Urteil gegen Andres Ambühl

Nun ist auch die Urteilsbegründung bekannt für die Spielsperre gegen Andres Ambühl, die vom Einzelrichter ausgesprochen, vorerst jedoch aufgrund des Rekursverfahrens aufgeschoben wurde.

Der Einzelrichter für Disziplinarsachen Leistungssport, Reto Steinmann, hat den Stürmer der ZSC Lions, Andres Ambühl, im ordentlichen Verfahren für den Check gegen Marc Abplanalp im Play-off-Halbfinalspiel zwischen den ZSC Lions und dem HC Fribourg-Gottéron vom 26. März 2013 mit einer Spielsperre und einer Busse von CHF 1000.- bestraft.

Nach Auffassung des Einzelrichters handle es sich bei der Aktion in der 45. Spielminute um ein klassisches Boarding, ausgeführt mit beträchtlichem Tempo. Der Ablauf des Vorfalls zeige eindeutig, dass Andres Ambühl vorzuwerfen sei, er habe seinen Gegner mit Absicht in der gewählten Art gecheckt. Solche Aktionen würden nie irrtümlich oder zufällig passieren – erst recht nicht im konkreten Fall, denn die „Verfolgung“ von Abplanalp durch Ambühl Richtung Bande dauerte mehrere Sekunden.

Dass Ambühl dadurch eine Verletzung des Gegenspielers in Kauf nahm, liege klar auf der Hand. Wer einen Widersacher so checkt, dass dieser frontal und wuchtig in die Bande prallt, könne nicht ernsthaft geltend machen, er habe sich nicht vorgestellt, dass eine Verletzung zurückbleiben könnte. Der Check von Andres Ambühl sei eine verletzungsgefährliche Handlung gemäss Art. 527 IIHF. Diese Bestimmung sehe zwingend eine Matchstrafe vor, was automatisch zu einer Sperre für mindestens ein Spiel führe.

In Würdigung sämtlicher relevanter Strafzumessungskriterien, insbesondere des noch eher leichten Verschuldens und des sehr guten Leumundes von Andres Ambühl, lasse es sich verantworten, es mit der minimalen Sanktion von einer Spielsperre zu bewenden.

Das Verbandssportgericht von Swiss Ice Hockey Federation hat die Berufung der ZLE Betriebs AG (ZSC Lions) gegen den Entscheid des Einzelrichters für Disziplinarsachen Leistungssport vom 28. März 2013 in Sachen Andres Ambühl entgegen genommen und das Gesuch um aufschiebende Wirkung gutgeheissen. Um den Endentscheid nicht zu präjudizieren, werde der Berufung ab sofort aufschiebende Wirkung erteilt, schreibt das Verbandssportgericht in seiner Kurzbegründung.

Damit steht fest, dass Andres Ambühl für das heutige 5. Play-off-Halbfinalspiel zwischen dem HC Fribourg-Gottéron und den ZSC Lions und bis auf weiteres spielberechtigt ist.

Medienmitteilung SEHV

Spielerbeurteilung Teil 7: Ambühl, Maurer und Trachsler

Vor und nach Neujahr werden wir Euch jeweils drei Akteure vorstellen. Heute, am letzten Tag des Jahres 2012, geht es um Ambühl, Maurer und Trachsler.

Bisherige Beurteilungen:
25.12.2012 Blindenbacher und Geering
26.12.2012 Monnet und Cunti
27.12.2012 Seger und Shannon
28.12.2012 Schäppi und Wick
29.12.2012 Flüeler und Brown
30.12.2012 Bastl und Baltisberger

#44 Andres Ambühl
Statistik:
Saison 12/13: 29 Spiele, 8 Tore, 5 Assists, 22 Strafminuten, +0 Bilanz
Total NLA: 617 Spiele, 123 Tore, 170 Assists, 688 Strafminuten, -3 Bilanz

Bewertung: gut

Begründung:
Die dritte und damit auch letzte Saison von Andres Ambühl im Dress der Zürcher ist noch nicht ganz ins Rollen gekommen. Zwar gibt der Davoser jederzeit vollgas und ist läuferisch sicher etwas vom Besten was die NLA zu bieten hat und dennoch hat Ambühl – verglichen mit den vergangenen Playoffs – noch einiges an Luft nach oben. Und dies nicht nur im Bereich der erzielten Tore und gegebenen Vorlagen, sondern auch im Bereich seiner Führungsrolle. Alles in allem ist Ambühl aber auch in dieser Saison ein sicherer Wert, welcher in der nächsten Saison nicht äquivalent zu ersetzen ist.

