9. Derbysieg in Serie

ZSC 2:0 EHC Kloten (2:0; 0:0; 0:0)

Zürcher Überlegenheit bleibt lange unbelohnt
Dort wo die Zürcher Gestern in Freiburg aufgehört hatten, machten sie heute weiter. Wieder war es die Linie um Wick, Shannon und Künzle, welche für die Akzente im Zürcher Spiel sorgten. Insbesondere Mike Künzle kam dem 1:0 in der Startphase zwei mal ganz Nahe, scheiterte jedoch mit beiden Abschlüssen an Jonas Müller, welcher heute bei den Klotenern für Martin Gerber im Tor stand. Der Zürcher Schwung wurde dann aber durch streng gepfiffe Strafen abgewürgt. Das Klotener Powerplay blieb aber mehr als harmlos. Jedoch wurde in der Folge klar, dass das hier nicht so einfach werden würde, wie der Match Tags zuvor in Freiburg. Von Kloten kam nichts bis gar nichts und dem ZSC gelang es nur selten die gegnerischen Verteidiger in Verlegenheit zu bringen. Kurz vor der ersten Drittelspause ging der ZSC dann doch noch in Führung. Schäppi hatte einen Schuss von Bergeron vor dem Tor unhaltbar abgelenkt. Und als kurz darauf ein Klotener auf die Strafbank musste, kam es für die Gäste knüppeldick: Shannon mit dem Querpass durch die Box und Robert Nilsson versenkte den Puck per One-timer zum 2:0 im Netz. So wurde der ZSC im diesem Drittel noch spät für die Feldüberlegenheit belohnt und gingen mit einer verdienten 2:0 Führung in die Pause.

Kloten weiterhin harmlos – Zürich im Style eines Spitzenteams
Auch im zweiten Drittel spielte mehr oder weniger nur eine Manmschaft. Vom EHC Kloten kam in der Offensive weiterhin gar nichts. Und wenn dann doch mal was kam, war Lukas Flüeler Herr der Lage. Auf der Gegenseite verpassten es die Zürcher mehrmals die Führung auszubauen und so blieb es weiterhin spannend – resultatmässig zumindest. Ernsthaft das Gefühl das Kloten diesen Match noch kehren würde, kam jedoch nicht auf, dafür agierten sie einfach zu harmlos. Hier fragt man sich schon, wie man mit so einem prominent besetzten Kader in einen Derby so harmlos und emotionslos sein kann. Und so blieb es auch bis zur 2. Pause beim 2:0.

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Im letzten Drittel agierten die Zürcher – wie am Abend zuvor in Freiburg – im Style einer Spitzenmannschaft und kontrollierten Gegner als auch Scheibe gekonnt. Sie verpassten es einzig eine Vorentscheidung herbei zuführen, die Chancen dazu wären da gewesen. Doch auch die Klotener hatten nun die eine oder andere Möglichkeit, jedoch zeigte Lukas Flüeler auch heute wieder seine Klasse und liess sich nie aus der Ruhe bringen. In den letzten Minuten kamen dann auf Klotener Seiten doch noch die Emotionen zum vorschein, jedoch im negativen Sinn. Romano Lemm kassierte 4 Strafminunten und nahm so seiner Mannschaft die letzte Chance und Hoffnung auf Punkte im Hallenstadion. Und so blieb die Strafe von Chris Baltisberger 1 Minute vor Schluss nur eine Randnotiz. Die Zürcher feierten so ihren 9. Derbysieg in Serie.

Endlich mal ein Sieg in Fribourg!

HC Fribourg-Gotteron 2:5 ZSC (0:2; 1:3; 1:0)

