Auch ein 6:2 zählt nur ein Sieg

ZSC – HC Genf-Servette 6:2 (1:0, 4:0, 1:2)

Die Finalserie aus dem Jahre 2008 ist nach dem Zürcher Sieg vom vergangenen Samstag so richtig lanciert; da Team von Marc Crawford wurde nicht nur für den 5:3 Erfolg, sondern viel mehr die Art und Weise des Sieges gelobt. Von grossem Playoff Eishockey wurde gesprochen, welches Ryan Keller – Hattrickschütze am Samstag – und seine Teamkameraden zeigten. Dass solche Lorbeeren gefährlich sind, als förderlich hat aber bereits die Serie gegen den Lausanne HC gezeigt. Eine Niederlage am heutigen Abend und alles wäre wohl wieder anders.

Daher durfte man gespannt sein, ob die Zürcher auf ihrer Suche nach Konstanz einen Schritt weitergekommen sind. Denn diese ist aktuell noch das grösste Problem im Spiel des ZSC. Sinnbildlich hierfür steht wohl Marc-Andre Bergeron, jener Verteidiger welcher heute vor einer Woche noch zum Siegretter im siebten Spiel im Viertelfinal avancierte, hätte den Sieg in Genf beinahe noch in Gefahr gebracht. Welches Gesicht würde also das Team heute zeigen?

Dominant wie fast immer
Er startete druckvoll, der ZSC und erarbeitete sich bereits in den ersten Minuten einige Chancen. Die Genfer ihrerseits brauchten bis knapp zur Hälfte des ersten Drittels, ehe sie sich selber Chancen herausspielten. Doch der ZSC verteidigte, mit wenigen Ausnahmen solid, in diesem ersten Drittel. Beide Teams agierten erneut äusserst diszipliniert, allgemein gab es in dieser Serie bisher nur selten Strafen. Auch heute als Aktivposten fungierte Ryan Keller, bei dem man auch heute das Gefühl bekam, dass wenn er am Puck war, immer etwa gefährliches entstand. So auch in der 17. Minute, Keller lancierte einen Konter, zog am Verteidiger der Genfer vorbei und fand irgendwie den Winkel zum Tor. Es war ein guter Auftakt, aber eben, ein kleiner Vorsprung ist im Eishockey noch nichts.

Tor, Tor, Tor und Tor
Viel „blabla“ brauchte es zum zweiten Drittel gar nicht, denn bereits in der 21. Minute gab es den zweiten Heimtreffer zu bejubeln. Cunti stocherte vor dem Tor die Scheibe ins Tor, es war ein Tor mit wegweisendem Charakter, da es ein dreckiges Tor war. Sieben Minuten später legte Bastl in ähnlicher Manier nach. Vor dem Tor war es postiert, lies sich nicht abdrängen und konnte am Ende zum 3:0 einschieben; Genf nun vollends von der Rolle und die Zürcher spielten beinahe Einbahn Eishockey. Kein Schuss von Genf und umso mehr wunderschöne Angriffe der Zürcher, die nun wie im Traum spielten. Sechs Minuten nach dem dritten, folgte auch noch das vierte Tor. Diesmal wieder Cunti an der Reihe, der auf der linken Seite durchzog und die Scheibe zwischen den Schonern von Stephan reinspitzelte. Nun war genug; Caminada ersetzte Stephan und musste sich vier Minuten später wieder geschlagen geben. Ein Traumpass von Seger über das komplette Feld zu Fritsche führte zum Erfolg. Wie eimfach es ging, zeigte, dass sich Lukas Flüeler einen Assist gut schreiben lassen konnte.

Zum Schluss noch einige Fehler
Das Spiel nun natürlich eigentlich durch, der ZSC drehte einige Leistungsumdrehungen zurück. Dies machte sich sofort bemerkbar, die Genfer nun nicht mehr derart unter Druck und beim ZSC schlichen sich mehr und mehr Fehler ein. Bereits nach 51. Minuten erzielte Genf den ersten Treffer und brachte so zumindest etwas Hoffnung zurück. Zwei Minuten später war es dann Bergeron, der einen katastrophalen Fehler verursachte, welcher sogleich zum 5:2 führte. Es war an der Zeit sich wieder zu finden und das Team von Crawford stabilisierte sich auch wieder. Dies brachte Genf noch einmal in Rage und brachte eine vier gegen vier Situation ein. McSorley nahm Caminada aus dem Tor und erhoffte sich mit einem Feldspieler mehr noch die Wende. Doch nach acht Sekunden und dem Treffer von Keller war der Ofen aus.

Mit 6:2 gab es einen Kantersieg, der aber auch nur nur für einen Punkt zählt. Es ist wichtig, nun die Realität nicht aus den Augen zu verlieren, es ist nur ein Sieg – nicht mehr und nicht weniger. Allerdings vermag die Spielart zu überzeugen, die die Zürcher an den Tag legten.

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