Konzeptlos, besser, verloren

ZSC – EHC Biel 2:3 (1:2, 1:0, 0:0, 0:0) n.P.

Es ist angerichtet, die Serie wieder ausgeglichen und alles beginnt quasi bei Null. Nicht ganz, denn durch dem Auswärtserfolg des ZSC hat sich das Team von Crawford zumindest einen leichten mentalen Vorsprung erarbeitet, den es aber zuerst einmal heute Abend zu verteidigen gilt. Da das heutige Spiel im TV übertragen wurde, war der Puckeinwurf erst auf 20:15 angesetzt und so mussten sich die Zürcher Fans noch etwas länger, auf die heutige Playoffpartie gedulden. Dabei heute für seine erste Partie in der wichtigsten Phase, Roger Karrer. Neben Malgin und Siegenthaler war er der dritte mit Gitter bei den Zürcher, eine ziemlich beeindruckliche Sache.

Der Auftakt dann weniger beeindruckend
Irgendwie waren alle bereit, ausser die Mannschaft, sie plämperlete bereits in den ersten Minuten wieder auf dem Eis herum. Kein Wunder also, das nach drei Minuten bereits der Führungstreffer für Biel Tatsache war. Peter genoss seine Freiheiten aus und machte den Führungstreffer klar. Das Spiel wirkte konzeptlos, zumindest jenes des ZSC, schon wieder kaum ein vernünftiger Angriff. Von der Anlage her, war es ein ähnliches Spiel, wie am Samstag, bis zur elften Minute, da zog Bergeron ab, Rytz wehrte ab und Malgin machte seinen ersten Treffer. Ein wichtiges Tor, aber konnte der ZSC nachsetzen? Nein, denn Flüeler musste sich nach 16. Minuten wieder geschlagen geben, diesmal im Powerplay. Nun kehrte der Wind wieder, der EHC Biel war cleverer und der ZSC irgendwo, aber nur selten dort, wo er musste.

Dies zog sich weiter, bis weit, weit ins zweite Drittel. Biel immer einen Schritt voraus und so machte es den Anschein, als ob die Favoritenrolle hier eher umgekehrt verteilt war. Da mussten die Z Fans, die aufgrund des Spielverlaufs auch etwas ins Grübeln kamen, zufrieden sein mit dem 2:2 in der 37. Minute. Es lief ein Powerplay, die Zone offen, Nilsson sah dies und sein Pass fand Wick, der alleine vor Rytz stand und die Scheibe in den Engel beförderte. Ein schönes, aber viel mehr ein wichtiges Tor des Z, dessen Bedeutung nicht zu unterschätzen war. Dieses Tor besigelte dann das Pausenresultat für den zweiten Unterbruch.

Es muss die Verlängerung her
Im letzten Drittel dann war es fast ausschliesslich der ZSC, der das Spiel dominierte. Bei Biel merkte man langsam aber sicher, dass sie an ihre spielerischen Limiten kam. Beim Z dagegen spielten Malgin und Siegenthaler bis zum letzten Shift. Trotzdem aber mussten die Z Fans die Entscheidung erdauern, erzittern und ja, sie fiel nicht nach der regulären Spielzeit. Eine Verlängerung musste die Entscheidung bringen, oder doch das Penaltyschiessen?

Die Verlängerung war dann noch mehr Zittern und Bangen, jeder Schuss hätte die Entscheidung sein können. Doch kein Schuss traf ins Tor und so, ja so musste es in das Penaltyschiessen gehen. Die maximale Belastung, die maximale Spannung – mehr geht fast nicht mehr. Loben muss man Tallinder, der das Team immer und immer wieder antrieb, der aber nicht durchkam mit seinen Statements.

Im Penaltyschiessen vorerst schon noch, Shannon und Künzle legten dabei vor, doch danach machte Biel drei Tore und der ZSC keine mehr. So ging Biel, zwar total am Ende, aber eben als verdienter Sieger vom Eis. So wird es schwierig, diese Serie zu gewinnen… Es ist jetzt endgültig fertig mit Warten, jetzt braucht es Charakter. Ade Messi.