#47 Marco Maurer
Statistik:
Saison 12/13: 34 Spiele, 3 Tore, 4 Assists, 18 Strafminuten, +2 Bilanz
Total NLA: 311 Spiele, 17 Tore, 14 Assists, 365 Strafminuten, -20 Bilanz

Bewertung: gut

Begründung:
Der 24-jährige Verteidiger, aus Rapperswil gekommen, ist bekannt für seine kernigen Checks. Auch bei den Zürchern ist er bisher durch krachende Checks aufgefallen. Mit um die 100 Kilogramm ist der Zuger Junior aber auch prädestiniert für das physische Spiel. Dennoch vermag Maurer auch in der Offensive durchwegs zu gefallen. In den bisherigen 34 Partien traf er doch immerhin bereits drei Mal ins gegnerische Tor. Und auch seine übrigen Arbeiten in der Defensive, abgesehen vom physischen Element, erledigt Maurer sachlich und gewissenhaft. Darf als echte Verstärkung gewertet werden, welche mit seinem physischen Spiel durchaus auch in Zukunft im Zürcher Hallenstadion gern gesehen wird.

#53 Morris Trachsler
Statistik:
Saison 12/13: 30 Spiele, 5 Tore, 5 Assists, 8 Strafminuten, +0 Bilanz
Total NLA: 490 Spiele, 45 Tore, 79 Assists, 311 Strafminuten, -18 Bilanz

Bewertung: gut

Begründung:
Vom ZSC nach Genf, dort zum Nationalmannschaftsspieler gereift, und anschliessend wieder zurück nach Zürich. Für Trachsler hat sich mit dem Wechsel nach Zürich Oerlikon der Kreis geschlossen. Offensichtlich hat sich dieser Wechsel für den Defensivcenter ausbezahlt. Zeigt doch Trachsler eine gute Leistung, wenn er auch nicht mehr so im Zentrum steht, wie noch bei Genf-Servette. Auch wenn Trachsler bei den Zürchern „nur“ den Posten als 3. Linien Center erhält, so erzielte er bisher bereits fünf Tore – drei davon im Boxplay. Trachsler erfüllt seinen Job gut und ist ein wichtiges Puzzle im Zürcher Kollektiv, welches auch seine Tätigkeiten hinter der eigenen blauen Linie nicht vernachlässigt.

Andres Ambühl nach Davos

Lange hat sich Ambühl Zeit gelassen, nun ist es definitiv, den Bündner zieht es wieder zurück in seine Heimat. Nach drei Saisons in Zürich und insgesamt vier Jahren Abwesenheit von Davos, kehrt er damit per Ende Saison zurück zu seinen Wurzeln.

Bei den Zürchern absolvierte Ambühl 147 Partien, erzielte dabei 40 Tore und gab 48 Assists.

Saisonplanung 2013/14 – Wer bleibt, wer geht?

Mit dem verkündeten Abgang von Thibaut Monnet, der Vertragsverlängerung von Severin Blindenbacher und dem Rätselraten um Andres Ambühl hat die Planung der Saison 2013/14 auch in der Öffentlichkeit begonnen. Insbesondere die frühzeitig verkündeten Transfers sind hier in der Schweiz ein Ärgernis, welches einen faden Nachgeschmack hinterlässt. Die Abgänge und Verpflichtungen sollen nach Abschluss der Saison publik gemacht werden um so den Spielbetrieb im Fokus zu halten.

Da hier aber vorderhand keine Änderung zu erwarten ist, werfen auch wir einen Blick auf die auslaufenden Verträge und den Chancen für eine Vertragsverlängerung:

1. Andres Ambühl:
Natürlich liegt das öffentliche Hauptaugenmerk auf Andres Ambühl, welcher sich nach eigener Aussage noch vor Weihnachten entscheiden möchte, ob der hier bleibt oder zurück nach Davos geht. 144 Spiele absolvierte Ambühl in den letzten drei Saison für den ZSC und gehörte oftmals zu den auffälligsten Akteure auf dem Eisfeld. Sein Speed und sein Kampfgeist sind zwei wichtige Mosaiksteine im Zürcher Kader.

