Ein Keller und die gezeigte Leidenschaft zum Ausgleich

Es waren die Autokilometer 1345 bis 1922 in diesem Playoffs für die Zürcher Fans und sie sollten mit einem Sieg zurückfahren. Was war anders verlaufen, als noch zwei Tage zuvor im Hallenstadion, wo sie trotz deutlicher Feldüberlegenheit nicht reüssieren konnten.

Die Zürcher begannen gestern Abend stark, sie legten bereits in den ersten Minuten den Rhythmus vor und nach 12. Minuten führte der Treffer von Bastl zur ersten Erlösung auf der Zürcher Bank. Man merkte dem Team von Crwaford die zusätzlich gewonnene Leidenschaft und Kampfbereitschaft an, die Genfer ihrerseits hatten insbesondere in der Defensive ihre Mühe. Dem ZSC wurde zu viel Raum zugestanden und vorne agierte das Team von McSorley oftmals zu wenig geradlinig. Doch bis zur 41. Minute konnten die Genfer alle Führungstore wieder kontern, zwei Mal hatte Keller getroffen und so zum Zwischenstand von 3:1 gesorgt. Dann aber sorgte wieder Keller für den vierten Zürcher Treffer – und damit im Nachgang betrachtet zum Siegestreffer – für den ZSC. Der Treffer war ein Ebenbild der heutigen Leistung; zuerst luchste Bergeron dem Genfer Stürmer an der eigenen blauen Linie den Puck ab und zog los, parallel sprintete Kenins mit Vollgas nach Vorne und zog die Verteidigung auf sich, dahinter nahm Keller den frei gewordenen Raum und wurde prompt angespielt

Den Knoten platzen lassen
Der Ausgleich in dieser Serie könnte durchaus von grosser Bedeutung sein. Ein 0:2 in einer Serie, in welchen der Gegner mit fünf Spielen ordentlich souverän durch die Halbfinals gekommen ist, wäre zumindest eine grosse Herausforderung gewesen. Nicht unlösbar, aber sicherlich schwierig. Beim ZSC dagegen scheint wieder etwas mehr Zielstrebigkeit in das Spielsystem gekommen zu sein, zumal Genf den Zürchern mehr Freiräume gewährt, als noch in der Serie gegen den Lausanne HC. Dies scheint dem ZSC reichlich gut zu tun und so kann Marc Crawford auch mehr taktische Optionen anwenden.

Am Dienstag dürfte Genf wieder alles daran setzen, den Heimvorteil wieder zu erspielen, denn auch McSorley weiss, dass ein 2:1 gegen den ZSC in der Halbfinalserie sicherlich kein Vorteil wäre…