ZSC Meistervideo 2014 (Saison 2013/2014)

Wir schreiben den Samstag, 19. April 2014; Zeit um Geschichte zu schreiben. Alles begann um 15:00 in der Kunsteisbahn Oerlkon, wo sich die Fans zum Warm-Up einfanden. Wir haben die Ereignisse an diesem Tag vom Weg bis zum Schluefweg bis tief in die Nacht aufgearbeitet und in einem „meisterlichen“ Film festgehalten!

Mir sind Schwizermeischter….. Gnüsseds!

Eine lange, geile Meisternacht

Als Robert Nilsson um 23:23 sein Lachen aufsetzte und in Richtung Penaltypunkt anlief, da wussten die mitgereisten Fans – und alle die im Hallenstadion auf die Erlösung warteten – noch nicht, dass für sie gleich eine lange, unvergessliche Nacht beginnen würde. Nilsson versenkte eiskalt und es durfte gejubelt werden, der Schluefweg wurde zum Zürcher Festhaus- was für ein wohl unschönes Gefühl für die Klotener. Unmittelbar nach dem verwandelten Penalty verkam das Stadion zum Tollhaus und die Zürcher Anhänger brachten die Kurve zum Erleuchten. Es wurde gefeiert, gejubelt und gesungen; die Temperatur der Kurve bei massivem Fieber angelangt und dieses kühlte sich nicht ab, bis Bastl den Pokal in die Höhe stemmen durfte unter tosendem Applaus aller mitgereisten Zürcher Fans. Seger war es, der den Pokal erhielt, welcher diesen aber zum erstmaligen Hochstemmen sofort an seinen Assistenten weiterreichte. Eine Geste, die den Teamzusammenhalt unter Beweis stellt, aber vor allem die loyale und gute Führung von Captain Seger. Sollte der Routinier eines Tages seine Karriere beenden, dann wird dies eine grosse Lücke im Kader der Zürcher hinterlassen.

Eine kurze Rückreise und dann ins Festhaus
Meisterfeier im HallenstadionZurück aber wieder zu den aktuellen Ereignissen. Der Meisterpokal also fest in Zürcher Händen und das Fest hatte erst richtig begonnen. Spieler und Fans begaben sich nun in Richtung Oerlikon, dort wo weitere 6000, 7000, ja vielleicht 8000 euphorisierte ZSC Anhänger warteten. Kurz war die Fahrt von Kloten auf Oerlikon, aber sie gab allen Beteiligten Zeit sich kurz zu fassen, zu realisieren was in den letzten zwei Stunden ablief und auf was sie sich noch gefasst machen konnten. Angekommen in Oerlikon gab es einen leuchtenden Marsch vom Bahnhof Oerlikon zum Hallenstadion; so hell war es wohl in der Nach von Oerlikon länger nicht mehr. Ebenso mit der Lautstärke, ganz Oerlikon, ja die ganze Schweiz sollte wissen, wer die Nummer 1 ist im Eishockey und so wurde es abermals laut verkündet: „Meischter, Schwiiiizermeischter… lolololololo“.

Die Mannschaft liess sich etwas länger Zeit für den Weg vom Schluefweg bis zum Hallenstadion. Irgendwann aber fanden auch sie sich an der grössten Sause der Schweiz ein. Einige bereits umgezogen, andere noch fast in der vollen Ausrüstung kamen sie auf die Bühne, wo sie alle herzlich begrüsst wurden. Dem einen oder anderen merkte man die ersten paar Biere bereits etwas an, die Hemmungen sanken. Patrik Bärtschi versuchte sich mit dem „Attacke ZSC“, Mathias Seger wollte absolute Ruhe im Publikum – was übrigens um diese Zeit ein Ding der Unmöglichkeit war -, Ryan Shannon versuchte sich als Capo und versuchte sich mehrmals am „ZeeeettteeeeeSSSSCEEEEE“. Ja und dann war da noch Wick, leicht gezeichnet von seinem ersten Titel, nahm er das Mikrofon in die Hand, ignorierte die gestellte Frage und meinte leicht angetrunken; „Sorry Chloooote, hät leider nöd ganz glanget“, worauf er lachend das Wort wieder dem Speaker übergab.

