Inti Pestoni für 3-Jahre zum ZSC

Jetzt ist es fix, der ZSC bestätigt den Zuzug des Ambri-Eigengewächs Inti Pestoni wechselt per nächste Saison zum ZSC. Der 24-jährige absolvierte seit der Saison 09/10 mit dem HC Ambri-Piotta 297 Partien. Dabei erzielte er 203 Skorerpunkte und steht auch in dieser Saison bereits wieder als Top-Skorer seiner Mannschaft auf dem Eis.

Mit dem unterschriebenen 3-Jahres-Vertrag endet somit auch die Liebesgeschichte zwischen Ambri und Pestoni. Bisher hatte der Stürmer einen Wechsel innerhalb der Liga stets ausgeschlossen. Hintergrund für den Wechsel dürften die jeweils doch eher bescheidenen Saisonziele der Leventiner sein.

Wenn sich drei gefunden haben…

Hockeytechnisch war es kein Leckerbissen, dieses Sonntagsnachmittagspiel im Zürcher Hallenstadion gestern. Im Gegenteil, die Gäste aus Langnau waren technisch und taktisch zu sehr eingeschränkt, als dass sie dem ZSC ernsthaft zur Gefahr hätten werden können. Einmal, nach dem Ausgleich zum 2:2 in der 23. Minute durch Clark, musste man sich für einen kurzen Moment Gedanken machen, doch diese waren spätestens nach dem 4:2 von Foucault in der 43. Minute weg. Das 6:3 ins leere Tor von Trachsler war dann noch der Schlusspunkt dieses Sonntags.

Mehr als der Sieg gaben aber einige Personalien zu diskutieren, so war es gestern der erste Punkt von Roman Wick in der laufenden Saison. Der 29-jährige tut sich schwer in die Saison zu kommen, mittlerweile ist es auch bei ihm das zehnte Spiel. Dass es seine Tore gar nicht braucht, dafür sorgen andere. Zum Beispiel Pius Suter, welcher gestern mit seinem herrlichen Backhand-Treffer den Torreigen eröffnet hat. Das 19-jährige Eigengewächs, welches für zwei Jahre in den Kanadischen Junioren-Ligen sein Glück suchte, steht damit in dieser Saison bereits bei vier Toren und fünf Assists. Aber auch seine Präsenz und sein Einsatzwille vermögen zu überzeugen.

Nilsson, Matthews und Herzog
Daneben überstrahlen aber Matthews, Nilsson und Herzog die Zürcher Mannschaft. Wenn dieses Trio das Eis betritt, dann werden wohl viele Torhüter schon etwas nervös. Hier Nilsson, mit seinen genialen Pässen, seiner Übersicht die wohl sonst kaum einer in der NLA hat, da Matthews, der zukünftige Super-Star der NHL, der zwar am Stock beim Dribbling beeindruckt, der aber bisher durch seine Kaltblütigkeit auffiel. Zum Schluss noch Herzog, der dritte Spieler im Bunde, trotz seiner Grösse und seiner physischen Präsenz ist er eben doch nicht nur da, um die Gegner zu checken. Auch er hat stocktechnisch einiges zu bieten. Zusammen waren die drei Stürmer an 18 Toren beteiligt – eine ziemlich beeindruckende Marke nach ebenso vielen Spielen.

Durchaus auch zum Erfolg beigetragen hat Niklas Schlegl, der die Chance des Ausfalls von Lukas Flüeler optimal nutzte. Mit einer Fangquote von knapp über 93% liegt er sogar noch vor Lukas Flüeler in der nationalen Rangliste. Nur Tobias Stephan kann in dieser Statistik eine bessere Quote aufweisen. Doch wie lange Schlegl noch beim ZSC bleibt ist unklar, gemäss der NZZ ist Davos daran interessiert, den 21-jährigen als Nachfolger von Leonardo Genoni aufzubauen. Bis Luks Flüeler zurückkehrt, wird aber Niklas Schlegl noch das Tor der Zürcher hüten.

