Marc Crawford neuer Trainer beim ZSC / Rob Cookson Assistent

Nun ist er also gefunden, wie der ZSC heute bestätigte, wird wieder erneut ein Kanadier Chef der Zürcher. Es ist der 51-jährige Marc Crawford aus der NHL, welcher zuletzt Trainer bei den Dallas Stars war (2009-2011). Ebenfalls gehören Colorado, Vancouver und die Los Angeles Kings zu seinen Trainerstationen in der NHL.

Der ehemalige Flügelstürmer unterschrieb bei den Zürchern einen Vertrag über zwei Jahre. Er wird zudem assistiert von Rob Cookson, welcher in den letzten Jahren bei den Calgary Flames und der Kanadischen U-20 Nationalmannschaft als Assistent aktiv war.

Damit folgt auf Bob Hartley ein weiterer Trainer mit grosser NHL Erfahrung und einem Stanley-Cup Titel im Palmares. Crawford hat dazu 196 Spiele als Flügel in der NHL absolviert und dabei 20 Tore und 33 Assists gesammelt.

Bob Hartley zu den Calgary Flames

Nichts ist konstanter als die Inkonstanz im Sportgeschäft. Versprach Bob Hartley um die Meisterfeier noch, dass er auch nächste Saison an der Bande der Zürcher stehen wird, so wurde heute sein Wechsel in die NHL bekannt.

Gerüchte als Vorboten
Über den Wechsel von Hartley wurde zuletzt immer mehr spekuliert. Diverse Medien berichteten bereits früh über einen möglichen Abgang des Erfolgstrainers – und sie sollten Recht behalten. Was wiederum zeigt, dass an vielen Gerüchten etwas Wahres haftet.

Herber Verlust für die Organisation
Der Weggang von Bob Hartley und seinem Assistenten hinterlässt eine grosse Lücke. Ein gleichwertiger Ersatz scheint nicht realistisch. Die Autorität und Professionalität, welche der Kanadier ausstrahlt, ist kaum adäquat zu ersetzen. Der siebte Platz in der Qualifikation hätte für fast alle Trainer die Kündigung beim ZSC bedeutet – nicht aber beim Stanley Cup Sieger Hartley.

Der nächste Meistertrainer ohne Folgesaison
Damit setzt sich in Zürich-Oerlikon eine unrühmliche Tradition fort. Nach Ruhnke, Hurras und Kreis verabschiedete sich mit Hartley der vierte Meistertrainer unmittelbar nach dem Titelgewinn. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Ruhnke und Hurras, war der Abgang von Bob Hartley freiwillig und erfolgte auf seinen Wunsch.

Ganz egal wer das Erbe von Hartley übernehmen wird, er wird einen ganz schwierigen Job antreten.

Den SCB in der eigenen Halle auf die Probe stellen

Nach zwei Partien kann zusammenfassend gesagt werden, dass noch kein Trend zu erkennen ist, wer am Schluss den „Kübel“ in die Höhe strecken darf. Beide Teams spielen in der Defensive sehr solide und machen besonders in der Mittelzone die Räume sehr eng für den Gegner. Und dies ist auch in den nächsten Spielen zu erwarten.

Das Break realisieren – so schnell wie möglich
Mit den beiden Heimsiegen haben die Teams auch unter Beweis gestellt, dass sie sich gerne von ihrer Heimkulisse tragen lassen. Nun, wenn das so ist, dann müssen die Zürcher mindestens einmal in Bern als Sieger vom Eis, sonst würde logischerweise der SC Bern als Meister diese Saison beenden. Damit es nicht so weit kommt, tut die Mannschaft von Bob Hartley gut daran, bereits im dritten Spiel dieses Break zu realisieren und so dem SC Bern eine weitere Hausaufgabe mit zu geben.

