Rückblick: Ein denkwürdiger Abend

Die Ausgangslage war vielversprechend, alle Augen waren auf die Partie im Zürcher Hallenstadion gerichtet und wie sich der amtierende Meister aus der Affaire ziehen würde. Er tat dies in den ersten Minuten durchaus sehr positiv, wurde aber auch von einer grossen Portion unnötiger Nervosität der Zürcher unterstützt. Auch Lukas Flüeler war die eher aufgeregte Startphase der eigenen Mannschaft nicht entgangen, auch die Zürcher waren sich bewusst, dass der SC Bern seine letzte Chance um jeden Preis nutzen wollte.

Nutzen konnten die Berner dann auch zwei Chancen unmitelbar nach der ersten und zweiten Pause. In beiden Fällen war es Hnat Domenichelli, der sich als Torschützen feiern lies, beim zweiten Treffer aber war die Berner Gefühlswert schon ordentlich durcheinander. Aus Fribourg gab es nämlich wenig erbauliche News, die Lausanner führten zu diesem Zeitpunkt bereits und der mögliche Sieg eventuell doch wirkungslos. Nicht, dass man beim Z zufrieden war mit dieser Niederlage, aber davon zu sprechen, dass der Z sich für die Wende in diesem Spiel zerrissen hätte, wäre übertrieben. Doch der SCB gab dem Z die Chance, in Form von Geoff Kinrade, der in der 53. Minute eine Spieldauerdisziplinarstrafe kassierte und weil bereits Gardner auf der Strafbank Platz genommen hatte, durfte der Z sich über 100 Sekunden in doppelter Überzahl versuchen. Beim Versuch blieb es dann aber nicht, denn nicht weniger als vier Treffer waren die Ausbeute – innerhalb von 126 Sekunden. Beim SC Bern waren spätestens nach dem 4:2 durch Bärtschi die Lichter ausgegangen und die Resignation hatte gesiegt.

Die Playoffs haben bereits begonnen
Begonnen haben die Playoffs für den ZSC aber bereits in der 44. Minute, als Topskorer Roman Wick verletzungsbedingt vom Eis fuhr. Soweit die positive Nachricht, er fuhr alleine vom Eis und wurde erst in der Garderobe vom Teamarzt behandelt. Die negative Nachricht kam dann Minuten später, der Stürmer soll direkt ins Spital gefahren worden sein.

Was Wick aber genau hat, wird wohl niemand ausserhalb der Garderobe erfahren, denn wie es normal ist in den Playoffs: Über Verletzungen und Blessuren wird das Tuch des Schweigens gelegt und sowieso gibt es eigentlich keinen Grund ein Spiel in der wichtigsten Phase zu verpassen – Zeit zur Regeneration gibt es im Sommer ausreichend. Wilkommen in den Playoffs – sie haben bereits begonnen!