Die Affen vor dem Titel – wir vor dem Elend

HC Davos – ZSC 4:3 (1:2, 1:0, 1:1, 1:0)

Endlich geht es weiter, nach dem das unnötige Montagsnachmittagsspiel – es ist mittlerweile an jedem Ostermontag dasselbe – überstanden ist, geht es heute weiter nach Davos. Bereits wieder steht der ZSC unter Druck, denn ein 1:3 Rückstand in der Serie wäre, trotz den wohl grösseren Kraftreserven, eine schwerwiegende Hypothek. Ein Sieg also Pflicht an diesem Donnerstagabend.

Ein Start der sich gut anfühlte

Denis Malgin mit dem ersten Treffer

Denis Malgin mit dem ersten Treffer

Der Auftakt war dann vielversprechend, der Z startete agil und mit Vorteilen. Wie würde es um die Blockade vor Genoni aussehen? Diese Frage wurde in der siebten Minute ein erstes Mal beantwortet. Malgin tanzte um das Tor von Davos, passte zu Blindenbacher, dessen Schuss von Wick gefährlich abgelenkt wurde. Der Abpraller landete wieder bei Malgin und der machte das 0:1. Nun war natürlich Schwung im Zürcher Spiel, bereits vier Minuten später jubelte schon wieder der Z. Nilsson wurde von Keller bedient und der fand die Lücke ins Glück. 0:2, eine gute Sache, aber kein Vorsprung zur Verwaltung. Dies tat der Z dann auch nicht, dennoch konnte er in der 18. Minute den Anschluss nicht verhindern. Nach einer etwas kuriosen Strafe gegen Baltisberger konnte Davos profitieren. Mit diesem knappen Resultat ging es in die Pause.

Der Ausgleich im Mitteldrittel
Das Mitteldrittel dann war eines, welches es so nicht gebraucht hätte. Zwar wirkte der HCD nicht besser, aber er kam ein bis zwei Mal vor das Tor von Flüeler und erzielte dabei sogleich den Ausgleich. Kurzzeitig hatte Paulsson zu viel Platz und der Davoser Topskorer nutzte die Chance eiskalt aus. Alles andere war dann zwar in Ordnung, aber weder gut noch überragend. So musste man erneut mit einem 2:2 in die Pause und hoffen, dass das letzte Drittel diesmal für den ZSC ausgehen würde.

Erst in der der Nachspielzeit zur Entscheidung
Greifen wir das letzte Drittel an, welches wir ziemlich schnell abhandeln können. Beide Teams hatten ihre Chancen und beide erzielten je ein Tor. Zudem waren beide sehenswert und finalwürdig. Zuerst war der Z an der Reihe, einen wunderbaren Pass von Blindenbacher verwertete Trachsler zur erneuten Führung. Doch nur einige Minuten später war es Paulsson, der wunderbar von von Arx lanciert wurde, der zum Ausgleich traf. Mehr gab es dann nicht mehr, beide Teams hätten noch Möglichkeiten gehabt, blieben aber erfolglos.

Den Rest, ja damit meine ich den letzten Treffer von Daffos, dürft ihr Euch dann selber schreiben. Wir stehen kurz vor dem Ende, obwohl wir eigentlich besser waren, falls also jemand noch nicht begriffen hat – Spieler und Fans – um was es geht, dann darf derjenige gerne zuhause bleiben am Samstag!!!!

Weitere Bilder auf http://faszination-zsc.ch/index.php?/category/37

Eine verdammt bittere Niederlage

ZSC – HC Davos 2:3 (0:0, 0:2, 2:0, 0:1) n.P.

Sie schmerzte noch lange, die 5:2 Niederlage vom Samstag, insbesondere weil sie doch klar war und der ZSC ab dem zweiten Teil des Mitteldrittels kaum mehr Chance auf eine Wende hatte. Im Playoff ist vieles im Konjunktiv, so auch heute. Sollte der ZSC die Niederlage richtig verarbeitet haben, die richtige Taktik wieder gefunden haben und heute ein Sieg landen, dann wären sie dem grossen Ziel einen wichtigen Schritt näher. Dass das Potenzial zweifellos vorhanden ist, zeigten sie ja zum Auftakt nur zu gut. Trotz der Niederlage verzichtete Crawford auf grössere Änderungen beim Team, er wollte diesem Team die Chance zur Revanche geben gegen den HC Davos.

