60 Minuten und ein Tor für die Ruhe

Es war kein meisterlicher Auftritt gestern Abend im letzten noch zu absolvierenden Playoffviertelfinal des laufenden Jahres. Sicherlich war es auch kein entspannter und schöner Akt gestern Abend, aber es war einer, der die Mannschaft ins Halbfinal bringt und der sportlichen Führung – Trainer und Sportchef – einige unangenehme Fragen und Analysen erspart. Edgar Salis war die Erleichterung in den Katakomben auszumachen, ein Lächeln auf den Stockzähnen war nicht zu verbergen. Ein Aus im Halbfinal wäre nicht nur für die sportliche Entwicklung, noch mehr auf die eigenen Junioren setzen, ein Rückschlag gewesen, sondern auch für jeden einzelnen Leistungsträger innerhalb der Mannschaft. Sie dürfen, nein sie müssen, sich nun nur in ihren vier Wänden zu den getätigten Fehlern rechtfertigen, nicht aber vor einer Medienmeute, die die nächste Schlagzeile bereits vorgefertigt hat.

Ticketpreise deutlich erhöht
Ein etwas schaler Nachgeschmack hinterlässt, dass die Ticketpreise auf Spiel 7 noch einmal massiv erhöht wurden und die Halle trotzdem nicht ausverkauft war. Hat man sich da gar etwas vertan in der Preispolitik? Die Verantwortlichen beim ZSC werden dies selbstverständlich verneinen. Aber auch grundsätzlich sind Preiserhöhungen innerhalb einer Serie, insbesondere beim Z im Viertelfinal gegen Lausanne, eher kritisch zu beurteilen. Dies aber soll grundsätzlich ein Nebenschauplatz bleiben, regelmässige Stadionbesucher fahren mit einer Dauerkarte sowieso besser.

Was wartet mit Genf
Die letzte Playoffserie zwischen dem Z und den Genfern datiert aus der Meistersaison 2008. Damals gewannen die Zürcher, noch gecoacht von Harold Kreis, die Serie und damit auch die Meisterschaft nach dem Penaltyschiessen in der sechsten Partie. Seither sind sechs Jahre her und die Gesichter beider Mannschaften haben sich nicht nur leicht verändert. Genf musste sich den letzten fünf Playoffs drei Mal im Viertelfinal geschlagen geben, einmal im Final und einmal waren sie in der Entscheidung nicht dabei und mussten die Playouts absolvieren.

In diesen Playoffs eliminierte Genf bisher den HC Lugano mit 4:1 und zog so ordentlich souverän in den Halbfinal an. Lombardi und Daugavins waren bisher die eifrigsten Punktesammler von Chris McSorley. Im Tor steht mit Tobias Stephan ein Rückhalt, der aktuell über 96% aller Schüsse pariert und seiner Mannschaft die nötige Sicherheit gibt. Es scheint also fast so, als ob die Genfer aktuell in einer Topform sind und sind vielleicht sogar leichter Favorit in diesen Halbfinals.

Aber in einer neuen Serie beginnt bekanntlich alles wieder von Null. Wenn die Zürcher früh in Führung gehen sollten, dann werden die Medien davon schreiben, dass es ein Vorteil sei, wenn man im Rhythmus bleibt. Falls die Zürcher verlieren, wird der Kräfteverschleiss von Zürich und die Erholung von Genf das Thema sein. Absolut betrachtet ist dies alles nur eine Randnotiz und Füllmaterial, denn Fakt ist; „Morn fanged dHalbfinals ah, es isch Playoffs und mir sind no debi. Uf gahts Züri“!

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