Ein Zittersieg für den ZSC

Vålerenga Oslo – ZSC 2:3 (0:1, 1:0, 1:2)

Im zweiten Spiel im Norden wartete Valerenga Oslo. Die Eisarena von Oslo hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen, sowieso scheint der Hockeysport in Norwegen deutlich im Schatten von anderen Wintersportarten zu stehen. Trotzdem war das Spiel – im Bezug auf das Weiterkommen in der CHL – durchaus von Bedeutung. Wien reiht Sieg an Sieg und Färjestad ist dem ZSC bezüglich dem zweiten Platz auf den Fersen. Die Norweger also ein Gegner, gegen den nicht nur aufgrund der Stärken beider Mannschaften ein Sieg Pflicht war. Bei den Norweger herrschte trotz der alten Halle mehr Eventstimmung.

Es war noch früh und noch nicht alle bereit
Bereits um 14:30 wurde das Spiel begonnen. Man bemerkte nicht nur auf den Tribünen, dass alle etwas Zeit brauchten um in Schwung zu kommen. Die Verteidigung der Zürcher war gelinde gesagt unorganisiert und dies machte sich in diversen Strafen bemerkbar. Mehrmals mussten sich Leimbacher und seine Vorderleute in Unterzahl wehren – vorerst noch erfolgreich. Bestes Beispiel war in der achten Minute ein Vorfall mit dem gebrochenen Stock von Cunti. Kein Spieler auf der Bank machte Anzeichen für ihn einzuspringen und auch der Betreuerstab brauchte mehrerr Sekunden, bis es endlich einen, bzw. gerade zwei Ersatzstöcke gab – was Cunti noch einmal verwirrte. Danach aber gab es eine Minute später sogleich auch noch das spielerische Highlight zu bestaunen. Für einmal agierte Zürich im Powerplay und dort bediente Shannon Nilsson traumhaft durch die gesamte Box und ermöglichte so das erste Tor. Es blieb dann aber der einzige Treffer und das Beste was dieses Drittel zu bieten hatte.

Nur wenig Besserung im Mitteldrittel
Ein ähnliches Bild gab dann auch der zweite Abschnitt her. Man versuchte krampfhaft die spielerische Linie zu suchen, blieb aber fast in allen Fällen erfolglos. Bis zur 25. Minute hätte dies ja noch ausgereicht, doch dann folgte auch noch der Ausgleich von Oslo. Von da an reagierte der ZSC dann etwas, er kam zumindest wieder zu einigen guten Chancen. Aber es fehlte praktisch an allen Ecken und Enden. Es hätte nicht einmal verwundert, wenn Oslo auch noch die erstmalige Führung geglückt wäre. Nach dem zweiten Drittel blieb nicht nur die Entscheidung über den Ausgang offen, sondern auch was mehr verärgerte: das nachlässige Spiel der Zürcher oder die Unfähigkeit von Oslo.

Entschädigung im letzten Drittel
Noch so ein Drittel hätte man dann nicht mehr ausgehalten. Der ZSC nach 47. Minuten mit dem ersten Schritt zur Besserung. Blindenbacher verschaffte sich durch ein Dribbling Raum und verwertete anschliessend allein vor dem Tor. Dieser Treffer verschaffte dem Team von Crawford Aufwind und zwei Minuten später lag die Scheibe wieder im Tor, wieder jubelte der ZSC – diesmal dank Cunti. Wiederum hatte sich Nilsson als Vorarbeiter profiliert. Weitere hochkarätige Chanchen für Baltisberger und Shannon (per Penalty) konnten nicht genutzt werden. Man hätte es entscheiden können, doch durch den Anschlusstreffer in der 51. Minute folgte eine hektische Schlussphase.

Zuerst wurde Seger für ein Foul auf die Strafbank gestellt. Der Norweger blieb liegen und als er nach einigen Augenblicken wieder aufstand, packte er sich Smith und drücke diesen nieder. Doch Smith setzte zum „Hosenlupf“ an und stürtzte seinen Gegner inklusive Schiedsrichter auf den Rücken. Auch ein Loch im Eis galt es dann noch zu flicken, scheinbar sind noch nicht alle Länder bereit für den Winter. Oslo versuchte es bereits fast drei Minuten vor Ende mit einem zusätzlichen Feldspieler. Aber Leimbacher und seine Vorderleute retteten den knappen Vorsprung über die Distanz.

