Am Schluss doch selber für die Entscheidung gesorgt

ZSC – SC Bern 5:2 (0:0, 1:1, 4:1)

Als angefresserner Bern Fan war dieser Dienstag wohl kein schöner, denn das Wetter passte sich dem aktuellen Formstand und der Ausgangslage der Mutzen an – trist und mit wenig Aussicht auf Besserung. Trotzdem warfen die Berner noch einmal alles in die Wagschale um das Unmögliche doch noch möglich zu machen.

Steve McCarthy bekam erneut eine Pause, wie es um seinen Gesundheitszustand steht, ist damit weiter unklar.

Ein nervöses Drittel
Im ersten Drittel war dann ein durchaus erstaunliches Spiel zu sehen. Dass der SCB nervös sein würde, war zu erwarten, aber dass sich der Z dadurch auch nervös machen lies, vermochte doch einigermassen zu erstaunen. Die erwartete Härte wurde durch viele unerzwungene Fehlpässe kompensiert. Selbst beim Z, der sonst eigentlich so souverän wirkte, schlichen sich Fehler um Fehler ein. Allgemein befand sich das Spiel eher auf bescheidenem Niveau, zumindest der Z spielte heute deutlich unter seinem mögligchen Niveau.

Für wen seit ihr eigentlich genau???
Vorweg: es wurde besser, deutlich besser. Abschnitt Nummer zwei beinhaltete nicht nur mehr Emotionen, sondern auch mehr Tore. Eröffnet wurde das Feuer in der 22. Minute und zwar durch die Berner. Flüeler ohne Chance beim ersten Treffer der Mutzen und die Zürcher nun natürlich gefordert. Doch vorerst drückten noch einmal die Gäste aufs Tempo und das 0:2 wäre nicht unverdient gewesen. In dieser Phase verlor der Z zu viele Zweikämpfe und er war nicht mit der nötigen Härte am Start. Bis zur Spielhälfte, wo Crawford Nilsson, Wick und Cunti auf die Eisfläche beorderte und die Toplinie machte viel Druck. Einem Druck dem die Berner nicht gewachsen waren und Nilsson verwertete einen satten, starken und haargenauen Pass von Bergeron zum Ausgleich. Ab sofort alles anders: Beim Z war nun der Flow zurückgekehrt und die Mutzen nun wieder sichtlich durcheinander.

Was nun aber passierte, war dann unnötig und unsportlich. Zuerst blendete das Hallenstadion den 2:0 Vorsprung der Lausanner ein – wohlverstanden exklusiv und nicht während dem Totomat. Ganz bitter wurde es dann aber, als die Hälfte der Halle auch noch Sprechgesänge für den HC Lausanne skandierten. Sowas macht man nicht! Wir sind für unseren ZSC da und nicht für irgendwelche anderen Teams.

Ein genialer Schlussakt
Dieser Umstand hemmte den Start des dritten Drittel deutlich im Stadion und man hatte den Eindruck, dass dies auch auf dem Eisfeld zu sehen war. In der 41. Minute erzielten die Berner den zweiten Treffer und kamen somit zur erneuten Führung. Lange, seeeehr lange blieb es bei diesem Resultat. Bis zu einer zwei Minutenstrafe und wenige Sekunden später noch einer fünf Minuten Strafe. Was nun folgte war eine Machtdemstration des Zürcher SC. In der 54. Minute glich Nilsson in doppelter Überzahl zum 2:2, es war der Auftakt zu einer grossen Wende. Das Hallenstadion nun wieder ein Tollhaus, aber noch war lange nicht Schluss. Sekunden später war es Bastl, der jubelte und nun das Momentum definitiv auf Seiten der Zürcher. Weiter ging es im gleichen Stil, weitere Momente später war es Bärtschi, der einen Schuss von der blauen Linie von Geering erfolgreich ablenkte. Toor!!! 4:2 und weiter ging das Zürcher Freudenspiel…. Den Schlusspunkt setzte, übrigens weiterhin in Überzahl, Bastl mit dem fünften und letzten Treffer.

Damit geht es am Dienstag weiter gegen den HC Lausanne. Ein faader Nachgeschmack hat diese Viertelfinalserie aber dennoch, denn die Sicherheitsauflagen des HC Lausanne sind weiterhin untragbar!