Zürcher Blitzstart und wenn der Sport zur Nebensache wird

Die Vorzeichen des heutigen Auswärtsspiels waren nicht gerade rosig. Der ZSC hatte seit Oktober 2009 in Fribourg nicht mehr gewinnen können und ist zu dem diese Saison nicht gerade als Auswärtsteam bekannt. Dass die Zürcher jedoch gewillt waren etwas gegen diese Misere zu unternehmen, wurde in den ersten Minuten klar und deutlich. Shannon und Wick vergaben die ersten top Chancen. Nach einem Bully im Drittel der Freiburger reagierte Ryan Keller schneller als alle seine Gegenspieler und versenkte den Puck suverän zum 0:1 im Tor! Und die Zürcher powerten gleich weiter. Weil Ryan Shannon im Powerplay nur den Pfosten traf, fiel das 0:2 jedoch noch nicht. Zürcher gross Chancen waren weiterhin im Minutentakt zu bestaunen. Die Freiburger wurden hier richtiggehend überfahren. Und als in der 9 Minute Mike Künzle, welcher von Roman Wick schön eingesetzt wurde, vor dem Tor vergessen ging, stand es schon 0:2. Was für ein Auftakt für die Zürcher in der Freiburger Hölle! Nun endlich fanden auch die Freiburger allmählich in diese Partie. Doch dann wurde das Spiel von einer Szene im Zürcher Drittel überschattet. Derek Smith wollte den Freiburger Topskorer Pouliot in die Bande checken, erwischte diesen jedoch nicht und knallte mit voller Wucht in die Bande und blieb liegen. Minuten lang wurde der Zürcher Verteidiger auf dem Eis behandelt und dann unter Applaus auf einer Bare aus dem Stadion geführt. Wie aus Zürcher Kreisen zu hören war, spürt er seine Beine und kann diese auch bewegen. Jedoch verspürte er starke Schmerzen im Beckenbereich. Wir wünschen ihm an dieser Stelle gute Besserung und eine schnelle Genesung! In der Folge wurde dann auch noch Eishockey gespielt. Die Freiburger konnten nun das Geschehen etwas ausgeglichener gestallten und kamen durch Pouliot in der 18 Minute zu einer riesen Möglichkeit, Lukas Flüeler zeigte in dieser Szene jedoch seine ganze Klasse und brachte so den zwei Tore Vorsprung in die 1. Pause.

Die Zürcher lassen nichts anbrennen

Kurz nach Wiederbeginn kassierte Lukas Flüeler für Behinderung und Reklamieren 4 Strafminuten. Doch statt sich daran zu machen den Anschlusstreffer zu erzielen, kassierte Jeff Tambelini in der Folge wegen eines mehr als dämlichen Hohenstockes eine 2 Minuten Strafe. Im restlichen Powerplay geschah so gut wie gar nichts. Nach dem Freiburger Powerplay nahmen die Zürcher das Zepter wieder in die Hand. Und so ging es nicht lange, bis das 0:3 fiel – Ryan Shannon traf im Style von Roger Federer! Doch dieses Mal kam die Freiburger Antwort postwendend. Pouliot verwertete im Powerplay ein glückliches Zuspiel von Jeff Tambellini. Dass die Zürcher heute jedoch die Chefen auf dem Platz waren, bewiesen sie keine 2 Minuten später. Wick, Shannon und Künzle tanzten sich durch die Freiburger Abwehr und Mike Künzle netzte zum 1:4 ein. Und weiter gingen es im gleichen Style, weil die Freiburger eine Strafe nach der Anderen holten. Robert Nilsson bat nun auch noch zum Tanz und traf per Buebetrickli zum 1:5. Und beinahe hätten die Zürcher noch vor der Pause auf 1:6 erhöht.

Spiel längst Entschieden – daran ändert auch ein frühes Freiburger Tor nichts mehr

Für einmal kamen die Freiburger besser aus der Kabine und wurden dafür auch gleich belohnt. Notnagel Merola, welcher von La Chaux-de-Fonds zurückgeholt wurde, traf nach einem Abpraller zum 2:5. Dass auch die Zürcher noch nicht genug hatten, zeigte das folgende Powerplay der Freiburger, im welchem den Zürchern beinahe der Shorthander gelang. Keller traf jedoch nur den Pfosten. Auch Dan Fritsche, welcher von der Strafbank kam, konnte den Puck nicht im Tor von Conz unterbringen. Den Freiburgern war nun mehr und mehr die Resignation anzusehen. Auf der Zürcher Seite verpassten Keller und Nilsson das 2:6. Am ersten Zürcher Sieg in Freiburg seit dem Oktober 2009 zweifelte aber schon lang niemand mehr. Und die Zürcher liessen in den letzten Minuten nichts mehr anbrennen und brachten 2:5 sicher nach Hause. Der erste Sieg in Freiburg seit dem Oktober 2009! Morgen folgt im Hallenstadion das Derby gegen den EHC Kloten.

Ohne zu Glänzen eine Runde weiter

ZSC 4:1 EV Zug (0:0; 2:1; 2:0)