So gab es dann also doch noch den wichtigen Sieg zu bejubeln. Mit den positiven Eindrücken geht es jetzt also zurück in die Schweiz. Allen eine gute Heimreise.

 

Ein Spiel, dass irgendwie kurios anmutete

Färjestad BK – ZSC 4:3 (1:2, 1:0, 1:1, 1:0) n.V.

Unsere Reise führte über Oslo bis nach Karlstad, wo wir das erste Spiel unserer Reise in den Norden genossen. Da wartete Färjestad BK auf den ZSC, das Schwedische Team, welches die Equipe von Crawford vor wenigen Wochen noch in der Verlängerung geschlagen hatte. Sowieso hatte der ZSC in den letzten drei Jahren nie gegen Färjestad gewinnen können, es wäre also längst Zeit für einen Zürcher Sieg gewesen. Der Sieg wäre auch für ein Weiterkommen in der CHL-Kampagne wichtig. Doch vorderhand sollte es auch ein lustiger Ausflug nach Schweden und Norwegen werden. Zurück war das Verteidigertalent Jonas Siegenthaler von seiner Verletzung, der 17-jährige gehört zum besten, was die Schweizer Eishockeyzukunft zu bieten haben dürfte.

Ein riesen Drittel zu Beginn
Als hätte der ZSC diese Message verstanden, begann er auch. Mit viel Druck auf das Tor von Färjestad. Dies war dann nach drei Minuten sogleich auch von Erfolg gekrönt – Wick traf im Powerplay zum Führungstreffer. Eine Antwort der Schweden blieb aus, der Z drückte weiter und nach acht Minuten krachte es schon wieder. Bärtschi wurde wubderbar freigespielt und zog alleine vor dem Tor ab, er traf und erlöste den mitgereisten Anhang. Sekunden später war es Smith der beinahe für den dritten Treffer besorgt war. Doch es blieb bei der Führung. Doch wie der Z agierte, kombinierte und spielte war beeindruckend. Der Z hatte diese Partie fast vollends unter Kontrolle, bis zur 18. Minute und einer zumindest fragwürdigen Strafe gegen Smith. Noch während wir pfiffen, über den Schiedsrichterentscheid erzielte Färjestad den Anschlusstreffer. So blieb es auch, der ZSC aufgrund dieses starken Drittels eher schlecht bedient. Doch, dies spielt im Eishockey ja bekanntlich keine Rolle.

Viel Wasser, wenig Eishockey
Das zweite Drittel war dann deutlich ausgeglichener. Im Gegenteil, das Heimteam hatte mehr Spielanteile und auch einige Chancen im Powerplay. Bis zur 12. Minute, dann wurde das Spiel unterbrochen – das Eis war nicht mehr in bespielbarem Zustand. Es wurde gewischt und gereinigt, doch es wollte nicht weitergehen. Diverse Male versuchte die Eismaschine das vorhandene Wasser zu entfernen, abschliessenden Erfolg hatten die Schweden aber lange nicht. Nach fast einer Stunde Pause standen die Zeichen dann doch noch auf Weiterspielen. Doch Meldungen zwischen Abbruch und Weiterspielen wechselten sich im Minutentakt ab. Am Ende (um 22:25) kehrten dann die beiden Mannschaften zurück. Kaum ging es weiter, gab es den Ausgleich zu sehen. Ein Spiel, welches eigentlich nicht weitergeführt werden hätte dürfen, stand um knapp vor 23 Uhr ausgeglichen. Eine Farce für die wiedereingeführte Champions Hockey League. Schade!


Der Druck um diese Zeit natürlich deutlich weg, sowohl bei den Fans, wie auch bei den Spielern. Man musste feststellen, dass die Schweden dieses langezogene Spiel psychisch besser im Griff hatten. Nach 50. Minuten machte sich dann auch in der erstmaligen Führung von Färjestad bemerkbar. Doch der Zürcher SC gab nicht auf und erhielt noch die Chance im Powerplay zum Ausleich und tatsächlich – Wick mit seinem zweiten Treffer war der Torschütze. Die Ränge leerten sich mehr und mehr, das Spiel ging weiter, bis in die Verlängerung. Dort war es Färjestad, die wiederum in der Verlängerung gewannen. Es scheint fast so, als werde Färjestad zum internationalen Fribourg.
Trotzdem bleibt hinter diesem Spiel ein schlechter Nachgeschmack. Am Schluss spielen es immer zwei Teams aus, Färjestad konnte mit den schwierigen Umständen besser umgehen. Alles andere ist leider, zumindest auf dem Papier, nichts wert.