Ein gehässiger Start
Wie wichtig dieses Spiel war, sah man ab den ersten Szenen. Beide Teams fuhren fast jeden Check zu Ende und phasenweise am Limit ihrer Möglichkeiten. Über seinem Limit lief Wiegand, der Schiedsrichter, der bereits den Cup-Halbfinal Bern – ZSC verpfiffen hatte, war auch heute nicht Herr der Sache. Davos wurde hier für einmal wieder bevorteilt, obwohl diese oftmals unfair und über der erlaubten Grenze spielten. Dennoch war der ZSC die bessere Mannschaft, aber selbst nach einem Lattenknaller von Künzle blieb es beim 0:0. Stark spielte Genoni, der viele Pucks hielt, aber es war auch zu viel Ungenauigkeit im Zürcher Spiel.

Im zweiten Drittel verstärkte sich dann die Tendenz aus dem ersten Drittel noch. Beim ZSC verzwiflete man zusehends. Wieganflg und Co. waren mehr mit Ambühl und del Curto am diskutieren, dies gab dem HCD zusätzliche Verschnaufpause. Nunja, wie gesagt, am Ende muss man die Tore selber schiessen. Dies taten nur die Davoser in diesem Drittel, Ambühl lief durch und dabei sahen Tallinder und zwei weitere Zürcher uralt aus. Doch es war noch nicht das Ende der Fanenstange. Nach einem klaren Hacken gegen den ZSC gab es keine Strafe und keine Minute später fand sich der Z mit einem 0:2 Rückstand wieder. Die Pause wurde dann noch erzittert und erhofft, nur kein weiterer Gegentreffer. Der Wunsch wurde erhört. Keine weiteren Tore für Davos.

Die Wende im letzten Drittel
Was durfte man noch erwarten vom letzten Drittel? Gab es noch eine Rückkehr? Ja sie kam und eigentlich aus dem Nichts und zwar in der 46. und 48. Minute. Zuerst war es Shannon, der dort stand wo er muss. Direkt vor dem Tor nahm er den Abpraller von Genoni ab und haute ihn in die Maschen. Dies löste beim ZSC neue Hoffnung aus und zwei Minuten später war es Geering, der den Puck in die Maschen beförderte. Davos nun angezählt, aber trotzdem fielen sie nicht. Alle Chancen halfen dem Team von Crawford nichts, es musste eine Verlängerung her. In dieser wurde dann ersichtlich, wie viel mehr Power im ZSC war. Davos war angeschlagen, das Spiel war fast ausschliesslich vor Genoni postiert. Dennoch, auch dieses Drittel ging torlos aus und so musste das Penaltyschiessen entscheiden.

Zu dem gibts dann nichts mehr zu sagen, der ZSC verliert ein Spiel, dass er eigentlich nie verlieren dürfte. Derart Dominant zu sein, aber dennoch zu verlieren, ist irgendwie schwierig zu verarbeiten. Ich jedenfalls brauche meine Zeit, zum Glück gibt es nun drei Tage Pause: Zeit die Gedanken zu ordnen, Zeit das Spiel zu verarbeiten und Zeit sie neu zu fokussieren.

Ein Denkzettel zum hoffentlich richtigen Moment

HC Davos – ZSC 5:2 (1:1, 2:1, 1:0)

Mit dem 3:0 Auftaktssieg haben die Zürcher ein deutliches Zeichen gesetzt. Arno del Curto hatte nach dem Spiel etwas ratlos gewirkt, der ZSC dagegen versuchte den Erfolg etwas herunter zu spielen. Heute, zwei Tage später, aber ist dieser Erfolg längst wieder Vergangenheit. Es braucht heute eine genau so konzentrierte Leistung wie am Donnerstag, ansonsten ist der Vorsprung in dieser Serie ziemlich schnell weg. Beide Fanlager warteten mit einer Choreo auf und wollten damit ihre Mannschaft auf den richtigen Weg lenken.