20 Minuten der Langweile
Wiedereinmal musste der ZSC ein wichtiges Spiel im „Exil“ bestreiten, da das Hallenstadion nicht zur Verfügung stand. Heute wurde der Deutweg in Winterthur zur Zürcher „Heimstätte“. Die Zürcher Fans bekundeten ihren Unmut darüber in den Startminuten mit einem Spruchband, welches die rhetorische Frage stellte, was nachdem dem Exil in Rapperswil, Dübendorf und dem Deutweg in Winterthur als nächstes folgen würde. Auch die Zürcher Mannschaft schien so seine Problem zu haben und begann wie sie gegen Fribourg aufgehört hatte: schlecht! Doch auch was die Zuger aufs Eis legten war nicht gerade das Gelbe vom Ei. Und so dauerte es bis in die 8 Minute, ehe endlich mal Action auf kam. Der ZSC konnte im Powerplay agieren und dass dies nicht gerade die Zürcher Stärke ist, bewies Reto Suri. Dieser machte sich auf und davon und konnte nur noch mit einem Foul gestoppt werden: Penalty für den EVZ! Doch zum Glück passte sich Suri der Qualität des Spiels an und setzte den Penalty neben das Tor. Auch in der Folge war von einem hochklassigen Eishockeyspiel weit und breit nichts zu sehen. Weder die Zuger noch die Zürcher mochten zu überzeugen und so ging es logischerweise mit einem langweiligen 0:0 in die erste Pause.

Zürcher Leistungssteigerung wird belohnt
Unterstützt von einer Zuger Strafe machten sich die Zürcher daran an dieser Tristes etwas zu ändern. Und oh Wunder, die Zürcher können ja doch Powerplay spielen: Roman Wick mit dem 1:0 nach schöner Vorarbeit von Captain Mathias Seger! Jetzt waren die Zürcher endlich in dieser Partie angekommen und kontrolliert das Geschehen phasenweise nach belieben. Keine drei Minuten später erhöhte Schäppi auf 2:0. Bis zur 36 Minute hatten die Zürcher dann auch alles unter Kontrolle. Der EVZ schien heute kein ernst zu nehmender Gegner zu sein, doch dann änderte sich innerhalb von Sekunden das Spielgeschehen. Chris Baltisberger musste für 2 Minuten auf die Strafbank und das Zuger Powerplay funktionierte plötzlich wie ein Uhrwerk. Zuerst trafen die Zuger nur die Latte, doch wenige Sekunden später machte es Josh Holden besser und versenkte den Puck zum 2:1 im Gehäuse von Lukas Flüeler. Dieses Tor brachte die Zürcher total aus dem Konzept. Wenige Sekunden nachdem 2:1 bot sich den Zugern die Chance zum Ausgleich, doch wieder verhinderte die Torumrandung einen Zuger Treffer – Glück für die Zürcher. So rettete sich der ZSC irgendwie mit der eigentlich verdienten Führung in die zweite Pause.

Der ZSC lässt nichts mehr anbrennen
Mit dem Wissen, dass dieses Spiel noch nicht gewonnen war, kamen die Zürcher aus der zweiten Pause und setzten den EVZ sofort unter Druck. Von der Zuger Druckphase vor der Pause war hingegen gar nichts mehr zu sehen. Und so wurde der Zürcher Effort sofort belohnt: Luca Cunti reüssierte nach einem seiner berühmt berüchtigten Sololäufe – 3:1 für den ZSC. Wer nun auf ein Zuger aufbäumen gewartet hatte, wartete vergebens. Der ZSC spielte die Partie nun sehr clever zu Ende und lies Gegner und Scheibe laufen. Einzig der mangelnden Entschlossenheit und der zugehörigen Kaltblütigkeit der Zürcher vor dem gegnerischen Tor war es zu verdanken, dass die Partie bis kurz v0r Schluss nicht bereits endgültig entschieden war. Und so nahm der EVZ in den letzten Minuten den Torhüter vom Eis, dies ermöglichte Reto Schäppi 13 Sekunden vor Ende noch das 4:1. Somit steht der ZSC im neuen Schweizer Cup in der Runde der letzten 8 und hatte wiedereinmal gezeigt, welche Qualitäten in K.O. Spielen wichtig sind: Geduld, Cleverness und Abgeklärtheit.

Titelbild: Berend Stettler

Die Zürcher schlagen sich in Wien selbst

Vienna Capitals 5:3 ZSC (0:1; 2:2; 3:0)

Wick bringt die Zürcher in Führung

Heute stand das letzte Gruppenspiel in der Champions Hockey League in Wien gegen die Vienna Capitals auf dem Programm. Allen war klar, dass nur 3 Punkte das Weiterkommen garantieren würde. Die Vienna Capitals konnten zu Beginn des Spiels in Überzahl agieren, da Cunti für 2 Minuten auf die Strafbank wanderte. In der Folge fanden die Zürcher besser ins Spiel und kamen ebenfalls in den Genuss eines Powerplays. Dieses nutzte Roman Wick mit einem schönen Handgelenkschuss zum so wichtigen 0:1. Mit dem 0:1 im Rücken verliessen sich die Zürcher auf die Defensive, statt das 0:2 zu suchen. Dies klappte zwar sehr gut, sollte sich jedoch im Verlaufe des Spiels als schwerwiegender Fehler herausstellen. Gegen Ende des Drittels wurden die Capitals merklich stärker und die Zürcher Defensive geriet vermehrt unter Beschuss, konnte das 0:1 aber mit wenig Aufwand in die erste Pause retten.

