Wenn das Spiel zur Nebensache wird…

HC Lausanne – ZSC 2:1 (0:0, 1:1, 1:0)

Die skandalösen Zustände im Schweizer „Guantanamo“, dem Eisstadion in Lausanne wurden am vergangenen Sonntag noch einmal eindrücklich durch die Zeitung Schweiz am Sonntag geschildert. In Lausanne ist Man als Gästefan nicht erwünscht, so jedenfalls macht es den Eindruck, mit den ID-Kontrollen und dem gefängnisähnlichen Käfig vor dem Gästesektor. Viele Clubs der Liga haben sich bereits kritisch zu dieser Art und Weise der Behandlung geäussert, dass Schlimme: Die Waadtländerpolizei sieht sich absolut im Recht und spricht sogar von einer Art „Erpressung“ der Zürcher Fans anlässlich des letzten Spiels. Die Freiheitsberaubung, die allerdings dazumal ausgeübt wurde, widerspricht jeglichem Schweizer Recht – dies sollte auch bis nach Lausanne durchgedrungen sein!

Siehe Bericht: Die Fanjagd ist auch in Lausanne angekommen!

Der HC Lausanne und seine ganz eigene Auslegungen der Gesetze
Wie viele andere Teams führte die aktive Fanszene des ZSC heute einen Boykott gegen diese Massnahmen durch. Jene, die sich dennoch nach unten begaben, wollten den Match – ohne übermässige und unverhältnismässige Sicherheitskontrollen – aus den neutralen Stehplätzen beobachten. Auch dies übrigens, ein Grundrecht, welches in der Schweiz gilt. Gut zehn Fans also begaben sich in den neutralen Sektor, vis-a-vis des Gästesektors.

Bereits im ersten Drittel standen zwei zivile Sicherheitskräfte vor der Zürcher Truppe, die schnell feststellten, dass diese aus Zürich und eben nicht aus dem Welschland stammten. Sie hatten bemerkt, dass „Züri-Dütsch“ gesprochen wurde und argumentierten damit, dass sie sich nicht in diesem Sektor aufhalten dürfen – obwohl alle mitgereisten Zürcher gültige Tickets hatten und bis zu diesem Zeitpunkt kein Support ausübten. Es begann eine Odyssee, die so einfach nur peinlich und blamabel für den HC Lausanne und den gesamten Schweizer Eishockeysport ist. Im Mitteldrittel standen 15 Securitys von Lausanne um die rund zehn Fans des ZSC. Richtig: 15 Sicherheitsleute um 10 Zürcher Fans – zwei davon hatten einen Schal an und zwei Frauen waren auch noch darunter. Sie gaben die Anweisung, dass sie diesen Sektor nun sofort zu verlassen haben, nach langer Diskussionen und einigen unschönen Provokationen durch die Sicherheitskräfte beugten sich die Fans ihrem Schicksal. Ein Detail am Rand: Selbst die anwesenden Lausanne-Fans setzten sich für den Verbleib der Zürcher in diesem Sektor ein. Das Sicherheitspersonal hatte da kein Verständnis dafür und zog die absolut unverhältnismässige Order durch.

Vor dem Gästesektor angekommen, verlangte das Sicherheitspersonal dann die ID’s der Mitgereisten. Verständlicherweise verweigerten alle deren Kontrolle, was den Sicherheitsdienst zusätzlich in Rage brachte. Kleinere „Schubsereien“, ausgelöst durch das Fehlverhalten der Sicherheitsleute waren die Konsequenz davon. Einige Fans versuchten diese haltlosen Zustände nun auf ihrem Handy festzuhalten. Nach längeren Diskussionen wurde von der ID-Kontrolle abgesehen, einzig ein Foto sollte her. Die Z Fans nahmen diesen Kompromiss an, mussten aber in der nächsten Sekunde den nächsten Schreck hinnehmen. Nun wollte Lausanne auch noch die Handys auf Foto- und Filmmaterial kontrollieren – ein Vorgehen, das so kaum rechtlich standhält – besonders durch eine private Sicherheitsfirma. Irgendwann, nach unzähligen Schikanen, rechtlich heiklen Vorgehensweisen der Lausanner Sicherheitskräfte und absolut skandalösen Zuständen waren die Fans dann im Gästesektor angekommen. Aber es bleibt ein extrem fader Nachgeschmack von diesem Club, der sich durch übermässige Massnahmen versucht zu profilieren und wohl nicht bemerkt, dass er masslos über das Ziel hinausschiesst.

