Challenge acceept – challenge done!

ZSC – EV Zug 6:4 (0:4, 3:0, 3:0)

Für die grössten Schlagzeilen vor diesem vierten Meisterschaftsspiel für den ZSC sorgte Chris Baltisberger. Der 22-jährige Stürmer darf in dieser Woche im Prospect Game der Edomton Oilers unter Beweis stellen. Für eine Woche wird er damit dem ZSC fehlen – diese Saison aber wird Baltisberger sicherlich noch beim ZSC absolvieren. Vielleicht aber könnte die Zukunft des aufstrebenden Powerflügels in der NHL liegen. Zurück im Team waren diesmal wieder Blindenbacher und Stoffel, damit verfügte Crawford wieder über vier volle Defensivreihen. Vor allem würde es aber auf die Offensivkräfte ankommen, denn der EV Zug zeigte sich in den beiden Startpartien äusserts abgebrüht und hinterliess insbesondere in der eigenen Zone einen starken Eindruck.

ääh… was war dies?
Was wir da im ersten Drittel zu sehen bekamen, hatte sicherlich was mit Unterhaltung zu tun – mit Eishockey dagegen weniger. Kaum Bewegung und zwar bei der gesamten Mannschaft. Bereits nach 5. Minuten nutzte dies Zug aus und bereits stand es 0:1. Der zweite Treffer folgte drei Spielminuten später. Der zweite Treffer war dann gleichzeitig auch jener, bei welchem die Schuld beim Torhüter und nicht bei seinen Vorderleuten lag. Der Zuger umkurvte das Tor und lupfte die Scheibe über Flüelers Fanghand ins Tor. Der dritte Treffer für Zug (14.) war dann zwischenzeitlich die letzte Aktion der Nummer 30. Crawford setzte Leimbacher ins Tor und wollte damit ein Umdenken erzielen. Total fehlgeschlagen vorderhand: Sekunden später war auch Leimbacher geschlagen. Erneut schlief die Zürcher Verteidigung und wieder musste ein Torhüter hinter sich greifen.

Die Wende – dank Wick
Viele waren sich schon beim Bier in der Drittelspause einig, dieser Match sei durch – ich übrigens auch. Doch es kam anders, ein geniales Drittel stand uns bevor. Auslöser dafür war ein Lob – wohl eher als Befreiungsschlag angedacht von Geering aus der eigenen Zone -, der bei Wick landete und der zog auf Stephan zu uns lies das Netz zappeln. Ein kleiner Funke, der sechs Minuten zur Flamme entzündete. In der 30. Minute legte der Z ein Tempo vor, bei dem Zug von A bis Z überfordert war. Am Schluss war es Künzle der im Getümmel Bastl sah, dieser erwischte die Scheibe zwar nicht richtig, dennoch flog diese ins Tor. Nun war die Hütte wieder da und der Jubel war noch nicht durch, da hämmerte Bärtschi eine abgelegte Scheibe von Wick in die Maschen. Zug schockiert, Zürich euphorisiert. Bis zu einer Strafe Minuten später, da wurde der enorme Energieverbrauch dieser Aufholjadg bemerkbar. Lukas Flüeler, der auf das zweite Drittel hin wieder im Tor stand, musste in der Folge seinen Leuten mehrmals das Resultat retten. Ein erneuter Rückschlag wäre ungünstig und demoralisierend gewesen. Doch es blieb bis zur zweiten Pause bei diesem Spielstand.

Das Spiel gedreht
Mit dem 3:4 konnte man sich aber logischerweise nichts kaufen und so legte das Team von Crawford noch nach. In der 47. Minute fand Trachsler Künzle und dieser im Stile eines abgebrühten Champions traf zum Ausgleich. In diesem Drittel fand die Aufholjagd seine Fortsetzung nicht in einem Sturmlauf sondern viel eher in kontinuierlicher Arbeit. Es dauerte dann auch sechs Minuten bis zur erstmaligen Führung für den Z in diesem Spiel. Segers Slapshot konnte der Zuger Torhüter nur abwehren, nicht aber festhalten und davon profitierte Wick zum 5:4. Es war ihm zu gönnen, dass er es war, der diesen Führungstreffer erzielte und so seinen Effort krönte. Ich wage zu behaupten, ohne ihn wäre diese Aufholjagd nicht möglich gewesen. Den Schlusspunkt setzte Bärtschi, der mit dem 6:4 den Endstand bewerkstelligte.

Diese Wende zeugt von grossem Charakter und wirft natürlich die Frage auf, was dies ermöglichte? Künzle, Cunti und Wick waren sich einig, dass sie dieses 0:4 als Challenge akzeptierten und gemeinsam mit voller Kraft alles zur Wende beitrugen. Ja, da hat Marc Crawford offensichtlich die richtigen Worte gefunden… und er hatte einen Flüeler, ab dem zweiten Drittel, der seiner Mannschaft den nötigen Rückhalt verleihte.