Erster Derbysieg der Saison

ZSC – EHC Kloten 2:1 (1:0, 1:1, 0:0)

Kloten macht das Spiel, der ZSC das Tor

Lange Zeit tat sich beim ersten Zürcher Derby der neuen Saison und Neuauflage des letzten Playoff-Finals wenig bis gar nichts. Das Spiel war geprägt von vielen Fehlern auf beiden Seiten. Die Zürcher verursachten in den ersten 8 Minuten nicht weniger als 4 Offsids. In der Folge kamen die Klotener besser ins Spiel und erspielten sich einige aussichtsreiche Chancen, welche aber alle von temporär Ersatzmann Urban Leimbacher zunichte gemacht wurden. Der ZSC agierte vor dem gegnerischen Tor um einiges effizienter als der Gast aus Kloten, denn die Zürcher nützen ihre erste richtig gute Gelegenheit in der 14 Minuten und gingen durch Künzle eher überraschend mit 1:0 in Führung. Auch in der Folge blieb die Fehlerratte auf beiden Seiten hoch und schöne Kombinationen blieben Mangelware. So blieb es wenig verwunderlich beim 1:0 für den ZSC bis zu ersten Pause.

Strafen auf beiden Seiten

Auch nach der Pause ging es im selben Stile weiter. Jedoch kassierten nun beide Mannschaften vermehrt Strafen, so dass das Powerplay auf beiden Seiten getestet werden konnte. Zürcher konnten sogar über längere Zeit in Doppelter Überzahl agieren, brachten aber wenig bis gar nichts zustande. Auffällig waren weiterhin die vielen Offsids der Stadtzürcher, welche mit der kleineren Mittelzone so ihre liebe Mühe hatten. Nach 32 Minuten funktionierte beim ZSC endlich ein Powerplay wie am Schnürchen: Smith legte auf für Patrick Geering und dessen Slapshot von der Blauenlinie lenkte Reto Schäppi ins Tor ab. Mit dem 2:0 im Rücken hatte der ZSC nun Oberwasser und kontrollierte die Partie. Jedoch nicht für allzu lange, denn kurz darauf musste Luca Cunti für 2 Minuten auf die Strafbank. Und nun funktioniert auch bei Kloten das Powerplay. Auch hier führte der Schuss von der Blauenlinie zum Erflog. Urban Leimbacher konnte den verdeckt abgegebene Schuss nicht blockieren und Michael Liniger musst nur noch den Abpraller im Tor unterbringen – nur noch 2:1. In den folgenden Minuten geschah nun nichts mehr aufregendes, so dass es mit diesem Resultat in die Pause ging.

Der ZSC kontrolliert die Partie

Dass es sich mit einer Führung im Rücken leichter spielt, zeigte das 3. Drittel. Die Zürcher kontrollierten die Klotener und kamen nun vermehrt zu Chancen. Der ZSC konnte diese Chancen aber nicht in Tore ummünzen, wie zum Beispiel Roman Wick, der alleine vor Müller scheiterte. Und beinahe wären die Zürcher kurz darauf bestraft worden, als sich Mathias Seger im Powerplay vor dem eigenen Tor einen kapitalen Aussetzer leistete. Urban Leimbacher konnte jedoch das „Buebetrickli“ von Peter Guggisberg in letzter Sekunde verhindern und so blieb es weiterhin bei der knappen Führung. Die Klotener versuchten in den letzten Minuten nochmals alles, jedoch liess sich der ZSC diesen Sieg nicht mehr nehmen und gewann so nachdem letzt jährigen Playoff-Final auch das erste Derby der Saison. Morgen steht bereits der nächste Test im Final des Team-Cups gegen HC Davos an.

Chris Baltisberger bis 2017 beim ZSC!

Gute News so kurz vor dem traditionellen Turnier in Küsnacht, anlässlich des Team-Cups. Chris Baltisberger hat seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre verlängert.