Fazit: So kann es nicht weitergehen. Ein rechtsstaatlich absolut inakzeptables Verhalten der Sicherheitsfirma und des Clubs, welches so auf Stufe Verband sofort unterbunden werden muss! Und ansonsten wäre es wünschenswert, wenn sich dieser Club ziemlich schnell wieder aus der NLA verabschieden würde…

2:1 Niederlage als Randnotiz
Unter diesen Umständen wurde die 2:1 Niederlage des Zürcher SC beinahe etwas zur Randnotiz. Ryan Keller hatte das Team von Marc Crawford in der 26. Minute in Front, diese Führung hatte bis zur 39. Minute Bestand, ehe Hytönen für den Ausgleich verantwortlich war. Dieser Treffer und jener in der 45. Minute von Neuenschwander waren die Ursache für die 2:1 Niederlage an diesem Abend. Aber ehrlich gesagt, vergeht einem bei solchen Umständen absolut die Lust an einem Eishockeyspiel… Beschämend…

 

 

12 Gedanken zu „Wenn das Spiel zur Nebensache wird…

  1. Echt tragisch was in Lausanne so abgeht! Wie lange wird das noch so weiter gehen ?

  2. Es tut uns echt Leid!
    Die Lausanne Fans sind mit euch völlig einverstanden, das ist skandalös!
    Aber bitte LNB nie wieder… Weibel & unser VR sollten vielleicht ein bisschen öfter bumsen, damit sie nicht so frustriert tun!
    Ich hoffe dass wir uns in die Play-Off Wiedersehen! Eure Mannschaft macht echt Spass zu schauen!

  3. und in Lausanne ist der Sitz des Bundesgerichts….traurig diese Zustände, hoffe auf allgemeine Besserung bezüglich dieser repressiven Massnahmen gegen Gästefans

  4. Anzeige erstatten. Die ganze Liga steht zu euch! In der Farbe getrennt – In der Sache vereint!

  5. Ich würde allen Fans anraten die Stadions wo die Gäste Sektoren so einkesseln nicht mehr zu Besuchen. Frage mich sowieso wo das hinführt, alle anderen Clubs sollten jetzt sofort etwas dagegen unternehmen und schauen, dass es wieder Spass macht wenn man als Fan seinen Club begleitet. Also Herr Lüthi und Co.

  6. Letztes Jahr als wir Langnau Fans in Lausanne leider den Abstieg mitverfolgen mussten war die Lage aus meiner Sicht friedlich und recht unkompliziert. Wenn ich diesen Sachverhalt jedoch lese, müssen daraus Konsequenzen erfolgen. Diese Behandlung geht in der Schweiz nicht und ist absolut unnötig!! Übrigens…wie wars jeweils toll, wenn die ZSC Fans in Langnau waren…

  7. Uahhh, als Fan einer NLB-Mannschaft bin ich recht enttäuscht über das Vorgehen des LHC… Früher war da ein grosser Sektor, keine übermässigen Kontrollen und auch sonst gab es nichts zu bemängeln. Derartiges Vorgehen ist unhaltbar… Leider wird es aber wohl zur Gewohnheit, auch in unserer Liga gab es diesbezüglich schon komische Vorfälle diese Saison.

  8. Nicht mehr hingehen ist keine Lösung. Diese Massnahmen zielen ja darauf ab, dass sich die Zahl der Gästefans reduziert und man somit Kosten bei der Sicherheit einsparen kann. Möglichst viele Leute müssen mobilisiert werden. Selbstverständlich wird das Stadion nur betreten, wenn von den Kontrollen abgesehen wird. Ansonsten dürfen Sie halt eine Gruppe von 100 Leuten während der ganzen Spielzeit in der Stadt überwachen. Denke nicht, dass dies für weniger Kosten sorgt. Das selbe gilt auch für Zug. Auch hier sollte man mit möglichst vielen Leuten anreisen. Es ist im übrigen illegal, die Daten der Matchbesucher zu speichern (auch nicht für 24h). Diese dürfen lediglich zum Abgleich mit Hoogan verwendet werden. Sollte auf die AGB’s verwiesen werden, kann darauf geschissen werden, da AGB’s niemals über dem Gesetz stehen.

  9. Der LHC möchte anscheinend keine Fans von der Gästemannschaft haben,das geht gar nicht, es muss was unternommen werden. Und warum hat man keine Strafanzeige erstattet als die Z Fans beim vorletzten Speil in Lausanne waren? denn da hätte man sicher was erreichen können. Warum unternehmen die NLA Clubs nichts wie soll das weitergehen denn nur mit einem Boykott schaden wir nur unserem Team, und LHC freut sich darüber denn das ist es ja was die wollen keine Fans vom ZSC und vielleicht von anderen auch nicht. Ausser Fribourg und Genf, mit denen machen die das ja nicht oder doch?
    Es ist wirklich Skandalös was dort abgezogen wird. Dann hat ein solcher Verein in der NLA nichts verloren nicht mal im B, allenfalls höchstens was in der 1. Liga.

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