Ein Sieg für die mitgereisten Fans

HC Lugano – ZSC 3:4 (2:0, 1:0, 0:4)

Knapp 20 Zürcher Fans verirrten sich an diesem Dienstagabend in die Resega ins Tessin. Eine erste Überraschung gab es bereits nach dem Gotthatd, den dort lag eine dicke Schicht an Schnee, nicht so wie in Zürich, wo es fast schon frühlingshaft warm war.

Zu viele Strafen kassiert
Auch im Spiel selber gab es schnell eine Überraschung, denn nach nur fünf Minuten sass ein Zürcher bereits auf der Bank. Lugano nutzte diese offerierte Chance kaltblütig aus und so stand es in der 5. Minute bereits 1:0. Danach gestalteten die Zürcher die Partie ausgeglichen und in der 13. Minute, Lugano verbüsste gerade eine Strafe, zog Nilsson alleine auf Manzato zu. Doch der geniale Techniker scheiterte und Sekunden danach machte es Bastl nicht besser. Ein Tessiner Stock verhinderte den sicheren Treffer vor dem leeren Tor. Weitere zwei Strafen gegen denZ folgten und 22,2 Sekunden vor Ende des ersten Abschnittes machte Lugano auch noch den zweiten Treffer. Lugano in diesen ersten Minuten kaltblütiger und durchaus verdient in Front.

Was für ein scheiss Drittel
Ein 2:0 in der Resega aufzuholen, ist keine einfache Sache, aber die Zürcher Fans waren guten Mutes. Leider waren die Zürcher Spieler nicht mit demselben Glauben in das zweite Drittel gestartet. Kaum ein Spielaufbau kam zu Stande, kaum ein Pass fand den gewünschten Empfänger, kaum ein Check wurde gefahren und kaum ein Schuss wurde abgefeuert. Dafür gab es genügend Strafen gegen den Z, in der 26. Minute hatte Lugano sogar die Chance sich in doppelter Überzahl zu versuchen. Nach nur sieben Sekunden waren sie bereits erfolgreich und lagen nun mit drei Längen in Front. Man wünschte sich als Z Fan die Abfahrt des Cars verpasst zu haben, denn solch ein mieses Drittel lieferte der Z lange nicht mehr ab. Wollte er noch etwas verändern in diesem Spiel, dann musste da schnell etwas passieren in diesem Schlussabschnitt.

Was für ein geiles Ding da unten!
Ganz ehrlich, ich glaubte nicht mehr an die Wende vor diesem Drittel. Zu schlechte agierte der ZSC in den ersten zwei Dritteln und zu abgeklärt wirkte das Heimteam. Etwas Hoffnung brachte ein Powerplaytreffer in der 45. Minute bei dem Seger als Torschütze gefeiert wurde, bedient wurde er von Nilsson, welcher nun plötzlich das Powerplay leitete und dirigierte. Es war ein Tor aus dem Nichts, aber es schlug beim Team von Crawford ein wie eine Bombe. Nur zwei Minuten später, es lief erneut ein Powerplay, passte der Schuss von Bergeron genau, diesmal wurde der Treffer durch Shannon vorbereitet. Drahtzieher dieses Überzahlspiels war aber erneut Nilsson. Was dieser Junge an der Scheibe zeigt, dass gehört zum besten, was es in der Schweiz wohl je zu sehen gab. Nilsson ist darüber aus aber auch ein Teamplayer, der es versteht seinen Mitspielern nicht nur Anweisungen, sondern auch Motivation auf den Weg zu geben.

Zurück zum Spiel: Lugano konnte sich doch nun einige Minuten schadlos halten, die Zürcher hatten ihr Pulver offensichtlich etwas früh verschossen, oder doch nicht? Fünf Minuten vor Ende legte Schäppi von hinter dem Tor auf Senteler zurück, dieser stocherte die Scheibe hinter Manzanto zum 3:3. Ein Jubeln ging durch den Gästesektor und durch die Zürcher Spieler, der Z hatte diese Partie nun wirklich gewendet. Allgemein spielte in diesem letzten Drittel nur noch ein Team, es war der ZSC – egal was, aber es gelang ihm. Selbst als man sich gut eine Minute vor Ende schon mit der Verlängerung abfand, da traf er noch einmal Diesmal war es Bärtschi mit einem Schuss, der nicht ganz unhaltbar aussah, welcher den nächsten und entscheidenden Treffer verbuchte. Mehr brauchte es gar nicht, beziehungsweise es war genug, denn so eine Wende erlebst Du nicht jeden Abend.

Das Spiel der Zürcher war heute zwei Drittel unzureichend, aber offensichtlich hat diese Mannschaft die Klasse, solche Partien auch innerhalb eines Drittels in die richtigen Bahnen zu lenken. Wer heute nicht da war, der verpasste tatsächlich etwas! Was für ein geiles Spiel….