Ein erstes Fazit des neuen Swiss Ice Hockey Cups

Gross wurde er angekündigt, der Schweizer Cup; nun stehen die Halbfinals an. Was hat der neu aufgegleiste Schweizer Cup bisher gebracht? Ist es mehr Pflicht oder doch eine gute Sache? Welchen Stellenwert hat oder kann der Schweizer Cup erreichen? Fragen, die sich ein solch neu lanciertes Format natürlich gefallen lassen muss und die aber doch einigermassen deutlich zu beantworten sind.

Auf den Spuren von Genf-Servette
43 Jahre ist es her, seit dem der letzte Schweizer Cupsieger im Eishockey erkoren wurde; damals war es der HC Genf-Servette. Servette steht auch heuer im Cuphalbfinal – hat aber mit dem ZSC, Bern und Kloten noch drei Mitstreiter im Rennen um den Titel. Für den HC Genf-Servette ist dieser Halbfinal eine zusätzliche Mehrbelastung – neben dem Spengler Cup, der Meisterschaft und der Champions Hockey League.

Im Halbfinal trifft der ZSC auf den SC Bern und Genf-Servette auf den Kantonsrivalen Kloten. Es kam also, wie erwartet, seit Langnau und Visp im Viertelfinal ausgeschieden sind, sind die NLA-Vereine unter sich und machen – nicht ganz überraschend – den Titel unter sich aus. Spätestens jetzt also verkommen die Spiele zum Einheitsbrei der Meisterschaft. Bern gegen den ZSC, oder auch ein möglicher Cup-Final gegen Kloten sind nichts mehr als noch eine Partie mehr gegen denselben Gegner! Okay, es geht immerhin jetzt noch um einen Pokal mehr, aber einen, der kaum den Stellenwert wie im Fussball erreichen wird.

Die unnötige Einschränkung in der ersten Runde
Das Los hat den ZSC im Viertelfinal mit dem Highlight im Wallis entschädigt für das unnötige Auftaktsspiel gegen den kleinen Bruder GCK. Eine Klausel im Reglement schreibt vor, dass die Teams jeweils nach Region eingeteilt werden, ein überflüssiger Passus, da genau eine Auswärtsreise ins Tessin, ins Welschland oder sonst an ein anderes unbekanntes Ausflugsziel den Reiz eines Cups ausmacht. Gegen Winterthur oder Bülach zu spielen ist weitaus unattraktiver, als zum Beispiel auf Biasca, Münsingen oder Neuchatel zu fahren. Diese regionale Einteilung muss also zwingend auf nächste Saison abgeschafft werden, ansonsten droht ein weiteres überflüssiges Duell gegen GCK für die Zürcher.

Lange Rede, kurzer Sinn; morgen also stehen nun die Halbfinals an, der ZSC und einige Anhänger reisen nach Bern. Es ist aber stark anzuzweifeln, dass die Partie ähnlich viele Zuschauer zu Gast haben wird (17’131), wie beim letzten Aufeinandertreffen vor Weihnachten. Allein dieser Umstand zeigt also, dass der Cup schwierig zu etablieren sein wird – ja es vielleicht gar nie schaffen wird.

Quelle Titelbild: zsclions.ch