Die Leichtigkeit des Siegens

Es war keine Galavorstellung, dieses 4:2 über Lausanne am gestrigen Dienstagabend, aber es war der Beweis, dass der ZSC wohl aktuell das beste Team der Liga ist – wenn es nötig ist. Bereits gegen Kloten und Lugano konnten sie einen Rückstand wegstecken und arbeiteten sich dann jeweils noch zum Sieg nach Vorne. So auch gestern, als sich Lukas Flüeler nach nur 75 Sekunden einen bösen Schnitzer erlaubte. Doch die Truppe von Marc Crawford – und man hatte auch das Gefühl die anwesenden Zuschauer – waren davon nur wenig beeindruckt. Ein bis zwei Einsätze aller Blöcke und schon war die Partie wieder neu lanciert. Nach elf Minuten dann die Belohnung in Form des Ausgleiches durch Shannon, der wunderbar von Blindenbacher angespielt wurde.

Dem Treffer vorhergegangen war eine Temposteigerung der Zürcher, was sie gestern Abend nicht zum ersten Mal taten. Als Zuschauer erhält man aktuell das Gefühl, dass diese Temposteigerungen beinahe bewusst eingeschoben werden um den Gegner zu zermürrben. Ein kleiner Zwischensprint reicht den Zürchern oftmals um ein Treffer zu erzielen und so ein Spiel in die richtigen Bahnen zu lenken. Sinnbildlich dafür der vierte Treffer am gestrigen Abend, welcher Reto Schäppi erzielte und aufzeigte mit welcher Selbstverständlichkeit alles abläuft. Der 22-jährige Stürmer zog von der Bande ins Zentrum, deckte die Scheibe gut ab und haute den Hartgummi anschliessend in den linken, oberen Winkel.

Er und Bärtschi, beide unterschrieben ihre Verträge in der letzten Woche bis 2017, waren es dann auch, die nach dem Spiel vom grossartigen Team sprachen. Sie seien stolz darauf beim ZSC spielen zu können, wer würde dies nicht schon gern tun, liessen sich beide zitieren. Besonders Patrik Bärtschi scheint vom Club angetan zu sein, der 29-jährige Flügel jedenfalls machte keinen Heel daraus, dass er sich in Zürich heimisch fühlt und noch gerne viel länger hier bleiben würde. Er warnte aber auch vor der aktuell etwas trügerischen Situation, die zwar rosig aussieht, aber im Endeffekt in Richtung Playoff wenig Wert hat. Bestes Beispiel dafür ist die Saison 2007/08, in welcher Bern mit 22 Punkten Vorsprung die Qualifikation gewann und am Ende im Viertelfinal scheiterte. Meister dazumal wurde der ZSC – von Rang 6 aus!

[Artikelbild: Berend Stettler]