Ein schwacher Auftritt, der zum Out in der CHL führte

06.10.2015; Zürich; Hallenstadion; CHL; ZSC Lions - HC Sparta Prag; Die Zürcher vor dem Spiel gegen Prag (Foto: Dominik Hew/doem.ch)

Die Zürcher vor dem Spiel gegen Prag

Als Edgar Salis vor dem Spiel mit Petr Briza, seines Zeichen Torhüterlegende von Tschechien und jetzt Geschäftsführer beim HC Sparta Prag, durch das Hallenstadion lief, dürfte dies noch eine erfreute und unterhaltsame Unterhaltung gewesen sein. Ein Eishockeyspiel später dürfte dieser Zustand nur noch bei Briza Bestand vorhanden gewesen sein. Mit dem Gesamtskore von 6:2 warfen die Tschechen den Schweizer Vize-Meister aus dem Turnier. Die Zahlen aber sind nicht das tragische, viel mehr die Art und Weise, nur selten hatte man in diesen 120 Minuten Eishockey das Gefühl, dass es der ZSC wahrhaftig packen könnte. Im Gegenteil, er erhielt eine Lektion in vielen Bereichen.

Direkter, schneller und einfacher

06.10.2015; Zürich; Hallenstadion; CHL; ZSC Lions - HC Sparta Prag; Marc-Andre Bergeron gegen Hlinka Jaroslav (Foto: Dominik Hew/doem.ch)

Marc-Andre Bergeron gegen Hlinka Jaroslav

Beim ZSC ging es fast an allen Ecken und Enden ab. Bereits beim Spielaufbau tat sich das Team von Crawford schwer und wenn sie es dann in die Zone geschafft hatten, dann versauerten sie im Aussenbereich der Zone. Kaum einmal war jemand vor dem Tor, der sich dort freilief um einen Pass im Slot abzunehmen oder einen Schuss abzulenken. Vor dem Tor von Pöpperle wurde fast ausschliesslich Tschechisch gesprochen und so wurde es dann nur selten richtig gefährlich. Ähnliches Bild im Powerplay, oft dauerte es lange bis man sich in der Zone installiert hatte und dann spielte man sich die Scheiben aussenrum oder verstrickte sich sogar in aussichtslose Zweikämpfe in den Ecken. Egal wer auf dem Eis stand beim ZSC, selbst wenn es Matthews war, es wurde zu wenig konsequent in die freien Räume gearbeitet und dadurch Lücken in der Defensivabteilung von Sparta aufgerissen. Vor dem Tor war Sparta zielstrebiger und kaltblütiger, das beste Beispiel dafür bot das 0:1 von Sparta. Ein Fehlpass der Zürcher ermöglichte Netik alleine vor Leimbacher zum Abschluss zu kommen, im Gegenteil zum ZSC, der nach Spielhälfte eine ähnliche Chance liegen lies, verwerteten die Tschechen diese Möglichkeit zur wegweisenden Führung.

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Ins Bild passt auch, dass der vermeintliche NLB-Ausländer Kris Foucault, der Aktivposten war und immer wieder versuchte seinen Speed ins Spiel einzubringen. Er blieb aber einer der Wenigen, die dies taten und so war die CHL-Kampagne des ZSC gestern kurz vor 22 Uhr zu Recht zu Ende. Der nächste Gegner und aktuelle Schweizer Meister übrigens, hat es geschafft Helsinki zu eliminieren und in die nächste Runde vorzustossen. Es geht also.

Noch nicht in meisterlicher Form

Zehn Spiele hat der ZSC jetzt in der neuen Saison absolviert. Aktuell steht das Team von Crawford auf dem dritten Rang. Ein Platz, dessen Eindruck zu täuschen vermag, denn der ZSC ist wahrlich nicht glorreich in diese Saison gestartet. Er lies bisher oftmals die fehlende Durchschlagskraft vor dem Tor vermissen und so gingen viele Schüsse neben das Tor oder direkt auf den Torhüter.

