Ein Derbysieg als Moralspritze

Die Meldung der beiden Abgänge beim ZSC – Adrian Wichser (endgültig zu Rapperswil) und Ari Sulander (Rücktritt auf Saisonende) – liesen den unglaublich wichtigen Derbysieg am Sonntag fast erblassen. Sportlich aber war der Vollerfolg von grosser Bedeutung und er verhindert das noch tiefere Eintauchen in den Strichkampf – vorderhand zumindest.

Erfreulich waren besonders die Umstände, unter welchem der Sieg eingefahren werden konnte. Auf der einen Seite war da die starke Leistung von Flüeler bei einem engen Spielstand, wurden ihm doch genau diese Qualitäten in derartigen Situationen abgesprochen. Andererseits steht die Tatsache da, dass der Z ungemein effizient spielte und sich sogar von einem verloren gegebenen Vorsprung unbeeindruckt lies. Zugegeben, der Treffer war glücklich, aber wie oft ist diese Saison schon der umgekehrte Fall eingetroffen?

Und sowieso zählt aktuell nur die Zukunft und dort wartet erst einmal am Freitag Ambri. Anschliessend folgt mit der Länderspielpause auch der letzte Unterbruch vor den Playoffs. Somit gibt es auch die letzte Chance seine Form zu finden. Oder anders gesagt: Gegen die Gegner Lugano, Zug, Davos, Fribourg, Rapperswil und Genf müssen nicht nur die Punkte her, welche für die Qualifikation der Top 8 nötig sind, sondern so viele wie nur möglich – um so die Form zu finden und das Selbstvertrauen endlich auf ein vernünftiges Level zu bringen.

Also, auf in die letzten Spiele unter dem Motto „Gemeinsam zum Erfolg: Mir singed und schreied für eu. Ihr kämpfed und fightet für eus!“

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Vertragsauflösung Adrian Wichser

Der ZSC und Adrian Wichser haben sich auf eine Vertragsauflösung per sofort geeinigt. Wichsers Vertrag wäre noch bis Ende Saison 2013/14 weitergelaufen. Die Einigung erfolgte im gegenseitigen Einvernehmen.

Adrian Wichser absolvierte 269 Spiele beim ZSC und erzielte dabei 54 Tore und gab 157 Torvorlagen. Trotz der sich häufenden Kritik in den letzten Jahren ist es hier an der Stelle angebracht, dem Center für seinen Einsatz während den letzten fünf Spielzeiten zu danken. Mit Adrian Wichser wurde der ZSC Meister, CHL-Sieger und bezwang im Victorias Cup die Chicago Blackhawks.

ZSC – Zug 5:3 (2:2, 2:1, 1:0)

Es geht also doch noch! Der ZSC gewinnt heute gegen Zug dank je zwei Toren von Monnet und Bastl. Zu erstaunen vermochte besonders wie souverän der Z in den letzten fünf Minuten agierte und kaum in Bedrängnis geriet.

Doch der Auftakt liess wieder das Schlimmste befürchten, denn nach nur 35 Sekunden war Sulander ein Erstes mal geschlagen.  Der Finne war der Profiteur der internen Goalierochade und auch in der Folge ein vielbeschäftigter Akteur. Für einmal konnten die Zürcher aber rasch reagieren. Es war Monnet mit einem Slapshot, der Zurkirchen bezwang in der dritten Minute.

Eine Reduktion der Fehlerquote war bereits in diesen Startminuten auf dem Eis ersichtlich. Aber die Geduld des Heimteams wurde weiterhin auf die Probe gestellt und in der sechsten Minute, mit dem zweiten Treffer von Zug, auch der Wille und die Moral. Zu diesem Zeitpunkt der EV Zug klar am Drücker und der ZSC nur leicht verbessert zu den Auftritten gegen Lugano und Ambri. Aber entgegen den letzten Spielen fiel der Z nicht komplett von der Rolle und kam in der 16. Minute durch Ryser tatsächlich noch zum erneuten Ausgleichstreffer vor der Sirene. Mit diesem Ergebnisse gab es den ersten Spielunterbruch und die erste Möglichkeit für eine Zwischenanalyse.

Kaum war diese fertig, da hatte Monnet die Scheibe bereits zum dritten Mal hinter die Linie der Zuger befördert. Nur gerade 14 Sekunden, damit waren sie noch 21 schneller als Zug, brauchte die erste Formation der Zürcher um die erstmalige Führung am heutigen Abend zu bewerkstelligen. Und es wurde immer besser, in der 33. Minute kam Bastl, nach einem Backhand Schuss von Monnet, von hinter dem Tor zum nächsten Erfolgserlebnis. Das Nachsetzten hatte sich in dieser Situation ausbezahlt.

Der Optimissmus neben dem Eisfeld und die Kreativität auf dem Feld wurde nun zunehmends besser. Kurzfristig gedämpft wurde diese, als Pittis auf die Strafbank musste und Christen nach nur 17 Sekunden Powerplay den Anschlusstreffer gelang. Doch der ZSC behielt in diesem Mitteldrittel die Nerven und liess sich auch durch kurzfristige Drucksituationen der Zuger nicht aus der Ruhe bringen.

Das selbe Bild ergab sich im letzten Drittel, der ZSC kontrollierte die Partie mehr oder weniger souverän, dies ohne grössere Risiken und Zug vermochte keine wirklichen Feldüberlegenheit zu verzeichnen. Auf den Rängen war es zu dieser Zeit fast still, die Stimmung war etwas zwischen Ungläubigkeit über die Kontrolle und Angst doch noch zu verlieren. Davon aber hatten die Spieler anscheinend keine Angst und konnten in der 54. Minute sogar noch einen Treffer zulegen. Mark Bastl staubte einen Abpraller bei Zurkirchen ab, der junge Goalie wehrte sich nach Kräften im Powerplay, war am Ende aber doch geschlagen. Anschliessend konnte der Sieg nachhause gebracht werden und drei wichtige Punkte blieben diesmal im Hallenstadion.

Für die Moral der Spieler wohl ein grosser Schritt, so ist der heutige Sieg doch nicht mehr als ein kleiner Anfang einer noch langen Reise. Das wichtigste Spiel in der aktuellen Situation ist das kommende gegen den EHC Biel, dort geht es um die Qualifikation für die Playoffs und auf das ist zurzeit der Fokus zu richten!

Interview mit Adrian Wichser nach dem Spiel:
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18.01.2011 zsc - zug
Das Tor zum 5:3 in der 54 Minute von # Mark Bastl. Foto: Dominik Hew/zscblog.ch

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