Sportlounge; Stellungnahme zu einem ziemlich unsachlichen Bericht

Ja, seit dem Vorfall anlässlich des Fussballmeisterschaftsspiel zwischen dem FC Aarau und dem FC Basel, sowie mit dem Hintergrund des Cupfinals, sind die Medien wieder auf das Thema Hooligans und Gewalt gekommen. Mittendrin in diesem Profilierungstheater auch das SRF – diesmal mit einem Bericht in der Sportlounge.

Diesmal behandelten Lukas Studer (Moderator) und seine Crew nicht nur den fünften Meistertitel des FC Basels, sondern auch die Ausschreitungen, welche im zweitletzten Meisterschaftsspiel auf dem Brügglifeld beim FC Aarau stattfanden. Doch anstatt einer sachlichen Analyse der Dinge, erhielt der Zuschauer ein Abriss aller Vorurteile, die es in den letzten Jahren bereits ausreichend in die Medien geschafft haben.

Aber beginnen wir von Vorne; Da war zuerst einmal ein Bericht über die Ereignisse der letzten Woche, welche da zum einen den Cupfinal und das Spiel zwischen dem FCA und dem FC Basel beinhaltet, sowie eine Rückblende auf die letzten Jahre. Mit etwas Nachsicht kann man diesen Bericht noch fast als sachlich beurteilen. Was aber danach folgte, entspricht mehr Polemik, denn einem sachlichen Journalismus.

Lukas Studer fand sich im Gespräch mit dem Präsidenten des Schweizer Fussballverbands Heinrich Schifferle wieder. Natürlich war das Thema klar, die in den Medien breit geschlagenen Vorfälle in den letzten Wochen. Soweit so gut, aber man konnte das Gefühl erhalten, dass Lukas Studer noch nie einen Sportevent live gesehen hatte – wovon wir nicht ausgehen. Er forderte fast in jeder Frage mehr kollektive Repression gegen alle Fans, gegen alle Sportarten und sowieso gegen alles! Wie gewöhnlich spielte er auch diesmal einige Ausschnitte aus vergangenen Sendungen des SRF ein. Zuerst kam ein Mitglied der KKJPD (Roger Schneeberger) zu Wort aus der 10vor10 Sendung vom 22. April 2014; er erwähnte dabei, dass der EV Zug 60% der Sicherheitskosten selber trage und die Heimspiele des so EV Zug ohne Polizei auskommen würde.

Falsch! Erstmal muss unterschieden werden: Eishockey und Fussball… Man wälzt sich nun auf das Eishockey ab, welches die Thematik rund um die Ausschreitungen und das Gewaltpotenzial viel weniger kennt, um patentierte Lösungen zu finden. Zweitens: Der EV Zug hat auch heute weiterhin ein Polizeiaufgebot bei seinen Heimspielen und wenn sich Fans des gegnerischen Clubs anmelden, dann steigt die Zahl der dienstleistenden Polizisten fast ins Unendliche.

Das Problem der Verallgemeinerung muss enden
Weiter muss diese Verallgemeinerung langsam ein Ende finden. Ja; es gibt Ausschreitungen und ja es gibt Straftaten innerhalb der Sportstadien. Aber sind diese nun anders zu handhaben, wie jene ausserhalb der Stadien? In der gleichen Sendung auf SRF forderte Lukas Studer ID-Kontrollen und weitere repressive Massnahmen gegen die Fans – vergleichen wir mal:

Es sterben jährlich mehrere Menschen aufgrund von deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der Strasse. Warum also werden nicht alle Autos innerhalb der Schweiz technisch auf 120 Kilometer pro Stunde abgeriegelt? Pro Jahr gehen dem Fiskus wohl mehrere Milliarden Franken Steuereinnahmen, aufgrund von Steuerhinterziehung oder Steuerbetrug, verloren; warum fordert man nicht, dass die Lohnausweise, die Rechnungen und alles direkt zum Staat geht, dass dieser die direkte Übersicht hat. Pro Jahr werden mehrere Personen in Clubs / Bars schwer verletzt; warum fordert man nicht, dass die Clubs die Polizeikosten selber tragen, nur noch gelisteten Mitgliedern Einlass gewährt wird?

Man muss an dieser Stelle den Präsidenten des SFV Heinrich Schifferle loben, er gab Lukas Studer sachliche Anworten; liess sich nicht auf Tests bezüglich ID-Kontrollen, Geisterspiele und so weiter hinaus, sondern macht einen absolut soliden und nüchternen Job. Er sprach auch an, dass gewisse Probleme, die es in den Stadien gibt, auch ein Thema der Gesellschaft sind und der Fussball kann diese nicht lösen. Aufgrund dieser sachlichen und nüchternen Haltung von Schifferle war Studer beinahe erbost, es wirkte so, als hätte er erwartet, dass der SFV-Präsident in dieser Sendung die Lösung aller Weltsprobleme präsentiert und in dieselbe Kerbe haut, wie es die Medien unlängst ausreichend tun!

Alle übergreifenden Massnahmen haben auch ihre Schattenseiten
Weiter haben alle kollektiven Bestrafungen, die vorwiegend durch die Medien und Politiker gefordert werden, aber auch ihre schlechten Seiten. Wenn man als Beispiel den EV Zug nimmt, welcher die ID Kontrollen, das Fahnen- und DH-Verbot eingeführt hat und sowieso alles verboten hat, was irgenwie den Support einer Mannschaft ermöglicht, dann muss man auch sehen, dass die Innerschweizer keine Stimmung, kein Support der gegnerischen Fans mehr in der Halle haben. Sie haben es geschafft, den Support beinahe in Richtung NHL zu bringen oder anders gesagt: Burger fressen, light-Bier saufen und nur auf Kommando des Stadionspeakers klatschen; ob dies wirklich das Ziel der Politiker und Medien sein kann!? Einige Damen und Herren sollten wirklich einmal wieder zur Vernunft kommen

Ein Gedanke zu „Sportlounge; Stellungnahme zu einem ziemlich unsachlichen Bericht

Kommentare sind geschlossen.