Erneut ein Charaktertest

Besser zu spielen alleine reicht nicht aus, diese bittere Erkenntnis macht der ZSC aktuell gerade durch. 106 zu 64 abgegebenen Schüssen, die Zürcher geben also 65% mehr Torschüsse ab als die Konkurrenz in dieser Serie und dennoch steht es 1:2 aus Sicht der Zürcher. Ein Umstand, welches ein Team zuerst einmal verkraften und dann aber auch in positive Energie umwandeln muss. Alles spricht für den ZSC, ausgenommen vom Resultat – aber nur dieses entscheidet. Der ZSC hat den besseren Torhüter, er hat mehr Routine in der Verteidigung und er hat die potenteren Stürmer, aber er liegt hinten und hat den Heimvorteil am Samstag in der Verlängerung verspielt. Genf dagegen hat, wenn man die statischen Werte weglässt, einen unsicheren Mayer im Tor, der, wenn es einmal eng wird, zu viele Scheiben nach Vorne abprallen lässt und wenig Sicherheit ausstrahlt.

Mit der Wut im Bauch zum Erfolg
Was also soll Marc Crawford seinen Spielern für das Spiel am Dienstag in Genf einimpfen? Grundsätzlich kann er nur mehr Präsenz vor dem Tor, noch mehr Wille vor dem Tor sich zu behaupten und einigen Korrekturen in der Defensive fordern – alles andere ist gut, ja vielleicht sogar zu gut. Genf dürfte auch morgen, sofern es den ZSC nicht geknickt hat, kaum je zu grossen Spielanteilen kommen. Das Team um Wick ist stilsicher und stets einen Schritt voraus, muss aber aufpassen, dass sie eben in dieser Schönheit nicht ihr Untergang liegt. Vielleicht ist es ja genau das Wissen, dass sie besser sind, welches sie hemmt die Tore „einfach“ zu schiessen und sie es wohl manchmal auch schlicht zu schön machen wollen.
Damit muss allerdings jetzt Schluss sein, denn nur wenn das Team begreift „besser sein, allein reicht nicht“, wird es morgen gewinnen, zurück in die Serie kommen und wenn alles gut verläuft, auch den Finaleinzug – irgendwann dann – erreichen.

Gmeinsam uf Gänf, hole mehr Eus de Sieg!