Die Perfektionierung der Nachwuchsförderung

Es ist kein Geheimnis, dass der ZSC im Bereich der Juniorenausbildung allen anderen NLA-Teams ein, wenn gar nicht zwei Schritte voraus ist. Bereits in den letzten Jahren zeigte sich die von Walter Frey aufgebaute Pyramide je länger je mehr. Nun aber, in der Spielzeit 2014/15 erreicht der Einbau der Junioren einen Stellenwert beim ZSC, der für die Zukunft einen massgebenden Charakter erhalten könnte. Marc Crawford und Edgar Salis schrecken selbst nicht davor zurück, zwei 17-jährige Junioren – die noch in der Elite A spielen könnten – während einer ganzen Partie in der ersten Reihe spielen zu lassen. So geschehen, gestern im Spiel gegen den vermeintlichen Angstgegner HC Fribourg-Gotteron.

Das unerschrockene Debut von Denis Malgin
Jonas Siegenthaler durfte bereits in der letzten Saison sechs Mal im Kader der Zürcher auflaufen. Damals noch Ergänzung hat er es in der neuen Saison auf Anhieb zu einem Stammplatz gebracht. Selbst Crawford äusserte sich erstaunt, wie solid und unaufgeregt der 17-jährige seinen Job in der Defensive erledigt. Kaum Fehler und fast immer Herr der Lage – so wirkt Jungverteidiger gar nicht wie ein Neuling, sondern fast schon wie ein abgebrühter Profi. Sein Weg in die NHL scheint geebnet, wer mit 17 Jahren in der obersten Schweizer Spielklasse so agiert, der wird den Weg nach Übersee machen.

Sein „Gspänli“ Denis Malgin durfte dann gestern zum ersten Mal im Fanionteam der Zürcher ran. Crawford setzte ihn gleich in die erste Linie um Wick und Baltisberger. Für Malgin kein Grund vor Erfurcht zu erstaren, im Gegenteil. Er zeigte, dass er vielleicht körperlich noch nicht auf dem Niveau von Siegenthalter ist, aber stocktechnisch und läuferisch eines Tages zu den besten gehören dürfte. In der 30. Minute war dann auch sogleich seine Punkte-Premiere durch – er durfte beim schönen Tor von Wick den letzten Pass beisteuern.

Künzle, Baltisberger und Co.
Malgin und Siegenthalter sind die jüngsten Ergebnisse der Nachwusförderung – sie werden sicherlich nicht die einzigen bleiben. Von hinten drücken von GCK her bereits Namen wie Diem, Bachofner oder Karrer nach, die sich in den nächsten zwei bis drei Jahren ebenfalls für einen Stammplatz beim ZSC bewerben dürften.

Doch die aktuelle Generation der Zürcher Spieler heisst noch etwas anders, zum Beispiel Mike Künzle, Reto Schäppi und Chris Baltisberger. Besonders Künzle und Baltisberger sind die zwei Entdeckungen der hiesigen Saison. Auch gestern war Künzle wieder an einem Tor beteiligt und mittlerweile hat der 20-jährige bereits drei Tore und vier Assists für seine Statistik eingeheimst.

Es macht definitiv Spass dieser Mannschaft beim Spielen zuzusehen, die Verantwortlichen haben es verstanden, das Potenzial der riesigen Nachwuchsabteilung auszunutzen und sie in Kombination mit arrivierten Spielern bewusst einzusetzen. Es scheint aktuell fast so, als könne der Z zu jederzeit des Spiels einen Gang hochschalten – egal ob mit den jungen oder erfahrenen Spielern – Fortsetzung folgt…