Alles geben für eine Woche Pause

Dann plötzlich funktionierte alles, als wäre es nie anders gewesen. Spätestens nach dem vierten Zürcher Treffer am gestrigen Abend, dem Break-away kurz vor Ende des zweiten Drittels gehörten die Lausanner Hoffnungen auf eine Wende der Vergangenheit an. Ja, es sah beinahe etwas zu leicht aus, wie die Zürcher durch die Hintermannschaft des Heimteams kurvte. Am Schluss stand das klare Verdikt von 7:1 auf dem Bildschirm und erfreulich war, dass sich gestern sechs verschiedene Torschützen eintragen lassen durfte. Nach dem Schlusspfiff gab es keine Fragen mehr über die Kräfteverhältnisse in dieser Serie, die Auftaktsniederlage vor eigenem Publikum hatte das Team von Marc Crawford damit endgültig zur Randnotiz verkommen lassen.

Symbolisch für den Gemütszustand war die Geste von Alain Reist nach Spielschluss. Er, der aktuell verletzt ist und nach der Saison seine Karriere beendet setzte sich vor die Fans; er lies sich feiern und feierte die immer noch lautstarken Lausanner. Auch der 34-jährige Verteidiger glaubt kaum mehr an ein weiteres Spiel vor heimischem Publikum und so genoss Reist diesen Moment – und vielleicht genossen die Fans ja auch den letzten Playoffmatch dieser Saison zuhause, eventuell sogar für länger.

An der eingeschlagenen Marschroute festhalten
Die Versuchung, die jetzige Situation wieder etwas auf die zu leichte Schulter zu nehmen scheint gross. Aber es braucht noch einmal eine engagierte und vor allem präsente Leistung morgen Dienstag. Für die Lausanner ist jetzt definitiv auch noch der letzte Druck abgefallen, alles was noch kommt ist Zugabe und ein zusätzliches Heimspiel wäre wohl für sie mehr als nur ein Trostpflaster. Es liegt also an den Schützlingen von Crawford morgen in den ersten Minuten bereits den Tarif durchzugeben, die Zweikämpfe anzunehmen, sich wieder in den gefährlichen Bereich vor Huet vorzukämpfen und weiterhin kaltblütig die Chancen nutzen. Gestern erzielte der Z aus sechs Chancen drei Tore im Mitteldrittel – jeder zweite Schuss also ein Treffer.

Wenn der ZSC diese Tugenden nur annähernd beibehalten kann, dann steht einem frühen Ende der Serie morgen nichts mehr im Weg. Hoffentlich ist dann morgen Abend auch die Halle fast oder ganz ausverkauft…