8 Gedanken zu „Am Schluss doch selber für die Entscheidung gesorgt

  1. Das man „Allez Lausanne“ gerufen hat, finde ich jetzt gar nicht unsportlich. Und da ja Heute mehr oder weniger jeder ein Smartphone hat und man immer informiert ist über die aktuellen Begegnungen, kann man auch ein Zwischenresultat einblenden. Also ich sehe darin kein Problem. Wie doch Lüthi gesagt hat, Schadenfreude muss man sich erarbeiten und das haben Sie mit Ihren Aktionen nach dem Meistertitel letztes Jahr gegen Fribourg. Das war Unsportlich und unter der Gürtellinie. Wie man ruft, kommt es zurück.

  2. Hallo Karin;
    Nüchtern betrachtet kann man dies so sehen, aber wir wollen doch eigentlich unseren ZSC sehen und als überdeutlicher Leader kann es uns eigentlich egal sein, was Lausanne und Fribourg tun.
    Wir hatten es selber in der Hand, nicht auf den SC Bern zu treffen. „Allez Lausanne“ gehen deshalb für mich gar nicht – Schadenfreude über den SCB ja, aber nicht für andere Clubs – notabene solche gegen die wir noch verlieren könnten im Viertelfinal.
    Das exklusive Einblenden hat nicht nur mich, sondern auch andere im Stadion gestört, darüber kann man aus meiner Sicht noch diskutieren, aber Sprechgesänge für andere Clubs sind schlicht nicht nötig!

  3. Lausanne hat eine Hammersaison gespielt und ist verdientermassen mit der Play-Off-Qualifikation belohnt worden. Die Mehrzahl der Z-Fans haben dies offensichtlich auch so gesehen und freuten sich ehrlich darüber , dass der LHC sich in Fribourg durchsetzte. Die „Allez Lausanne“-Rufe waren in dieser Situation grosse Klasse und man muss schon einen extrem engen Fan-Begriff mit sich herumtragen, wenn man dies als negativ empfunden hat…..
    Lese Deine Beiträge aber immer mit Vergnügen und möchte mich dafür an dieser Stelle auch einmal bedanken!

  4. Hallo Thomas
    Zuerst einmal Danke für das „Kompliment“, welches wir natürlich gerne so annehmen.

    Richtig, Lausanne hat eine geniale Saison gespielt und sich den Platz in den Playoffs absolut verdient. Aber erstens, wenn ich einem Team oder einer Leistung eines Teams Respekt zollen will, dann tu ich dies nicht im eigenen Stadion, wenn unten das „leidtragende“ Team spielt. Zweitens war es zu grosser Sicherheit mehr Schadenfreude gegenüber dem SC Bern, denn wirklich ehrlich Freude über Lausanne. Die hätten wohl selbst noch EHC Kloten gerufen.

    Und ja, ich bin intensiv bei der Sache, glaub mir, wenn Du nicht angefressen von diesem Club bist, dann investierst Du nicht so viele Stunden in ein solches Fanprojekt, wie wir es tun 😉

  5. Danke für den Bericht – habe mich ab dem „allez Lausanne“ rufen auch aufgeregt. Die welche das gerufen haben, sollen doch am Di. zuhause bleiben. Danke. Oder rufen sie es am Dienstag auch wieder?

  6. @Röbi Nilsson es war reinste Schadenfreude gegenüber den Bärner. Und: wenn nach deiner Meinung nach am DI alle zuhause bleiben sollten die „allez Lausanne“ gerufen haben wäre wohl der 3. Rang etwas gar Leer

  7. Und wie sieht es im Playoff aus wird Lausanne boykottiert oder nicht?

    @Röbi Nilsson Natürlich war das Schadenfreude gegenüber den Berner und ich verstehe das diese Aktion bei manchen nicht gut ankam. Jedoch waren das nicht ein paar Idioten sondern ein grosser Teil der Fans. Ich übrigens auch…. Es war vielleicht nicht sehr intelligent aber ich denke einfach das es die Erleichterung war nicht auf Bern treffen zu müssen. Natürlich sind beides harte Brocken und natürlich hätten wir auch Bern im Playoff geschlagen 🙂 aber ich bin froh das wir den Beweis nicht antreten müssen. So wie der Z zu diesem Zeitpunkt spielte fehlerhaft, emotionslos und ohne Zug war ich einfach erleichtert das Lausanne gewann. Es wird nie mehr vorkommen, jeder macht Fehler Sorry.

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