Ein Auftakt mit viel Tempo
Das Spiel hatte mit den beiden Fanaktionen farbenfroh begonnen, doch dem Zürcher Anhang war das Lachen schnell vergangen. Nach 31 Sekunden führte der HCD bereits und konnte juben, ein Querpass eines Davosers fand den Weg ins Tor. Aber die Antwort folgte sogleich, keine Minute später. Siegenthaler schoss und Trachsler war vor dem Tor zur Stelle. Das 1:1 löste eine kurzfristige Patt-Situation aus. Fünf Minuten lang neutralisierten sich die beiden Teams, dann kam der ZSC besser in Fahrt. Er spielte Davos phasenweise schwindlig, doch der Erfolg blieb vorerst noch aus. Aber es war ein gutes Zeichen, wie der ZSC aufspielte, so konnte es weitergehen im Mitteldrittel.

Die Laufarbeit nach dem Führungstreffer eingestellt
Es lief die 23. Minute, Baltisberger – der heute eine unglaubliche physische Präsenz an den Tag legte – tankte sich durch, wurde in letzter Sekunde in die Mangel genommen. Neuenschwander übernahm und passte in den Slot, dort stand Balti wieder bereit und haute die Scheibe rein. Es stand 2:1 und der ZSC baute auf einmal ab. Plötzlich lief man nicht mehr beim ZSC, man wollte verteidigen und dies ging dann eben nicht gut. Bis zur 32. Minute konnte Flüeler dies kompensieren, dann aber erzwang Davos mit zwei schnellen Toren die Wende. Innerhalb von drei Minuten (32. und 35. Minute) machten die Bündner aus einem Rückstand einen Vorsprung. Es war eine starke Phase des HCD und der Z stellte seinen Betrieb ein.

So reicht es einfach nicht und obwohl es das Team von Crawford noch einmal versuchte, es reichte nicht mehr. Spätestens ab dem 5:2 war dann die Sache durch, Leimbacher kam für Flüeler, doch selbst diese Rochade brachte keine Änderung mehr. Das Spiel ging 5:2 verloren und das Team von Crawford muss sich an der eigenen Nase nehmen. Vielleicht war es ein Denkzettel zum richtigen Zeitpunkt… vielleicht!

Nur ein Sieg, aber ein starkes Zeichen

ZSC – HC Davos 3:0 (0:0, 2:0, 1:0)

Es kann losgehen, die Finalserie zwischen dem HCD und dem ZSC liegt bereit. Maximal über sieben Spiele wird der neue Schweizer Eishockeymeister erkoren und es dürfte eine schnelle, rasante und emotionale Angelegenheit werden. Beim Z kehrte heute Baltisberger zurück in die Mannschaft, er hatte beim letzten Halbfinalspiel gefehlt. Bei Davos musste man insbesondere auf Paulsson und Axelsson Acht geben.

Ein rasanter Start
Viele erwarteten ein Abtasten zu Beginn dieser Serie, zwei, drei Minuten war dies dann auch so, doch danach schlugen beide Teams ein unfassbares Tempo an. Davos ging beinahe noch etwas mehr und dennoch war es der ZSC, der die ersten guten Chancen hatte. Egal ob Malgin oder Wick, sie alle waren dem HCD gegenüber spielerisch im Vorteil. Auch physisch wirkte der ZSC frischer und teilte einige Checks mehr aus als sein Gegner. So war es dann unter dem Strich ein verdientes Resultat, dieses 0:0 zur ersten Pause.

Auch im zweiten Drittel sah es dann ähnlich aus, die Zürcher drückten und der HCD versuchte mit Tempo dagegen zu halten. Doch je länger dieses Drittel seinen Lauf nahm, desto klarer wurden die Verhältnisse. Ein Geniestreich von Nilsson dann ermöglichte das 1:0, gespielt waren 27. Minuten. Der Schwede erhielt den Puck im Slot, wurde bedrängt, spielte aber nicht hastig ab, sondern wartete und fand Shannon, der hatte dann die Ruhe um aus kürszester Distanz zu treffen. Del Curto nahm umgehend sein Time-Out, welches aber ohne Konsequenzen blieb, der Z drückte sogleich weiter aufs Gas und das 2:0 lag in der Luft. Es war beeindruckend, wie der Z den HCD an die Wand spielte. Doch nach dieser Druckphase rappelte sich Davos auf, das Spiel wurde chaotisch. Der HCD profitierte davon, doch er machte nichts aus seinen Chancen, zu solid standen Smith und Co in diesem Drittel. Im Gegenteil, der Z machte eine Minute vor dem Drittelsende das 2:0. Trachsler flippte vor das Tor, nach dem Davos in den Angriff umschalten wollte, und Schäppi brachte die Scheibe volley ins Tor. Das Hallenstadion noch etwas mehr da, nach dem es bereits den ganzen Abend gut mitmachte. Es brauchte also noch ein Drittel um den ersten Punkt einzufahren.