Der 22-jährige steigt dieses Jahr in seine dritte, volle Saison beim Zürcher SC. Insgesamt absolvierte er bisher 149 Meischterschaftspartien und erzielte dabei sieben Tore und gab 14 Vorlagen. Er prägte die Mannschaft aber in den letzten Playoffs vornemlich durch sein physisches Element.

In der Vorbereitung der aktuellen Saison hat Baltisberger aber auch bereits seine Qualitäten als Vollstrecker durchblicken lassen. In zwei Partien der Champions Hockeylegaue erzielte er bereits drei Tore.

Nach 36 Sekunden in der Verlängerung verloren

ZSC – Färjestad BK 2:3 (0:1, 1:0, 1:1, 0:1) n.V.

Färjestad BK – ja da war doch bereits einmal etwas. Richtig, bereits in den letzten zwei Jahren, in der damaligen European-Trophy, sind die beiden Teams aufeinander getroffen. Beides Mal zog der Schwedische Vizemeister aus der letzten Saison das bessere Ende für sich ein. Diese Partie dürfte aber von beiden Teams noch eine Spur härter angegangen werden und der Sieg noch etwas konsequenter angestrebt werden. Auch heute waren beim ZSC wieder alle wichtigen Akteure dabei, wie dies bereits schon zwei Tage zuvor gegen Oslo der Fall war.

Ein munterer Auftakt in diese Partie
Lange brauchten beide Mannschaften nicht um durchzustarten. Bereits nach 50 Sekunden hatte Keller allein vor dem Tor die Chance zum Führungstreffer. Doch er scheiterte, wie einige seiner Mitspieler danach am Torhüter der Schweden. Die ersten Minuten gehörten klar dem ZSC, der aber zu viele Strafen kassierte in der Folge und sich so selber den Schwung nahm. Einer dieser Strafen führte in der sechsten Minute dann auch zum 0:1 für Färjestad BK. Dieser Treffer änderte aber nichts daran, dass der Z die besseren Chancen hatte, diese aber nicht verwertete. Keller – der Topskorer der Zürcher – alleine hatte Chancen für zwei oder drei Tore. Doch es blieb dabei, der ZSC musste sich am heutigen Abend noch auf den ersten Treffer gedulden.

Der Ausgleich im Mittelabschnitt
Für das heutige Spiel gab es zum ersten Mal einen Fansektor im Hallenstadion. Im X2 hatten sich die Z Fans formiert und unterstützten das Team von dort aus. Auf dem Eis war dies resultatemässig noch nicht auszumachen. Trotzdem hatte der ZSC mehr und die besseren Chancen. Bis zur 35. Minuten, da gab es eine Powerplaychance für den ZSC. Diesmal war der Versuch erfolgreich, Bergeron zog von der blauen Linie ab und dort lenkte Baltisberger, erneut der junge Zürcher, ab und stellte zum Ausgleich. Weitere Chancen folgten auf beiden Seiten, aber ohne Torerfolg. So ging es mit diesem 1:1 in das letzte und entscheidende Drittel dieser zweiten CHL Partie.

Nach 36 Sekunde Verlängerung verloren
Zu Beginn des letzten Drittels gab es dann einen Fehler des neuen Ersatztorhüters Urban Leimbacher zu sehen. Er stoppten den auf dem Eis „anschlidernden“ Puck nicht und die Schweden sagten danke! Diesem erneuten Rückstand liefen die Zürcher bis zum zweiten Treffer von Baltisberger. Es waren 51. Minuten gespielt da stand die Nummer 14 vor dem Tor, er hatte es sich dort offensichtlich gemütlich gemacht, und verwandelte zum Ausgleich. In der Folge neutralisierten sich die beiden Teams mehrheitlich, bis kurz vor Ende des Spiels, da kam Färjestad zu einer Powerplaymöglichkeit.

Zwar konnten die Schweden in der regulären Spielzeit diese Chance nicht nutzen, aber es blieb noch etwas Zeit in der Verlängerung. Diese nutzten die Schweden dann auch eiskalt und nach 36 Sekunden in der Verlängerung war dann auch Schluss an diesem Abend. Da aber trug Leimbacher keine Schuld, der 32-jährige war gegen diesen Abschluss machtlos. Weiter geht es am nächsten Wochenende mit dem Team-Cup in Küsnacht.