichts zu sehen. Weder die Zuger noch die Zürcher mochten zu überzeugen und so ging es logischerweise mit einem langweiligen 0:0 in die erste Pause.

Zürcher Leistungssteigerung wird belohnt
Unterstützt von einer Zuger Strafe machten sich die Zürcher daran an dieser Tristes etwas zu ändern. Und oh Wunder, die Zürcher können ja doch Powerplay spielen: Roman Wick mit dem 1:0 nach schöner Vorarbeit von Captain Mathias Seger! Jetzt waren die Zürcher endlich in dieser Partie angekommen und kontrolliert das Geschehen phasenweise nach belieben. Keine drei Minuten später erhöhte Schäppi auf 2:0. Bis zur 36 Minute hatten die Zürcher dann auch alles unter Kontrolle. Der EVZ schien heute kein ernst zu nehmender Gegner zu sein, doch dann änderte sich innerhalb von Sekunden das Spielgeschehen. Chris Baltisberger musste für 2 Minuten auf die Strafbank und das Zuger Powerplay funktionierte plötzlich wie ein Uhrwerk. Zuerst trafen die Zuger nur die Latte, doch wenige Sekunden später machte es Josh Holden besser und versenkte den Puck zum 2:1 im Gehäuse von Lukas Flüeler. Dieses Tor brachte die Zürcher total aus dem Konzept. Wenige Sekunden nachdem 2:1 bot sich den Zugern die Chance zum Ausgleich, doch wieder verhinderte die Torumrandung einen Zuger Treffer – Glück für die Zürcher. So rettete sich der ZSC irgendwie mit der eigentlich verdienten Führung in die zweite Pause.

Der ZSC lässt nichts mehr anbrennen
Mit dem Wissen, dass dieses Spiel noch nicht gewonnen war, kamen die Zürcher aus der zweiten Pause und setzten den EVZ sofort unter Druck. Von der Zuger Druckphase vor der Pause war hingegen gar nichts mehr zu sehen. Und so wurde der Zürcher Effort sofort belohnt: Luca Cunti reüssierte nach einem seiner berühmt berüchtigten Sololäufe – 3:1 für den ZSC. Wer nun auf ein Zuger aufbäumen gewartet hatte, wartete vergebens. Der ZSC spielte die Partie nun sehr clever zu Ende und lies Gegner und Scheibe laufen. Einzig der mangelnden Entschlossenheit und der zugehörigen Kaltblütigkeit der Zürcher vor dem gegnerischen Tor war es zu verdanken, dass die Partie bis kurz v0r Schluss nicht bereits endgültig entschieden war. Und so nahm der EVZ in den letzten Minuten den Torhüter vom Eis, dies ermöglichte Reto Schäppi 13 Sekunden vor Ende noch das 4:1. Somit steht der ZSC im neuen Schweizer Cup in der Runde der letzten 8 und hatte wiedereinmal gezeigt, welche Qualitäten in K.O. Spielen wichtig sind: Geduld, Cleverness und Abgeklärtheit.

Titelbild: Berend Stettler

Cup 1/8-Final ZSC – EV Zug in Winterthur

Der ZSC informiert, dass der Achtelfinal des Swiss Ice Hockey Cup zwischen dem ZSC und dem EV Zug am Mittwoch, 29. Oktober 2014 um 19.45 Uhr im Winterthurer Deutweg ausgetragen wird.
Das Hallenstadion in Zürich steht an diesem Datum nicht zur Verfügung. Grund dafür sind Umbauarbeiten zwischen zweier Events im Hallenstadion. Dieser Umstand wurde dem ZSC schon bei den Abklärungen für allfällige Cup-Termine durch die AG Hallenstadion mitgeteilt. Zudem ist ein Abtausch des Heimrechts an den EV Zug nicht möglich, da zu diesem Zeitpunkt die Zuger Messe stattfindet und der EVZ deshalb aus sicherheits- sowie verkehrstechnischen Gründen von den Zuger Behörden keine Bewilligung für ein Heimspiel erhalten hat.

Ticketinformationen
Der Vorverkauf startet am Montag, 20. Oktober 2014 um 14:00 Uhr online über www.zsclions.ch, an allen Vorverkaufsstellen des Ticketcorner (SBB, Post, Manor, Coop City, Hallenstadion) sowie über unser Ticketing an der Siewerdtstrasse 105 in Oerlikon und während den kommenden Heimspielen ab 20 Uhr im Hallenstadion-Foyer. Die Eintrittspreise wurden wie folgt festgelegt:
Sitzplätze CHF 25.00
Stehplätze Erwachsene CHF 15.00
Stehplätze Jugendliche bis Jg. 1994, Lehrlinge und Studenten CHF 10.00
Die Saisonkarten sind für dieses Cupspiel nicht gültig.

Quelle: Medienmitteilung ZSC Lions

Cup-Auslosung 1. Runde; GCK – ZSC

Normalerweise ist das erste Spiel, welches der ZSC in seiner Vorbereitung absolviert jenes gegen GCK und zwar in der Kunsteisbahn Oerlikon. Diesmal können die beiden Mannschaften getrost auf dieses Spiel verzichten, denn in der ersten Cup-Runde trifft das Team von Marc Crawford auf sein eigenes Farmteam!

Das Spiel dürfte in der Kunsteisbahn Küsnacht ausgetragen werden und das erste Cupspiel seit 42 Jahren sein. All zu viel erwarten darf man sich von dieser Partie allerdings nicht, denn der ZSC dürfte sein Hauptaugenmerk auf die Liga und die Championshockey-League richten. Der Cup dürfte da mehr als Ergänzung und Chance für junge Spieler fungieren. In der ersten Runde jedoch wird der ZSC mehrheitlich mit dem A-Kader auftretten und einigen Verstärkungen aus den A-Junioren.

Die weiteren Partien:
Region Mitte-Ost
GCK Lions – ZSC
EHC Winterthur – EV Zug
EHC Dübendorf – Kloten Flyers
Basel Sharks – Rapperswil-Jona Lakers
HC Thurgau – HC Davos

Region West
HC Université Neuchâtel – Fribourg-Gottéron
HC Franches-Montagnes – EHC Biel
HC Ajoie – Genève-Servette
HC La-Chaux-de-Fonds – Lausanne

Region Süd
HC Sion-Nendaz 4 Vallées – HC Lugano
GDT Bellinzona – Ambri-Piotta
EHC Visp – Red Ice Martigny

Region Mitte
EHC Brandis – SC Langenthal
Wiki-Münsingen – SCL Tigers
EHC Thun – SC Bern
EHC Burgdorf – EHC Olten