Meisterfeier im HallenstadionIrgendwann war die Mannschaft dann ausreichend gefeiert worden, es war an der Zeit für die Fans sicher selber zu feiern und sich gehen zu lassen. Wo normalerweise die Eisfläche steht und Tore geschossen werden, da tanzten und feierten jetzt die Zürcher Fans fast grenzenlos. Beendet wurde diese Zustand erst, als die Scheinwerfer im Hallenstadion um kurz vor vier Uhr angeschaltet wurden. Es gab aber noch mindestens eine Station, die da Cheyenne heisst, wo sich Fans und Spieler kurz vor Sonnenaufgang wieder trafen. Bei Sonnenaufgang waren dann viele auf dem Weg nachhause, aber eben nicht ganz alle und diejenigen dürften wohl noch lange gefeiert haben…

Fotos: Meisterfeier

Bilder der Meisterfeier im Hallenstadion, Zürich am 19.04.2014.

De ZSC isch Schwizermeischter!

50 Qualifikationsspiele, 7 Viertelfinalspiele, 7 Halbfinalspiele und 4 Finalspiele mussten sich Fans, Mannschaft, Umfeld und alle Beteiligten gedulden, ehe es endlich soweit war; Mark Bastl durfte als erster den Pokal für den besten Schweizer Eishockeyclub in die Höhe stemmen. Ein Gefühl voller Freude, Entspannung und Überwältigung; wie gross musste der Druck sein, als die Zürcher nach 50 Qualifikationsspielen klarer Sieger der Vorrunde wurden und für Medien und Journalisten der Meister eigentlich schon fest stand. Es kam die Serie gegen Lausanne, die Zürcher waren in Spiel zwei unmittelbar davor, mit 2:0 in Rückstand zu geraten. Doch Nilsson machte den Treffer zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit – der entscheidende Moment in dieser Serie und sicherlich auch für die gesamte Playoffkampagne.

Nun legte der ZSC mit 3:1 in der Serie vor, liess den HC Lausanne aber noch einmal auf 3:3 herankommen, ehe Marc-Andre Bergeron – der sonst nur für seine defensiven Patzer kritisiert wurde – die Zürcher Halbfinalpläne endgültig fixierte.

Auch gegen Genf in die Belle
Als Anhänger des ZSC durfte man hoffen, dass die Halbfinalserie etwas entspannter und lockerer von der Hand gehen würde. Doch weit gefehlt, auch hier bestätigte sich einmal mehr, dass es eben Playoffs sind und die Qualifikations nicht mal mehr als Randnotiz stand halten mag! Es war ein ständiges Auf- und Ab, diese Halbfinalserie gegen McSorley und sein Team; auf einen desolaten Heimauftritt zu Beginn folgte die Reaktion in Genf und als die Zürcher im sechsten Spiel, erneut in Genf, zum Finalpuck ansetzten, folgte wieder eine schlechte, ja fast unterirdische Leistung. Genf glich abermals aus und für den ZSC bedeutete diese Niederlage, dass sie erneut über sieben Spiele zu gehen hatten.

Aber so schnell wie sich das Ganze nach unten drehen kann, geht es eben auch wieder nach oben, so gesehen in Spiel 7 der Halbfinalserie. Gerade mit 4:0 fegte das Team von Crawford die Jungs McSorley vom Eis – nach diesem Sieg waren keine Fragen mehr vorhanden, wer sich den Playofffinal von diesen beiden Teams mehr verdient hatte.

Der erste Derbyfinal seit Playoffbeginn
Lohn für den starken Auftritt in Spiel sieben war der Derbyfinal, denn sich wohl viele Zürcher seit Jahren herbeigewünscht hatten und der nun wahrlich eintraf. Auch hier durfte man eine harte, umkämpfte Serie erwarten und die ersten beiden Spiele gaben diesen Stimmen Recht. Doch der ZSC erzwang in beiden Partien das Glück auf seine Seite, im ersten Spiel war es Bärtschi, der den entscheidenden Schuss ansetzte und drei Tage später durfte sich Keller als Matchwinner feiern lassen. Mit 1:0 und 2:1 waren die Resultate derart knapp, dass selbst nach diesem 2:0 in der Serie noch niemand von einer Vorentscheidung spracht.

Doch es kam anders, vielleicht gerade aufgrund der zwei knappen Resultate mochte sich Kloten nicht genügend steigern und verlor das zweite Spiel im Hallenstadion klar und deutlich mit 5:2. Es war ein Genickbruch, gepaart mit den vielen verletzten und angeschlagenen Spielern bei Kloten, von dem sich die Flieger nicht mehr erholten. Der heutige Sieg im Schluefweg bestätigte nur noch, was sich in den drei Spielen zuvor entweder klar oder knapp zeigte, der ZSC ist und war die über alle Bereiche gesehen deutlich stärkere Mannschaft.