Keine Schwäche im letzten Drittel
Der letzte Abschnitt bot dann keine Gefahr mehr, der HCD am heutigen Abend der Klasse des ZSC nicht gewachsen. Entsprechend gut war die Stimmung in der Halle, ein erstes Mal war die Stimmung playoffwürdig. Es wurden sogar die alten Lieder aus der Kiste geholt und gerade als es durch die Kurve hallte „ein Hund kam in den Keller…“, da lief Keller durch, überlief den Verteidiger und traf zum 3:0. Die Sache war nun gegessen und selbst eine drei gegen fünf Situation half dem HCD wenig, der Z zu souverän. Am Ende waren die Zürcher Spieler bemüht, den Erfolg zu schmälern und die Tatsache, dass es nur 1:0 steht in dieser Serie. Aber auch sie wissen, dass dies ein ziemlich beeindruckender Sieg war.

De Final isch Eus!

HC Genf-Servette – ZSC 1:3 (0:1, 1:0, 0:2)

Die Fahrten nach Genf sind lang und zuweilen beschwerlich, aber die heutige wird auch die letzte sein – zumindest nach Genf. Hoffen wir, dass es noch einige nach Davos sein dürfen. Zuerst gilt es aber, den sich erarbeiteten Matchpuck, nun heute in Genf zu verwandeln. Doch, dass dies einfacher gesagt als getan ist, sollte auch klar sein. Die Genfer würden noch einmal alles in die Wagschale werfen, dies war bereits vor dem ersten Puckeinwurf klar. Unterstützt wurden die Zürcher von den rund 150 mitgereisten Zürcher Fans.

Ein ausgeglichener Start
Genf kam, sie mussten ja auch, und sie erarbeiteten sich im ersten Drittel durchaus gute Chancen. Es war zwar zu sehen, dass der ZSC die bessere Mannschaft wäre, aber sie konnten es noch nicht umsetzen. Es bot sich ein ungewohntes Bild, der ZSC war die physisch aktivere Mannschaft und einige Zweikämpfe waren an der Grenze des erlaubten. Doch der Schiedsrichter sprach keine Strafen aus, ganz zum Unverständnis des Genfer Anhangs. Diese wussten natürlich, dass es heute die letzte Partie hätte sein können.

Obwohl Genf kam, waren es die Zürcher, die zum ersten Mal jubeln durften. In der 29. Minute haute Seger im Powerplay einen Querpass von Wick in die Maschen. Der ZSC und seine Anhänger jetzt natürlich im Freudentaumel. Insbesondere darum, weil der Z auch in der Folge die bessere Mannschaft war. Aber sie vergaben alle ihre Möglichkeiten, Genf dagegen steckte nicht auf und kam knapp eine Minute vor dem Ende zum Ausgleich. Zuvor standen Flüeler und seine Hinterleute derart kompakt, dass da niemand durchkam. Aber ein Tor ist eben nichts im Hockey und so war der Ausgleich nicht unverdient. Die Truppe von Crawford hatte also noch eine Herausforderung zu meistern, wie würde sie diese lösen?

Wir sind im Final!!!.
Ja, der ZSC war auch dieser Aufgabe gewachsen, knapp eine Minute dauerte es, ehe Künzle das 1:2 markierte. Es sollte wegweisend sein. Denn nach 45. Minuten machte Shannon das 1:3, in doppelter Überzahl war es der Amerikaner, der wohl die Entscheidung herbeiführte. Aber Genf versuchte es weiter, nahm bei einer Überzahlsituation sogar den Torhüter raus, scheiterte aber immer wieder. So ging es weiter und am Ende stand der ZSC im Finale. Mehr braucht es gar nicht.

Mir sind im Final!!!!