Ein Spiel, dass irgendwie kurios anmutete

Färjestad BK – ZSC 4:3 (1:2, 1:0, 1:1, 1:0) n.V.

Unsere Reise führte über Oslo bis nach Karlstad, wo wir das erste Spiel unserer Reise in den Norden genossen. Da wartete Färjestad BK auf den ZSC, das Schwedische Team, welches die Equipe von Crawford vor wenigen Wochen noch in der Verlängerung geschlagen hatte. Sowieso hatte der ZSC in den letzten drei Jahren nie gegen Färjestad gewinnen können, es wäre also längst Zeit für einen Zürcher Sieg gewesen. Der Sieg wäre auch für ein Weiterkommen in der CHL-Kampagne wichtig. Doch vorderhand sollte es auch ein lustiger Ausflug nach Schweden und Norwegen werden. Zurück war das Verteidigertalent Jonas Siegenthaler von seiner Verletzung, der 17-jährige gehört zum besten, was die Schweizer Eishockeyzukunft zu bieten haben dürfte.

Ein riesen Drittel zu Beginn
Als hätte der ZSC diese Message verstanden, begann er auch. Mit viel Druck auf das Tor von Färjestad. Dies war dann nach drei Minuten sogleich auch von Erfolg gekrönt – Wick traf im Powerplay zum Führungstreffer. Eine Antwort der Schweden blieb aus, der Z drückte weiter und nach acht Minuten krachte es schon wieder. Bärtschi wurde wubderbar freigespielt und zog alleine vor dem Tor ab, er traf und erlöste den mitgereisten Anhang. Sekunden später war es Smith der beinahe für den dritten Treffer besorgt war. Doch es blieb bei der Führung. Doch wie der Z agierte, kombinierte und spielte war beeindruckend. Der Z hatte diese Partie fast vollends unter Kontrolle, bis zur 18. Minute und einer zumindest fragwürdigen Strafe gegen Smith. Noch während wir pfiffen, über den Schiedsrichterentscheid erzielte Färjestad den Anschlusstreffer. So blieb es auch, der ZSC aufgrund dieses starken Drittels eher schlecht bedient. Doch, dies spielt im Eishockey ja bekanntlich keine Rolle.

Viel Wasser, wenig Eishockey
Das zweite Drittel war dann deutlich ausgeglichener. Im Gegenteil, das Heimteam hatte mehr Spielanteile und auch einige Chancen im Powerplay. Bis zur 12. Minute, dann wurde das Spiel unterbrochen – das Eis war nicht mehr in bespielbarem Zustand. Es wurde gewischt und gereinigt, doch es wollte nicht weitergehen. Diverse Male versuchte die Eismaschine das vorhandene Wasser zu entfernen, abschliessenden Erfolg hatten die Schweden aber lange nicht. Nach fast einer Stunde Pause standen die Zeichen dann doch noch auf Weiterspielen. Doch Meldungen zwischen Abbruch und Weiterspielen wechselten sich im Minutentakt ab. Am Ende (um 22:25) kehrten dann die beiden Mannschaften zurück. Kaum ging es weiter, gab es den Ausgleich zu sehen. Ein Spiel, welches eigentlich nicht weitergeführt werden hätte dürfen, stand um knapp vor 23 Uhr ausgeglichen. Eine Farce für die wiedereingeführte Champions Hockey League. Schade!


Der Druck um diese Zeit natürlich deutlich weg, sowohl bei den Fans, wie auch bei den Spielern. Man musste feststellen, dass die Schweden dieses langezogene Spiel psychisch besser im Griff hatten. Nach 50. Minuten machte sich dann auch in der erstmaligen Führung von Färjestad bemerkbar. Doch der Zürcher SC gab nicht auf und erhielt noch die Chance im Powerplay zum Ausleich und tatsächlich – Wick mit seinem zweiten Treffer war der Torschütze. Die Ränge leerten sich mehr und mehr, das Spiel ging weiter, bis in die Verlängerung. Dort war es Färjestad, die wiederum in der Verlängerung gewannen. Es scheint fast so, als werde Färjestad zum internationalen Fribourg.
Trotzdem bleibt hinter diesem Spiel ein schlechter Nachgeschmack. Am Schluss spielen es immer zwei Teams aus, Färjestad konnte mit den schwierigen Umständen besser umgehen. Alles andere ist leider, zumindest auf dem Papier, nichts wert.