Abwarten und auf Konter lauern
Auch beim zweiten Spiel in Bern wird der ZSC nicht alles auf die Karte Offensive setzen, sondern wie eigentlich immer in diesen Playoffs auf die ersten Fehler beim Gegner warten. Um dieses Spiel aber erfolgreich praktizieren zu können, wäre ein früher Treffer von Vorteil. Denn je mehr Chancen die Zürcher vergeben, so wie dies am Donnerstag passiert ist, desto mehr entwickelt sich eine Blockade vor dem Tor und Marco Bührer spielt sich in einen „Rausch“.

Mit dem Extrazug nach Bern
Nachdem beim ersten Spiel in Bern noch einige Zürcher Fans zu spät beim Stadion eintrafen, sollte dies morgen nicht der Fall sein. Denn etwa 500 Fans reisen mit dem Extrazug nach Bern, welcher direkt von Zürich nach Bern fährt. Damit sollte auch einer guten Atmosphäre, welche am Dienstag gefehlt hatte, nichts mehr im Wege stehen. Es dürfte ein ordentlicher Ausflug werden, der hoffentlich von der Mannschaft mit einem erfolgreichen Spiel und dem Sieg honoriert wird!

Nehmen wir die Hauptstadt ein…!

Kleine Spässchen mit Bob Hartley

Nach dem 2:1-Sieg gegen den SC Bern versammelte sich eine ordentliche Medienschar um den Headcoach der Zürcher. Dieser hatte aber offensichtlich derart gute Laune, dass er kaum eine Frage ernst beantwortete und für mehr als nur ein Spässchen bereit war. Schaut euch das Video an und seht selbst, wie gut Bob Hartley aufgelegt war…

Die Reifeprüfung zum Finalauftakt

Die Enttäuschung über die erste Niederlage in den Playoffs sitzt noch immer fest! Aber sie darf zu keiner Schockstarre führen, sondern muss als Weckruf zum richtigen Zeitpunkt gewertet werden. Und vor allem soll sie zur Reifeprüfung des „neuen“ ZSC werden, welcher sich deutlich vom Quali-ZSC unterscheidet.

Den Fokus verloren
Kein Spieler würde öffentlich kund tun, dass die Mannschaft den Gegner zu wenig ernst genommen hat oder sogar den Fokus nicht auf der nächsten Partie hatte, sondern eventuell schon beim Meistertitel in 12 Spielen. Aber wenn die Spieler heute Morgen zum Training erscheinen, dann wird der eine oder andere zu dieser Selbsteinschätzung gekommen sein – zumindest im Inneren. Zumindest die Last vom möglichen Titel in 12 Partien haben die Zürcher gestern abgelegt.

Die Mittelzone als Kernproblem
Bisher lief in diesen Playoffs vieles für den ZSC und eine Niederlage ist eigentlich auch kein Problem, besonders mit der am Schluss gezeigten Reaktion. Nach dem 4:2-Anschlusstreffer musste Bührer einige Male mirakulös retten. Und dennoch wird Bob Hartley gefordert sein, der Mannschaft die richtigen Analysen mitzugeben. Vor allem das Umschalten von der Defensive in die Offensive klappte nicht mehr nach Wunsch. So landeten viele Scheiben in der stabilen Verteidigung der Berner. Insbesondere gegen einen Gegner, welcher defensiv sehr kompakt steht, ist Kreativität und Flexibilität in der Mittelzone gefragt.

Aus einer Best of 7-Serie, eine Best of 5 machen
Und wie reagiert man am besten auf eine solche Niederlage? Richtig, mit einem postwendenden Konter vor heimischem Publikum und dem unmittelbaren Ausgleich in der Serie. Aber Achtung, auch wenn es schon erwähnt wurde, das morgige Spiel wird noch etwas härter und endet kaum in einer Galavorstellung der Zürcher. Mannschaft und Fans müssen bereit sein und zwar ab der ersten bis zur letzten Spielminute. Denn nur so haben wir die Chance, dass am Schluss unter dem Namen ZSC eine höhere Zahl steht, als beim SCB – und dies ist nun mal der entscheidende Aspekt im Hockey.