Ein konzeptloser Meister auf dem Eis

Die Hallenstadion-Uhr zeigte 22:05 an, Severin Blindenbacher kurvte, mit einer Mischung aus Wut und Ungläubigkeit, auf dem Zürcher Eis herum – er musste zum Interviewtermin, nicht ganz freiwillig. Es war ein Sinnbild für die Mannschaftsleistung des ZSC am gestrigen Abend, er hatte von Beginn an kein Konzept in seinem Spiel, brachte während den gesamten 60 Spielminuten keine vernünftige Angriffsauslösung zu Stande und verdiente sich somit die deutliche Startniederlage gegen Biel. Hat der ZSC den EHC Biel unterschätzt? Ist der ZSC nicht bereit für die Playoffs? Oder war es nur ein Ausrutscher zu Beginn dieser heissesten Phase des Jahres. Egal aber was es ist, schlimm am gestrigen Auftritt war die Verarbeitung auf dem Eis, der ZSC nahm kaum Zweikämpfe an, fuhr die Checks nicht fertig und wenn es dann mal zu einem Handgemenge kam, benahmen sich die Zürcher Akteure wie die grössten Weicheier. Ein bisschen Rempeln, ein wenig Ziehen, aber kein richtiger Fight, kein richtiger Zweikampf – und so gewinnt man halt eben keine Playoffpartien.

Das Ambiente hätte gepasst
Dabei wäre alles angerichtet gewesen, die Zürcher Fans hatten seit dem frühen Nachmittag die Choreographie für die Westseite. Über 60 Meter erstreckte sich die Aufmachung der Zürcher Fans – sie sollte am Schluss vorerst vergebens sein. „FÜR ZÜRI AM GLÄNZE, FÜR EUSI FARBE AM KÄMPFE“, stand auf den beiden grossen Transparenten in der Mitte der Westseite. Für den ZSC hatte dies aber stimmte diese Aussage definitiv nicht.

So enthusiastisch die ZSC Fans am Anfang noch waren, so verärgert waren sie nach dem zweiten Drittel. Eine grosse Anzahl von ihnen zog es aufgrund der Leistung der Mannschaft nämlich zum Spielereingang des ZSC – um dort den Spielern von Crawford zu erläutern, dass eine solche Leistung nicht nur unzureichend, sondern auch eine absolute Frechheit ist. Viel Einfluss hatte diese Aktion nicht, zwar kassierte der ZSC keinen weiteren Treffer, aber er brachte eben auch keine Trendwende in dieses Spiel. So schlitterte er in den letzten Minuten fast regungslos in diese Niederlage, die zwar noch kein Weltuntergang ist, die aber schon etwas Grund zur Sorge bietet.

Das eigene Spielkonzept durchziehen
Was also ist die Konsequenz für den nächsten Dienstag? Eigentlich gibt es nur eine; Spiel abhacken, von neuem Beginnen und hoffen, dass ein solcher Auftritt nicht wieder vorkommt. Denn eine Fehleranalyse könnte lang und beschwerlich werden, nach einem solchen Spiel. Was aber klar ist, ohne eine vernünftige Angriffsauslösung wird der ZSC keine Partie gewinnen können. Notfalls mit Gewalt, muss man dem EHC Biel das eigene Spielkonzept aufzwingen und so zum Erfolg gelangen. Denn trotz 31 Torschüssen gestern, hatte man nie wirklich das Gefühl, dass der ZSC eine Druckphase mit vielen guten Chancen hatte.

Zum Glück ist Playoff, dann beginnt nämlich zwei Tage später bereits wieder eine Partie bei Null und wenn man diese gewinnt, ist die Niederlage von gestern schon fast wieder vergessen. Es isch Playoff und jetzt rissed Eu verdammt nomal zäme!

ZSC Meistervideo 2014 (Saison 2013/2014)

Wir schreiben den Samstag, 19. April 2014; Zeit um Geschichte zu schreiben. Alles begann um 15:00 in der Kunsteisbahn Oerlkon, wo sich die Fans zum Warm-Up einfanden. Wir haben die Ereignisse an diesem Tag vom Weg bis zum Schluefweg bis tief in die Nacht aufgearbeitet und in einem „meisterlichen“ Film festgehalten!

Mir sind Schwizermeischter….. Gnüsseds!