Zu viel Fokus auf Matthews?
Mit der Verpflichtung von Auston Matthews ist Edgar Salis und der Rechts-Abteilung des ZSC ein grosser Coup geglückt. Vermutlich wird der Amerikaner im nächsten Jahr als Nummer 1 in die NHL gezogen am NHL Draft. Der 18-jährige Superstar konnte bisher überzeugen, in sechs Spielen gab es vier Tore und zwei Assists zu sehen. Insbesondere seine Puckführung unter Druck vermag zu beeindrucken. Scheinbar wie ein Magnet klebt ihm die Hartgummischeibe am Stock.

Die Geschichte kann aber auch ein Hacken haben. Neben all der spielerischen Klasse wird er zum Einen die Meisterschaft nicht im Allgeingang entscheiden und zum Anderen bereits nächste Saison wieder weg sein. Marc Crawford baut viel Vertrauen auf Matthews auf. Ausser in Unterzahl spielt der Amerikaner fast alles. Dahinter aber spielt zum Beispiel ein Fabrice Herzog, der diese Saison neu zum ZSC gekommen ist, gross auf. Bereits sieben Punkte und eine unheimliche physische Präsenz gab es zu bestaunen. Auch die Auftritte von Pius Suter vermochten durchwegs zu erfreuen. Es hat also hinter Matthews noch viel Talent und Crawford ist gut beraten, wenn er den zukünftigen Superstar nicht zu fest in Mannschafts-Fokus stellt.

Viele Verletzte und kaum Gejammer
Man wusste bereits vor der Saison, dass das Zürcher Kader gross ist und Ausfälle kompensiert werden können. Das nun aber ein ganzer Block ausfällt (Flüeler, Fritsche, Shannon, Baltisberger, Schnyder und Karrer) konnte niemand erahnen. In anderen Eishockey-Organisationen würde dies nun zum kollektiven Katzenjammer führen – beim ZSC nicht. Dennoch wird die Tiefe des Kaders ein Schlüssel sein zu einer erfolgreichen Saison. Dem ZSC steht weiterhin ein zusammengepresster Spielplan bevor, allein im Oktober sind noch 10 Spiele zu absolvieren. Es wäre also wünschenswert, wenn sich die Liste der Ausfälle noch vor Weihnachten deutlich reduzieren würde, damit Crawford aus dem ganzen Schöpfen kann.

Der EHC Chur – fast in der Vergessenheit des Amateur-Sports

Seit der Jahrtausende-Wende blieb beim 1. Ligisten EHC Chur kein Stein mehr auf dem anderen. Finanzielle Probleme, Verkäufe, Auf- und Abstiege – nichts was zum Sport gehört (oder teilweise eben auch nicht) blieb dem EHC erspart. Als einziger Erfolg darf der Aufstieg 2003 in die NLB gewertet werden. Ja, sogar ein Rückschlag in die 2. Liga – also in die vierthöchste Spielklasse der Schweiz – gab es. Nun, seit dem Jahre 2011 ist immerhin dieser Rückschlag wieder ausgemerzt.

Dabei ist Chur eigentlich ein gutes Pflaster für Eishockey. Renato Tosio, Tobias Stephan, Nino Niederreiter, Pietro Cunti, Edgar Salis, Claudio Micheli oder auch Enzo Corvi haben einst beim EHC Chur gespielt oder wurden dort sogar zeitweise ausgebildet. Auch die Eishalle, genannt wie das Daheim der Zürcher Hallenstadion, ist zwar eine ältere Halle, fasst aber mit 6500 ein gutes Zuschauervolumen – für die jetztige Liga aber deutlich zu gross.

Die Chance, dass der EHC Chur heute Abend ein ernsthafter Gegner wird, ist klein. Manuel Holenstein, Dario Gartmann und Lukas Willi waren die letztjährigen Zugpferde, aber selbst sie bringen es nur auf wenig Erfahrungen in der NLA und NLB. Daniel Peer und Andreas John
sind die Oldies und jene, die schon seit jeher beim EHC Chur agieren. Mit Sarkis steht zudem ein Mann im Tor, der seine Ausbildung beim ZSC genoss und bis in die NLB zum Einsatz kam. Dennoch dürfte es heute Abend kaum für mehr, als ein ehrenhaftes Resultat reichen…