Steigen wir als ein in die Meisternacht, veranstalten wir eine riesen Feier! Als gäbs keis Morn! Uf gahts Züri…

Nilsson und der goldige Meisterschuss

EHC Kloten – ZSC 1:2 (1:0, 0:1, 0:0, 0:0)

Den ersten Meisterschaftspuck durften die Klotener vor heimischen Publikum abwehren und so verhindern, dass die Zürcher in ihrem Stadion den Titel feiern würden. Ein Umstand der sicherlich mit dem Wort „Höchstbestrafung“ gleichgestellt werden dürfte. Beim ZSC musste man nach dem komfortablen 3:0 aufpassen, dass die Mannschaft und die Fans nicht vom Boden abhoben und bereits zu fest an den gelben, hässlichen Schirmständer dachen – sondern mehr an die noch bevorstehende, harte Aufgabe.

Marc Crawford musste keine weiteren Verletzungen hin nehmen, ja er hätte sogar Marc Andre-Bergeron wieder zurück in die Mannschaft nehmen können. Alle anderen Teammitglieder waren weiterhin fit, es stand einem harten und intensiven Playoffkampf also nichts im Weg!

Intensiv, hart und knapp
Genau ein solcher Playofffight traf dann auch wahrhaftig ein. Kloten hatte den Ernst der Lage verstanden und sie kämpften, wühlten und dreckelten, wohl so hart wie nie zuvor in dieser Serie. Die Zürcher hatten ihre liebe Mühe damit. In der Defensive hingegen wirkten beide Teams fehleranfällig und so kam es bereits früh zu einigen gefährlichen Aktionen vor Gerber und Flüeler. Auf den ersten Eindruck machte dabei Gerber die bessere Falle; er gewährte weniger Abpraller und strahlte mehr Sicherheit aus. Beim ersten Treffer, erzielt durch Kloten, war aber Flüeler chancenlos, er wurde von seiner Verteidigung regelrecht alleine gelassen. Gespielt zu diesem Zeitpunkt neun Minuten. Die Reaktion des ZSC fiel heftig aus, sie drückten auf Gerber zu, aber der hielt in diesem ersten Abschnitt alles. Selbst als Keller und Nilsson fast eine zwei gegen null-Situation fahren konnten. Gerber vernichtete jede Chance der Zürcher, mit viel Können und auch einer grossen Portion Glück.

Der soooo wichtige Ausgleich nach langem Würgen
Genau dasselbe spielte sich im Mitteldrittel ab, der Z drückte auf das Tor von Kloten, aber die Scheibe wollte und wollte nicht in die Maschen gehen. Selbst zwei Zürcher Überzahlsituationen für den ZSC brachten nichts zählbares ein. Kloten ihrerseits hatte da nichts mehr anzubringen und ein Tor lag mehr als nur in der Luft. Mehrere Icings waren die Folge des enormen Zürcher Drucks. Crawford zog erneut mit allen vier Liniem durch, was Hollenstein erneut Schmerzen zuführte. Die Schmerzen mochten sie aushalten, bis zur 39. Minute. Dann gewährte Kloten Baltisberger zu viel freien Raum, welchen er eiskalt ausnutzte und den Hartgummi in den Engel beförderte.

Wick fast mit dem Siegestreffer
Das dritte Drittel verkam zur Nervensache. Kloten erholte sich von der zwischenzeitlichen Druckphase gut und kam so selber zu einigen gefährlichen Chancen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, mit leichten Vorteilen für den Z. Kloten dürfte mit der Power wohl auf dem Zahnfleisch gelaufen sein, der Z dagegen rotierte noch immer regelmässig durch. Tore fielen keine mehr, aber Wick zwickte Sekunden vor Ende des dritten Abschnittes an das Lattenkreuz, während einer Powerplaysituation, die noch in die Verlängerung weiterlief.

In dieser Verlängerung nun wurden die Klotener müder und müder, der Z wieder fast ausschliesslich vor dem Tor von Martin Gerber. Einige Male war es eng, aber oftmals fehlte auch der letzte Wille in den Aktionen, auch der ZSC wusste, dass jeder Konter zum Ende dieser Partie führen hätte können. Die maximal mögliche Anspannung in dieser Verlängerung war auszumachen. Kloten mit einigen sehr gefährlichen Kontern, welche Flüeler mit Glück und grossem Einsatz verhinderte.

Es musste zum Penaltyschiessen und zur totalen Eskalation der Nerven kommen. Da hatte der Z einen Trumpf und der stach eiskalt, zweimal durfte er anlaufen und beides Mal sass das Ding, war es beim ersten Mal noch die Führung, die Lemm mit dem zweitletzten Penalty noch ausgleichen konnte, so war der zweite Streich gleichbedeutend mit dem Titel und jetzt war es geschafft…

Lasst uns feiern, wir haben es verdient…