 Das Powerplay der Capitals schlägt zu

Wieder musste zu Beginn des Drittels ein Zürcher auf die Strafbank – Bärtschi sass die Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis ab. Die Zürcher Box schien alles im Griff zu haben bis Fraser von der Blauenlinie mit einem wuchtigen Handgelenkschuss ins Lattenkreuz traf. Nun waren die Zürcher gefordert und wieder einmal waren es Cunti und Wick, welche die Zügel in die Hand nahmen. Schöne Kombination durch das Wiener Drittel der beiden Künstler – an dessen Ende Derek Smith die Zürcher wieder in Front schoss. Jetzt wäre es aus Zürcher Sicht an der Zeit gewesen ein drittes Tor zu suchen, doch stattdessen schaltete man wieder einen Gang zurück und zog sich in die eigene Defensive zurück. Und wieder wurden die Zürcher für diese Passivität bestraft, denn die Wiener nützten auch die nächste Powerplaychance, welche sich ihnen, nachdem Foul von Trachsler, bot. Wieder fand ein Geschoss von der Blauenlinie seinen Weg in das Tor von Lukas Flüeler, welcher bei diesem Tor nicht sehr glücklich aus sah, da er freie Sicht hatte. Marc Crawford platzte nun endgültig der Kragen und stauchte seine Mannen so richtig zusammen. Die Wutrede von Crawford im Timeout schien seine Wirkung nicht verfehlt zu haben, die Zürcher agierten nun wieder zielstrebiger und kamen nun vermehrt zu Chancen. Der Zürcher Druck wurde nach 35 Minuten belohnt, als Robert Nilsson den Abpraller zum 2:3 versenkte. Kurze Zeit später bot sich Wien wieder die Chance im Powerplay den Ausgleich zu erzielen, doch dieses Mal konnten die Zürcher schlimmeres verhindern und den Vorsprung in die zweite Pause retten.

Zürcher Passivität wird erneut bestraft

Noch 20 Minuten bis zum Achtelfinal, dachten sich viele der mitgereisten Zürcher Fans, welche das Spiel in Wien in ein Heimspiel für den ZSC verwandelten. Dazu sollte es jedoch nicht kommen. Doch der Reihe nach. Wieder einmal verliessen sich die Zürcher zu sehr auf die Defensive und so trafen die Wiener schon wieder von der Blauenlinie zum 3:3 und wieder hiess der Torschütze Jamie Fraser. Dass dies gegen die Wiener in Hosen gehen könnte, hätte den Zürchern nach 40 Minuten eigentlich klar sein müssen. Wer nun auf die Zürcher Reaktion hoffte, hoffte vergebens, sie kam nicht. Es waren stattdessen die Wiener, die nun die Entscheidung suchten, sie jedoch noch nicht fanden. So bot sich den Zürchern nach 50 Minute im Powerplay die Chance wieder in Führung zu gehen und dem Ziel Achtelfinal wieder einen Schritt näher zu kommen. Doch was die Wiener heute an Aufopferung – gegen einen spielerisch Überlegenen Gegner – boten, zollt höchsten Respekt und so blieb es weiterhin beim 3:3. Und weil bei den Zürchern in der Folge die nötige Frische und Entschlossenheit fehlte musste es kommen, wie es kommen musste: Jamie Fraser versenkte den Puck von der Blauenlinie zum 4:3 und seinem dritten persönlichen Treffer. Nun waren die Zürcher endgültig am Boden und zu keiner ernsthaften Reaktion mehr fähig. Man merkte den Zürchern nun merklich die Belastung des dichten Spielplans der letzten Wochen an. Das 5:3 der Capitals ins leere Zürcher Tor war dann nur noch eine Randnotiz in einem Spiel, dass der ZSC so nie hätte verlieren dürfen. Der Titelverteidiger nach den Gruppenspiel out und Wien als Gruppensieger im Achtelfinal – Wer hätte das zu Beginn gedacht. Schlussendlich muss man sagen: Wer gegen Wien in zwei Spiel nur 2 Punkte holt, hat auf der europäischen Bühne nichts verloren und gehört nach Hause. Den Wiener hingegen muss man ein riesen Kompliment aus sprechen: Sie haben sich mit bescheidenen Mitteln gegen die beiden Übermächtig scheidenden Gegner Färjestad und ZSC durchgesetzt und stehen verdienter massen im Achtelfinale der Champions Hockey League.

Titelbild: Berend Stettler