Eine Prognose über Ambühls Entscheidung ist eher schwierig. Es werden persönliche Faktoren den Ausschlag geben. Am Geld wird es am Ende weder beim ZSC noch beim HC Davos scheitern.

2. Daniel Schnyder:
Das „Urgestein“ der Zürcher. 2012/13 ist Daniel Schnyders neunte Saison beim ZSC – anderswo hat der Verteidiger noch nie gespielt. In dieser Zeit sammelten sich 334 NLA Partien zusammen. Zudem ist Schnyder mit 27 Jahren eigentlich im besten Hockeyalter. Der Verteidiger ist zwar wahrlich keine auffällige Persönlichkeit, doch seine solide defensive Arbeit enorm wichtig für einen erfolgreichen Club.

Der ZSC müsste an einer Vertragsverlängerung von Schnyder interessiert sein. Schnyder dagegen wird sich überlegen, ob er noch etwas anderes sehen möchte als Zürich, oder ob er sich voll und ganz dem ZSC verschreiben möchte.

3. Matt Lashoff:
Im letzten Sommer als Ersatz für Steve McCarthy gekommen, konnte aber bisher noch nicht überzeugen. Dass der Amerikaner aber Potenzial hat, zeigt alleine die Tatsache, dass er im Jahre 2005 als Nummer 22 in die NHL gedraftet wurde. Macht aber aktuell zu viele individuelle Fehler und vermag sein Potenzial nicht auf das Eis zu bringen.

Ein grosser sportlicher Verlust wäre Lashoff nicht, dennoch ist die Frage: Was kommt danach? Zudem wurde die gleiche Diskussion über McCarthy im letzten Jahr auch geführt und als er den Meistertreffer erzielte, da hätten ihm viele trotzdem noch einen Vertrag angeboten. Insgesamt ist aber die Chance relativ gross, dass der Verteidiger nächstes Jahr nicht mehr im Zürcher Dress aufläuft.

4. Andri Stoffel:
Wie Daniel Schnyder ist auch Andri Stoffel ein ZSC Akteur durch und durch. Aktuell steckt die Nummer 11 der Zürcher in seiner zehnten NLA Saison und lief dabei bereits 386 Mal für den ZSC auf. Auch er gehört nicht zu den auffälligen und überragenden Technikern auf dem Eisfeld, doch auch seine Arbeit ist solid und gewissenhaft.

Grundsätzlich ist von einer Verlängerung mit Stoffel auszugehen. Es gibt aber schon Argumente, welche für eine Trennung sprechen würde. So könnte zum Beispiel in der Defensive ein Umbruch erfolgen. Mit Phil Baltisberger und Cédric Hächler warten zwei ambitionierte Jungtalente auf ihre Chancen.

5. Cyrill Bühler:
Fällt aktuell zwischen Tisch und Bank. Der ehemalige Klotener kommt nur noch teilweise zum Einsatz und war nur gerade 20 Mal im Aufgebot. Blieb aber ohne Skorerpunkte und ist quasi abgemeldet. Weder Hartley noch Crawford schenken dem 29-jährigen das nötige Vertrauen.

Eine Vertragsverlängerung von Bühler ist kaum realistisch. Gut möglich, dass die fünfte Eiszeit bei den Zürchern auch seine letzte in der NLA sein wird. Schade eigentlich, war Bühler doch immer ein Kämpfer und Chrampfer.

6. Phil Baltisberger:
Der jüngere Bruder von Chris ist mit Jahrgang 1995 der jüngste Spieler im erweiterten Zürcher Kader. Hatte bisher in der laufenden Saison aber noch keine Einsätze in der ersten Mannschaft und macht seine Erfahrungen aktuell in der NLB. Dort war er bei 29 von bisher 30 gespielten Partien dabei.

Eine Vertragsverlängerung mit dem jüngeren Baltsiberger ist eigentlich Pflicht. Ihm muss allerdings eine sinnvolle Perspektive – mit Einsatzchancen in der NLA – präsentiert werden, damit der junge Verteidiger nicht zu einem anderen NLA Club abwandert.